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Euregio Connect: Rom entscheidet.
Aber bitte nicht verraten!

Kürzlich wurde der Gründungsantrag für einen neuen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) namens Euregio Connect unterzeichnet, der die Kooperation zwischen Tirol Werbung, Trentino Marketing und IDM Südtirol erleichtern soll.

Warum das vermutlich nicht an die ganz große Glocke gehängt wurde, erklärt die ff in ihrer aktuellen Ausgabe: Während den Antrag für Nord-/Osttirol die Landesregierung in Innsbruck genehmigen kann, müssen Südtirol und Trentino — die autonomsten Länder des Erdballs — auf die Zustimmung der römischen Regierung warten. Schon bei der Gründung des EVTZ der Europaregion Tirol habe sich Rom aber alles andere als kooperativ gezeigt, weshalb man diesmal »keine schlafenden Hunde wecken« möchte.

Die These von der »Geheimautonomie« bestätigt sich also erneut.

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Grenze Tourismus Vorzeigeautonomie Zentralismus | | | ff | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Trentino | | Deutsch

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Euregio Connect.

Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach haben die Geschäftsführer der Landestourismusorganisationen (LTO) von Nord-/Osttirol, Südtirol und Trentino am Tiroltag den Gründungsantrag für einen neuen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) unterzeichnet. Tirol Werbung, Trentino Marketing und IDM Südtirol wollen so ihre Kooperation in den Bereichen Tourismus, Kultur und Sport vertiefen.

Während der vergangenen Jahre hat man bereits mit dem 2017 zur Tour of the Alps umfunktionierten ehemaligen Giro del Trentino Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gesammelt.

Bevor er nach spätestens einem halben Jahr tatsächlich tätig werden kann, muss der als Euregio Connect getaufte EVTZ noch von den zuständigen Institutionen in Österreich und Italien überprüft und genehmigt werden.

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Hellas Verona in S. Crestina.

Dass die Serie-A-Mannschaft Hellas Verona ihr Trainingslager (vom 23. bis 6. September) in S. Crestina verbringt, lassen sich die Touristikerinnen übereinstimmenden Medienberichten zufolge rund 100.000 Euro kosten.

Doch wen holt man sich da (nicht zum ersten Mal) als Werbeträger ins Haus? Die Fans der Mannschaft gelten als die mitunter rechtsradikalsten und rechtsextremistischsten der an faschistischen Umtrieben ohnehin nicht armen italienischen Liga — wo schon mal Bilder von Anne Frank zur »Beleidigung« von Gegnerinnen herhalten müssen. So geschehen zwischen S.S. Lazio und A.S. Rom.

Regelmäßig zeigen die Ultras von Hellas faschistische und nationalsozialistische Symbole bis hin zu römischem Gruß (entkriminalisiert!) und Hakenkreuzflaggen. Sie huldigen sowohl Adolf Hitler, als auch seinem Stellvertreter Rudolf Heß und sind für ihre rassistischen Chöre bekannt — Angriffe auf farbige Spieler inklusive. Luca Castellini, Anführer der extremen Südkurve im Stadion von Verona ist gleichzeitig Koordinator der neofaschistischen Forza Nuova im nordöstlichen Italien.

Von all diesen Umtrieben hat sich der Club nie entschieden genug distanziert, geschweige denn, dass man die enstprechenden Akteure aktiv bekämpft und isoliert hätte.

Sind es diese (Un-)Menschen, die man mit 100.000 Euro nach Südtirol locken möchte?

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Autorinnen und Gastbeiträge

Offener Brief zum Iceman Ötzi Peak.

Offener Brief des Heimatpflegeverbands an die Schnalstaler Gletscherbahnen AG.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Pflege einer zeitgemäßen authentischen Volkskultur und der Schutz der gewachsenen Kultur- und Naturlandschaft sind Kernanliegen des Heimatpflegeverbands Südtirol. Ihre in den „Dolomiten“ von Samstag, 4. Juli 2020 geäußerte Replik auf unsere Presseaussendung vom 28. Juni 2020 wird von uns zurückgewiesen.

Die Aussichtsplattform auf der Grawand ist Ausdruck einer seit Jahren grassierenden Berg-Bespaßung und Inszenierung der Alpen, deren Ergebnis Funparks oder über Abgründe hinauskragende Plattformen (z.B. Martell, Naturnser Sonnenberg) sind – geradezu eine Verkehrung des echten Naturerlebnisses! Ihre Aussichtsplattform verunziert den Gipfel der Grawand, das Gipfelkreuz wirkt nun beinahe deplaziert. Ihrem Hinweis, dass durch die Aussichtsplattform „alle Menschen – und nicht nur wenige bergerfahrene – das Bergerlebnis leben können“, möchten wir entgegnen, dass die zehn Minuten von der Bergstation bis zur Grawand von einigermaßen kreislaufstabilen Menschen durchaus bewältigbar sind.

Zur Benennung der Plattform: Sie weisen darauf hin, dass nicht der Grawandspitz, sondern nur der Kunstbau den Namen „Iceman Ötzi Peak“ tragen würde. Die englische Bezeichnung (auf Deutsch „Eismann-Ötzi-Spitze“) bezieht sich jedoch eindeutig auf den Gipfel. Dies erinnert frappierend an die 2007 erfolgte Umbenennung des Osttiroler Mullwitzkogels in „Wiesbauerspitze“ (nach einem Wiener Wurstfabrikanten). Die Arbeitsgemeinschaft für Kartographische Ortsnamenkunde (AKO), das Koordinationsgremium aller in Österreich mit geografischen Namen befassten Dienststellen, verfasste dazu eine Stellungnahme: Darin heißt es, dass Neu- oder Umbenennungen von geografischen Objekten nach dem ortsüblichen Gebrauch zu erfolgen hätten, dass Bergnamen eine wichtige Orientierungsfunktion aufweisen würden (im Falle eines Rettungseinsatzes lebenswichtig!) und dass geografische Namen allgemein ein wertvolles Kulturgut einer Talschaft darstellten, welches – wie Gerüche (Heumahd) oder vertraute Laute (Kuh-/Kirchenglocken) – einen Teil der Identität der Lokalbevölkerung bildeten. Namen reflektieren die Wahrnehmung der Bevölkerung, die Grawand erschien den Kurzrasern eben als eine „graue Felswand“. Das Englische nun als Sprache des Respektes in Südtirol zu bezeichnen, ist in unseren Augen unverständlich. Verstehen Sie uns nicht falsch – wie alle Sprachen verdient auch das Englische größten Respekt. Wir sind aber der Überzeugung, dass das dreisprachige Südtirol mit seinen vielen dialektalen Abstufungen gerade die Besonderheit als zentralalpine Region ausmacht. Gerade in anglophonen Ländern wie Australien und den USA wurden in letzter Zeit berühmte Berge umbenannt. Mit den Namen Uluru (statt Ayers Rock) und Denali (statt Mount McKinley) hat man ein Zeichen der Wiedergutmachung gegenüber der indigenen Bevölkerung gesetzt. Namenlandschaft ist geistige Kulturlandschaft. Geografische Namen, so Egon Kühebacher, sind Denkmäler der Sprachgeschichte. Die Schnalstaler Glestscherbahnen schlagen mit dem Terminus „Iceman Ötzi Peak“ einen unzeitgemäßen Weg ein – weg von Authentizität, hin zu billiger Anbiederung an den internationalen Seilbahn- und Halbschuhtouristen.

Wenn Sie dann auch den Heimatpfleger/innen „rückwärtsgewandte Romantik“ vorwerfen und Sie die Covid-Krise als Vorwand für eine weitere technische Erschließung des Schnalser Talschlusses hernehmen, möchten wir an dieser Stelle die Südtiroler Bevölkerung fragen, wer hier rückwärtsgewandt handelt: jene die sich für den Erhalt gewachsener Landschaften einsetzen oder jene, die vor zwei Jahren den Weidegang der Schafe planierten (ein Tälchen!), in eine weitere Skipiste verwandelten und anschließend die Unverfrorenheit besaßen diese Piste „Transhumanz“ zu nennen? Für die Schnalserinnen und Schnalser wird der Skibetrieb gewiss wirtschaftliche Vorteile bringen – aber welcher Preis wurde bis heute dafür bezahlt? Ich darf Sie daran erinnern, dass sich Josef Rampold, der frühere Chefredakteur der Dolomiten, in den 1970er und 1980er Jahren vehement gegen die Verschandelung des Schnalser Talschlusses eingesetzt hat. Dies scheint heute weitgehend vergessen.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Plaikner, Obfrau Heimatpflegeverband Südtirol
Johannes Ortner, Vorstand Heimatpflegeverband Südtirol

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Iceman Ötzi Peak.

Aus Respekt vor den Moneten Gästen werden die Ebners am Schnalstaler Gletscher Natur und Kultur opfern und den Grawandspitz in einen Selfie-Insta-Tiktok-Park verwandeln müssen. Wir wissen alle wie das ist: Wenn es der Respekt gebietet, kann sich die Athesia nicht mehr zügeln.

Und weil die Gäste unisono darum gebeten haben, den Gipfel nicht nur umzugraben, sondern auch -zubenennen, und zwar bitteschön in feinstes Englisch, wird der Iceman Ötzi Peak schon bald das Licht der Welt erblicken. Prehistoric Lives Matter. Südtiroler Tscheggl Lives können das natürlich nicht nachvollziehen. Aber: Auch sie werden begeistert sein, wenn sie erfahren, dass man von dort oben sowohl die Staatsgrenze (wie am Brenner!) als auch den Pfad der Transhumanz (UNESCO!) erblicken kann.

Was von einem Grawandspitz aus unmöglich war, ist am Iceman Ötzi Peak ein Kinderspiel.

Denen, die — wie der Heimatpflegeverband — die respektlose Frage aufwerfen, wem denn die Berggipfel gehören, lässt die Gletscherbahn via Stol eine (ausgesprochen respektvolle) Antwort zukommen:

  • Erstens sei der Gipfel gar nicht umbenannt (sondern lediglich einem Lifting unterzogen und wie nach der Annexion toponomastisch bereichert) worden;
  • Zweitens: Corona (passt einfach immer);
  • Und drittens gehören die Berge natürlich weitehin allen (Aktionären der Gletscherbahn). Deshalb wurde der Gipfel für alle zugänglich gemacht. Die 50.000, die wegen der Pandemie in Lohnausgleich sind und sich kein Ticket kaufen können, wollen eh nicht hinauf.

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Arch+Raum Außendarstellung Cultura Ecologia Grenze Ortsnamen Satire Tourismus Wirtschaft+Finanzen | Coronavirus | | Athesia Stol | Südtirol/o | UNESCO | Deutsch

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Die N****hütte ist nicht mehr.

Ein schönes Beispiel dafür, dass Proteste, ja selbst Onlinepetitionen einen Wandel herbeiführen und Lernprozesse fördern können: Über 7.000 Unterschriften haben in wenigen Tagen dazu geführt, dass die N****hütte in Corvara ihren Namen geändert hat.

Diese Entscheidung teilten die Eigentümerinnen heute auf Facebook mit:

Nach den unzähligen Mitteilungen; die wir in den letzten Tagen erhalten haben – für die wir allen, die sich für eine gerechte Sache einsetzen und uns auf den Unterschied zwischen Intention und Wirkung aufmerksam gemacht haben, dankbar sind – haben wir uns zu einem Schritt entschieden, der schon seit einiger Zeit fällig war: Wir werden den deutschen Namen unserer Skihütte ablegen, um fortan nur noch den italienischen zu verwenden[,] nämlich „Capanna Nera“.

Der Name unserer vor 100 Jahren errichteten Hütte, der sich auf das für den Bau verwendete schwarze Holz bezog, ist allein deshalb nicht mehr zeitgemäß und tragfähig, weil das Verständnis von Sprache, wie alles, historischen Wandlungen unterliegt und die heutige Konnotation eine andere ist als damals.
Gerade in Zeiten politischer Umwälzungen gilt es, feinhörig zu sein und sich den Anliegen derer, die jahrhundertealte Machtverhältnisse mit Recht bekämpfen, nicht zu verschließen. Diesen Protesten und strukturellen Veränderungen wollen wir mit unserer Namensänderung, die ab sofort in Kraft tritt, Rechnung tragen.

Diesbezüglich finde ich äußerst schade, dass die Änderung nicht genutzt wurde, um dem Skigasthaus einen ladinischen Namen zu geben. So führt die Abschaffung einer rassistischen Bezeichnung zu einer weiteren Italianisierung — auch eine Form von Diskriminierung, in diesem Fall zu Lasten der autochtonen Minderheit.

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Discriminaziun Lingaz Mitbestimmung Nationalismus Ortsnamen Racism Tourismus | Good News Italianizzazione Zitać | | Social Media | Ladinia Südtirol/o | | Deutsch

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Rassistische Hütte.

Die N****hütte in Corvara soll geschlossen oder zumindest umbenannt werden. Das fordern inzwischen knapp 7.500 Personen, die im Internet eine entsprechende Petition unterzeichnet haben. Der Name soll sich angeblich von der dunklen Farbe des Hüttenbaus ableiten.

Doch in Vergangenheit hat sich die Belegschaft etwa zu Fasching auch eindeutig (mit Lockenperücke und Strohrock) verkleidet und schwarz geschminkt. Für dieses Blackfacing gibt es im Netz Belege. Außerdem sollen in der Hütte Speisen und Getränke angeboten worden sein, die klar Bezug auf das N-Wort nehmen, zum Beispiel eine N****milch, die auch in den Onlinerezensionen des — direkt an der Skipiste gelegenen — Gastbetriebs erwähnt wird. Da tönen Relativierungen ehrlich gesagt heuchlerisch.

Die Petition auf Change.org wurde von Reda Fadel aus Münster initiiert und ist unter anderem an den Bürgermeister von Corvara, Robert Rottonara, an den deutschen Außenminister Heiko Maas und an den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella gerichtet.

Auch andere Hütten in Südtirol haben problematische Namen, so zum Beispiel die Comici-Hütte im nahen Gröden, die nach dem faschistischen Amtsbürgermeister und Mussoliniverehrer Emilio Comici benannt ist.

Siehe auch:

Engagement Mitbestimmung Ortsnamen Racism Tourismus | | Sergio Mattarella | | Ladinia Südtirol/o | | Deutsch

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Crisanti: L’Austria fa bene a non aprire.
Quotation 609

Ospite di Agorà su Rai Tre, il professore di Microbiologia Andrea Crisanti ha difeso la decisione dell’Austria di non aprire, per ora, i confini verso l’Italia:

Crisanti, fa bene l’Austria a non aprire i propri confini all’Italia?

Io penso che faccia bene…

Come fa bene?

…perché ci sono ancora un sacco di casi in Italia. Voglio dire… penso che l’Austria abbia investito quanto noi per eliminare il virus, non vedo perché debba correre il rischio di importare nuovi casi senza implementare misure di controllo. Guardi, questa è una cosa seria, eh? Io penso che anche noi dovremmo implementare delle misure di controllo verso tutti quei paesi dove l’epidemia è ancora attiva.

Tipo?

Tipo… che ne so, l’America… il Sudamerica, ci sono tantissimi paesi […] anche sui paesi europei bisognerebbe fare delle differenze, perché ci sono paesi e paesi […]. Io non è che farei entrare o non farei entrare, io stabilirei dei criteri. Voglio dire: entri in Italia e ti controlliamo sì la temperatura, tanto abbiamo visto che serve a ben poco; ti facciamo il tampone e ti verifichiamo che tu sei rintracciabile e se sei positivo ti mettiamo in isolamento. Non è che si può riaprire tutto così, eh?

Trascrizione mia.

Il prof. Crisanti (Università di Padova) si è distinto per la gestione del Coronavirus in Veneto e, in particolare, a Vo’. Recentemente è anche stato nominato membro della commissione di esperti che accompagnano la cosiddetta fase due in Sudtirolo.

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