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Einschließende Heimat.
Quotation 385

Der Stereotyp des dumpfen, konservativen Bierdimpfl ist mit der aktuellen Heimatbegeisterung in den Hintergrund getreten. Und nicht zuletzt ist sie ein großes Angebot, indem sie Menschen die Möglichkeit gibt, sich zugehörig zu fühlen.

So lange das Heimatthema so bespielt wird, dass es offen ist für Neues, für unterschiedliche Leute, dann ist es etwas Modernes. Etwas, dass [sic] sich öffnet statt verschließt. Wer sich von einer Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff distanziert, überlässt das Thema anderen. Wenn es aber viele Stimmen dazu gibt, haben die Rechten nicht die Deutungsmacht.

Kulturwissenschaftlerin und Autorin Simone Egger über die neue Heimatliebe der Münchnerinnen, laut einem lesenswerten Beitrag in der ‘Süddeutschen’

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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One reply on “Einschließende Heimat.
Quotation 385

Vergleichbar Interessantes lässt sich in der letzten, dem Thema Heimat gewidmeten FF (33/17) lesen.

In einem Interview von Georg Mair mit Hanskarl Peterlini (S.24-29), legt dieser seinen Überlegungen die Habermassche Unterscheidung zwischen System und Lebenswelt zugrunde und plädiert für einen in der Lebenswelt verorteten Heimatbegriff:

Wie ließe sich eine Heimat denken, die brüchiger ist und nicht ausschließt, nicht ausländerfeindlich ist und auch nicht ein Gegensatz zur Demokratie wie in bestimmten Diskursen?

Das ist die Heimat als Lebenswelt. Wo es darum geht, was ich tun kann, damit es mir gut geht, es allen gut geht, wo wir gemeinsam abklären, was wichtig ist. Es ist eine Heimat, die man nur gestalten kann, wenn ich nicht
alles über einen Leisten schlage. Diese Heimat kann gar nicht demokratiefeindlich sein, sie lebt vom Austausch, vom Ausgleich der Interessen, von der Aushandlung.
Diese Heimat bedeutet Kompromiss: Der andere ist auch da. Diese Heimat bedeutet zu überlegen, was zu tun ist, damit es uns gut geht. […] es würde sich lohnen, an einer Heimat zu arbeiten, die gerechter ist, nicht ausschließt, allen ein besseres Leben bietet. Diese Heimat ist Beziehung, sonst ist sie eine hohle Idee. Die andere Idee [Heimat als System, Anm. d. Verf.] blendet Beziehung aus,
diese monströse Heimatidee, für die Menschen geopfert wurden […].

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