Indennità Covid? Monolingue.

Relativamente all’attuale stato di emergenza, pochi giorni fa il Consiglio d’Europa aveva chiesto alle amministrazioni pubbliche di rispettare scrupolosamente, sistematicamente il più ampio plurilinguismo possibile — anche al di là degli impegni eventualmente assunti con la ratifica della Carta Europea delle lingue regionali o minoritarie.

In Italia che cosa sta accadendo? L’esatto opposto, ad esempio col portale dell’INPS dedicato alle misure per il Covid-19. Non solo non è presente nessun’altra lingua oltre all’italiano, non essendo presenti né le lingue minoritarie né l’inglese — ma questo avviene addirittura in barba alle proprie leggi, che ad esempio per il Sudtirolo prevedono l’obbligo di bilinguismo.

Stralci dal sito internet dell’INPS (4 aprile 2020).

Dunque, non solo l’amministrazione non sta rispettando un plurilinguismo più ampio di quello abituale, ma addirittura si sta muovendo al di sotto di quel poco che normalmente fa.

Chi non parla o almeno capisce l’italiano, si attacca al tram — il che in questo caso potrebbe significare anche la perdita di un sostegno economico cui ha diritto.

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Kann man sich Demokratie auch abgewöhnen?

von Brigitte Foppa (Vërc)

Ich fürchte ja. Ziemlich schnell sogar. Schauen wir uns die derzeitige Szene an. Wir sehen im Wesentlichen vier Männer, immer dieselben vier (Kompatscher, Widmann, Schuler, Achammer). Die Krawatte haben sie gegen ein Halstuch eingetauscht. Innerhalb weniger Wochen hat sich der politische Diskurs in ein Frage-und-Antwort-Spiel verwandelt. BürgerInnen sagen nicht mehr ihre Meinung, sie dürfen Fragen stellen. Der Herr Professor antwortet, Tag für Tag, auf die Fragen im Radio, der Herr Hausarzt antwortet in der Zeitung, der Landeshauptmann antwortet in der Pressekonferenz.

Das ist sogar nachvollziehbar. Menschen brauchen Information und klare Antworten in dieser Zeit. Und: Eine Krise muss in aller Schnelle bewältigt werden, Entscheidungen sind zu treffen, ohne die langwierigen parlamentarischen Prozeduren.

Aber: Die Modi schleifen sich sehr schnell ein. Das Wirtschafts-Maßnahmenpaket wird nun nicht mehr diskutiert, sondern nur mehr vorgestellt. Im Radio besprechen es nicht mehr der Landesrat und die politischen Vertretungen, sondern auch dazu gibt es jetzt Anrufsendungen, wo dem Landesrat Fragen gestellt werden dürfen.

In kürzester Zeit ist die politische Debatte verarmt. Die Perspektiven haben sich verengt. Der öffentliche Diskurs wird banalisiert. Dabei wird im Hintergrund, in den sozialen Medien, in den Telefongesprächen und Videomeetings massiv diskutiert, mehr als je zuvor. Maßnahmen werden besprochen, Menschen suchen nach Information und Austausch, die Satire blüht und zeigt auf, dass die kritischen Geister noch nicht ermattet sind, sondern wacher denn je. Die Sehnsucht nach Diskussion, nach Verständnis, nach Auseinandersetzung ist immens.

Eine große Kluft hat sich aufgetan zwischen dieser Ebene und der öffentlichen Szene. Letztere wird  von den eingangs genannten Herren bespielt und das Publikum darf wohldosiert interagieren.

Ich sehe darin eine große Langeweile, vor allem aber große Gefahren.

Eine ist die Infantilisierung der Gesellschaft. Indem der eigentlich vom Landtag gewählte Landeshauptmann zum allgegenwärtigen Landesvater wird, werden auch die BürgerInnen zu Kindern. Sie fragen um Antwort und zunehmend um Erlaubnis. Der LH hat seine Sprechart geändert. Er spricht heutzutage immer in der Ich-Form (Conte macht das übrigens auch. Es heißt, dass er zugleich an Sex-Appeal zugelegt hat. Auch das sollte zu denken geben). Auf die einzige kritische Bemerkung der Opposition in der gesamten Coronakrise (als die Frage aufgeworfen wurde, ob die berühmten Halstücher sinnvoll seien oder gar von Verwandten des Landesrates fabriziert worden waren), reagierte Kompatscher ungehalten und mit dem Ton einer Mama, die den Kindern sagt: „Da arbeite ich den ganzen Tag für euer Bestes und dann tut ihr auch noch kritisieren!“.

Die allseits verwendete Kriegsrhetorik verschärft die Meinungseinheit und die Botschaft des Gehorchens. Man denkt vielleicht, dass es nun Gehorsam braucht, um die Maßnahmen so flächendeckend als möglich durchzusetzen. Das ist eine Denkart. Eine andere geht davon aus, dass nicht gehorcht, sondern Regeln eingehalten werden müssen. Darin liegt ein kleiner, vielleicht winziger Unterschied. Denn während Gehorsam bedeutet, widerspruchslos Befehle anzunehmen, fußen Regeln auf einem gesellschaftlichen Konsens. Ganz ganz wichtig in dieser Zeit, wo wir so viele Menschen dazu bringen müssen, die Regeln des Zuhausebleibens und der Distanz einzuhalten.

Konsens aber entsteht aus Debatte. Wir konfrontieren in der Debatte unsere Haltungen, wir feilen daran, wir können Verständnis aufbauen und von vorgefertigten Urteilen abrücken. Genau das brauchen wir jetzt, noch mehr als sonst.

Daher mein inniges Plädoyer an alle, die Öffentlichkeit gestalten: Führen wir die Debatte wieder ein! Im Landtag, in den Medien, im wenn auch virtuellen Austausch zwischen den MeinungsträgerInnen.

Ich habe den Aufruf auch an den LH gerichtet. Ich weiß ihn da, zumindest theoretisch, auf meiner Seite. Er weiß um die Verführung der narzisstischen Omnipräsenz, aber auch um deren Einsamkeit. Er kennt die demokratischen Prozesse und nicht nur die Mühe, sondern auch die Stärke der Auseinandersetzung.

Es gilt die Demokratie wieder hochzufahren.

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Nuove tute dalla Cina tramite l’Austria.

La compagnia aerea di bandiera austriaca Austrian Airlines (gruppo Lufthansa) ha operato un secondo trasporto di materiale protettivo sanitario, 30 tonnellate in tutto, dalla Cina a Vienna, con due velivoli Boeing 777. Si tratterebbe di 12 tonnellate di mascherine e 18 tonnellate di tute protettive.

Oltre 1.800 scatoloni di tute sarebbero destinate al Sudtirolo, secondo quanto riferisce il portale SüdtirolNews, mentre i 1.400 scatoloni di mascherine andranno alla Croce Rossa per essere distribuite in Austria.

Una prima fornitura di materiale protettivo proveniente dalla Cina era arrivata in Sudtirolo poco meno di una settimana prima (martedì 24 marzo), sempre grazie alla collaborazione austriaca.

Cinque pazienti sudtirolesi, inoltre, sono stati trasferiti negli ospedali di Innsbruck e di Lienz, mentre domenica (29 marzo) altri due sono stati accolti in Germania. Inoltre c’è la disponibilità del Vorarlberg a prendersi carico di altre tre persone in terapia intensiva.

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Corona: Riesige Datenpanne beim Land.

Man kann sich intensiv darüber unterhalten, wie die Daten zum Coronavirus (Infizierte, Genesene, Verstorbene…) zu interpretieren und gegebenenfalls miteinander in Relation zu setzen seien. Außerdem können schlaue Schätzungen — zum Beispiel über den Erfassungsgrad — angestellt werden. Doch all diese Überlegungen sind sinnlos, wenn das zugrundeliegende Datenmaterial wertlos ist.

Das war in Südtirol tagelang der Fall, denn die einzige für einigermaßen glaubwürdig gehaltene Zahl — die der Verstorbenen, denn Verstorbene kann man nur schwer übersehen — war durch eine unglaubliche Panne sehr stark verfälscht.

Die vom Land kommunizierte Gesamtzahl an Todesfällen war nämlich gar keine Gesamtzahl, da »vergessen« wurde, die in den Seniorenheimen Verstorbenen einzurechnen. Ein Abgleich der Daten führte nun zur unfassbaren Erkenntnis, dass 32 von 110 (also knapp ein Drittel!) der Covid-19-Opfer einfach übersehen worden waren.

Damit schnellt die Sterblichkeitsrate, wie auch immer man sie berechnet, deutlich in die Höhe. Und viele der bislang angestellten Überlegungen sind hinfällig.

Natürlich können immer und jederzeit Fehler passieren. Dieser ist jedoch einerseits so riesig, dass er das Vertrauen in die Zahlen des Landes massiv erschüttert. Andererseits scheint er symptomatisch für eine etwas hemdsärmelige Herangehensweise, die wir auch aus anderen Bereichen gewohnt sind.

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Strafen für Gemischtwarenläden.

Das italienische Heer patrouilliert auf Wunsch des Südtiroler Landeshauptmanns in Städten und Dörfern. Da bleibt der Finanzpolizei mehr Zeit für Sinnvolles: Wie Rai Südtirol berichtet, strafte sie im Pustertal mehrere Gemischtwarenläden mit 280 Euro, weil sie ihrer Auffassung nach auch nicht lebensnotwendige Produkte verkauften. Die Rede ist konkret von Heften für Schülerinnen und einem Kartoffelschäler.

Der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds) Philipp Moser hat wegen dieses Vorgehens bereits bei der Finanzpolizei, beim Regierungskommissariat und bei Landesrat Philipp Achammer (SVP) interveniert, berichtet Rai Südtirol.

Während der letzten Tage waren Ordnungskräfte schon durch willkürliche Interpretationen der »Nähe« aufgefallen, innerhalb derer sich Menschen (in Bezug zur eigenen Wohnung) immerhin noch bewegen dürfen.

Der Notstand und die unscharfe Formulierung der Verordnungen öffnen unflexiblen Ordnungshüterinnen Tür und Tor für Schikanen. Stattdessen wären gerade jetzt Augenmaß und Pragmatismus angesagt.

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Corona: Land veröffentlicht einsprachige Tabelle.
In der Not national

Gestern Abend veröffentlichte die Landespresseagentur (LPA) eine Tabelle mit den Daten aller im Krankenhaus verstorbenen Covid-19-Patientinnen:

Ausschnitt aus der veröffentlichten Tabelle. Anonymisierung von uns.

Obwohl die Spaltentitel zweisprachig sind (Ladinisch fehlt) wurde die gesamte Tabelle einsprachig/einnamig ausgefüllt. Sowohl das Geschlecht (M/F ist Italienisch für männlich und weiblich), als auch die Ortsbezeichnungen sind ausschließlich in italienischer Fassung angegeben.

Wenn die Tabelle intern einsprachig geführt wird, ist dies nicht wirklich schlimm. Spätestens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hätte sie aber übersetzt werden müssen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Europarat Staaten, Regionen und Gemeinden dazu aufgefordert, Informationen zur gegenwärtigen Pandemie immer auch in den regionalen und Minderheitensprachen zu veröffentlichen.

Letzten Dienstag hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass die LPA auch bei der Indexierung von Videos der virtuellen Landesmedienkonferenzen ausschließlich die italienische Sprache berücksichtigt. Dies wurde nicht bloß nicht nachträglich korrigiert, sondern wurde unbeirrt fortgesetzt.

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Due pazienti portati in Germania dalla Rega.

Grazie alla solidarietà internazionale, altri due pazienti delle terapie intensive affetti da Covid-19 sono stati trasferiti oltralpe, questa volta in Germania.

L’operazione si è svolta ieri, in collaborazione tra Azienda sanitaria sudtirolese (Sabes), Croce Bianca e Guardia Aerea Svizzera di Soccorso (Rega), che ha preso in carico i due pazienti allo scalo di Bolzano.

Foto: Croce Bianca.

La destinazione precisa del trasferimento non è stata resa nota.

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Bessone für verpflichtenden Militärdienst.

Lega-Chef und Ex-Innenminister Matteo Salvini hat angesichts der aktuellen Pandemie vorgeschlagen, die allgemeine Wehrpflicht wiedereinzuführen. Landesrat Bessone (ebenfalls Lega) unterstützt diese Idee. Daran sollten wir uns erinnern.

Kann sein, dass es sich um nichts mehr als populistischen Missbrauch der gegenwärtigen Krise zu Wahlkampfszwecken handelt. Das wäre schlimm genug. Da aber die Lega die Wiedereinführung des Militärdiensts schon seit längerem fordert, sei hier noch Folgendes ausgeführt: Was diesen Herrschaften im vorliegenden Fall vorschwebt, ist die zwangsweise Eingliederung junger Menschen in eine streng hierarchisch aufgebaute, nationalistische, alle Unterschiede ausblendende bewaffnete Organisation, um sie zu einem Hungerlohn per Befehl dazu verdonnern zu können, gesundheitsgefährdende zivile Aufgaben wahrzunehmen, für die sie nicht ausgebildet sind. Bei etwaiger Weigerung wären sie zudem der militärischen Gerichtsbarkeit unterstellt. Auch Minderheitenrechte haben beim Militär natürlich keinen Platz.

Die Aufgabe des Militärs wäre in Krisen wie der derzeitigen, mit martialischem Aktionismus Löcher in der Versorgungssicherheit zu stopfen, die sich durch eine völlig verfehlte Politik aufgetan haben. Die seit Jahrzehnten von der Lega mitregierte Lombardei ist ein Paradebeispiel für die Verscherbelung des öffentlichen Gesundheitsdienstes an Private.

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