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Mehrere Zufälle bei der Brennerautobahn.
Minorisierung

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Als bedeutende Dienstleisterin im Land, aber auch als Visitenkarte unseres Landes gegenüber Abertausenden Gästen und Durchreisenden, glänzt die Brennerautobahn bekanntlich stets mit einem besonders sensiblen und verantwortungsvollen Umgang sowohl mit den Landessprachen als auch mit den Ortsnamen in Südtirol.

Die mit einem grünweißroten Logo versehenen Fahrzeuge des sogenannten Verkehrsdienstes waren bis vor einiger Zeit in der Regel mit ausgeschaltetem Display unterwegs, sofern nicht gerade relevante Hinweise (Staugefahr, langsam-fahren [sic] etc.) eingeblendet wurden.

Foto und Kennzeichenschwärzung von mir

Seit einigen Monaten wird das Display der stehenden oder fahrenden Fahrzeuge jedoch üblicherweise nicht mehr abgeschaltet. Stattdessen ist dort dauerhaft die Bezeichnung ausiliari traffico – A22 eingeblendet. Dass dabei offenbar vergessen wurde, abwechselnd sowohl die italienische als auch die deutsche Bezeichnung anzuzeigen — was technisch problemlos möglich wäre —, muss wohl ein ganz seltenes Versehen sein.

Ein Versehen nicht unähnlich jenem, das sich etwa heute auf den Überkopfanzeigen beobachten ließ. Da muss jemandem ganz zufällig entfallen sein, dass es in Südtirol neben den von Ettore Tolomei erdachten und im Faschismus aufgezwungenen Erfindungen auch historisch gewachsene »deutsche« Ortsnamen gibt:

Fotos und Kennzeichenschwärzung von mir (links »Deutsch«, rechts Italienisch)

Wenn sich derart witzige Zufälle häufen, könnte zum Beispiel die Landesregierung als Vertreterin des Miteigenümers Land Südtirol ihre Gesandten in der Betreibergesellschaft zu einem freundlichen Gespräch einladen. Was aber wohl kaum geschehen wird — schließlich ist der fatalistische Glaube an den bloßen Zufall hierzulande weit verbreitet. Da kann man eben wenig machen.

(Anders wäre es, wenn es sich um Wanderschilder handeln würde, dann müsste man natürlich dringend eingreifen.)

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06



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Comentârs

2 responses to “Mehrere Zufälle bei der Brennerautobahn.
Minorisierung

  1. Martin Piger avatar
    Martin Piger

    Das ist mir kürzlich auch in einem Regionalzug (weiss nicht den Betreiber, aber kein Südtirolzug) passiert: “prossima stazione: Laives – nächster Halt: Laives” und dann das gleiche in Branzoll und auch Auer. Die Zufälle häufen sich.
    Viele würden sagen, das sind Kleinigkeiten, es gibt wichtigere Dinge. Die Sache ist bloss die, dass viele Kleinigkeiten am Ende eine grosse Sache ergeben:
    Beim Sumo gibt es eine Technik, die heißt “Tsuppari”. Mit vielen kurzen Schlägen mit der offenen Hand gegen die Brust des Gegners wird dieser angegangen. Kein einzelner Schlag allein könnte den Kampf entscheiden, doch die rasche Abfolge vieler Schläge gegen die gleiche Körperregion hat bei mangelndem Dagegenhalten zur Folge, dass der Gegner aus dem Ring gedrängt wird.

    Eine SVP wird natürlich nichts dagegen unternehmen, weil man ja nicht die Autonomiereform gefährden will.
    Auch bei der Autobahnkonzession (ja genau die, die schon seit ca. 10 Jahren in trockenen Tüchern liegt) ist man noch auf das Wohlwollen der Regierung in Rom angewiesen.

  2. Walter Kircher avatar
    Walter Kircher

    … die Achtung ALLER DREI Landessprachen im Lande Südtirol wird Gradmesser und Ausdruck der Befindlichkeit der Bürgerschaft sein, täglich!

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