Skandal um Martin.

Sonne-Licht-und-Sterne-Fest? Lichterfest? Laternenfest? Oder doch lieber Martinstag? »Lasst uns unsere [Tiroler] Traditionen nicht verraten«, wegen der »Ausländer« und aus »falsch verstandener Toleranz«. Doch waren unsere Tiroler — oder aber christlichen — Traditionen, im Wechselspiel von Beharrung und Erneuerung, nicht immer schon Entwicklungen ausgesetzt? Und waren nicht die meisten christlichen Traditionen, vom Weihnachtsbaum über Fasching bis Ostern ursprünglich »heidnische« Feste, die man aus Überzeugung, Zwang oder vielleicht falsch verstandener Toleranz in den neuen, aus fremden Ländern übernommenen Glauben eingebaut hat? (Ist Fasching denn christlich?) Wäre es dann schlimm, wenn man diese Feste in einer laizistischen — multireligiösen? — Gesellschaft so bezeichnen würde, dass sie möglichst viele ansprechen? Ich meine das hypothetisch… für mich ist alles andere als ausgemacht, dass sich anders- oder nichtgläubige Zeitgenossinnen von »Martin« nicht angesprochen fühlen können.

Die Botschaft des »heiligen Martin« ist ja durchaus eine gute und wichtige: Nächstenliebe-helfen/teilen-solidarisch/mitverantwortlich sein. Und trotzdem scheinen genau diejenigen, die sich mit größter Vehemenz dagegen stemmen, dass das Martinsfest »verwaschen« wird, diese Werte am wenigsten verinnerlicht zu haben.

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