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Gli Alpini ci preparano un’altra adunata.

Ancora una sbornia nazional-militaristica italiana a Bolzano/Bozen nel 2028? Mentre tra la prima e la seconda adunata degli Alpini in Sudtirolo erano passati 63 anni (1949-2012), ora dopo soli 10 anni si sta già pensando a fare il tris. Proprio mentre al raduno di Rimini è scoppiato lo scandalo per il comportamento sessista e violento degli Alpini nei confronti delle donne.

Una petizione su Change.org, che chiede la sospensione di due anni dell’evento («le scuse non sono più sufficienti»), ha già raccolto oltre 20.000 firme.

Dopo il raduno del 2012 a Bolzano, nel 2018 la manifestazione si era tenuta anche nella vicina Trento, dove i militari hanno scelto, come motto, una frase coniata da Benito Mussolini, e dove l’evento è stato duramente criticato e contestato (1/ 2/ 3/ 4/ 5/).

A coronamento della mancanza di rielaborazione storica, pochi giorni fa, in occasione dell’approvazione della Giornata nazionale della memoria e del sacrificio degli Alpini, è arrivato anche il rallegramento dell’ANA per la data scelta — il 26 gennaio, in ricordo dell’impresa, ritenuta eroica, di Nikolajewka.

Spero proprio che la sempre decantata convivenza non abbia bisogno di appiattirsi un’altra volta sul nazionalismo («banale») degli Alpini, corredato di armamenti esposti in giro per la città, ammiccamenti al fascismo e machismo.

Intanto però il Corriere riferisce che il vicepresidente del Governo sudtirolese, Giuliano Vettorato (Lega), ed il sindaco del capoluogo, Renzo Caramaschi, si sarebbero già detti favorevoli a ripetere la manifestazione nel 2028.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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Abgeordnetenbeschimpfung.
Alpinigedenktag: La Cage aux Folles und ein luzider LH

Ich wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass Andreas Leiter Reber (F) in der Landtagssitzung am 12. Mai anlässlich eines Begehrensantrages der Süd-Tiroler Freiheit zum geplanten nationalen Alpini-Gedenktag am 26. Jänner einen Facebook-Kommentar von mir zitiert hat, den ich als Antwort auf Senatorin Julia Unterberger verfasst hatte.

Daraufhin habe ich mir die gesamte Diskussion zu diesem Antrag angesehen und gleich wieder bereut, dies getan zu haben. Es war schlichtweg schockierend, wie undifferenziert die Debatte verlaufen ist und wie einzelne Abgeordnete primitivsten Beißreflexen erlegen sind sowie ihre Unfähigkeit – wie man meinen möchte – recht simple Zusammenhänge zu erfassen, auch noch offen zelebriert bzw. zur Schau getragen haben und sich als intellektuelle Nackerpatzerln gebärdeten, für die wohl auch das Schnürsenkelbinden eine geistige Überforderung darstellt. Cringe würde man heute dazu sagen.

Der (übrigens sehr gut, unpolemisch und differenziert im Vorfeld von Sven Knoll begründete) Antrag im Wortlaut:

  1. Der Südtiroler Landtag schließt sich der Meinung von Historikern sowie der Vereinigung der ehemaligen KZ-Häftlinge an und spricht sich gegen einen Alpini-Gedenktag am 26. Jänner aus, mit dem die Schlacht von Nikolajewka glorifiziert wird. Das italienische Parlament wolle daher seine Entscheidung überdenken und von einem Alpini-Gedenktag am 26. Jänner Abstand nehmen.
  2. Der Südtiroler Landtag beauftragt die Landesregierung, dafür Sorge zu tragen, dass – aus Rücksicht auf die Opfer des Holocaust, von Faschismus, Nationalsozialismus und Krieg – das Land an keinen Feiern am 26. Jänner teilnimmt. Dem italienischen Parlament sowie der italienischen Regierung wird daher mitgeteilt, dass sich das Land Südtirol aus Verantwortung vor der Geschichte und aus Respekt vor den Opfern nicht an Feierlichkeiten am 26. Jänner beteiligen wird.

Landeshauptmann Arno Kompatscher schien es beim Zuhören ähnlich ergangen zu sein wie mir, denn er bemängelte in seiner – diplomatisch formulierten – Wortmeldung genau das: Der Antrag sei keine Provokation. Derartige Debatten bedürften vielmehr der Sachlichkeit und der Differenzierung, ohne dass man sich gleich in ethnischen Schützengräben verschanze, vor allem dann, wenn besagte Fragestellung keinerlei ethnische Dimension aufweise. Jedenfalls war Kompatscher einer der Wenigen, die die Problematik erfasst haben, wenngleich ich seinen Schluss daraus nicht vollinhaltlich teile. Aber dazu später.

Womit wir bei der Differenzierung wären. Die erste Ebene ist die Frage, ob die Alpini einen italienweiten Gedenktag brauchen. Über diese Frage kann man vortrefflich streiten und als Demokrat unterschiedlicher Meinung sein. Man kann Feiertage für Militäreinheiten in einem pazifistischen Sinne für unpassend halten oder man möchte die militärischen und gesellschaftlichen Leistungen der Gebirgsjäger gewürdigt wissen. Beides ist ok. Meinetwegen hat diese Ebene auch noch eine ethnische Dimension, da vor allem deutsch- und ladinischsprachige Südtirolerinnen mit der Geschichte der Gebirgsjäger in unserem Land – vorsichtig ausgedrückt – nicht nur positive Assoziationen haben, ungeachtet dessen, dass die Alpini in den vergangenen Jahrzehnten im Zivilschutz und in der Katastrophenhilfe wichtige Arbeit zum Wohle aller geleistet haben.

Die zweite Ebene hingegen betrifft das Datum und den Anlassfall für den Ehrentag – die Schlacht von Nikolajewka (damalige Sowjetunion) am 26. Jänner 1943. Darüber darf es aus heutiger Sicht in einer Demokratie keine unterschiedlichen Standpunkte geben. Die “Heldentaten” während eines nazifaschistischen Angriffskrieges zu feiern ist mit einer demokratischen Grundhaltung nicht vereinbar. Es sagt viel über den Zustand des italienischen Senats und der SVP aus, dass ein Gesetzesentwurf, mit dem explizit der Taten einer faschistischen Militäreinheit gedacht wird, nahezu einstimmig (eine Enthaltung) angenommen wird und dass keinem der 190 anwesenden Senatoren in den Sinn gekommen ist, dass das vielleicht keine so gute Idee sein könnte. Dabei ist die Formulierung im Gesetzestext eindeutig:

La Repubblica riconosce il giorno 26 gennaio di ciascun anno
quale Giornata nazionale della memoria e del sacrificio degli Alpini,
al fine di conservare la memoria dell’eroismo dimostrato dal Corpo
d’armata alpino nella battaglia di Nikolajewka durante la seconda
guerra mondiale […]

Wenn ich damit kein Problem habe, bin ich entweder zu blöd, um zwischen den beiden genannten Ebenen unterscheiden zu können, oder ich bin ein Faschist. Andere Erklärung gibt es keine und beides ist nicht sehr schmeichelhaft.

Dass jedoch einige Südtiroler Landtagsabgeordnete nachdem in ganz Italien eine Diskussion über den missglückten Feiertag entbrannt ist und Staatspräsident Sergio Mattarella glücklicherweise die Notbremse gezogen hat, indem er ein anderes Datum eingefordert hat, immer noch nicht verstanden haben, worin die Problematik liegt, ist zum Plärren.

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Stellungnahmen einiger Clowns vom Landhausplatz.

Alessandro Urzì von den postfaschistischen Fratelli d’Italia spricht von einer Provokation, die die gesamte italienische Geschichte als faschistisch darstellen wolle (die gesamte italienische Geschichte? WTF?) und dass Nikolajewka Symbol des Heldentums der Alpini sei. Was die STF macht, sei ein schäbiges Spiel. Ähnlich der Gegnerschaft zum Alpinidenkmal in Bruneck, das ein Friedenssymbol (sic!) sei. Klar, wenn eine Gruppe in ein Haus einbricht, das Haus danach von der Polizei umstellt wird und es einem Teil der Einbrecher gelingt, der Einkesselung zu entkommen, indem sie sich den Weg freischießen und dabei noch ein paar Hausbewohner und Polizisten abknallen, dann muss man eine solche Aktion Jahre später offiziell als “Heldentat” feiern. Wer da etwas dagegen hat, ist ein Provokateur und “anti-italienisch”. Wahrscheinlich so “anti-italienisch” wie der Staatspräsident, der verstanden hat, dass man zwar die Alpini ehren kann, aber dabei nicht auf das besagte Datum verweisen darf. Danach hält Urzì (aus welchem Grund auch immer) noch ein Bild eines Schützenmarsches unter dem Hakenkreuz während der Nazizeit in Brixen hoch, wirft es zu Boden und schwafelt davon, dass man Geschichte nicht auslöschen könne. Er bemüht sich redlich, mit jeder seiner Aussagen zu belegen, dass er nicht kapiert hat, worin das Problem liegt, oder dass es ihm – wohl aufgrund seiner politischen Ausrichtung – einfach wurscht oder gar recht ist.

Der nächste in der Runde ist Sandro Repetto von der Mitte-links(?)-Partei PD. Der Antrag sei ein Antrag gegen die Alpini, meinte der Postfa Linkspolitiker. Nikolajewka sei einer der Grundpfeiler der Werte der Alpini: Opferbereitschaft, Gedenken, Solidarität, Friedenswille (?) und Brüderlichkeit. Danach spricht Repetto von der Freiwilligenarbeit und dem sozialen Engagement der Alpini. Ganz so, also ob das in irgendeiner Form in diesem Zusammenhang relevant wäre. Niemand bestreitet, dass die Alpini heute auch wertvolle Arbeit für die Gemeinschaft leisten. Umso unverständlicher ist es ja, dass man sich dann für einen Alpinifeiertag auf die dunkelste Stunde der Gebirgsjägereinheit – nämlich die Beteiligung an nazifaschistischen Angriffskriegen – bezieht. Zudem sei es eine enorme Beleidigung, seinen Vater, der ein Alpino war, in die Nähe des Faschismus zu rücken. An dieser Stelle noch einmal ganz langsam für Herrn Repetto: Nicht alle Wehrmachtssoldaten waren Nazis und nicht alle Alpini im Zweiten Weltkrieg waren Faschisten. Dennoch standen Deutschland und Italien damals auf der falschen Seite der Geschichte und für ein menschenverachtendes System. Als solches haben sie großes Leid über die eigene Bevölkerung und über weite Teile der Welt gebracht. Und diesen Umstand darf man als Demokratie nicht feiern. Im Gegenteil: man hat die historische Verantwortung zu tragen. Davon getrennt zu betrachten ist die individuelle Verantwortung der einzelnen Männer an der Front, die sich jetzt nach so langer Zeit kaum mehr isoliert beurteilen lässt. Mein Großvater hat auch in der Wehrmacht in Russland gekämpft. Nur weil man nicht möchte, dass einem nazifaschistischen Angriffskrieg gehuldigt wird, an dem eventuell auch Vorfahren beteiligt waren, identifiziert man diese einzelnen Individuen nicht notwendigerweise mit besagten menschenverachtenden Ideologien. Und wenn diese Individuen damals von Hitler oder Mussolini überzeugt waren, ist das ein dunkler Fleck in ihrer Biographie, den man nicht feiern sollte. Es ist auch möglich, dass von der Sache überzeugte Wehrmachtssoldaten und Alpini nach dem Zweiten Weltkrieg liebevolle und friedliebende Menschen geworden sind. Das alles hat aber mit dem Inhalt des Begehrensantrages nicht das Geringste zu tun.

Carlo Vettori (Forza Italia) ortet ebenfalls eine Provokation und einen Kindergarten. Man habe Wichtigeres zu tun. Der Staatspräsident habe die Sache ja bereits gelöst, indem er ein anderes Datum gefordert hat. Das ist korrekt. Jedoch bliebe der Gesetzestext dem Vernehmen nach so, wie er oben wiedergegeben ist, mit dem Bezug auf den Zweiten Weltkrieg, bestehen. Beschlossen von einem demokratischen Parlament im Jahre 2022.

Giuliano Vettorato (Lega) meint, dass es ihm zuwider sei, im Jahre 2022 solche “politischen Spiele” diskutieren zu müssen, räumt aber ein, dass das Datum “diskutabel” sei. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, Kollege Vettorato. Der Antrag richtet sich nicht gegen einen Alpini-Gedenktag im Allgemeinen, sondern eben gerade gegen das Datum mit Bezug auf die Schlacht von Nikolajewka – auf den Umstand also, der auch laut Vettorato zumindest “diskutabel” sei. Danach erzählt Vettorato von einer Episode in Leifers, wo Carabinieri, Musikkapelle und Schützen einen gegenseitigen respektvollen Umgang pflegten. Ja, genau. Und meine Lieblingsspeise ist Wiener Schnitzel mit Pommes. Eine Information, die ähnlich viel mit der Thematik zu tun hat. Überdies seien die Alpini apolitisch und schon gar keine Faschisten. Vielmehr leisteten sie Sozialarbeit. Ja, und Pizza mag ich auch. Vettorato schließt mit “Viva gli Alpini”.

Riccardo Dello Sbarba (der uns informiert, dass sein Vater ebenfalls Alpino war) von den Grünen nennt den Antrag in dieser Form “nicht akzeptabel”, weil er eine Kriegserklärung (sic!) an die Alpini sei. Was nimmt der Mann? Das will ich auch! Und die faschistischen Einheiten von damals seien nicht vergleichbar mit heute. Dello Sbarba räumt aber ein, dass es tatsächlich ein Problem mit dem Datum gäbe und dass auch bereits 39 hochrangige Alpini gegen dieses opponiert hätten. Und auch ein PD-Kollege Repettos im Parlament habe von einem “Versehen” gesprochen, das geändert werden müsse.

Auch ich halte es für falsch, die Alpini pauschal als Faschismussympathisanten zu diffamieren. Was im Zuge dieses Antrags auch niemand getan hat. Aber dass die Wahl des Datums ein “Versehen” war, das halt mal passieren könne, ist absurd. Die Wahl des Datums ist nicht einfach so passiert, sondern war bewusst und gewollt. Das zeigt auch die nach der Senatsabstimmung über die Nachrichtenagentur ANSA verbreitete Stellungnahme des Präsidenten (!) der nationalen Alpini-Vereinigung ANA, Sebastiano Favero, der schreibt:

È un voto che ci riempie di un orgoglio più che legittimo […] anche per la data individuata per la celebrazione, ovvero il 26 di gennaio, che coincide con l’anniversario della battaglia di Nikolajewka, il drammatico ed eroico episodio del 1943 assurto a simbolo del valore e dello spirito di sacrificio delle penne nere.

Diese Aussage bezeugt, dass wenn die Alpini-Führung keine Faschisten sind, sie zumindest ein riesiges Problem mit ihrem historischen Verständnis und der Geschichtsaufarbeitung haben. Insofern wäre die Anschuldigung, dass auch die Alpini von heute ein zweifelhaftes Verhältnis zur faschistischen Ideologie und Vergangenheit pflegen, nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Auftritt Paula Bacher (SVP):

[…] Ich denke mir, mit ein bisschen Sensibilität und Toleranz müsste man nicht Provokationen schüren, sondern zu einer Lösung des Problems kommen. Ich bin seit 40 Jahren bei den Schützen in Brixen. […] Und – Signor Repetto – mein Urgroßvater war bei den Kaiserjägern. Deshalb muss ich genauso versuchen, diese Toleranz zu leben. Ich war in der Tracht auch am 4. November bei der Alpini-Gedenkfeier dabei und sie haben das respektiert. Und ich habe auch in Brixen die Veranstaltungen, die die Alpini gemacht haben, öfters besucht. Und ich habe hier auf beiden Seiten den Respekt gespürt und gesehen, was außerhalb des Landtages gelebt wird.

geglättete Transkription von mir

Dazu fällt mir in diesem Zusammenhang ein, dass ich auch die asiatische Küche sehr schätze. Und vielleicht gibt es sogar irgendwo einen Alpino, der schon mal ein indisches Chicken Curry gegessen hat. Und schwupps ist das Problem gelöst. Ganz sensibel und tolerant.

Perplex zurückgelassen hat mich auch die Wortmeldung von Myriam Atz Tammerle (STF), einer der Einbringerinnen des Antrags, die offenbar selbst nicht verinnerlicht hat, was die universelle Kernproblematik ist, die die Wahl des 26. Jänners (der Tag vor dem internationalen Holocaust-Gedenktag) aufzeigt und die in ihrem eigenen Antrag formuliert ist. Sie bricht die ganze Geschichte nämlich wieder auf eine ethnische Dimension herunter, indem sie sagt, dass ein derartiger Gedenktag mit gehissten italienischen Fahnen “zu viel des Guten” für die Südtiroler bzw. für Gesamttirol sei.

Das ist völliger Blödsinn. Hier geht es nicht um Tirol oder um italienisch versus deutsch. Es geht darum, dass man als Demokratie nicht ein Ereignis aus einem nazifaschistischen Angriffskrieg als Anlass für einen Ehrentag nehmen kann. Das ist “zu viel des Guten” für jeden aufrechten Demokraten – egal welcher Muttersprache. Entsprechend gibt es ja auch Widerstand in ganz Italien. Atz Tammerle denkt offenbar in exakt den gleichen Kategorien wie ihr Kollege Urzì – nur halt seitenverkehrt. Der STF-Antrag ist ebenso wenig eine “Kriegserklärung” an Italien oder die Alpini, wie der Bezug auf den 26. Jänner ein spezielles Problem für die Tirolerinnen darstellt. Vielmehr bedeutet der STF-Antrag die Einforderung demokratischer Mindeststandards und der Bezug auf den 26. Jänner ein Problem für alle demokratisch gesinnten Menschen im Land.

Als Beleg, dass Urzì der Respekt vor “der anderen Seite” fehle, wählt Atz Tammerle dann noch die denkbar ungünstigste Episode – nämlich jene, als Urzì ein Bild der Schützen unter dem Hakenkreuz verächtlich auf den Boden geworfen hat. Das ist zwar kein Verhalten, welches man im Landtag an den Tag legen sollte, aber es hat weder etwas mit der besprochenen Thematik zu tun, noch zeigt das Bild einen Teil der Tiroler Geschichte, der anderen Respekt abringen sollte.

Am Ende ist es der Landeshauptmann, der versucht, die Wogen ein wenig zu glätten und der Differenzierung und Sachlichkeit in die Diskussion bringt. Abschließend findet Kompatscher, dass der Antrag obsolet sei, da Mattarella ja bereits ein anderes Datum eingefordert habe. Dem entgegnet Sven Knoll, dass der Bezug auf den Zweiten Weltkrieg im Gesetzestext bestehen bleiben würde, da Matarella ja nicht das Gesetz an sich zurückgewiesen hat (das kann er auch nicht, da es verfassungskonform zustande gekommen ist). Das sehe ich genauso. Selbst bei einer Änderung des Datums, bliebe der ungeheuerliche Verweis auf den Angriffskrieg in einer Region, wo gerade jetzt wieder ein solcher tobt, bestehen. Da es zu dieser Änderung bislang auch nur diverse Willenserklärungen und noch keinen Beschluss gibt, wäre eine diesbezügliche Forderung des Südtiroler Landtages auch nicht obsolet, sondern durchaus opportun. Sie würde nämlich unterstreichen, dass auch der Landtag die Problematik der Senatsentscheidung wahrgenommen und als demokratische Institution mit dieser ein Problem hat.

In der Folge wurden beide Punkte des Antrags vom Landtag abgelehnt.

Punkt 1:

6 JA
18 NEIN
4 ENTH.
4 NICHT T.

Punkt 2:

6 JA
19 NEIN
4 ENTH.
4 NICHT T.

Dafür gestimmt haben STF, F, Enzian (Unterholzner) und Perspektiven für Südtirol (Faistnauer). Dagegen waren die SVP, die Lega, FdI, FI, PD und M5S. Die Enthaltungen stammen nach den Informationen, die mir vorliegen, Großteils von den Grünen, während das Team K. angeblich den Grundsatz pflegt, an Abstimmungen zu “ethnischen Themen” nicht teilzunehmen. Die “überethnischen” Abgeordneten des Team K. haben sich zwar nicht an der Diskussion beteiligt, belegen aber mit ihrem Verhalten, dass auch sie nicht verstanden haben, worin die Problematik liegt, denn nur ein zutiefst in der “ethnischen Logik Südtirols” verhafteter Mensch vermag in der Diskussion um den 26. Jänner ein “ethnisches Thema” zu erkennen. Einziger Trost: Diese “Logik” entspricht zu einhundert Prozent dem unterirdischen Niveau der Diskussion. Somit gibt es zumindest so etwas wie Kohärenz im Narrenkäfig.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

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Alpini: festeggiare la Prima guerra mondiale?

Pochi giorni fa avevo citato lo storico trentino Francesco Filippi e l’Associazione Nazionale ex Deportati nei Campi nazisti (ANED), che concordano nel condannare la scelta di festeggiare gli Alpini per la battaglia di Nikolajewka.

Trovo però anche degno di nota che entrambi, con i dovuti distinguo, consigliano invece di festeggiare il Corpo per le sue imprese nella prima guerra mondiale.

Filippi, sempre nell’intervista di Elisa Brunelli, dice:

Ma se proprio si volevano commemorare delle gesta belliche anche in questo caso si sarebbero potuti scegliere dei momenti con un valore militare differente. Se al voto ci fosse stata la possibilità di commemorare un episodio, per esempio, della Prima Guerra Mondiale, quando il Corpo degli Alpini, impegnato sulle montagne e sulle Dolomiti nella cosiddetta Guerra Bianca combatteva non quanto aggressore ma in quanto aggredito, sarebbero state uguali le scelte e le opposizioni?

— Francesco Filippi

Certo, la situazione tra Prima e Seconda guerra mondiale è profondamente diversa.

Ma l’Italia nel 1915 era comunque entrata in guerra con l’aspettativa di ottenere, in cambio, Trento, Trieste e la Giulia, l’Istria e la Dalmazia, ma anche il Sudtirolo, oltre a varie ricompense ancor più esplicitamente coloniali. Dal punto di vista italiano, considerato anche l’effettivo esito, la Prima guerra mondiale è stata, fin dall’inizio, una guerra d’aggressione e di conquista, pur contro l’Austria-Ungheria e la Germania che la guerra l’avevano iniziata.

A tal proposito trovo francamente incomprensibile come Filippi possa affermare che il Corpo degli Alpini abbia combattuto la Guerra Bianca in qualità di aggredito.

Anche l’ANED, nel criticare la data del 26 gennaio, propone come alternativa il ricordo della prima guerra mondiale:

Per il Parlamento italiano gli Alpini non vanno ricordati per l’eroismo nelle trincee sulle vette più alte dell’arco alpino in tre terribili inverni durante la Prima guerra mondiale; non vanno ricordati per il contributo generoso in occasione di diverse catastrofi naturali, e neanche per il recente sacrificio nella lotta alla pandemia, ma per una terribile sconfitta in una guerra voluta fortissimamente dal duce del fascismo per coltivare i suoi rapporti con l’alleato nazista.

— ANED

Nella Prima guerra mondiale non combattevano nazisti e fascisti e nessuno, almeno in Europa, si è macchiato di atroci crimini di guerra paragonabili a quelli perpetrati nel conflitto successivo.

Ma perché un paese democratico che, oltretutto, secondo la propria costituzione ripudierebbe la guerra, dovrebbe festeggiare il proprio ruolo di aggressore e conquistatore – invece di elaborare criticamente il suo passato, magari anche chiedendo scusa?

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/

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Alpini: Unterberger greift Kritikerinnen an.

Mein Hinweis auf die Einführung des »faschistischen« Alpini-Gedenktags und auf das beschämende Abstimmungsverhalten der SVP-Senatorinnen wurde (teils wortgleich) von der Freiheitlichen Jugend übernommen. Auf Salto hat das Thema dann Elisa Brunelli in einem tollen Beitrag unter dem Stichwort »Revisionismus« verarbeitet.

Doch auf Facebook verteidigt Senatorin Julia Unterberger (SVP) ihr Abstimmungsverhalten im Senat auch noch mit folgenden Worten:

Das ist doch absurd! Die Alpini haben mit den Faschisten gleich viel zu tun wie die Schützen mit den Nazis. Was soll das rückwärts gewandte Kultivieren von Feindbildern? In Zeiten wie diesen? Schützen und Alpini machen längst viele Aktionen zusammen, sie sind zum Glück moderner als die Anhänger der verstaubten Freiheitlichen[.]

und

Ich gebe zu, dass sich die Einbringer die Erwähnung dieser Schlacht aus dem zweiten Weltkrieg hätten sparen können, aber sie spielt eine marginale Rolle. Es geht vor allem darum den gemeinnützigen Einsatz der Alpini mit einem Gedenktag (keinen Feiertag) zu ehren. Außerdem wurden die Alpini damals herangezogen um den Rückzug der ital. Truppen zu ermöglichen, das was vom Kanonenfutter der faschistischen Befehlshaber übriggeblieben ist.

Die Einbringer (von der rechtsradikalen Lega) haben »diese Schlacht« im nazifaschistischen Angriffskrieg gegen die UdSSR jedoch keineswegs nur »erwähnt«. Sie spielt auch keine »marginale Rolle«, wenn für den Gedenktag — mit dem 26. Jänner — ausgerechnet der Tag gewählt wurde, an dem die Schlacht stattgefunden hat. Und nein, die Alpini wurden auch nicht bloß herangezogen, um den Rückzug der italienischen Truppen zu ermöglichen, sondern waren an dem brutalen Angriffskrieg prominent beteiligt.

Wenn man die Kritik an einem Feiertag, den der Historiker Carlo Greppi (laut Brunelli) als einen der tiefsten Punkte in der Geschichte der italienischen Erinnerungskultur bezeichnet, als »rückwärtsgewandtes Kultivieren von Feindbildern« betrachtet, muss man irgendwo an der Kreuzung zwischen (oberflächlicher) Verständigung und echter Geschichtsaufarbeitung falsch abgebogen sein.

Anstatt ihren schweren Fauxpas einzugestehen und sich zu entschuldigen, zieht es die eigentlich progressive Senatorin an dieser Stelle vor, die Überbringer der schlechten Nachricht anzugreifen.


Nachtrag vom 9. April 2022: Inzwischen hat Senatorin Unterberger auch unter dem Salto-Beitrag einen Kommentar hinterlassen:

Questa polemica è assurda! Il provvedimento è stato votato da tutto il parlamento italiano senza un unico voto contrario. Tutti i parlamentari fascisti? Oppure è sbagliata la vostra interpretazione? Di certo non si voleva elogiare la guerra di aggressione di Mussolini, ma il sacrificio degli Alpini morti per aprire una via di fuga ai loro commilitoni. Lo si può leggere anche come statement contro la guerra , se non si preferisce aprire un dibattito tirato per i capelli. Inoltre non è certo compito di noi Sudtirolesi sindacare come e in quale giorno il parlamento italiano vuole celebrare il corpo degli Alpini. Rispettiamo le tradizioni italiane, come noi pretendiamo che vengano rispettate le nostre. Paradossale è che le accuse vengano proprio da quelli che accusano la SVP di alimentare tensioni etniche.

Grundsätzliches Missverständnis: Weder Frau Unterberger noch alle, die für diesen Gedenktag gestimmt haben, sind Faschistinnen. Sie lassen aber auch nur ein Mindestmaß an kritischem Umgang mit der faschistischen Geschichte vermissen, wie dies in Italien, ganz besonders in Zusammenhang mit dem Militär, leider sehr oft der Fall ist. Natürlich wird hier einer Episode in einem Angriffskrieg gehuldigt, dies als Statement gegen den Krieg interpretieren zu wollen, erinnert an George Orwell.

Wenn die Südtiroler Abgeordneten in Rom ihre Rolle ferner so verstehen, wie es Frau Unterberger beschreibt, sollten sie sich bei Themen, die Südtirol nicht unmittelbar betreffen, konsequent enthalten. Oder gleich zuhause bleiben. Im konkreten Fall aber haben sie sich erstens nicht enthalten, sondern dafürgestimmt und zweitens betrifft dieser skandalöse Gedenktag auch Südtirol, weil er auch hierzulande begangen werden wird.

Alle argumentativen Verrenkungen der Senatorin machen die Situation in meinen Augen nur noch schlimmer.

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Neuer faschistischer Alpinifeiertag.

Mit 189 Stimmen zu null bei einer einzigen Enthaltung hat der italienische Senat gestern die Giornata Nazionale degli Alpini eingeführt, die fortan am 26 Jänner jedes Jahres begangen wird.

Warum gerade am 26. Jänner? Offiziell und ausdrücklich im Gedenken an die Schlacht bei Nikolajewka (Sowjetunion) vom 26. Jänner 1943, als die italienischen Gebirgstruppen — im Dienste des Faschismus und an der Seite der Nazis einen brutalen Angriffskrieg kämpfend — angeblich besonderen Heldenmut bewiesen haben sollen.

Der Zeitpunkt für die Einführung dieses neuen militaristischen Feiertags, während Russland in der Ukraine einen Angriffskrieg führt, ist genauso großartig wie der »Zufall«, dass Italien künftig die Heldentaten faschistischer Einheiten einen Tag vor dem Holocaustgedenktag feiern wird.

Aber bitte sagt niemals, dass die Alpini sich nicht von ihrem faschistischem Erbe distanziert haben oder dass das Alpini-Denkmal in Bruneck ein »faschistisches Relikt« ist. Denn mit dem Faschismus haben die heutigen italienischen Gebirgstruppen natürlich gar nichts zu tun.


Nachtrag vom 6. April 2022: Laut offiziellem Protokoll des italienischen Senats haben Meinhard Durnwalder, Dieter Steger und Julia Unterberger (alle SVP) für diese Sauerei gestimmt.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/ 11/ 12/

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Autorinnen und Gastbeiträge

Matrice di guerra con continuità storica.
Invasione russa in Ucraina

La guerra di aggressione russa in corso contro l’Ucraina era inimmaginabile fino al 24 febbrario 2022, ma ci sono evidenti continuità nelle guerre condotte dalla Russia contro popoli vicini.

L’insurrezione polacca del 1831: una guerra di militari contro militari

Dopo il Congresso di Vienna del 1815, la Polonia era rimasta parte dell’impero zarista ma era diventata anche un campo sperimentale di riforme liberali. A differenza della Russia centrale, i polacchi avevano una propria costituzione, un proprio parlamento e persino un proprio esercito. Ma ben presto il regno più liberale della Polonia entrò in feroce conflitto con l’impero zarista governato in modo autocratico. Il 25 gennaio 1831, con un atto senza precedenti, i deputati polacchi dichiararono lo zar russo deposto come sovrano della Polonia. Come risposta la Russia dichiarò guerra ai polacchi. 130.000 soldati russi avanzarono sulla Polonia, il cui esercito contava solo 30.000 soldati. L’esercito russo assediò Varsavia per mesi, la richiesta di aiuto del parlamento polacco rivolto ai governi europei rimase inascoltata, e la solidarietà dell’Europa fu mostrata solo nei convogli di medici da Parigi a Varsavia. Nella guerra della Russia contro la Polonia del 1831, il nemico era l’esercito polacco, la popolazione civile polacca a differenza di oggi fu ampiamente risparmiata, e la legge di guerra dell’epoca fu rispettata. Ma alla fine l’impero zarista comunque impose la sua legge.

Caucaso 1830-1860: una guerra a lungo termine

Allo stesso tempo della guerra in Polonia, l’impero zarista era in guerra anche nel sud-est, cioè nel Caucaso. Tra il 1830 e il 1860, la Russia condusse una guerra contro le milizie musulmane ribelli per oltre 30 anni, che degenerò in una guerra contro l’intera popolazione civile della regione del Caucaso. Prima, i ceceni e i daghestani avevano già combattuto l’esercito russo per 20 anni per scrollarsi di dosso il dominio degli zar. I russi nel 1845 avevano concentrato più di un quarto del loro intero esercito, allora il più grande del mondo, ai piedi del Caucaso. 200.000 soldati russi scesero in campo contro circa 40.000 miliziani caucasici. Ma anche questo evidente squilibrio militare non consentì ai russi di sfondare nelle montagne del Caucaso.

Solo l’attacco mirato ai mezzi di sussistenza della popolazione caucasica portò ad una svolta. Un nuovo governatore russo fece abbattere sempre più foreste su vaste aree del Caucaso, il che spinse i ceceni sempre più in alto nelle montagne. La foresta era il mezzo di sussistenza centrale dei popoli di montagna del Caucaso, e la loro economia crollò passo per passo. Ma la resa dei popoli di montagna nel 1859 non segnò la fine della guerra della Russia nel Caucaso. Rivolte permanenti continuarono a scuotere la regione del Caucaso per decenni fino alla prima guerra mondiale. Un secolo più tardi, dopo la caduta dell’Unione Sovietica, nel 1994 i ceceni hanno ripreso questa lotta per l’autodeterminazione. Ma dopo due guerre, nel 2009 i ceceni furono nuovamente sconfitti. Nella seconda guerra di Cecenia, scatenata da Putin appena eletto presidente, ancora più spietata e lunga, la capitale Grozny venne rasa al suolo e almeno 80.000 vittime rimasero sul campo.

La violenza contro l’Ucraina all’interno dell’URSS: una guerra contro la popolazione civile

Oltre all’asimmetria degli avversari e all’attacco pianificato alla popolazione civile attaccando i mezzi di sussistenza, nel Caucaso del XIX secolo è mersa un’altra caratteristica delle guerre della Russia ai suoi margini: transizioni fluide tra guerra e pace, come abbiamo osservato anche nel Donbass dal 2014. Come successore dell’impero zarista, l’Unione Sovietica intraprese azioni militari, soprattutto nel sud del suo territorio, perché Stalin temeva una secessione degli ucraini. I comunisti nazionali e i contadini ucraini nel 1932 si erano sollevati contro la collettivizzazione forzata voluta dal regime comunista a Mosca e sembravano minacciare il controllo russo sulla Repubblica Sovietica Ucraina. I contadini e gli ucraini dovevano essere puniti per questo. I villaggi e i contadini, come incarnazione di entrambi, diventarono l’obiettivo centrale da schiacciare. Questa volta lo strumento di guerra centrale fu la fame. Tutti i villaggi dovevano consegnare un dazio sul grano che li lasciava privi di alimentazione. Tutto il commercio di cibo con la popolazione rurale ucraina venne bloccato. Mentre centinaia di migliaia di contadini fuggivano in Bielorussia, le truppe sovietiche sigillarono militarmente l’Ucraina per impedire le fughe e per evitare che le informazioni sulla carestia e la morte di massa raggiungessero il mondo esterno. Alla fine del 1933 circa cinque o sei milioni di ucraini erano morti di fame. Questa catastrofe da parte degli ucraini fu poi chiamata Holodomor, che significa «guerra della carestia».

Vittime del Holodomor a Charkiw 1933 (Autore: golodomorkharkiv.jpg. Fonte: eu.gariwo.net/education/insights)

Il termine «Holodomor» ufficialmente autorizzato solo nel 1987

Anche se i diplomatici e i giornalisti stranieri erano a conoscenza dei fatti all’epoca, la fame sistematica usata dal regime di Stalin come arma contro gli ucraini è rimasta sconosciuta in Occidente fino al 1990. Come ha fatto la leadership sovietica a far passare la bugia che non c’era stata nessuna guerra della fame? Proprio come oggi in Russia è vietato usare la parola «guerra» per l’invasione russa dell’Ucraina, il termine «Holodomor» fu vietato dalle autorità sovietiche all’epoca. Chiunque usasse la parola rischiava cinque anni di prigione.

Perché è rimasto talmente sconosciuto questo grande crimine del regime di Stalin? Solo nel 1987 fu permesso di usare la parola «Holodomor» pubblicamente nell’Ucraina ancora sovietica. In secondo luogo, le autorità sovietiche distrussero i libri comunali dei defunti del 1932/33, passo importante per nascondere i fatti. Successivamente, il governo di Mosca vietò a tutti i giornalisti e osservatori stranieri di entrare in Ucraina. Dopo tutto, l’inedia deliberata della sua stessa popolazione all’inizio del XX secolo era ancora al di là dell’esperienza occidentale. Inoltre, l’Ucraina era considerata non solo da Stalin, ma anche dall’Occidente, non una nazione indipendente, ma semplicemente una parte integrante della Russia. Nella guerra della fame contro i villaggi ucraini, la matrice di fondo delle guerre russe alla periferia del regno è emersa più chiaramente. La guerra contro le società alle sue periferie è sempre stata anche una guerra contro le popolazioni civili. Tuttavia, bisogna anche ricordare che la Russia dai tempi di Napoleone è stata attaccata più volte dalle grandi potenze europee e nella seconda guerra mondiale ha pagato il più grande tributo di sangue di soldati e civili (17-25 milioni di persone).

Dal 1991 l’Ucraina non è più una periferia dipendente dal potere centrale

Avversari ineguali, asimmetria del potere militare, transizioni fluide tra guerra e pace, negazione della legittimità del diritto internazionale alla parte più debole, divieto di nominare i fatti e di riferire all’interno come all’esterno, e soprattutto: fare della popolazione civile il bersaglio della guerra. Questa matrice di guerra dell’impero russo ai suoi margini caratterizza anche l’attuale guerra in Ucraina. Ma a differenza dei secoli XIX e XX, l’Ucraina oggi non è più una periferia dipendente di un potere centrale onnipotente. Anche se l’asimmetria militare degli avversari rimane grande, il potere comunicativo dell’interpretazione oggi è chiaramente dell’avversario più debole, la cui legittimità nel diritto internazionale è riconosciuta a livello mondiale. Ma soprattutto, la guerra contro l’Ucraina è diventata in pochi giorni il simbolo di una guerra contro la libertà e la democrazia che il governo russo sta conducendo anche in patria, e quindi una guerra contro tutti noi. E a differenza della guerra di carestia degli anni 1932-1934, e a differenza dall’interesse molto limitato nei confronti della guerra russa nel Donbass che dura dal 2014, stavolta non possiamo più essere indifferenti.

La guerra d’Ucraina nella tradizione imperialista degli zar, di Stalin e dello stesso Putin

Uno sguardo al passato, tuttavia, mostra che non abbiamo affatto a che fare con un nuovo tipo di guerra da parte del presidente russo, come attualmente si afferma spesso. La guerra iniziata il 24 febbraio 2022 si inserisce in una continuità di guerre che l’impero zarista e l’Unione Sovietica hanno condotto per due secoli contro le società alla periferia del proprio impero o delle regioni vicine ogni volta che sembravano minacciare il potere del centro autocratico. Come si può notare ora, la guerra nel Donbass dal 2014 è stata solo la prova per l’attacco generale che si sta svolgendo oggi. Non è solo la guerra di Putin. È la guerra di un sistema autocratico contro i vicini e i loro civili che rifiutano quel sistema. È la guerra di un regime che usa la sua interpretazione della storia della Russia come ex grande potenza e la sua visione del futuro di una Grande Russia risorgente, «Russki Mir», come legittimazione della sua nuova pretesa imperiale. La pretesa di dominio della Russia di Putin. Finché Putin sarà in grado di occupare permanentemente dei territori ai margini del suo «impero», di annettersi illegalmente dei territori, di intervenire militarmente e impunemente a favore di vassalli (Assad nella guerra civile siriana, Kazakistan), continuerà in questo stile. Questo può cambiare con la guerra di aggressione in Ucraina, perché l’Occidente sta ora imponendo sanzioni più efficaci. Tuttavia, ci si chiede perché la Russia sia stata autorizzata a bombardare i civili siriani per 10 anni (e direttamente con cacciabombardieri russi pilotati da piloti russi), perché ha potuto armare le fazioni estremiste del Donbass e alimentare una guerra a bassa intensità all’interno dell’Ucraina per otto anni, e perché le sanzioni economiche di oggi non vennero imposte da subito dopo l’annessione della Crimea nel 2014.

Una vendetta dell’autocrazia russa

«Operazione militare speciale» è stata definita dal Cremlino la guerra di aggressione contro lo stato sovrano dell’Ucraina scatenato il 24 febbraio. In una prospettiva storica questa guerra contro gli ucraini – sì, le scene orribili da Charkiw, Mariupol e Irpin confermano che si tratta di una guerra contro tutta la popolazione civile – si presenta come un’operazione di punizione collettiva di un’intera comunità nazionale, «rea» di non essersi inserita come suddito nel sistema di potere di Putin. Dato che nessun politico russo si farà illusioni che la popolazione ucraina dopo tanta violenza subita nella storia potrà avere un rapporto «normale» con l’autocrazia russa, la guerra di aggressione si spiega con la pura volontà di punizione e vendetta. In altri termini: ci troviamo di fronte ad un atto nato dalla costruzione ideologica dell’attuale leadership russa di una rinata «Russki Mir», progetto fallimentare che affascina nessun altro che Lukashenko, e dato che l’impero russo non riesce più a soggiogare i popoli vicini come i polacchi negli anni 1830, i popoli caucasici nel 1860, popoli siberiani nel corso dell’Ottocento e gli ucraini nel secolo XX, li punisce come «traditori» con violenza autodistruttiva che a medio termine si rivolgerà contro la Russia stessa, impoverendola a causa dell’isolamento creato dai suoi governanti. La mancata ri-elaborazione della propria storia all’interno della società russa – soprattutto quella del Holodomor nel caso dell’Ucraina – produce nuovi crimini nel presente. Tragico.

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Tag der Erinnerung: Verstörendes Rundschreiben.

Der im Jahr 2004 von Italien eingeführte Tag der Erinnerung an die Opfer der Karsthöhlen und der Vetreibung (10. Februar) sowie seine zeitliche Nähe zum Holocaustgedenktag (27. Jänner) haben immer wieder dazu geführt, dass die Vernichtungslager der Nazis und die sogenannten Foibe in einem Atemzug genannt wurden.

Dieses Jahr beteiligte sich ausgerechnet das italienische Bildungsministerium mit einem offiziellen Rundschreiben an alle Schuldirektionen und Schulämter — auch an jene in Südtirol — an dieser unerhörten Unsitte.

Die menschliche Kategorie, deren »Bezwingung und kulturelle Auslöschung« hier im Mittelpunkt stehe, sei die italienische, so Departementsleiter Stefano Versari. Zuvor sei auf europäischer Ebene die jüdische »Kategorie« von einem ähnlichen Schicksal betroffen gewesen.

Il “Giorno del Ricordo” e la conoscenza di quanto accaduto possono aiutare a comprendere che, in quel caso, la “categoria” umana che si voleva piegare e culturalmente nullificare era quella italiana. Poco tempo prima era accaduto, su scala europea, alla “categoria” degli ebrei.

— Textauszug im Original

Diese Aussage ist auf so vielen Ebenen verstörend, weil

  • die Verfolgung der Juden systematisch und ihre Vernichtung industriell durchgeführt wurden;
  • die Zahl der Ermordeten nicht im Geringsten vergleichbar ist — weder absolut noch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung;
  • die Menschen jüdischen Glaubens sich im Unterschied zu vielen Opfern der Karsthöhlen nichts hatten zuschulden kommen lassen;
  • Italienerinnen (und viele andere) nicht hauptsächlich wegen ihrer ethnischen, sondern wegen ihrer politischen Zugehörigkeit umgebracht und in die Karsthöhlen geworfen wurden.

Nach Protesten von ANPI, Emanuele Fiano (PD) und Sinistra Italiana distanzierte sich Bildungsminister Patrizio Bianchi schließlich von der Formulierung.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Il paragone tra foibe e Shoah.

Non so se anche oggi il Sindaco di Bolzano, Renzo Caramaschi, in occasione del Giorno del Ricordo — in cui si è inaugurato il nuovo memoriale — abbia messo sullo stesso piano le foibe e la Shoah. Lo ha certamente fatto in passato.

Trovo perciò utile proporre un estratto dal Vademecum per il Giorno del Ricordo edito dall’Istituto regionale per la storia della Resistenza e dell’Età contemporanea nel Friuli Venezia Giulia:

Si possono paragonare le foibe alla Shoah?

La storia comparata è assai utile, ma per trarne vantaggio conviene confrontare fenomeni legati da parentele significative. Ad esempio, ha senso paragonare le foibe ad altre stragi avvenute durante la seconda guerra mondiale, in particolare sul fronte orientale ed in Jugoslavia.

In tale modo, ci può render conto di come le medesime pratiche di occultamento dei cadaveri in cavità naturali o artificiali siano state utilizzate da soggetti diversi in tutti i territori rocciosi che rendono difficile lo scavo. Viceversa, il sistema delle fosse comuni venne adottato dove la natura del suolo rendeva facile l’operazione, magari costringendo le vittime a scavare le fosse prima di venir uccise. Si possono citare al riguardo i casi delle fosse di Katyn per mano sovietica, ovvero di molte stragi naziste nei Paesi Baltici (Liepāja, Ponary), in Bielorussia (Bronna Góra), in Ucraina (Gurka Polonka). A Babij Jar (Ucraina) venne usato un fossato già esistente. Come già accennato, largamente diffusa anche in contesti diversi fu la pratica di condurre i condannati legati fra di loro con il filo di ferro sino all’orlo della cavità, per poi fucilarli sommariamente sul posto. La caduta rendeva inutile il colpo di grazia.

Invece, privo di significato – se non sul piano della pietà – è il confronto con la Shoah, fenomeno radicalmente diverso. Non è paragonabile la scala delle vittime: nell’ordine di grandezza dei milioni nel caso della Shoah, delle migliaia in quello delle foibe. Soprattutto, la Shoah appartiene ad una categoria completamente diversa, che è quella dei genocidi; per portare a compimento lo sterminio vennero adottate diverse tecniche, fra cui anche quella delle stragi, come nei casi citati più sopra.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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