Immersion in Kanada: Chancen und Risiken.
Erfahrungen aus dem Mutterland des Schulmodells

Sprachimmersion in der Schule ist ein Konzept, das in Kanada entwickelt wurde, wo es bis heute fast ausschließlich als french immersion bzw. immersion en Français bekannt ist. Das ist kein Zufall, denn es ist (wie auch hier beschrieben wird) keineswegs dasselbe, ob man Kinder einer Mehrheits- in eine Minderheitensprache badet oder umgekehrt. Eine Englisch-Immersion für Frankophone an einer öffentlichen kanadischen Schule muss man mit der Lupe suchen.

Interessant ist, was dem einschlägigen, mit Quellen belegten WikipediaEintrag zu french immersion in Kanada zu entnehmen ist.

Vorteile:

  1. Eine Studie habe gezeigt, dass die Immersion die akademische Leistungsfähigkeit steigern könnte.1)
  2. Schülerinnen beteiligten sich an Immersionsprogrammen, um berufliche Fähigkeiten zu trainieren und um bessere Anstellungsmöglichkeiten zu erlangen.2)
  3. Immersionsschülerinnen hätten ein höheres Maß an mentaler Flexibilität, was eine Fähigkeit sei, unabhängiger von Wörtern zu denken und ein höheres Bewusstsein für die Bildung von Konzepten zu haben, sowie eine diversifiziertere Intelligenz, als Schülerinnen im regulären Programm.3)
  4. Die Daten zeigten auch, dass Immersionsschülerinnen einen sprachlichen Vorteil hätten, da sie in der Lage seien, zwei unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, die alternative Möglichkeiten böten, dieselbe Information zu betrachten.4)
  5. Verständnis und Respekt für unterschiedliche Kulturen seien bei Immersionsschülerinnen größer. Zudem erlebten sie eine größere Befriedigung beim Erlernen einer neuen Sprache.5)
  6. Immersionsschülerinnen hätten auch bessere Möglichkeiten, ihre eigene Kultur oder ihre eigene Nation zu verstehen. So fuße Kanadas Identität darauf, dass es zwei Amtssprachen — Englisch und Französisch — gibt. Immersionsschülerinnen hätten die Möglichkeit, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, was es bedeute, Kanadierin zu sein.6)

So weit, so wunderbar. Ähnlich wie die Tatsache, dass dieses Modell im Mutterland der Immersion — das zudem, anders als Italien, kein mononationaler Staat ist — fast ausschließlich den Sprecherinnen der englischen Mehrheitssprache angeboten wird, werden aber in Südtirol von Befürworterinnen der (paritätischen) Immersion meist die damit zusammenhängenden Nachteile bzw. Herausforderungen ausgeblendet. Die im Wikipedia-Eintrag unter anderem wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Zahlreiche Immersionsschülerinnen erreichten keine erstsprachenähnlichen Fähigkeiten in Französisch.7) Dies könne teilweise darauf zurückzuführen sein, dass sie sich teilweise weigerten, Französisch außerhalb des Klassenraums zu sprechen, was wiederum davon herrühren könnte, dass sich diese Schülerinnen nicht ausreichend vorbereitet oder mit Kenntnissen ausgestattet fühlten, die Sprache tatsächlich zu sprechen.8)
  2. Immersionsgrundschülerinnen hätten oft Schwierigkeiten, wenn sie in eine einsprachig englische Oberschule wechselten. Dies führe einem Bericht des Toronto Star zufolge häufig zu Problemen sowohl mit sprachlichen, als auch mit fachlichen Lücken in ihrem Lernen.9) Schülerinnen, die hingegen Zugang zu einer Oberschule mit Immersion hätten, könnten sich überfordert fühlen, wenn sie schwierige Inhalte in Mathematik und Naturwissenschaften in ihrer zweiten Sprache erlernen müssten. Auch Lehrkräfte könnten an solchen Schulen überfordert sein, wenn sie in diesem Kontext nur Französisch sprechen dürften; sie könnten sich unwohl fühlen, wenn in ihren Klassen Englisch benützt werde, um Wortschatz und komplexe Inhalte zu festigen.10) Manche Expertinnen empföhlen, in Schulämtern und Ministerien über den Gebrauch der englischen Sprache im Immersionskontext zu diskutieren, wenn es ums Erlernen komplexer Inhalte in Mathematik und Naturwissenschaften gehe.11)
  3. Es sei für Schulen in Kanada extrem schwierig, Lehrkräfte zu finden, die perfekt Französisch beherrschen und gleichzeitig Erfahrung und Nachweise für exzellente Lehrfähigkeiten in den unterschiedlichen Fächern haben, die sie zum Beispiel an Grundschulen unterrichten müssen. Ein Schulamt im Großraum Toronto habe 2017 berichtet, dass 80% der Direktorinnen kürzlich mitgeteilt hätten, es sei extrem schwierig, Französisch sprechende Lehrkräfte auf dem Niveau der Englisch sprechenden zu finden.9) […] Die Provinz Ontario habe geplant, ihre erste einsprachig französische Universität zu gründen, was das Personalproblem mildern könnte.12)
  4. Die Studie einer Doktorandin in Schulpolitik an der Universität Toronto habe die Problematik thematisiert, dass Immersionsklassen vielerorts zu einer Zweiklassenschule geführt hätten. Sie beschreibe ein System, wo die intelligenten, motivierten Kinder in die Französischklassen getrichtert würden, während alle anderen in den Englischklassen zurückgelassen würden, die als faktische Niedrigklassen gesehen werden könnten. Die Autorin habe eine an einer Schule in Vancouver durchgeführte Studie thematisiert, die im British Journal of Sociology of Education publiziert wurde, die zum Schluss kam, dass Immersionsprogramme als Cream-Skimming-Phänomen (Entrahmungsphänomen) wirkten, das weißen Eltern aus der Mittelschicht Zugang zu höherem sozialen Status und Prestige gebe.9)
  5. Ein Bericht des Canadian Council on Learning habe ein Scheitern vieler Schülerinnen beim Erlernen von Französisch festgestellt. Obschon die meisten kanadischen Schulkinder Englisch oder Französisch als Zweitsprache in der Schule lernten, führe dies oft nicht zu einer funktionalen Zweisprachigkeit. Die French Second Language Commission der zweisprachigen Provinz New Brunswick habe kürzlich berichtet, dass weniger als 1% der Schülerinnen, die 1994 in das Core-French-Programm eingeschrieben worden seien, bis 2007 das in der Provinz festgelegte Minimum erreicht hätten. Und weniger als 10% der Schülerinnen, die 1995 in die französische Frühimmersion eingeschrieben worden seien, hätten dieses Minimum bis 2007 erreicht.13)
  6. In 2008 sei die Französisch-Immersion in der Vancouver Sun 14) 15) dafür kritisiert worden, dass sie zu einem Weg für bessergestellte sozioökonomische Gruppen geworden sei, eine öffentlich finanzierte Elitebildung zu erhalten. Da niedrigere sozioökonomische Gruppen sowie Kinder mit Lern- und Verhaltensstörungen in Immersionsklassen weniger vertreten seien, habe sich eine Situation herausgebildet, in der ehrgeizige Familien Immersion mehr wegen des Streamings als wegen der Sprache wählten.
  7. Der Besuch von Immersionsklassen sei in Kanada für Migrantinnen schwierig geworden, weil Schulverwaltungen und Expertinnen der Schulämter argumentierten, dass bereits der Erwerb von Englisch als Zweitsprache eine große Herausforderung für die Schülerinnen sei.16) Die begrenzte Zugänglichkeit von Französisch-Immersionsprogrammen für die, die Englisch lernen, sei sehr ähnlich, wie bei Schülerinnen mit besonderen Erfordernissen. Als Ergebnis machten Medien Immigrantinnen für die abnehmende Zahl von Zweisprachigen in Kanada verwantwortlich, während die Zugewanderten nach Möglichkeiten suchten, zweisprachig zu werden.

Siehe auch:

1) Barik, H.C., and M. Swain (1978). Evaluation of a French immersion program: The Ottawa study through grade five. Canadian Journal of Behaviour Science, 10(3), S. 201.
2) Makropoulos, J. (2009). Gaining access to late French-immersion programs: Class-based perspectives of Canadian students in an Ottawa high school. Bilingual Research Journal, 32, S. 327.
3) Lazaruk, W. (2007). Linguistic, academic, and cognitive benefits of French immersion. The Canadian Modern Language Review, 63(5), S. 617.
4) Lazaruk, W. (2007). Linguistic, academic, and cognitive benefits of French immersion. The Canadian Modern Language Review, 63(5), S. 621.
5) Lazaruk, W. (2007). Linguistic, academic, and cognitive benefits of French immersion. The Canadian Modern Language Review, 63(5), S. 622.
6) Nagy, P., & Klaiman, R. (1988). Attitudes to and impact of French immersion. Canadian Journal of Education, 13(2), S. 275.
7) Roy, S. (2010). Not truly, not entirely…’Pas comme les Francophones’. Canadian Journal of Education, 33(3), S. 550
8) Macintyre, P., Burns, C., & Jessome, A. (2011). Ambivalence of communicating in a second language: A qualitative study of French immersion students’ willingness to communicate. The Modern Language Journal, 95(1), S. 94.
9) Maharaj, Sachin (9. November 2017). “Breaking the spell of French immersion”. – Toronto Star.
10) Culligan, K (2015). “Student and Teacher Perceptions of First Language Use in Secondary French Immersion Mathematics Classrooms”. Alberta Journal of Educational Research. 61 (1): 15.
11) Turnbull, Cormier, Bourque, M, M, J. “The First Language in Science Class: A Quasi-Experimental Study in Late French Immersion”. Modern Language Journal. 95: 195.
12) Gordon, Andrea (20. November 2017). “GTA board to decide fate of French immersion amid ‘staffing crisis. – Toronto Star.
13) “Parlez-vous français? The advantages of bilingualism in Canada”. Canadian Council on Learning. 2008. S. 6.
14) Gardner, D. The Vancouver Sun, 26. Juli 2008
15) “French immersion is education for the elite”. canada.com. 26. Juli 2008.
16) Canadian Council on Learning. “Lessons in learning: French-Immersion education in Canada”. Canadian Council on Learning.

Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Recht Scola Service Public Wissenschaft | CLIL/Immersion | | | Canada | | Deutsch

Besser keine Ärztin, als einsprachig deutsch.

Aus einer Pressemitteilung des Südtiroler Landtags geht unter anderem folgendes hervor:

Eine Südtiroler Bürgerin, die mehrere Jahre in Österreich arbeitete und daher der italienischen Sprache nicht ausreichend mächtig ist, wurde in der Notaufnahme des Krankenhauses Brixen von einer Ärztin behandelt, berichtete die Süd-Tiroler Freiheit. Sie war zwar sehr freundlich, sprach jedoch kein Wort Deutsch. Nur mit großer Mühe konnte die Patientin den Erklärungen der Ärztin folgen. Die Fragen an die Landesregierung: Was sagt die Landesregierung zur Tatsache, dass im Gesundheitswesen das Recht der Patienten auf Gebrauch ihrer Muttersprache immer wieder missachtet wird? Wird die Landesregierung das Landeskrankenhaus Brixen zur Einhaltung der Verpflichtung der Ärzte und Pfleger zur Zweisprachigkeit mahnen? Was empfiehlt die Landesregierung den betroffenen Patienten, wenn diesen – als wäre dies fast schon selbstverständlich – das Recht auf Gebrauch ihrer Muttersprache verwehrt wird? Was konkret unternimmt die Landesregierung, damit die Ärzte in Südtirol möglichst zweisprachig sind?
Man wisse, dass es in diesem Bereich Probleme gebe, antwortete die Landesregierung. Es sei auch kaum möglich, Personal aus Österreich oder Deutschland einzustellen, das [sic] es hier Einwände der Ärztekammer gebe. Daher seien derzeit viele Ärzte aus Oberitalien hier tätig. Man wolle nun ein neues Angebot mit den Gewerkschaften klären, sodass Sprachkurse auch während der Arbeitszeit möglich werden.

Wenn es dafür noch Bedarf gegeben hätte, haben wir es hier schwarz auf weiß. Es heißt zwar immer wieder »besser eine einsprachige Ärztin, als gar keine«, doch das gilt nur für einsprachig italienische. Andersherum folgt die Gesetzeslage — und der eifrige Einsatz des römischen Gesundheitsministerium — eher dem Prinzip »besser gar keine Ärztin, als eine einsprachig deutsche«. Es gibt also, wie ich bereits bemerkt hatte, Bürgerinnen erster Klasse (die, die Staatssprache als Muttersprache haben) und letzter Klasse (die, die nur auf dem Papier gleichgestellte deutsche Sprache als Muttersprache haben).

In Zeiten von Personalmangel könnte eine Übergangslösung zur Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht und zur Wahrung der Rechte von Patientinnen sein, neben einsprachig italienischen auch einsprachig deutsche Ärztinnen zu beschäftigen. Dann könnte man Patientinnen — insbesondere da, wo die Verständigung andernfalls schwierig wäre — Ärztinnen der jeweiligen Sprache zuzuweisen versuchen.

Wie wichtig Sprache im Gesundheitswesen und wie riskant Sprachbarrieren sind, zeigt unter anderem das hier jüngst in Ansätzen thematisierte Papier aus Kanada.

Siehe auch:

Discriminaziun Gesundheit Gewerkschaften Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Politik Recht Service Public Vorzeigeautonomie | Zitać | | | Canada Deutschland Italy Österreich Südtirol/o | Land Südtirol Sabes STF Südtiroler Landtag | Deutsch

Language Barriers in Health Care.
Quotation 547

In Canada there are four constituencies who may face barriers to health care due to having a nonofficial first language: First Nations and Inuit communities, newcomers to Canada (immigrants and refugees), Deaf persons, and, depending on location of residence, speakers of one of Canada’s official languages. Access to necessary health services is a right of every Canadian as guaranteed by the Canada Health Act of 1984. However, access has generally been interpreted to mean the absence of explicit financial barriers to care.

It is generally agreed that the best communication is achieved where health care providers and patients speak the same language.

There is compelling evidence that language barriers have an adverse effect on initial access to health services. These barriers are not limited to encounters with physician and hospital care. Patients face significant barriers to health promotion/prevention programs: there is also evidence that they face significant barriers to first contact with a variety of providers.

Recent research that includes the variables of both ethnicity and official language proficiency suggests that in many cases, language, rather than cultural beliefs and practices of patients, may be the most significant barrier to initial contact with health services.

Language barriers have been associated with increased risk of hospital admission, increased risk of intubation for asthmatics, differences in prescribed medication, greater number of reported adverse drug reactions, and lower rates of optimal pain medication. There is also preliminary evidence that such barriers are related to less adequate management of chronic diseases such as asthma and diabetes.

Quality of care for those who are not fluent in an official language is affected through interaction with health professionals who may, because of language barriers, fail to meet ethical standards in providing health care. Language barriers may result in failure to protect patient confidentiality, or to obtain informed consent.

Patients who do not speak the same language as their health care providers consistently report lower satisfaction than those who share the same language as their providers.

A review of the literature reveals consistent and significant differences in patients’ understanding of their conditions and compliance with treatment when a language barrier is present. Findings from these studies are consistent with general research on provider-patient communication, which finds that communication is a key factor in patient adherence to the treatment plan.

Reliance on family members, or untrained interpreters recruited on an ad hoc basis (the most common responses to language barriers in Canada today) poses too many risks to be acceptable.

There is also evidence that language barriers contribute to inefficiencies within the health system.

As evidence related to costs and benefits has mounted however, there is a realization that provision of language access services may result in cost savings to both the health system and the larger society. The focus on reducing health care costs may therefore also serve as an impetus for developing strategies to address language barriers.

excerpted from Sarah Bowen, B.A., M.Sc., Language Barriers in Access to Health Care, 2001; underlinings by

See also:

Comparatio Datenschutz Gesundheit Grundrechte Kohäsion+Inklusion Migraziun Minderheitenschutz Plurilinguismo Publikationen Service Public Wissenschaft | Best Practices Zitać | | | Canada | | English

Autodeterminazione e principio democratico.
Quotation 522

Ieri, nell’ambito del processo politico contro il movimento indipendentista catalano, è stato interrogato anche l’ex ministro agli affari esteri del governo di Carles Puigdemont (PDeCAT), Raül Romeva (ERC), dalla cui deposizione voglio qui citare alcuni passaggi che considero fondamentali:

Sono diplomato in scienze economiche e dottore in relazioni internazionali con una tesi di dottorato sul ripristino postbellico in Bosnia-Erzegovina, entrambi i titoli conseguiti presso l’Università Autonoma di Barcellona.

Ho iniziato a militare sin dall’inizio nel Movimento per la Pace, infatti sono obiettore di coscienza al servizio militare obbligatorio, e a partire da lì la mia carriera professionale è sempre stata legata alla prevenzione di conflitti, alla risoluzione di conflitti e alla cultura della pace. Difatti ho lavorato come ricercatore sulla pace nel Centro UNESCO in Catalogna, poi nella scuola di cultura della pace dell’Università Autonoma di Barcellona, sono stato coordinatore di campagna per il disarmo e la prevenzione di conflitti Intermón-Oxfam, responsabile dell’ufficio in Bosnia-Erzegovina dell’UNESCO, ho lavorato per vari anni in campi per rifugiati nei Balcani e sono stato supervisore in vari processi elettorali per l’OCSE, sempre nei Balcani. Inoltre sono stato professore di relazioni internazionali, cultura della pace, risoluzione di conflitti soprattutto presso l’Università Autonoma di Barcellona, ma anche in altre università.

Personalmente ho sempre compreso il diritto all’autodeterminazione come un diritto che si evolve, un diritto che come tutti i diritti non rimane circoscritto solamente a un dato momento, ma che si evolve col [passare del] tempo. E infatti è vero — ed è stato un dibattito che giudico interessante svolgere, lo ha fatto notare anche il pubblico ministero settimana scorsa quando è intervenuto — in relazione al fatto che il diritto all’autodeterminazione è un diritto che è circoscritto esclusivamente […] ai casi di decolonizzazione. E certamente questo è vero in parte, ma in quanto diritto che si evolve è un diritto che ha acquisito nuove accezioni attraverso la sua applicazione.

Inoltre è evidente […] che non c’è nemmeno un unico trattato internazionale, un unico trattato europeo che vieti esplicitamente l’esercizio del diritto all’autodeterminazione. Non esiste. E nemmeno nel caso della costituzione spagnola esiste una disposizione specifica che vieti tale diritto. Dirò di più: è stato menzionato […] l’articolo 1 del Patto sui diritti civili e politici delle Nazioni Unite dell’anno ’66, che la Spagna ha firmato e ratificato nel ’77 [e che] dice esplicitamente che i popoli hanno diritto a decidere il loro futuro. E visto che la Spagna è firmataria e ha ratificato tale trattato, intendo che incorpora questa visione nel suo ‘acquis’ legislativo. Ma per ultimo in relazione a questo punto: se qualcuno crede che l’esercizio del diritto all’autodeterminazione sia una chimera, o perfino qualcosa di aneddotico, mi piacerebbe semplicemente mettere sul tavolo un dato […]: dal 1900, ossia in tutto il 20° secolo e in quel che è trascorso del 21°, ci sono stati 106 referendum di autodeterminazione. 106. Di questi 106, 54 si sono tenuti a partire dall’anno 1991, cioè negli ultimi 25-30 anni; di questi 54, 26 sono avvenuti senza e 28 con l’autorizzazione dello stato di appartenenza. Con ciò intendo dire che in nessun modo si può considerare l’esercizio del diritto di autodeterminazione come qualcosa di aneddotico. Si è verificato in numerose occasioni e in contesti molto differenti — molto differenti, questo è vero, e sicuramente alcuni non si possono comparare fra di loro, ma si è verificato. E pertanto è normale, dal punto di vista di chi, come noi, l’ha sostenuta e la sostiene, pensare che questa non sia un’utopia […] bensì qualcosa di perfettamente fattibile, e che inoltre — ribadisco — non è vietata esplicitamente da nessun testo giuridico né internazionale né europeo.

Quando dico che sono europeista, lo dico fondamentalmente perché difendo un progetto europeo basato sui diritti e le libertà, basato sulla non discriminazione per ragioni di genere, di identità sessuale, di orientamento sessuale, di età, di origine, di razza, di lingua, di religione. Lo dico perché credo in un’Europa basata sull’uguaglianza, la fraternità… tutti valori repubblicani.  Per questo sono repubblicano. Quando sostengo la Repubblica catalana… difendendo i valori in Catalogna li si difende anche con quelle popolazioni in Spagna e in Europa che li condividono. E quindi è un progetto che non va contro nessuno. Quando dico che sono un democratico, repubblicano ed europeista lo dico perché esprimo dei valori al di sopra di una circostanza temporanea.

Questa per me è la chiave, la chiave intesa come la pietra che porta tutta la struttura: […] la chiave del nostro posizionamento, del nostro comportamento, delle nostre intenzioni ha a che fare con il principio democratico. Principio democratico che nei termini della costituzione spagnola significa che, posto che la costituzione in nessuno dei suoi articoli vieta esplicitamente di esercitare il diritto all’autodeterminazione, è questione di volontà politica trovare la formula per esercitarlo. Questo è il principio democratico come lo vediamo noi. Ma questo principio democratico non lo abbiamo inventato noi, bensì emerge da [considerazioni fatte da] Vostri colleghi, se mi permettete — dal Tribunale Supremo del Canada, che in una sentenza dell’anno ’98 in relazione al Québec, dice esplicitamente: quando una parte significativa della popolazione in maniera civile, pacifica, reiterata e persistente sollecita, in base al principio democratico, che sia trattata una questione che considera importante e fondamentale per la sua vita, l’obbligo e il dovere del potere costituito è quello di mettere a disposizione i meccanismi necessari perché tale questione possa venire trattata. Pertanto, ciò che abbiamo fatto è basarci fondamentalmente sul principio democratico. E inoltre nel trattato dell’Unione Europea, ed è una cosa che conosco un po’, è una cosa che si trova in termini di eguaglianza — non di più, ma neanche di meno — rispetto al principio di legalità: uguali, il principio democratico e il principio legale.

Affermo che rifiutare [sic] le proposte che fanno le cittadine e i cittadini catalani per poter trattare una questione che li riguarda o che considerano fondamentale per la loro vita, non solo non si può considerare incostituzionale, perché ciò è contrario a quello che potremmo considerare la moralità costituzionale o il principio di legittimità democratica; ma è perfettamente compatibile con ciò che dovremmo intendere come dialogo costituzionale continuo. Perché in realtà, per noi che consideriamo le costituzioni non come dei testi sacri iscritti nel marmo […], per noi che pensiamo che le costituzioni sono testi dinamici, che devono evolversi come si evolvono le società, il dialogo costituzionale è uno strumento che fondamentalmente rafforza la legittimità della costituzione. Le democrazie più consolidate sono precisamente quelle in cui la costituzione si è riformata e si è evoluta col tempo, adattandosi ai cambiamenti.

Trascrizione, traduzione e evidenziazioni:

Vedi anche:

Democrazia Grundrechte Politik Recht Selbstbestimmung | Zitać | Raül Romeva | | Canada Catalunya Québec Spanien | EU PDeCAT UNESCO UNO | Italiano

Hochqualifizierte? Nein, danke.

Das Pew Research Center hat am 22. Jänner die Ergebnisse einer neuen Studie zum Thema Immigration veröffentlicht. Dabei wurde in zwölf Staaten erhoben, wie die jeweilige Bevölkerung zur Einwanderung hochqualifizierter Migrantinnen steht.

Mit 88% sprach sich in Schweden der größte Anteil der Befragten dafür aus, Menschen mit hoher Qualifikation zur Einwanderung zu ermutigen. Nur 11% würden sich dort diesem Ansinnen widersetzen.

Nur in Israel (42%) und Italien (35%) kann sich weniger als die Hälfte der Bevölkerung für die Einwanderung von qualifizierten Fachkräften erwärmen. Rund die Hälfte der Befragten sprach sich sogar explizit dagegen aus.

Siehe auch:

Migraziun Umfrage+Statistik Wirtschaft+Finanzen | | | | Canada Deutschland France Griechenland Italy Spanien United Kingdom USA | Pew Research | Deutsch

Einwanderung: Gut oder schlecht?

Zwischen dem 4. und dem 17. Jänner 2019 wurde für das World Economic Forum in 29 größeren Staaten (fast) aller Weltregionen eine Umfrage zum Thema der Globalisierung durchgeführt.

Ich will hier die Frage zur Einwanderung unter die Lupe nehmen. Diesbezüglich sticht nämlich Europa (aufgeteilt in »West« und »Ost mit Zentralasien«) als die einzige Weltregion heraus, in der eine negative Einstellung vorherrscht.

Weltweit stimmen durchschnittlich 57% aller Befragten der Aussage zu, dass Immigrantinnen für das eigene Land eher gut sind.

Unter diesem Durchschnitt befinden sich nur Lateinamerika und Karibik (55%), Westeuropa (46%) sowie Osteuropa und Zentralasien (40%). Im asiatischen Süden haben hingegen fast drei Viertel der Menschen eine positive Einstellung zur Immigration.

Sieht man sich die nach einzelnen Staaten aufgeschlüsselten Ergebnisse an, herrscht in Saudi Arabien bei fast 80% der Menschen die Auffassung vor, dass Immigrantinnen für das eigene Land positiv seien. Es folgen Ägypten und Indien (beide 78%), Kanada (72%) und China (70%).

Von den fünf westeuropäischen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, sind die Menschen nur im Vereinigten Königreich (60%) und Spanien (58%) mehrheitlich der Meinung, dass Immigration für ihr Land gut sei. Damit liegen sie auch über dem weltweiten Durchschnitt von 57%.

Was Osteuropa und Mittelasien betrifft, halten sich positive und negative Einstellungen in Rumänien und in der Ukraine (beide 49%) die Waage, während in Polen (33%) und Russland (32%) nur ein Drittel der Menschen überzeugt sind, dass sich Immigration eher positiv auswirkt.

Schlusslicht ist Italien (30%), wo die Auffassung vorherrscht, dass die Zugewanderten für das Land eher schlecht seien.

Es gilt zwar zu berücksichtigen, dass es sich hier um eine ziemliche utilitaristische Betrachtung von Zuwanderung handelt. Doch die Werte dürften auch ein guter Indikator für die grundsätzliche Einstellung zur Migration sein.

Siehe auch:

Migraziun Racism Umfrage+Statistik | | | | Canada China Deutschland Europa Italy Russia Spanien Ukraine United Kingdom USA | WEF | Deutsch

Uniformity creates intolerance.
Quotation 511

A society which emphasizes uniformity is one which creates intolerance and hate.

Pierre Elliott Trudeau (1918-2000), 15th Prime Minister of Canada (1968-1979 and 1980-1984), father of Justin Trudeau, 23th and current Prime Minister.

See also:

Feuilleton Kohäsion+Inklusion Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik | Zitać | | | Canada | | English