Die Europäische Union hat versagt.

Klarer als am heutigen, dem Tag des Überfalls einer paramilitärischen Polizeieinheit auf eine gewählte Regionalregierung, konnte man das Versagen der Europäischen Union selten ablesen. Der Hort von Bürgerinnen- und Menschenrechten, von Demokratie, Freiheit und Toleranz will dieser Kontinent sein — all das hat sich im Ernstfall als Schönwettergeschwafel erwiesen.

Spätestens seit 2014 steht die Selbstbestimmung in der EU auf der politischen Agenda, von Prodi über Barroso bis Juncker hat die Kommission jedoch nichts anderes gemacht, als davor die Augen zu verschließen. Immer und immer wieder wurde darauf verwiesen, dass es sich beim Wunsch nach Eigenstaatlichkeit um »interne Angelegenheiten« der jeweiligen Länder handle. Anstatt Freiräume für Dialog und Verhandlungen zu schaffen, hat man sich zum Handlanger der Zentralregierungen gemacht und in den Chor der Angstmacherei eingestimmt.

Schottland wurde mit dieser verfehlten Strategie nicht nur in den Brexit getrieben. Um Spanien und andere Nationalstaaten nicht zu verschnupfen, wird der Region auch jetzt noch keine klare Perspektive für einen EU-Verbleib geboten, falls sie sich von London lossagt.

Dass man in Brüssel auch heute nichts dazu zu sagen hatte, dass Madrid parafaschistische Methoden anwendet, um den Wunsch der Bürgerinnen nach einer Abstimmung  gewaltsam zu ersticken, ist ein kaum zu überbietender Skandal. Er erschüttert die Europäische Union in ihrem Selbstverständnis.

Wir wissen nun: In Europa sind wir frei, solange wir es nicht wagen, an den Gitterstäben unseres Käfigs zu rütteln.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen Grundrechte Nationalismus Politik Recht Selbstbestimmung Ungehorsam+Widerstand Zentralismus | Brexit | Jean-Claude Juncker José Barroso Romano Prodi | | Catalunya Scotland-Alba | EU | Deutsch

Antieuropäische Symbolik in Rom.

Renzi - Flaggen.
Bild: La Stampa.

Angeblich um seine Chancen zu erhöhen, das Verfassungsreferendum am 4. Dezember zu gewinnen, äfft der italienische Premierminister seit kurzem die Le Pens, Orbans, Kaczyńskis nach. Obschon die Politik seiner Mittelinks-Mitte-Mitterechtsregierung natürlich kaum mit jener der genannten Rechtspopulisten zu vergleichen ist, setzt auch Renzi auf antieuropäische Ressentiments — und bedient sie willfährig: Die blauen Europaflaggen hat der Regierungschef (im Streit um Staatsverschuldung und Flüchtlingsverteilung) jüngst aus seinem Arbeitszimmer und aus dem Presseraum entfernen und durch weitere Nationalflaggen ersetzen lassen.

Das Bild ist bedrückend und die damit verbundene Symbolik besorgniserregend.

Von seinem Vorgänger, dem EU-Kommissionspräsidenten a. D. Romano Prodi, musste Renzi scharfe Kritik einstecken. Und für  Südtirol ist ein Rückfall in national(istisch)e Rhetorik ohnehin stets gefährlich.

Siehe auch:

Nationalismus Politik | Verfassungsreform 2016 | Matteo Renzi Romano Prodi | | Italy | EU PD&Co. | Deutsch

Europa delle differenze.
Quotation 165

Può sembrare singolare che, proprio in un periodo storico in cui, anche se con tante difficoltà, l’Unione Europea è ancora un decisivo elemento di attrazione per tanti paesi che vi vogliono entrare, si manifestino al suo interno crescenti tendenze verso l’indipendenza e la frammentazione.

Il tutto è invece molto comprensibile perché proprio l’ombrello europeo permette livelli di autonomia che, nella grande globalizzazione mondiale, non sarebbero compatibili con una vita prospera di un piccolo Paese. Senza che vi sia un disegno preciso si va quindi camminando verso la concreta costruzione di un’Europa delle differenze, con una sempre più accentuata attenzione agli aspetti dell’autodeterminazione e del pluralismo. Se ben gestito questo processo può anche venire incontro alle legittime aspirazioni dei cittadini. Mi auguro solo che le differenze non diventino eccessive perché, in questo caso, autodeterminazione e pluralismo si trasformano fatalmente in anarchia e ingovernabilità.

Romano Prodi, già presidente del consiglio dei ministri italiano e presidente della Commissione Europea, il Messaggero, 13.09.2014 (estratto)

Poco tempo fa il Landeshauptmann aveva affermato che il caso sudtirolese è paragonabile piuttosto alla Catalogna che alla Scozia, in quanto il governo italiano, come quello spagnolo, sicuramente non ci consentirebbe di votare sull’indipendenza. In quanto però il Sudtirolo non ha mai ufficializzato il desiderio di organizzare un referendum sull’autodeterminazione, le affermazioni di Kompatscher appartengono alla sfera dell’astrologia. Leggendo il fondo di Romano Prodi da cui è tratta la citazione qui riportata, sorgono dubbi molto seri sulla qualità della predizione.

Vedi anche:

Democrazia Föderal+Regional Kleinstaaten Medien Politik Selbstbestimmung Subsidiarität | Zitać | Arno Kompatscher Romano Prodi | | Catalunya Scotland-Alba Südtirol/o | EU PD&Co. SVP | Italiano

Des einen Freund, des anderen…

Seit der Bruno-Vespa-Sendung und dem Runden Tisch auf RAI Südtirol könnte man meinen, Südtirol habe keine Freunde mehr; weder südlich von Salurn noch nördlich des Brenners. Alle um uns herum sind neidisch und/oder wollen der Autonomie an den Kragen. Das stimmt aber so überhaupt nicht. Südtirol hat ganz viele Freunde. Laut SVP sind fast alle Freunde Südtirols. Egal ob tot oder lebendig, ob links oder rechts, ob alt oder jung. Alles andere wäre ja auch völlig realitätsfremd und reine Panikmache. Hier der Beweis:

Mit Edmund Stoiber geht ein bayerischer Ministerpräsident, der ein großer Freund und wertvoller Ansprechpartner für Südtirol gewesen ist.

LH Luis Durnwalder, 28. September 2007

Es ist eine unerhörte Frechheit, wie die FPÖ gegen den früheren ÖVP-Nationalratspräsident und Südtirolfreund Andreas Khol zu Felde zieht.

Kammerabg. Siegfried Brugger, 6. Februar 2010

Hans-Jochen Vogel ist ein großer Freund Südtirols.

LH Luis Durnwalder, 20. Juli 2010

Cossiga hat stets bewiesen, ein Freund Südtirols zu sein.

LH Luis Durnwalder, 17. August 2010

Mit Otto Habsburg verliert Südtirol einen großen Freund.

LH Luis Durnwalder, 4. Juli 2011

Renato Ballardini war ein Südtirol-Freund in schwierigen Jahren.

LH Luis Durnwalder, 5. September 2011

Peter Jankowitsch ist bekannt als besonderer Freund Südtirols.

Christoph Gufler, 5. September 2012

Mit Ministerpräsident Prodi hat die SVP einen Freund und Partner in Rom gehabt, mit dem wesentliche Fortschritte für die Autonomie erzielt werden konnten.

Sen. Oskar Peterlini, 27. November 2012

Bersani hat nicht nur in den Verhandlungsrunden zum Abkommen, sondern bereits zuvor während seiner Zeit als Minister unter der Regierung Prodi bewiesen, ein Kenner und Freund der Südtirol-Autonomie zu sein.

Philipp Achammer, 29. Jänner 2013

Napolitano ist nicht nur ein Kenner und Freund Südtirols, sondern hat oft bewiesen ein Garant unserer Autonomie zu sein.

Die SVP-Parlamentarier, 21. April 2013

Wir kennen Enrico Letta schon seit langem. Er ist ein Freund Südtirols und wir sind froh, dass nach dem Scheitern von Pierluigi Bersani Staatspräsident Napolitano ihm den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt hat.

LR Richard Theiner, 25. April 2013

Mit Letta und Bressa gehört Dario Franceschini zu den größten Südtirol-Freunden im Parlament.

Senator Karl Zeller, 28. April 2013

Mit Andreotti hat Südtirol einen Ansprechpartner und einen großen Freund des Landes und der Sonderautonomie verloren.

Sen. Karl Zeller, 6. Mai 2013

Der neue und alte Tiroler Landeshauptmann Platter ist nicht nur ein persönlicher Freund, sondern auch ein Freund des Landes Südtirol.

LH Luis Durnwalder, 24. Mai 2013

Letta hat sich bislang als Freund der Sonderautonomien und verlässlicher Partner erwiesen.

Sen. Karl Zeller, 2. Oktober 2013

Wir freuen uns sehr, dass dem ehemaligen Landeshauptmann von Nordtirol, ausgewiesenem Südtirol-Freund und Förderer der Tiroler Landeseinheit [Wendelin Weingartner] die Ehrenmitgliedschaft der SVP verliehen wird.

Forum Heimat der SVP, 6. August 2013

Pier Luigi Bersani ist ein Unterstützer der Autonomien und ein besonderer Freund Südtirols.

LR Richard Theiner, 7. Jänner 2014

Claudio Abbado war ein großer Freund Südtirols.

LR Philipp Achammer, 21. Jänner 2014

Auch Renzi ist ein Freund Südtirols.

LH Arno Kompatscher, 12. Februar 2014

Auch Matteo Renzi ist ein Freund Südtirols.

Kammerabg. Renate Gebhard, 13. Februar 2014

Der scheidende Premier Letta ist ein großer Freund Südtirols.

Sen. Karl Zeller, 14. Februar 2014

[Datum und Reihenfolge der Veröffentlichung.]

Medien Politik | Zitać | Arno Kompatscher Enrico Letta Gianclaudio Bressa Giorgio Napolitano Günther Platter Karl Zeller Luis Durnwalder Matteo Renzi Oskar Peterlini Philipp Achammer Renate Gebhard Richard Theiner Romano Prodi Siegfried Brugger | | Deutschland Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o | PD&Co. SVP | Deutsch

Unwürdig.
Quotation 77

Mit alten Kommunisten hat [die SVP] das [Koalitionsabkommen] ja geschlossen, oh Schande, und was kommunistisch riecht, kann für uns nicht gut sein. Als die alten Kommunisten des PCI [KPI] für das Statut stimmten, dann waren sie gut, als Prodi und die Kommunisten den Südtirolern alles Mögliche gaben, auch die Energie, der sie sich dann als unwürdig erwiesen, war alles in Ordnung. Nun wir[d] die Anti-Kommunismus-Keule wieder geschwungen.

Arnold Tribus im Leitartikel der aktuellen Wochenendausgabe der TAZ.

Schon wieder diese unsägliche, undemokratische Kategorie der Unwürdigkeit und des Sich-Verdienen-Müssens .

Was den Kommunismus betrifft, möchte ich die Kritiker des Abkommens zwischen SVP und PD beruhigen: Der PD ist genauso kommunistisch, wie die CDU in Deutschland. Eigentlich befindet er sich eher rechts der Mitte, was die Wirtschafts-, die Sozialpolitik oder gesellschaftliche Fragen angeht. Selbst die SPD, die sich während der letzten Jahre weit von ihren ursprünglich linken Positionen wegbewegt hat, ist wohl weiter links. Die Kommunismuskeule ist also völlig deplatziert.

Democrazia Medien Politik | Medienkritik Zitać | Arnold Tribus Romano Prodi | TAZ | Deutschland Italy Südtirol/o | CDU/CSU PD&Co. SPD SVP | Deutsch

Basta novità!

La prima novità degli ultimi decenni, anche se espressione del vecchio che non arretra, fu la discesa in campo di Silvio Berlusconi, nel 1994. Da allora «la novità» si è trasformata in un valore (o pseudo tale) perseguito un po’ da tutti gli attori politici. Le «innovazioni» degli ultimi anni non si contano, ma in ordine sparso si potrebbero citare l’Ulivo di Romano Prodi, poi l’Unione, la fondazione della Margherita prima e del PD poi, la fusione di AN con Forza Italia e la conseguente nascita del PDL, la fuoriuscita di Fini e la fondazione di FLI, il nuovo centro, Alleanza per l’Italia, non ultimo il movimento 5 stelle.

Non c’è appuntamento elettorale in Italia che non dia lo spunto per qualche «innovazione» o «rinnovamento» radicale, a scapito di un approfondimento dei contenuti. Ormai nessuno sembra rendersi conto che la «novità» non può essere considerata una categoria politica, tantomeno fine a se stessa. Ciò che dev’essere giudicato sono in primo luogo i progetti politici e in misura ancora maggiore i risultati conseguiti, mentre il «rinnovamento» spesso non è altro che un espediente per sfuggire proprio a quel necessario e normalissimo confronto con la realtà.

Non è difficile capire che ciò che è nuovo, solo perché è nuovo, non è necessariamente meglio di ciò che lo ha preceduto, ma è una constatazione che purtroppo, in Italia, negli ultimi anni si è dovuta fare molto, troppo spesso a posteriori. In molti casi sarebbe meglio lavorare sull’esistente, cercando di migliorarlo e di farlo evolvere, anche se può essere più facile cambiare nome, logo, magari la casacca, quasi mai le facce.

Non a caso però i paesi socialmente, politicamente e istituzionalmente più avanzati del nostro continente e del mondo intero conoscono un’evoluzione politica costante, un accentuato riformismo, ma senza rotture che vadano inutilmente a scapito della stabilità, della continuità e della «tracciabilità».

Una delle ultime «novità» è la candidatura del sindaco di Firenze, Matteo Renzi, alle primarie del PD, col rischio di portare ulteriormente verso destra uno dei partiti di centrosinistra meno di sinistra del continente. Quel che preoccupa però è l’adesione al suo progetto «di rinnovamento» anche da parte di molti esponenti del PD sudtirolese, come l’assessore Roberto Bizzo o il direttore della ripartizione sudtirolese delle finanze, Eros Magnago.

Che abbiano già dimenticato gli attacchi indiscriminati di Renzi alle autonomie speciali, ai loro presunti privilegi e la conseguente richiesta di «restituzione del maltolto»?

l’Unità d’Italia dovrebbe essere anche l’occasione per una riforma federale vera in cui o tutte le regioni sono a statuto speciale o non lo è nessuno.

[…]

Credo che il presidente della Provincia di Bolzano debba iniziare a restituire un po’ di credibilita’ alle istituzioni ricordandosi che se la sua provincia autonoma ha tutti quei denari, questo deriva da una norma ad hoc della Costituzione che consente ad alcune regioni di essere a statuto speciale e ad altre no. Questo aveva un significato 60 anni fa, oggi non più.

Noi siamo orgogliosamente fiorentini e italiani e nessuno lo impone agli amici dell’Alto Adige, ma almeno che ci siano le stesse regole. Che le nostre tasse debbano andare a finanziare il loro sentimento ’anti italiano’ mi sembra un errore.

Che cotanta «novità» abbia offuscato i sensi dei nostri «autonomisti» in quota PD? Quel che può consolare, almeno, è che finché il metro di giudizio rimane quello della novità, basterà attendere qualche mese per rendere obsoleto anche Renzi. Ma forse, almeno in Sudtirolo, sarebbe ora di puntare su un progetto più sostanziale. E di ispirazione territoriale.

Nationalismus Politik Zentralismus | Zitać | Matteo Renzi Roberto Bizzo Romano Prodi Silvio Berlusconi | | | 5SB/M5S PD&Co. PDL&Co. | Italiano

Leere Worte.
Verfassungsartikel 6

Die Republik schützt mit besonderen Bestimmungen die sprachlichen Minderheiten.

— Art. 6 der italienischen Verfassung

Wie berichtet hatte die Mittelinksregierung um Romano Prodi kurz vor ihrem Untergang einen vielbeachteten Vorstoß in Sachen Minderheitenschutz beschlossen. In einem ihrer letzten Akte einigte sie sich auf Betreiben von Regionenministerin (!) Linda Lanzillotta darauf, das friaulische Sprachgesetz vor dem Verfassungsgericht anzufechten. Gleich mehrere wichtige Punkte beanstandete die Zentralregierung an diesem Gesetz, das eine ebenfalls mittelinke Regionalregierung um Riccardo Illy erlassen hatte.

Am 22. Mai hat nun das Verfassungsgericht sein Urteil gesprochen und der Zentralregierung Recht gegeben. Obwohl die im Sprachgesetz enthaltenen Förderungsmechanismen im Vergleich zu unseren mehr als bescheiden — ich würde sagen völlig unzureichend — sind, widersprechen sie angeblich der vielgepriesenen italienischen Verfassung und müssen zurückgenommen werden.

Unter anderem heißt dies, dass:

  • die eine (einzige!) geplante Wochenstunde in friaulischer Sprache an öffentlichen Schulen nicht stattfinden wird, obwohl sogar (wie beim Religionsunterricht) die Abmeldemöglichkeit vorgesehen war. Hirnrissig: Religion und Englisch ja, eigene Landessprache nein;
  • die Bürger sich nicht auf Friaulisch an die Regionalregierung wenden dürfen;
  • die Kommunen Orts- und Flurnamen nicht in die friaulische Version zurückführen dürfen.

Friaulisch ist genauso wie Sardisch, Katalanisch oder Deutsch eine wissenschaftlich anerkannte Sprache und eng mit dem Dolomitenladinischen verwandt. Das Urteil bezeichnete der ehemalige Regionalassessor Antonaz (Mittelinks) als »faschistisch«.

Dass das Verfassungsgericht der Anfechtung stattgegeben hat, zeigt einmal mehr, welch eine Ausnahme der Südtiroler Minderheitenschutz im italienischen System darstellt. Anders ausgedrückt: wie sehr wir die Schutzmechanismen der Autonomie den internationalen Verträgen, der Schutzmachtfunktion Österreichs und dem Einsatz der gesamten Bevölkerung, und wie wenig wir sie der italienischen Verfassung verdanken, die nach Auslegung des Gerichtes nicht einmal eine einzige Pflichtstunde in der Minderheitensprache hergibt.

Damit positioniert sich Italien auch im Minderheitenschutz am unteren Ende der internationalen Skala. Die Europäische Charta der Minderheitensprachen, von Italien unterzeichnet (aber wohl nicht ohne Grund nie ratifiziert) würde das Land zu wesentlich konkreteren Schritten zwingen, als sie das Verfassungsgericht jetzt zurückgewiesen hat [vergleiche].

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Politik Recht Zentralismus | | Romano Prodi | | Friaul-Friûl Italy | PD&Co. Verfassungsgericht | Deutsch

Do l’aiut l tradiment.

I ladins da souramont podarà vegnì salvés, sce an i tira fora dal palù dl Venet

L document, che l club di “Amisc dla Ladinia unida” à consegné a Romano Prodi tres l president dla Generala, é n at falé, n tradiment dl fin fondamental dl referendum: l’unité di Ladins. Ampez, Col y Fodom à dit de “sce” sic et simpliciter a l’unité de duc i Ladins tres l’agregazion di comuns da Souramont tla medema region Trentin-Sudtirol y plu avisa de chisc comuns tla provinzia de Bulsan. Al n rejoné de n “Comprenjore” per i trei comuns da Souramont con n statut dal medem contegnù dl Statut de autonomia dla Provinzia de Bulsan.

Sce l club di Amisc dla Ladinia unida à dé na man sterscia per l resultat positif dl referendum, spo àl con chest document dé n segn de retromarcia. Per i comuns da Souramont él dessegur na delujion. Desche al pèr él vegnù metù adum l document zenza l consens di comuns enteressés. Chest vuel dí ­ch’an met man de se temei da la realté politica. An se tem dal Parlament de Roma y perchel pròven de fé la cossa manco pesocia. Les ultimes paroles de Lorenzo Dellai, sia proposta de ne toché nia i confins y de laoré tres autri strumenc politics per arjonje na majera unité interladina, sie contribut per daidé finanziariamenter i comuns de confin per archirté via la vueia de passé te d’autres regions y per apajé les manaces de Galan contra i privilegs dles Provinzies autonomes, dut chest fej pensé y al fej vedei ite che la ghiranza de mudé i confins è bonamenter massa grana. Chisc pensiers y chestes retromarces fej dassenn plajei al assessour Florian Mussner che da tres encà se bat contra la mudazion di confins.
Pensé de podei crié tla provincia de Belun n cianton priviligé per i trei comuns da Souramont, i fé governé aladò dla statut dla provinzia da Bulsan é na ilujion. Na aucia che é tl jí sot tl’ega t’en palù ne vegn nia salveda con ti dé n auter mangé, n’autra vejoladura, ma con la tré fora, la liberan dal palù. I Ladins da Souramont podarà resté ladins sce ai vegn trac fora dal palù dl Venet. L Statut de Bulsan funzioneia ajache al à via dedò n Consei provinzial ch é a una de met en pratica si prinzips. Chest ne suzedessa dessigur nia tl Venet. L Statut de Bulsan apasseneia pro sie patron y no pro autri. La storia dl comprensore é faleda. La soluzion dl problem é una soula: tegní adum, se bate deberieda y no pensé bele a alternatives. L staff dla Svp s’à enconté con Romano Prodi, samben per si problems. Per i ladins él demé vegnù rejoné de radio y televijion. Degun sostegn ofizial a l’anesion de Souramont, ajache Durnwalder ne vuel nia se ficé ite, desche al à dit plu iadesc. La vera mess vegnì porteda inant demé da chi da Souramont, nience i ladins dla Svp pò daidé pro. Kaiser Christoph Perathoner ne meina dessigur nia do. Al vegn demé arferé. Radio y televijion ladina? Demé valch minut de plu de folclor. Deguna plata critica ne vegnirà plu publicheda o fata conesce tres radio y televijion. Chesta é la situazion. Ence la Lista ladins se fej audí­ puech, ajache ala sà che i gherdeines ne vuel nia la unité. La gauja de dut chest é la meseria politica di ladins, souradut de chi de Bulsan y Trent. Al é n gran debujegn dla unité di ladins per emparé a ester vagugn, per avei na coscienza nosta, che mancia completamenter. Les propostes da fé é ben autres. L ann 2008 é chel dles lites provinziales. Meton mo man de dé n segnal sterch de unité ladina tolan demez i nemisc dla unité, i Mussner, i Bioc y compagns y ti don la ousc a n Dejaco, a persones dessegur ladines y che se bat per l’unité. La soluzion dl problem vegn dala popolazion y no dai partis. (uc)

Document original sourandé a Romano Prodi

Illustrissimo Presidente,

Dopo che tali richieste furono disattese per un lungo periodo di 90 anni, i tre comuni in data 28-29 ottobre 2007 hanno espresso con voto plebiscitario la propria volontà di staccarsi dalla regione Veneto per ricongiungersi ai ladini della Regione Trentino-Alto Adige/Südtirol, alla quale si sentono appartenenti per sentimento e identità storico-culturale. Questa scelta ha ragioni che vanno molto oltre a meri scopi economici e materiali. Le rivendicazioni dei tre comuni affondano le loro radici nella storia, nel comune destino che la comunità ladina ha avuto per secoli fino alla sua tripartizione nel 1923, e sono rivolte unicamente al ristabilimento dell’unità ladina in base ai principi nazionali e internazionali di tutela delle minoranze. Mentre in passato nel bellunese Cortina, Colle e Livinallongo erano gli unici comuni ad essere considerati ladini (anche se fu loro negato ogni riconoscimento ufficiale), oggi una ladinità artificiale, utilitaristica e funzionale ad un’improbabile concessione di autonomia alla provincia di Belluno ha preso piede un po’ ovunque. Quale sentimento sincero si cela dietro queste recenti rivendicazioni di comuni per i quali in passato la ladinità dei tre comuni storici fu oggetto di scherno e di umiliazione? Proprio questi motivi – l’identità ladina, l’appartenenza culturale e storica al territorio sudtirolese, dal quale furono distaccati contro la propria volontà una prima volta nel 1923 e una seconda volta nel 1945, il pericolo di diluizione dell’elemento ladino all’interno di una “neo- o pseudoladinità” bellunese poco credibile e indefinita – sono stati determinanti per il risultato referendario di fine ottobre.
Riteniamo pertanto legittime le nostre richieste e nutriamo la speranza che il Parlamento Italiano in rispetto alla propria costituzione e alla carta europea delle minoranze che hanno come scopo la difesa tangibile e reale delle minoranze linguistiche ed etniche prenda una decisione rispettosa della volontà popolare. Per salvaguardare i diritti della minoranza ladina e per impedire la sua estinzione, inevitabile, all’interno di un’entità amministrativa non in grado o indisposta a dare le dovute garanzie, La sollecitiamo a sostenere le nostre istanze per il passaggio di Regione.
Se il parlamento italiano malauguratamente non dovesse ritenere valide le richieste avanzate e confermare lo status quo, Le sottoponiamo in seguito i principali obiettivi necessari per una valida tutela della minoranza ladina limitatamente ai tre comuni storici-diritti peraltro già concessi – con risultati positivi evidenti – ai ladini delle valli di Gardena, Badia e Fassa con lo statuto di autonomia del Trentino-Alto Adige/Südtirol:

  • la definizione della minoranza ladino-tirolese in provincia di Belluno secondo criteri linguistici, culturali e storici e perciò circoscritta ai tre comuni di Cortina, Colle e Livinallongo;
  • una legislazione chiara e specifica in merito alla tutela di questa minoranza ladina che esuli dalla semplice concessione di contributi o da normative generali non vincolanti;
  • istituzione di un comprensorio ladino-tirolese che accorpi i tre comuni citati (come già esistì tra il 1868 e il 1919);
  • la possibilità – nei tre comuni in questione – di dichiarazione di appartenenza linguistica secondo il modello sudtirolese;
  • l’assunzione di personale nell’amministrazione pubblica – sempre dei tre comuni – secondo i criteri della proporzionale (nuovamente secondo il modello in vigore in Alto Adige) garantendo l’accesso agli impieghi anche ai parlanti la lingua ladina;
  • l’obbligo di conoscenza della lingua ladina per gli impiegati pubblici dei tre comuni (secondo il sistema dei comuni ladini della Val Badia e Gardena);
  • l’insegnamento obbligatorio della lingua ladina nelle scuole dell’obbligo;
  • l’assunzione di insegnanti di madrelingua ladina;
  • una sovrintendenza scolastica ladina e un istituto pedagogico ladino, nel caso che l’estensione delle competenze delle istituzioni analoghe già presenti per le valli ladine della provincia di Bolzano ai tre comuni ladini storici della provincia di Belluno risultasse amministrativamente più onerosa;
  • garanzie nella gestione dell’Istituto Ladino Cesa de Jan;
  • una rappresentanza garantita nel Consiglio e nella Giunta della Provincia di Belluno;
  • rispetto da parte delle istituzioni nei confronti della storia e delle ricorrenze e festività della tradizione ladino-tirolese.

La realizzazione di questi obiettivi, che – lo ribadiamo – sono già operanti con evidente successo per la minoranza ladina nel Trentino-Alto Adige/Südtirol, è fondamentale e urgente per garantire la salvaguardia e la sopravvivenza anche della minoranza ladino-tirolese facente parte della provincia di Belluno. In caso queste richieste non dovessero essere accolte, alla perdita di identità seguirà l’inevitabile estinzione della lingua ladina nei comuni di Cortina, Colle e Livinallongo, una perdita non soltanto per l’Italia, ma per l’Europa intera.

Union Generala di Ladins dla Dolomites – Amisc dla Ladinia unida

Erschienen bei Noeles am 05.01.2008.

Nachtrag vom 07.01.2008: Der Artikel wurde bei Noeles entfernt. Weil er zu kritisch war?

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