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Vierter November.

Am Anfang der Era Fascista stand […] einerseits ein Nichtereignis, andererseits eine jener eitlen Possen, die Mussolini einzunehmen pflegte, wenn er’s mit Frauen, zumal mit großen, zu tun bekam. Bis 1924 hatte – wie ich mich später unterrichten ließ – kein Mensch in der Partei oder im Land daran gedacht, eine faschistische Zeitrechnung zu inaugurieren. In jenem zweiten Jahr nach der faschistischen Machtergreifung aber schenkte Mussolini der Schauspielerin Emma Gramatica eine Photographie mit eigenhändiger Widmung und markanter Unterschrift: Benito Mussolini, Roma, am Soundsovielten, Jahr II. Era Fascista (E. F.). Die Idee war ihm offensichtlich plötzlich durch den Kopf geschossen wie so viele vor- und nachher, doch da er sich in sie verliebt hatte, wurde aus der momentanen Eitelkeit eine Mode und aus der Mode ein Gebot: und damit galt die Era Fascista als neue, zunächst noch der christlichen nebengeordnete Zeitrechnung, später als allein gültige und erlaubte, bis sie eines Tages, im Jahre XXI., verschwand, ebenso unvermittelt, wie sie in Lauf gesetzt worden war – eine falsche Münze, von der Geschichte eingezogen…
Wie dem auch sei. Der 28. Oktober wurde gefeiert wie ein echter Neujahrstag: wir hatten schulfrei, die Geschäfte hielten geschlossen, in den Zeitungen standen Artikel über Rückblick und Ausblick. Wir Kinder hatten gegen dieses herbstliche Vizeneujahr absolut nichts einzuwenden. Der 28. Oktober war der Beginn einer ersten, leider nicht ganz geschlossenen Ferienwoche nach dem bitteren Schulanfang am 1. Oktober. Auf den 28. folgten am 1. und 2. November Allerheiligen und Allerseelen und dann der 4. November, der Tag des Sieges, an dem wiederum Nationalfeiertag und folglich schulfrei war. Gelegentlich rutschte auch ein Sonntag so geschickt in diese Feiertagsreihe hinein, daß wir gleich drei oder vier Tage nacheinander von der Schule befreit waren.
In der Erinnerung empfinde ich diese Tage zwischen dem 28. Oktober und dem 4. November als eine Art Karwoche im Herbst – wenn der Rauch von Erdäpfelkraut beißend über die Stoppeläcker kroch und das Vieh träge auf den kahlen Feldern graste. Der Morgentau schmeckte nach Reif und der Regen nach Schnee. Und auch den Feiertagen, den kirchlichen wie den staatlichen, fehlte die Heiterkeit.
Drei Tage vor diesen Festen stiller Einkehr wurde nun der 28. Oktober als Neujahrstag eines Zeitalters gefeiert, das, außer für seine neumächtigen, neuadeligen und neureichen Protagonisten, niemals eine »gute alte Zeit«, wie unsere Eltern sie besaßen, werden würde: ein protzig lärmender Tag mit Balilla-Aufmarsch, flatternden Trikoloren um den Postplatz, Behördengeschäftigkeit, Gesang und Musik.
Und nur zwei Tage nach den stets ein wenig beklemmenden Totenfeiern auf den Kriegsfriedhöfen oberhalb des Bades und in unserm Wald unterm Gsell (die wenigen Frauen weinten; die Männer lasen die fremdartigen Namen auf den Grabkreuzen – Milos, Bogdan, Milan, Janos, Vasili, Ivan – und tasteten sich daran ins »Früher« zurück; von den Fichten fielen schwere Tropfen ins Gebetbuch des Pfarrers, und von den Lärchen rieselten blaßgoldene Nadeln), nur zwei Tage also nach diesen Feiern, in denen wir jener Toten gedachten, die zur Verteidigung unserer Berge, unseres Dorfes, unserer Häuser und Felder gefallen waren, feierten »wir« am 4. November den Sieg über eben diese Toten, den Sieg über unsere Väter, die Vergeblichkeit des Opfers der einen und der Leiden der anderen. Wieder flatterten die Trikoloren. Die Alpini rückten von den Baracken aus und marschierten zum Postplatz, wo die Militärkapelle die triumphalen Märsche schmetterte, hastig, als fürchtete der Herr Major an der Spitze des Bataillons, die Töne könnten den Sieg versäumen.

aus: Gatterer, Claus, »Schöne Welt, böse Leut – Kindheit in Südtirol«, Europaverlag Wien-Zürich, 1982

Siehe auch:

Faschismen Feuilleton Geschichte Militär Nationalismus Publikationen Symbolik | Italianizzazione Zitać | Claus Gatterer | | Südtirol/o | Alpini | Deutsch

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Grenzerfahrungen.

Aus dem Ö1-Archiv.

Trennen und verbinden

Rund 40 Jahre lang hat eine undurchdringbare Grenze den Norden und Osten Österreichs geprägt. Die Nachbarstaaten Tschechoslowakei und Ungarn lagen hinter dem Eisernen Vorhang, praktisch unerreichbar für den überwiegenden Teil der Bevölkerung. Als der Eiserne Vorhang im Spätherbst des Jahres 1989 etwas durchlässig geworden war, war nicht abzusehen, dass rund 15 Jahre später die Nachbarländer des ehemaligen Ostblocks genauso wie Österreich zur Europäischen Union gehören werden.

Die ersten markierten Grenzen

Die staatlichen, territorialen Grenzen, wie wir sie heute kennen, waren über Jahrhunderte fließende Grenzen. Territoriale Grenzen wurden erst im Hochmittelalter als Hoheitsgebiete in Landkarten markiert. Für das Alltagsleben der Menschen hatten diese Grenzen häufig keine Bedeutung. Sofern es keine kriegerischen Grenzkonflikte gab, wurden die Grenzen auch nicht überwacht oder kontrolliert. Sie konnten an jeder Stelle problemlos überschritten werden.

Befestigte Grenzen

Dort, wo zwei große Machtblöcke sich feindlich gegenüber standen, dort wurden Grenzbefestigungen errichtet. Etwa an der Grenze zwischen der christlichen Habsburgermonarchie und dem muslimischen osmanischen Reich im westpannonischen Raum. Erst im Jahr 1699, nach dem Frieden von Karlowitz, wurde von einer bilateralen Grenzfestlegungskommission die genaue Grenze zwischen dem Habsburgerreich und dem osmanischen Reich festgelegt. Grenzbäume und Grenzsteine wurden als staatliche Herrschaftszeichen errichtet. Derartige Außengrenzen spielten aber für die Menschen innerhalb des Landes über lange Zeit eine nur unbedeutende Rolle.

Staats- und Bezirkgrenzen

Der europaweite Prozess der Staatenbildung bedeutete auch eine deutliche Veränderung der Rolle der Grenze. Die Binnengrenzen verloren zunehmend an Bedeutung, die Außengrenzen wurden zunehmend kontrolliert. 1775 wurden die Binnenzölle zwischen den österreichischen und den böhmischen Ländern aufgehoben, 1850 wurde die Zwischenzolllinie zu Ungarn abgeschafft. Administrative Grenzen wurden definiert, etwa Bezirks- oder Kreisgrenzen. Diese regelten die Reisen, die Arbeitskräftewanderung und den Zuzug in die großen Städte. So wurden der Bewegungsfreiheit der Menschen enge Grenzen gesetzt.

Innerstaatliche Grenzen werden bedeutungslos

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts war die wirtschaftliche Dynamik nicht mehr aufzuhalten. Die zahlreichen Kontrollen im Inneren des Landes waren für die Wirtschaft, aber auch für Individualreisende nicht mehr akzeptabel. Viele Beschränkungen im Reiseverkehr wurden aufgehoben, die Grenzen innerhalb der Monarchie waren für die Menschen und den Warenverkehr praktisch bedeutungslos geworden. Andererseits sind durch den aufkommenden Nationalismus in den verschiedenen Teilen der Monarchie neue Grenzen entstanden, nämlich die Grenzen der Sprachen, der Kulturräume, der Nationen. Diese haben schlussendlich in Form der Nationalstaaten das Europa der Nachkriegsordnung nach 1918 dargestellt.

Vision des grenzenlosen Europas

Als 1989 der Eiserne Vorhang zunehmend durchlässig wurde, waren schon bald euphorische Stimmen zu hören, die von einem grenzenlosen Europa sprachen. Andererseits vollzogen sich die Annäherungen zwischen den über Jahrzehnte getrennten Nachbarländern nur sehr langsam und zögerlich. Die Vorurteile gegenüber den Nachbarn waren groß und lagen tief. Und bis heute ist dort, wo der Eiserne Vorhang verlaufen ist, keineswegs ein Zusammenwachsen zu beobachten.

Text: Wolfgang Lapansky

Hör-Tipp
Dimensionen, Dienstag, 25. September 2007, 19:05 Uhr

Buch-Tipp
Waltraud Heindl, Edith Saurer, “Grenze und Staat”, Böhlau, ISBN 9783205991991

Geschichte Grenze Kohäsion+Inklusion Medien Wirtschaft+Finanzen | Zitać | | ORF | Österreich | EU | Deutsch

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I aversars stern meses-verités.

da: noeles.info

FAC STORICS VEGN TRAC FORA DAL CONTEST PER DOCUMENTÉ NA TALIANITÉ DI LADINS DA SOURAMONT

I aversars dl referndum da souramont aguza les ermes y ne scona nience con meses-verités. La contra-propaganda al referendum da souramont à bele metù man sun i sfueis beluneisc, ence con fac zarés fora da sie contest storich y adorés tendenziousamenter per sotrissé enzai sia “talianité” y fé dl referendum na confrontazion taliana-todescia. Te n articul sun l Gazzettino de enier, 19 de messel, ti végnel p.ej. recordé ai ampezans sciche ai se à batù per mantegnì l lingaz talian tla aministrazion y tla scola, dal 1511 inant, canche Ampez ruvova pro Tirol y l emperadour Massimilian ti confermova i privilegs de auto-aministrazion ai ampezans. Chest fat vegn valuté desche “gran proa de talianité” che an dess ti recordé ai joegn sen dant l referendum. Dal 1873 volova les autorités tiroleises sforzé su l lingaz todesch desche soul lingaz de ensegnament tles valedes ladines, enscì ence te Ampez, y scirmé fora de scola l ensegnament dl talian. Via n’Ampez sciche tla Val Badia y te Gherdeina se àn paré tant dassen enfin a che les autorités à messù fé conzescions. Al metova man da se fé sentì n nazionalism todesch agressif y da l’autra pert l iredentism talian. I ladins asmacés anterite. Ai se parova sciche ai ciafiova.

sfuei = Zeitung • adoré = verwenden • te = in • messel = Juli • canche = als, wann • desche = als • dant = vor • sforzé su = aufzwingen

Ence les opzions encherscioules dl 1939 dl acord Hitler-Mussolini vegn trates ca desche proa de talianité di ampezans. Na delegazion ampezana ti ova sourandé dl 1940 a Benito Mussolini a Roma les declarazions de 788 families ampezanes y de 17 imigredes per sotlignié la “talianité” dla valeda. Sce an ti ciala a chisc fac singolarmenter pòn veramenter les ouje enscì che al pèr che ala se trate de proes de talianité, ma la storia à n grum de autres plates che spliga les entravegnudes tl contest. Desche l storich Bepe Richebuono scriv, ova gran pert di 3335 ampezans, per podei resté te sia valeda, sotescrit enlaouta declarazions singoles, declaran che sie lingaz (ofizial) ne fova mai sté l todesch, ma l talian desche al fova ence efetivamenter tla aministrazion y te scola. Enscì ésen restés sconés da na propaganda aricioula desche p.ej. te Gherdeina. Te Ampez à demé 4% opté forapert. Che chestes declarazions fova plutost na vertola y nia na proa de talianité nes vegn confermé fosch sun blanch bele dl 1945 do la liberazion y la desfata dl nazism y dl fascism. L moviment politich pro-tiroleis “Zent Ladina Dolomites” à arjont pro lites democratiches dl 1946 ben16 sun 20 scagns tl consei de comun de Ampez. Ai ne volova nia demé la agregazion a la provinzia de Bulsan, ma sostegniva enfinamai la autodeterminazion per jì inaò sot a la Austria, donca te na direzion daldut contrara che chela de “talianité”.

traté ca = heranziehen • fosch = schwarz • arjont, von arjonje = erreichen

Per cie che reverda l lingaz de ensegnament te scola él sté svilups valifs tla Val Badia y te Gherdeina. La stritaria per la scola é juda ite tla storia desche “Enneberger Schulstreit” che à duré agn alalongia. Sceben che i ladins vegniva cumpedés tl vedl Tirol pro l grup linguistich talian , volova les autorités ti sforzé su a ries dal 1873 scoles blot todesces. I prevesc, sostegnus dai peresc de familia, se damanova che al vegnissa ence ensegné tl lingaz talian, perauter enlaouta y en pert encuei lingaz de gliejia. Bele enlaouta fòvel na sort de scola paritetica taliana-todescia. Chesta ostinazion de volei mantegnì l ensegnament dl lingaz talian ne ova endere nia da fé con n sentiment de talianité desche al nes vegn tamben confermé n pue plu tert y dantaldut dal 1905 inant con la nasciuda dla pruma union ladina a Desproch, ma de arvene contra tendenzes de todeschisazion dles valedes ladines y per rejons pratiches de vita da vigni dì tla comunicazion con i vejins talians.

reverda = betrifft • stritaria = Streit, Auseinandersetzung • agn = Jahre • sceben = obschon • cumpedé = zählen • enlaouta = damals • gliejia = Kirche • tamben = auch • vigni = jede/s/r • vejin = Nachbar

Chest atejament é dret carateristich tla storia di ladins. Canche i talians volova ti sité ai ladins se arvejinòven deplù ai todesc y fajova declamazions de fedelté a Tirol y a la Austria, canche i todesc volova ti sité ai ladins y ti sforzé su valch che ai ne volova nia, desche l lingaz todesch desche soul lingaz de scola tl secul passé, spo vegnìvel fat oposizion dl auter vers y an ghirova con insistenza l talian, che la jent entenova miec te gliejia y tles ores de catechism, olàche al vegniva adoré tradizionalmenter libri talians. Chesta confrontazion à ence condut bel plan a na coscienza tres plu clera de ladinité. Tl 19eisem secul él vegnù a lum les prumes publicazions ladines, catechisms y d’autra leteratura religiousa. An ova na identité clermenter nia-taliana y nia-todescia te dutes les valedes ladines. Cie che manciova endere fova n lingaz scrit unitar reconesciù a la per dl talian y todesch. Micurà de Rü ova fat bele dl 1833 n tentatif che é endere romagnù manoscrit tla calonia de La Pli, ma n valgugn prevesc l à tres endò tout ca desche ejempl desche an veid ti svilups dla ortografia ladina. Donca tl contest é chestes declamazions da una y da l’autra pert plu che auter da interpreté desche na afermazion desche grup etnich ladin.

ghiré = verlangen • vegní­ a lum = ans Licht kommen

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AuSStellung.

Wie das Kulturzentrum Grand Hotel Toblach mitteilt, wird dort vom 17. August bis zum 23. September eine Ausstellung zu einem bislang nicht sehr bekannten Kapitel Südtiroler Geschichte stattfinden:

[Die Ausstellung] trägt den Titel “Rückkehr ins Leben – SS-Geiseln am Pragser Wildsee”. [Darin] dokumentiert der deutsche Journalist und Schriftsteller Hans-Günter Richardi erstmalig den Transport von prominenten Sippen- und Sonderhäftlingen aus deutschen Konzentrationslagern nach Südtirol. Die 139 Gefangenen aus siebzehn Ländern Europas wurden noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als Geiseln der SS in die “Alpenfestung”, die als Rückzugsgebiet der SS geplant war, verschleppt. Dort sollten sie dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Dr. Ernst Kaltenbrunner, als Faustpfand für Verhandlungen mit den Westalliierten zur Verfügung stehen.

Unter den Internierten befanden sich der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg mit Frau und Tochter, der frühere französische Ministerpräsident Léon Blum mit Frau, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós von Kà¡lley, der Oberbefehlshaber des griechischen Heeres, General Alexandros Papagos, mit seinem gesamten Generalstab, der französische Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Piguet, der ehemalige Generalstabschef des deutschen Heeres, Generaloberst Franz Halder, mit Frau, der frühere deutsche Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht sowie Familienangehörige des Obersten Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler verübt hatte.

Die Gefangenen wurden im April 1945 aus den Konzentrationslagern Buchenwald und Flossenbürg im KZ Dachau zusammengezogen und dann von einem Sonderkommando der SS und des SD (Abkürzung für “Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS”) über das Arbeitserziehungslager Reichenau nach Niederdorf im Hochpustertal gebracht. Am 30. April 1945 wurden sie dort von Soldaten der Deutschen Wehrmacht unter dem Kommando des Hauptmanns Wichard von Alvensleben aus der Gewalt der SS befreit. Die Wehrmacht übernahm den Schutz der Häftlinge und brachte sie ins Hotel “Pragser Wildsee”, das den Gefangenen eine sichere Bleibe bot, bis dort am 4. Mai 1945 amerikanische Soldaten eintrafen und die Befreiten übernahmen. In zwei Transporten, die am 8. und am 10. Mai 1945 aufbrachen, gelangten dann die Prominenten über Verona und Neapel nach Capri, wo ihre Odyssee durch halb Europa schließlich endete.

Die Ausstellung “Rückkehr ins Leben” wurde bereits gezeigt in Niederdorf, München, Dachau, Innsbruck, Brixen, Berlin und im Südtiroler Landesmuseum im Schloss Tirol. Am 22. Juli wird die deutsch-englische Fassung in Rastenburg in Polen eröffnet, wo sich Hitlers Hauptquartier befand. Weitere Stationen in Italien sind nach Toblach Fondi und Triest.

Zur Person des Ausstellungsmachers: Hans-Günter Richardi, geboren in Berlin, war mehr als dreißig Jahre lang als Redakteur der “Süddeutschen Zeitung” in München tätig. Als Schriftsteller arbeitet er auf zeitgeschichtlichem Gebiet. In seinen Büchern beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus. In “Schule der Gewalt” beschreibt er die Anfänge des Konzentrationslagers Dachau, in “Hitler und seine Hintermänner” setzt er sich mit der Frühgeschichte der NSDAP auseinander, und in “Bomber über München” befasst er sich mit dem Luftkrieg in den Jahren von 1939 bis 1945 am Beispiel der “Hauptstadt der Bewegung”. Richardi verfasste auch den “Dachauer Zeitgeschichtsführer”, der eingehend über die Geschichte der Stadt und des Konzentrationslagers Dachau im Dritten Reich unterrichtet. Über den Geiseltransport schrieb er zwei Bücher: “SS-Geiseln in der Alpenfestung” (erschienen in der Edition Raetia in Bozen) und “SS-Geiseln am Pragser Wildsee” (herausgegeben vom “ZeitgeschichtsArchiv Pragser Wildsee” in Prags).

Für seine Forschungsarbeit wurde Richardi mehrfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Träger der Verdienstmedaille des “Internationalen Dachau-Komitees” und der Bürgermedaille der Stadt Dachau sowie Ehrenmitglied der “Lagergemeinschaft Dachau”.

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Einende Relikte?

Vor wenigen Wochen wurden den Links in der Seitenleiste die faschistischen Relikte hinzugefügt, weil diese Seite – abgesehen von manchen Äußerungen, die im Gästebuch geduldet werden – einen wichtigen Zweck erfüllt: Zum einen handelt es sich um eine löbliche Sensibilisierungskampagne, andererseits werden die faschistischen Überbleibsel aber auch umfassend katalogisiert, archiviert und in ihren geschichtlichen Kontext gestellt. Die Enttarnung und Historisierung erfolgt also bereits auf virtuellem Wege, wodurch ein Teil der impliziten Forderung nach kollektiver Aufarbeitung bereits erfüllt wird.

Diese Arbeit würde eine Übersetzung ins Italienische verdienen, weil sie dann ein wunderbarer Beitrag zu einer gemeinsamen Geschichte wäre. Solange wir jedoch nur uns selbst erzählen, was wir großteils bereits wissen, werden wir keinen Konsens über den Umgang mit diesen frei herumstehenden, beschämenden Monumenten der Tyrannei erlangen.

Wie Historiker und Landtagsabgeordneter Hans Heiss am 9. September in der Kusanus-Akademie unterstrichen hat, wäre ein so gedankenloser Umgang mit faschistischer Symbolik »in Deutschland nicht möglich«. Arbeiten wir gemeinsam daran, dies auf Südtirol auszudehnen.

Siehe auch:

Arch+Raum Colonialismi Faschismen Geschichte | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | Hans Heiss | | Südtirol/o | Vërc | Deutsch

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Podiumsdiskussion.

Diesen Samstag, 9. September 2006 findet in der Cusanus-Akademie zu Brixen eine Podiumsdiskussion zum Thema »60 Jahre Friedensvertrag – 60 Jahre verwehrtes Selbstbestimmungsrecht« statt. Ab 14.20 Uhr sprechen auf Einladung des Südtiroler Schützenbundes folgende Tiroler Politiker:

  • Dr. Eva Klotz (Union)
  • DDr. Karl Zeller (SVP)
  • Pius Leitner (F)
  • Dr. Hans Heiss (Grüne)
  • Alois Wechselberger (MAS – F)
  • DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ)
  • Bundesrat Dr. Helmut Kritzinger (ÖVP)

Moderation: Dr. Eberhard Daum

Infos: [SSB]

Rätselhaft ist, warum die Teilnahme auf die »deutschsprachigen Parteien« (Zitat Schützenbund) beschränkt wird. Dennoch ist die Diskussion mit Sicherheit eine Chance, die grundsätzliche Haltung der vertretenen Parteien zum Thema Selbstbestimmung unter die Lupe zu nehmen.

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