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Vereinsregister wandert nach Rom.

Schon wieder verliert die Südtirolautonomie eine Zuständigkeit, womit auch in einem weiteren Bereich die Mehrsprachigkeit flöten geht.

Mit Dekret 117/2017 wurde in Rom eine umfassende Reform und Neuregelung der Vereinstätigkeit (sog. Dritter Sektor) beschlossen, die ein einheitliches, staatsweites Register (RUNTS für Registro Unico Nazionale del Terzo Settore) umfasst, das nun eingerichtet wurde. Somit werden Südtiroler Vereine fortan nicht mehr auf Landes-, sondern auf Staatsebene erfasst.

So sieht die angeblich deutschsprachige Version des Webregisters aus:

Bildschirmausschnitt von RUNTS

Banal-nationalistisch grünweißrot — ferner Kopf, Titel und Cookieinfo einsprachig Italienisch. Deutschsprachige Inhalte sind, wie in solchen Fällen üblich, fehlerhaft oder ganz abwesend.

Bildschirmausschnitt von RUNTS

Gut zu wissen jedenfalls, dass »veröffentlicht auf der Gazzettino Ufficiale das Kommunikat mit dem Abgangsdatum des RUNTS«. Daran werde ich »gedenken«.

Dass die Zweisprachigkeit in Südtirol sprichwörtlich keine Sau mehr interessiert, wissen wir, seit unsere jüngste Pressemitteilung zum Thema weitgehend ignoriert wurde. Doch mit der Reform kommt auf die Vereine auch eine zusätzliche Bürokratisierung zu, bestehende Steuererleichterungen werden eingeschränkt oder ganz abgeschafft, sodass im Land die Befürchtung besteht, dass viele Vereine ihre Tätigkeit aufgeben könnten.

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Kolonialistische Toponomastik.
Quotation 680

Ich zitiere hier die Aussagen von Dr. Peter Glatthard, Professor an der Universität Bern, aus dem Film Streiflichter der Zeitgeschichte – Ettore Tolomei und der italienische Nationalismus in Südtirol von Ludwig W. Regele und Franz J. Haller (Rai 2005) zum Thema Toponomastik:

[Die Umbenennung] ist eine Inbesitznahme des Gebiets, geistig-sprachlich, denn nur mit den Namen können wir ja eine Landschaft beherrschen. Also es geht hier um Macht, es ist kolonialistisch, es ist imperialistisch. Namen muss man überhaupt nicht verstehen; das ist ein bisschen provokativ, aber es ist so. Namen sind im Grunde Marken, es sind Bezeichnungen, die nicht bedeuten. Wenn Sie nach Bern fahren, müssen Sie nicht wissen, was Bern bedeutet. Es genügt der Klang »Bern«, ein Name bedeutet nichts, darum kann man ihn auch nicht übersetzen. Bei Personennamen ist das deutlich: Ein Johann Sebastian Bach ist immer Bach und es fällt niemandem ein, ihn Jean Sébastien Ruisseau zu nennen. Das genau gleiche Prinzip gilt auch für die Ortsnamen.

Also diese flächendeckende Italianisierung zielte nicht nur auf die Städte, die ja zum Teil vorher schon italienische Namen getragen haben, sondern viel wichtiger war die Einverleibung — sprachlich — des Landes, also der kleinen Orte, die sogenannten Flurnamen, in Österreich sagt man die Riednamen, vielleicht in Südtirol auch, das weiß ich nicht mehr genau. Und es sollte nun eben gezeigt werden: Das ganze Land, bis in die kleinsten Weiler, Häuser hinaus, quasi wie kapillar… das alles ist schon immer italienisch gewesen — und das stimmt einfach nicht, denn noch heute sind dort zum großen Teil, zum allergrößten Teil nur Deutsch sprechende Menschen. Also es geht immer um einen aggressiven kolonisatorischen Akt der Einverleibung eines Gebiets.

Also die Idee hinter einer solchen Italianisierung ist selbstverständlich der übersteigerte Nationalismus des 19. Jahrhunderts, und Tolomei beginnt selbstverständlich nicht erst 1919, sondern schon vor 1900 ist er ein glühender Nationalist, der schon damals die Grenze von Italien an den schützenden Alpenkamm hinaufverlegen möchte. Und dieser Nationalismus führt im Grunde in die Irre. Man kann nicht ein Gebiet, das Jahrhunderte lang eine andere Kultur hervorgebracht hat — gewachsen, historisch — einfach mit einem Federstrich von 8.300 Namen italianisieren, das ist eine aufgesetzte Italianità, eine falsche.

Im Südtirol haben wir eigentlich drei Schichten, sprachlich, also auch drei große Volksbewegungen. Einmal das Keltische, dann 15 v. Chr. kommen die Römer, bringen das Alpenromanische, das Ladinische und ab 700 die Baiern das Bairisch-Deutsche. Und so bleibt es bis 1919. Jetzt kommt das Südtirol zu Italien und erst jetzt — und das kann nicht genug betont werden — erst jetzt kommt das Italienische offiziell in diesen Raum. Und jetzt beginnt diese zwangshafte Italianisierung von der ich vorhin schon gesprochen habe; indem man die Namen italianisiert, auch Vor- und Geschlechtsnamen, sämtliche Orts- und Flurnamen, Tolomei übersetzt ja 8.300 Namen. Und flächendeckend wird nun das Südtirol sprachlich als eine italienische Provinz seit alters ausgegeben, und das ist die Geschichtsklitterung, die Geschichtsfälschung: Das Südtirol war nie italienisch, sondern es wurde jetzt zwangshaft italianisiert, um den Anschein einer alten, ja uralten Italianità zu erwecken.

Mir scheint, das Südtirol mit den Tolomeinamen seit 1923 und dann offiziell durch den Ministererlass von Mussolini 1940… ist das absolut einmalig, dass man quasi eine ethnische Säuberung durchführt, die gewachsenen Namen während Jahrhunderten auslöscht und eine konstruierte Namengebung dem Land auferlegt. Das ist doch außerordentlich singulär, vor allem singulär, dass sie im Jahr 2003 weiter besteht.

Selbstverständlich gab es schon vor 1919 große Ortschaften mit legitimen, gewachsenen italienischen Namen, die auf den Handelsbeziehungen bestehen. Also Bozen-Bolzano, Brixen-Bressanone, Ora-Auer usw., aber der offizielle Name, das war immer nur einer, nämlich der historisch gewachsene. Und das andere, das war das Exonym wie wir sagen, jener Name, den eine andere Sprachgemeinschaft legitim braucht. So wie ich als Berner nach »Genf« fahre, obwohl die Stadt offiziell, weil im französischen Sprachgebiet der Schweiz gelegen, nur »Genève« heißen kann. Aber genauso fährt der Tessiner nach »Ginevra«, das ist legitim, aber das sind nicht die offiziellen Namen. Und man muss jetzt bedenken, die einzig offiziellen, geltenden Namen im Südtirol sind ab 1923 eben die italienischen Namen. Noch einmal: Das ist eine Geschichtsfälschung, die nicht mit der gewachsenen Kultur und Geschichte übereinstimmt.

Also, in Katalonien, das war der krasseste Fall, ist heute alles nur katalonisch, in Galicien nur galicisch, im Baskenland nur baskische Namen, in Andalusien haben wir den Ortsdialekten angepasste Namen — das ist die Folge [der] Entschließungen der Vereinten Nationen. Leider müssen wir feststellen, dass Italien in Südtirol das nicht gemacht hat. Nur an einem Ort hat Italien nach diesen Prinzipien gelebt, und zwar schon vorher, nämlich im Aostatal. Das Aostatal war genau gleich wie das Südtirol 1919 [?] italianisiert worden, die Sprache im Aostatal ist Frankoprovenzalisch, die Namen waren frankoprovenzalisch. Sie wurden alle eliminiert, aber — im Gegensatz zum Südtirol — im Aostatal nach (19)45, nach dem Krieg, restituiert. Dieser Prozess dauerte allerdings bis (19)85, aber heute gibt es nur noch frankoprovenzalische Namen; der einzige doppelsprachige Name ist Aoste-Aosta, aber sonst ist alles nur frankoprovenzalisch.

Durch diesen Italianisierungsakt gegenüber der deutschen, einheimischen, autochtonen Bevölkerung zeigt sich noch etwas Weiteres: Man hat von außen her den Eindruck, dass die italienische Bevölkerung sich eigentlich nicht im Innersten bemüht, den deutschsprachigen Einheimischen verstehen zu wollen. So glaubt man auch, dass man nicht deutsche Namen aussprechen könnte, denn es muss ja vertraut im italienischen Klangreservoir sein, damit man sich zuhause fühlt und nicht als Italiener in der Fremde. Aber dabei vergisst man, dass man eben ein ursprünglich deutschsprachiges Gebiet nicht mehr als deutschsprachiges Gebiet wahrnimmt.

Und man müsste sich jetzt fragen, warum ist im selben italienischen Staat eine Restitution im Aostatal im Einklang der internationalen Verpflichtungen, die Italien eingegangen ist, möglich und im benachbarten Südtirol nicht? Auf diese Frage hat bisher noch niemand eine Antwort gegeben. Es ist eine Frage, die offenbar nicht beantwortet werden will. Aber ich meine, man müsste dort den Hebel ansetzen, in Italien selber müsste man eigentlich den Staat verklagen… Warum ist eine Entfernung der faschistischen Ortsnamengebung im Aostatal — auch autonome Provinz — möglich und warum im selben Land in der anderen autonomen Provinz nicht. Also diese Rechtsungleichheit stört nicht nur mich, sondern jeden gerecht denkenden Menschen. Und der Staat müsste ja nach Gerechtigkeit für alle seine Bürger streben, und die Bürger des Südtirols in einem demokratischen Staat auch ihre sprachlichen — hier, jetzt: ihre toponomastischen — Rechte wahrnehmen zu dürfen.

Transkription, Hervorhebungen und Linksetzungen von mir. Die Zitate wurden hier in derselben Reihenfolge wie im Film wiedergegeben, die nicht notwendigerweise der Reihenfolge entspricht, in der die Aussagen getätigt wurden.

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L’Alguer: Kulturministerium verbietet Katalanisch.

So gehen Kultur und Mehrsprachigkeit in Italien, dem selbsternannten Minderheitenschutzweltmeister mit der »schönsten Verfassung der Welt«: In der katalanischsprachigen Gemeinde L’Alguer (it. Alghero, Sardinien) will die Stadtverwaltung im Archäologiepark Villa Romana von Sant’Imbenia dreisprachige Informationstafeln (Katalanisch, Italienisch und Englisch) anbringen lassen. Dem obersten Statthalter des römischen Kulturministeriums (Sovrintendente) für die Provinzen Sassari und Nùgoro, Bruno Billeci, passt das aber gar nicht, weshalb er Parkverwaltung und Gemeinde offiziell mitteilen ließ, dass er nur die Informationen in italienischer und englischer Sprache zulassen werde, da Katalanisch keine offizielle Sprache der EU sei.

Warum die Einstufung als EU-Amtssprache diesbezüglich relevant sein sollte, ist unklar und wohl nur ein Vorwand. Sehr wohl sähen aber (wenig beachtete) Staats- und Regionalgesetze vor, dass Katalanisch in L’Alguer — auf dessen Gemeindegebiet sich die fragliche Kulturstätte befindet — Amtssprachencharakter hat. Dass aber gerade das Kulturministerium so weit geht, in seinem Zuständigkeitsbereich eine Sprache zu verbieten, macht den Zustand des Minderheitenschutzes in Italien einmal mehr offensichtlich.

Mehrsprachigkeit wird in diesem Staat gern dort propagiert, wo es (wie in Südtirol) noch immer zu wenig assimilierte Minderheiten gibt — nicht sosehr dort, wo es minoritäre Sprachen zu fördern gälte. In Sachen Minderheitenfeindlichkeit kann sogar Frankreich noch von Italien lernen.

Der Bürgermeister von L’Alguer, Mario Conoci, hat sich nun jedenfalls an Billeci gewandt, um seine Verwunderung kundzutun und doch noch zu versuchen, die Berücksichtigung der katalanischen Sprache zu erreichen.

In Südtirol gibt es zwar noch immer einen Statthalter des Innenministeriums (Präfekt). Einen Repräsentanten des Kulturministeriums (Sovrintendente) gibt es hier jedoch nicht, da die entsprechenden Zuständigkeiten großteils beim Land liegen. Lediglich faschistische Relikte wie Siegesdenkmal und Kapuziner-Wastl hat Rom (vielsagenderweise) der Sovrintendenza in Venedig überlassen.

Hätte Billecis Argumentation mit den EU-Amtssprachen übrigens irgendein logisches oder rechtliches Fundament, müssten auch ladinische Infotafeln an Kulturstätten in Südtirol verboten werden. Allein der Gedanke ist absurd und erinnert an dunkle Zeiten.

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Le pretese delle Poste monolingui.
Collaborazioni a senso unico

Oggi allegata alla posta ho trovato questa simpatica comunicazione monolingue:

Nel caso qualcuno si fosse fatto delle illusioni, evidentemente Poste italiane intendeva mettere in chiaro sin dall’inizio che anche nel 2022 (con buona pace dello Statuto di autonomia migliore al mondo e delle norme da esso derivanti; dell’impegno milionario della Provincia; e delle più banali regole del rispetto per i cittadini) il disservizio postale continuerà a fare i propri comodi, fregandosene ampiamente del bi e ovviamente del trilinguismo.

Anzi, quest’anno le poste che si rifiutano di rispettarci hanno anche il coraggio di pretendere la nostra collaborazione, ché: se la posta non arriva non è mica colpa nostra, ma solo ed esclusivamente vostra.

Le milionate sudtirolesi (secondo i proclami sempre trionfalistici) sarebbero dovute servire anche per istituire un servizio reclami bilingue per il Sudtirolo. Se già non funziona un tubo almeno potete dircelo. Purtroppo però o non è stato fatto nulla nemmeno in questo senso o il servizio reclami è ben nascosto da qualche parte.

Buon anno nuovo!

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Poste, app taglia diritti.

Scrive il quotidiano A. Adige che da domani si potranno prenotare gli appuntamenti all’ufficio postale utilizzando il cellulare, grazie alle app «taglia code». Per ora il servizio è limitato a tre filiali di Bolzano, una di Merano e quella di Brixen.

L’introduzione di questo nuovo sistema di prenotazione ‘a distanza’ conferma la vicinanza di Poste Italiane a tutti i cittadini e alle loro esigenze.

– A. Adige

Inoltre, conferma che «tutti i cittadini» comprende solo quelli di lingua italiana, in quanto le app da cui prenotare gli appuntamenti (Ufficio Postale, BancoPosta e Postepay) sono disponibili solo in italiano — fatta eccezione per Postepay, che almeno comprende anche l’inglese.

Le poste, come molti altri, se ne fregano delle disposizioni (D.P.R. 574/88) che imporrebbero loro di trattare allo stesso modo i clienti di lingua italiana e tedesca, assicurando un servizio bilingue.

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Digitalianisierung – Digitalianizzazione.
Pressemitteilung - Comunicato stampa

Die Plattform Brennerbasisdemokratie (BBD) zeigt sich aufgrund des rapiden Abbaus zwei- und dreisprachiger öffentlicher Dienste tief besorgt. Eigentlich böte die Digitalisierung hervorragende Voraussetzungen für eine deutliche Aufwertung der Mehrsprachigkeit sowie der Bürgerfreundlichkeit im Allgemeinen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: Immer häufiger sind öffentliche Onlinedienste auch in Südtirol nur noch in italienischer Sprache verfügbar. Dadurch ist nicht nur der Minderheitenschutz in Gefahr, sondern unser Gesellschafts- und Autonomiemodell insgesamt.

Um nur einige Beispiele zu nennen, ist die Berücksichtigung der deutschen Sprache bei Onlinediensten wie SPID, Digitaler Unterschrift, Zertifizierter E-Mail, Elektronischer Fakturierung, IO-App bzw. bei Webauftritten und Services von NISF, Agentur der Einnahmen, Digitalem Meldeamt, Arbeitsamt ANPAL, KfZ-Register (PRA) und vielen anderen gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße gewährleistet.

Obschon Europarat und OSZE ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen hatten, gerade in Krisenzeiten mehrsprachige Angebote auszubauen, um Bürgerinnen und Bürger niederschwellig zu erreichen, gibt es etwa auch kaum Möglichkeiten, den Online-Antrag für den Green-Pass in deutscher oder ladinischer Sprache zu stellen.

All diese nicht hinnehmbaren Missstände gesellen sich zu strukturellen, historischen Defiziten wie etwa den einsprachigen Packungsbeilagen von Medikamenten, einsprachiger Lebensmittel- und Gefahrstoffkennzeichnung oder der vom Astat ermittelten unzureichenden Mehrsprachigkeit von Polizei und Gesundheitsbetrieb.

Dass es auch anders geht, zeigen viele Staaten, in denen ebenfalls Sprachminderheiten oder mehrsprachige Gemeinschaften beheimatet sind: Belgien, Spanien, Finnland, Slowenien, Vereinigtes Königreich, Kanada, die Schweiz. In vielen Bereichen machen sie deutlich größere und vor allem erfolgreichere Anstrengungen, um Mehrsprachigkeit auch im digitalen Umfeld sicherzustellen.

In Südtirol muss endlich wieder die Erkenntnis einkehren, dass eine mehrsprachige Verwaltung und ein mehrsprachiger öffentlicher Dienst zu den Grundversprechen der Autonomie gehören. Sie sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unerlässlich und nicht verhandelbar.

◊ ◊ ◊

La piattaforma BBD si dice preoccupata e indignata per la rapida riduzione del bi e trilinguismo nell’erogazione dei servizi pubblici. In teoria la digitalizzazione offrirebbe possibilità eccellenti per estendere il plurilinguismo, tuttavia sta accadendo l’esatto opposto e molti servizi online sono ormai disponibili solamente in lingua italiana. Ciò non mette in pericolo solamente la tutela delle minoranze, ma il patto sociale e autonomistico in se.

A titolo esemplificativo, la presenza della lingua tedesca non è garantita — o non lo è comunque in maniera sufficiente — da SPID, firma digitale, posta elettronica certificata (PEC), fatturazione elettronica, app IO e dai servizi online di importanti enti e amministrazioni come INPS, Agenzia delle Entrate, Anagrafe digitale, ANPAL, PRA e molti, moltissimi altri che purtroppo sono in costante aumento.

Nonostante il Consiglio d’Europa e l’OSCE avessero raccomandato ai paesi membri di ampliare l’offerta plurilingue proprio in tempi di crisi pandemica, in modo da raggiungere più facilmente la popolazione, anche la procedura di richiesta online del Green pass non tiene adeguatamente conto delle lingue tedesca e ladina.

Tutte queste carenze inaccettabili si aggiungono a deficit strutturali e storici come il monolinguismo dei foglietti illustrativi dei farmaci, dell’etichettatura dei prodotti alimentari o pericolosi oppure il plurilinguismo insufficiente di forze dell’ordine e servizi sanitari rilevato dall’Astat.

Altri paesi con presenza di minoranze linguistiche o comunità plurlingui come Belgio, Spagna, Finlandia, Slovenia, Regno Unito, Canada o Svizzera in molti di questi ambiti fanno sforzi maggiori e soprattutto più efficaci per garantire l’inclusione linguistica anche nel digitale.

Per quanto riguarda il Sudtirolo bisogna ribadire che la presenza di un’amministrazione e di un servizio pubblico pienamente plurilingui è una promessa essenziale dell’autonomia. Essa è necessaria per garantire la coesione sociale e quindi risulta innegoziabile e irrinunciabile.

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Anagrafe digitale da ventennio.

Dal 15 novembre un nuovo servizio consente di accedere online ai servizi dell’anagrafe, dalla visura passando per emissione e stampa di autocertificazioni o certificati sino alla rettifica dei dati. Il relativo sito non è gestito direttamente dai comuni ma centralmente dal Ministero dell’Interno e, come ormai moltissimi altri servizi, è disponibile solo in italiano.

Immagine del sito

Questo significa che per quanto riguarda il Sudtirolo, anche relativamente all’anagrafe non è più garantita l’equiparazione delle lingue tedesca e italiana, né tantomeno di quella ladina. Tutta la procedura, cui si accede tramite SPID, monolingue, o CIE/CNS, monolingui, è, anch’essa, monolingue italiana.

La funzione di ricerca dei comuni aderenti non riconosce nemmeno la toponomastica tedesca o ladina, ma solo quella «italiana» inventata e imposta in epoca fascista.

In fase di emissione dei certificati invece è sì possibile specificare, spuntando un’apposita casellina, che almeno il documento scaricato sia in versione bilingue. Così facendo il tedesco viene però degradato a opzione facoltativa, «di cortesia», mentre diventa di default — anche per il Sudtirolo — il documento monolingue italiano.

Rispetto a quanto eravamo abituati finora dai nostri comuni si tratta di un peggioramento su tutta la linea, come se lo Statuto di autonomia e la tutela delle minoranze non esistessero.

I link che seguono consentono di fare una carrellata (non esaustiva) sui servizi che ormai non garantiscono più il bilinguismo:

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Der Formvorschriften öffentliche kfz-register.

Wenn man hierzulande ein Fahrzeug neu zulässt, gibt es — wie ich jetzt erfahren habe — keine gesonderte »Eigentumsbescheinigung« mehr vom Öffentlichen Kraftfahrzeugregister, da sie mit dem Fahrzeugschein zusammengeführt wurde.

Stattdessen gibt es eine entsprechende Bestätigung, die man aufbewahren soll. Und die sieht so aus:

Ich gestehe: Mein Herz schlägt einfach jedes Mal höher, wenn ich sowas (oder sowas, sowas und sowas) sehe. Ich nehme dann mit allen Sinnen wahr, dass die Gleichbehandlung von Minderheiten in diesem Land ernstgenommen wird — und dass die einschlägigen Vorschriften wahrhaftig dazu führen, dass Diskriminierungen unterbleiben.

Alle Bürgerinnen sind vor dem Öffentlichen Kraftfahrzeugregister, das jetzt Der Formvorschriften öffentliche kfz-register heißt, an Rechten und Würde gleich. Auch und gerade Zugunsten-Käufer deutscher Muttersprache, denn auch ihnen ermöglicht den QR -Code scannen (oder wahlweise indem sie den folgenden Code) selbstverständlich die Anzeige dieser Zertifizierung. Womit Bezüge und Gebühren Fuori Campo IVA nicht umsonst entrichtet wurden.

Kommt her aus nah und fern und schaut, wie man es macht. Noch nie ward eine Minderheit besser geschützt.

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