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Teresa Forcades in Südtirol.
Quotation 672

Heute und morgen hält sich die bekannte katalanische Nonne und Ärztin Teresa Forcades in Südtirol auf. Im Gespräch mit Valentina Gianera für Salto spricht sie sich unter anderem für die Öffnung kirchlicher Ämter — einschließlich jenen des Papstes — für Frauen und für ihre Vorstellung von queerer Theologie aus.

Zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien und in Südtirol befragt, sagt die Benediktinerin:

Nationalstaatliche Grenzen wurden in der Vergangenheit durch Kriege definiert. Lassen wir es zu, dass sie heute durch eine demokratische Wahl [Abstimmung] definiert werden! Und dann setzen wir uns dafür ein, dass der Anhäufung von Kapital Grenzen gesetzt werden, um den Witz, so zu tun, als ob nationale Grenzen wichtig wären, während einige wenige multinationale Betriebe mehr Wirtschaftskraft haben als die meisten Nationen, zu vermeiden.

Auch in Südtirol gibt es eine Unabhängigkeitsbewegung, die jedoch vor allem durch identitäre Ideen genährt wird. Wie vereinen Sie Ihr Bekenntnis zur gesellschaftlichen Vielfalt mit dem Bedürfnis nach regionaler Unabhängigkeit?

“Pure” Kulturen oder Identitäten gibt es nicht. Das sind Konstrukte, die dafür entwickelt wurden, um andere auszuschließen. Wir sind alle ein Mix und Austausch ist, was uns interessant macht. Eine kulturelle und politische Identität muss nicht chauvinistisch oder exklusiv sein. Sie kann offen sein für Entwicklung und Veränderung und sich ihrer Zerbrechlichkeit und Abhängigkeit bewusst sein. Die Selbstbestimmung der Bevölkerung zu promovieren [fördern] generiert Vielfalt. Würde Spanien seine multinationale Essenz anerkennen, wäre die Unabhängigkeit Kataloniens weniger notwendig.

Hinweis: Man lese zur Person Teresa Forcades auch die Kommentare unter diesem Blogeintrag.

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Toponomastica banale.

Nel suo libro sul nazionalismo banale, il professore emerito Michael Billig (University of Loughborough) descrive la sostituzione del Dinaro con la Kuna da parte della Croazia di Franjo Tudjman nel 1994. Il termine kuna in croato significa martora, la cui pelliccia veniva in passato utilizzata come merce di scambio. Tuttavia, anche la moneta della Croazia collaborazionista, dal 1941 al 1945, si chiamava Kuna. Billig sostiene che il mantenimento, o la reintroduzione, del nome Kuna equivale a una banalizzazione simbolica del passato e quindi anche delle vittime del nazismo.

In questo modo, la tradizione, inclusa l’eredità nazista, non viene né consciamente rimembrata né dimenticata, ma preservata nella vita quotidiana.

– Michael Billig

Traduzione mia

Ecco, analogamente quando in Sudtirolo si giustifica la permanenza dei toponimi inventati e imposti dal fascismo dicendo che chi oggi li usa non lo fa di solito pensando all’italianizzazione di questa terra, il problema a mio avviso è il medesimo: ci troviamo di fronte a una banalizzazione e conservazione più o meno inconsapevole di un’ingiustizia, che in assenza di un intervento risolutivo viene costantemente perpetuata.

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Langers Erben nehmen das Erbe nicht an.
Quotation 670

Man muss der sprachlichen Entwicklung gerecht werden. “Sudtirolo” als institutionellen Begriff kann man aber nicht, wie von der Südtiroler Freiheit gewollt, einfach so forcieren.

Die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa laut RAI Südtirol heute bei der Ablehnung eines Antrages auf Veramtlichung des Begriffes “Sudtirolo”. 

Der Antrag der Süd-Tiroler Freiheit, den Begriff “Sudtirolo” als amtliche Bezeichnung den gegenwärtigen Bezeichnungen hinzuzufügen, wurde im Landtag mit 23 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen niedergestimmt. Lediglich 3 Abgeordnete sprachen sich für den Antrag aus.

“Sudtirolo” sollte dabei “Alto Adige” nicht ersetzen, sondern zusätzlich verwendet werden dürfen. So wie laut Grünen ein mehrsprachiges Schulangebot die deutsche und italienische Schule nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Außerdem ist es ein Faktum, dass dieser Begriff in Verwendung ist. Wie stark, müsste man eruieren. Aber “Sudtirolo” wird gewiss öfter gesagt und geschrieben, als so manche tolomeische Erfindung, die amtlichen Status genießt. Flor – der den Antrag begrüßt – verwendet die Bezeichnung konsequent, meine italienischen Nachbarn aus Florenz auch und ein mir bekannter Alexander-Langer-Fan sowieso.

Trotz dieser doch recht versöhnlichen und wenig spalterischen Natur des Antrags, konnte sich die große Mehrheit der Abgeordneten nicht dazu durchringen, “Ja” zu sagen. Dass der SVP in solchen Fragen der Arsch auf Grundeis geht und man regelmäßig gegen die eigenen und festgeschriebenen, leider nur vermeintlichen, Überzeugungen stimmt, ist inzwischen Normalität; und dass die Grünen auch nur eine Spur jenes Mutes und frischen Windes vermissen lassen, den Alexander Langer – der bekanntlich den Begriff “Sudtirolo” geprägt, um nicht zu sagen “forciert”, hat – bereits vor über 25 Jahren verbreitete, ist es offenbar auch.

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Illas Beißreflex.
Separatismus

Es ist immer wieder erstaunlich, welche wahnwitzigen Reaktionen Sezessionsbestrebungen auslösen, weil Grenzen und Nationen — was auch immer man darunter versteht — heute noch immer von vielen als etwas Heiliges betrachtet werden.

So hat jetzt der ehemalige spanische Gesundheitsminister, Salvador Illa (PSOE), der bei den letzten katalanischen Wahlen angetreten war, für die PSC die separatistischen Kräfte zu besiegen, in einem Zeitungsinterview gesagt, die letzten zehn seien in 300 Jahren katalanischer Geschichte die schlimmsten gewesen. Gemeint sind die Jahre, in denen sich ein erheblicher Teil der katalanischen Bevölkerung zur Idee der Loslösung von Spanien hin gewandt und in denen unter anderem das Referendum vom 1. Oktober 2017 stattgefunden hat.

Schade nur, dass in die letzten 300 Jahre unter anderem auch der spanische Bürgerkrieg und die faschistische Franco-Diktatur fallen, um nicht noch weiter zurück zu schauen. Ein Katalane und Sozialist, der dies übersieht oder bewusst die demokratischen Abspaltungsbestrebungen der letzten Jahre als schlimmer einstuft, muss unter einer gewaltigen Verblendung leiden. Und ist damit unter Unabhängigkeitsgegnerinnen (in Katalonien und anderswo) leider nicht allein.

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Unrecht durch Blut zu Recht.
Brennergrenze

Wieder einmal bin ich im Netz auf Menschen gestoßen, die allen Ernstes behaupten, die Brennergrenze sei unveränderlich, weil für ihren heutigen Verlauf viel (italienisches) Blut vergossen worden sei. Das haben wir eigentlich schon in unseren FAQ beantwortet, weil es sich um eines der vielen dummen Totschlagargumente handelt, die in der Debatte um die demokratische Selbstbestimmung immer wieder aufkommen. Zur Erinnerung:

Solch martialische Blut- und Boden-Argumente sind uns fremd — und wir lehnen sie als undemokratisch ab. Blut und Gewalt erhöhen die Legitimation einer Grenzziehung nicht, sondern mindern sie. Und es ist aus demokratischer Sicht undenkbar, dass mit Blut errichtete Grenzen im Europa des 21. Jahrhunderts nur mit weiterem Blutvergießen geändert werden können.

— FAQ

Ich frage mich aber immer wieder, ob diesen Menschen schon auch bewusst ist, dass für die Eroberung von Land in Afrika ebenfalls viel Blut geflossen ist — und trotzdem sind die einstigen Kolonien heute nicht mehr italienisch, britisch oder deutsch. Was irgendwie ja schon zeigt, wie meschugge das Argument ist.

Ähnliches gilt übrigens auch für jene die behaupten, die Teilung Tirols könne, weil sie doch der damaligen Rechtslage und den Friedensverträgen entspreche, nicht als Unrecht gesehen werden. Nach damaligem Recht waren auch die Kolonien völlig in Ordnung — was uns nicht daran hindert, sie rückblickend als kaum wiedergutzumachendes Unrecht zu betrachten.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Piccolo messaggio di speranza.

Da qualche anno in Sudtirolo circolano degli adesivi a sfondo verde contenenti una spiegazione — più o meno spiccia — sulla provenienza fascista di un gran numero di toponimi cosiddetti italiani. Solitamente questi adesivi vengono incollati su carte geografiche pubbliche o su cartelli segnaletici.

Qualche giorno fa a Brixen ho notato un adesivo molto simile, ma che sembra essere pensato come una risposta al primo: vi si riconosce l’opera di assimilazione e italianizzazione, prendendone le distanze e chiedendo scusa ai sudtirolesi (di lingua tedesca e ladina) in nome degli italiani.

Mi è ben chiaro, ovviamente, che chi ha ideato l’adesivo non ha alcun mandato di parlare a nome della popolazione di lingua italiana, e che con grande probabilità non ne riflette il pensiero maggioritario. Anzi, non è nemmeno detto che l’autrice o l’autore sia davvero di lingua italiana.

Tuttavia a volte, anche solo per un istante, è piacevole farsi illudere. Il testo fa vedere dove forse un giorno — speriamo non troppo lontano — riusciremo ad arrivare. Ad ogni modo voglio qui ringraziare chi ha redatto, stampato e incollato l’adesivo per il piccolo messaggio di speranza e di convivenza che ha voluto lanciare.

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Sprachlicher und inhaltlicher Rai-Zentralismus.
Einsprachiger Datenschutzhinweis

Eine vollwertige öffentlich-rechtliche Landessendeanstalt brauchen wir nicht — im Frühjahr 2018 versenkte der Landtag einen entsprechenden Vorschlag mit großer Mehrheit.

Lieber stecken wir dem Staatsrundfunk Rai Millionen Euro zu (oder auch nicht) und füllen dort eine mehrstündige Ecke auf der Zweitfrequenz des ansonsten einsprachig italienischen, staatsweiten Senders Rai 3. Ein vollwertiges Teletextangebot in deutscher und ladinischer Sprache? Fehlanzeige. Eine deutsch- und ladinischsprachige Cookie-Info auf der Homepage? Wird nicht umgesetzt.

Und jetzt gibt es während der deutsch- und ladinischsprachigen Sendungen auch noch auf den Fernsehbildschirmen einen einsprachig italienischen Datenschutzhinweis:

Dazu gesellt sich die Tatsache, dass Personalentscheidungen in Rom und nicht in Bozen gefällt werden, Außendienst-Erlaubnisse jedes einzelne Mal in der Zentrale erbettelt werden müssen und der für Rai Südtirol zuständige Direktor ebenfalls in der Staatshauptstadt sitzt.

Wie die Autonomie so auch ihr Sender.

Ob der Datenschutzhinweis nur auf gewissen Geräten zu sehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Gut möglich, dass die beabsichtigte Überwachung nur auf »smarten« TV-Anlagen umsetzbar ist.

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Ritten: Club degli alpinisti italianizzatori.

Per l’ennesima volta il CAI, che si riempe la bocca di bilinguismo ed esige — ottenendola — l’applicazione del prontuario di Tolomei fino all’ultima malga, di quello stesso bilinguismo non ne vuol sapere quando ad applicarlo dovrebbe essere lui.

Noi questa ipocrisia l’avevamo fatta notare relativamente al Rifugio Zsigmondy, nel frattempo passato di mano, ma anche alla stessa cartellonistica del CAI in Val Badia.

E ora, come riferisce Rai Südtirol, il CAI avrebbe fatto scrivere solo «rifugio», in italiano, su un’ulteriore struttura, quella sita sul Rittner Horn:

Sbagliando anche a scrivere il nome in tedesco, che sarebbe Rittner Horn oppure Rittner-Horn-Haus. Lo fa notare il membro della Dieta sudtirolese Helmuth Renzler (SVP), che annuncia un’interrogazione in consiglio.

Insomma, il bilinguismo viene richiesto a gran voce per italianizzare, ma quando si tratta di praticarlo anche in favore del tedesco e del ladino si applicano le solite due misure.

Anche la Rittner-Horn-Haus, come molte altre, è stata espropriata dallo stato italiano alla fine della prima guerra mondiale, poi regalata al CAI e mai restituita. Come si vede, fino ad oggi viene usata per opere di snazionalizzazione.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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