Categories
BBD

Fuck Nationalism.
Quotation 322

Nationalism

I could never understand ethnic or national pride. Because to me pride should be reserved for something you achieve or attain on your own, not something that happens by accident of birth. Being Irish isn’t a skill, it’s a fuckin’ genetic accident. You wouldn’t say “I’m proud to be 5’11”. I’m proud to have a predisposition for colon cancer.” So why the fuck would you be proud to be Irish, or proud to be Italian, or American or anything?

— George Carlin, American stand-up comedian, actor, social critic and author

See also:

Faschismen Nationalismus | Zitać | | | | | English

4 replies on “Fuck Nationalism.
Quotation 322

“Patriotism is the last refuge of a scoundrel”: Die negative Bewertung von Patriotismus bzw. Nationalismus geht bereits auf Samuel Johnson zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts Patriotismus als letzten Zufluchtsort eines Schurken bezeichnet hat. Grundsätzlich kann ich diese Haltung natürlich verstehen: Warum stolz auf etwas sein, zu dem ich nichts beigetragen bzw. geleistet habe? Ich würde mich trotzdem als Patriot (aber nicht als Nationalist) bezeichnen, und denke dass es wichtig ist eine gewisse Trennlinie zwischen Patriotismus und Nationalismus zu ziehen. Wir alle sind Teil einer gemeinschaftlichen Kultur, deren Normen und Werte wir zu einem gewissen Grad verinnerlicht haben und die Teil unserer Identität sind. Patriotismus bedeutet für mich zu dieser Kultur und der damit einhergehenden Identität zu stehen und diese zu bejahen (ohne ihre Schattenseiten zu leugnen). Ich würde z.B. damit auch sagen, dass wir bzw. ich als Teil einer deutschen Volksgruppe eine besondere Verantwortung dafür habe, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und weiter zu geben. Dies gilt natürlich prinzipiell für alle Menschen, aber in unserem Fall ist die Verantwortung größer als für Engländer oder Chinesen.

Nationalismus geht für mich einher mit einer abschätzigen Haltung gegenüber anderen Nationalitäten und Ethnien. Wohin dies führen kann haben wir im letzten Jahrhundert schmerzvoll erfahren müssen. Trotzdem würde ich z.B. einen Afro-Amerikaner, der von sich behauptet “proud to be black” zu sein, dafür auch nicht kritisieren wollen. Es hängt immer viel von Kontext ab bzw. was mit “stolz” genau gemeint ist. Insofern finde ich, dass das Plakat bzw. die Aussage von George Carlin einen sehr komplexen Sachverhalt (zu) stark vereinfachen. Obwohl sie in der Substanz sicher teilweise richtig sind.

da triffst du schon einen punkt. natürlich ist carlin’s aussage überspitzt und reduziert. das ist ja die aufgabe eines satirikers und kabarettisten.

George Carlin war ohne Zweifel einer der markantesten und begabtesten Kabarettisten der USA. Er hat es wirklich geschafft, den Nerv der Zeit zu treffen. Legendär sind seine Programme wie “Seven words you are not allowed to say on TV” oder über die Bedeutung von “Stuff”. Darin stellt er Einstellungen wie überhöhten Individualismus und Konsumdenken bloß.

Natürlich schiesst er dabei oft über das Ziel hinaus und überzeichnet gewisse Tendenzen. Vielleicht sollte man also solche Aussagen nicht einfach kommentarlos wiedergeben sondern in einen weiteren Kontext stellen? Sie eignen sich in jedem Fall als Einstieg in eine etwas komplexere Diskussion.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *