Repetto: Militari gratis sui mezzi.

Dopo gli skipass ai Carabinieri e alle loro famiglie, approdiamo ai viaggi gratuiti per l’esercito. Secondo il proponente Sandro Repetto, consigliere provinciale del PD, la presenza di militari in borghese su treni e bus in Sudtirolo farebbe aumentare la sicurezza — per cui i loro viaggi di servizio dovrebbe pagarli la collettività.

È questo il senso della sua mozione numero 77/19 presentata alla dieta sudtirolese, atta a estendere il privilegio dalle militari in divisa anche a quelle in borghese. Se davvero il criterio è quello della (supposta) sicurezza, forse dovremmo far viaggiare gratuitamente anche le guardie giurate, chi pratica le arti marziali o chi ha un abbonamento del fitness. Lasciando le strade in mano ai criminali.

Forse però, invece di rincorrere le destre sulla militarizzazione della vita quotidiana, si potrebbe pensare a rendere tout court gratuiti i mezzi pubblici sudtirolesi, così da dare un vero contributo sociale e anche ambientale. Il Lussemburgo dall’1 marzo 2020 seguirà proprio quella strada.

P.S.: si è sempre detta favorevole alla smilitarizzazione del Sudtirolo sull’esempio delle isole Åland.

Vedi anche:

Militär Mobilität Politik Service Public Sicherheit Soziales und Arbeit Wirtschaft+Finanzen | | | | Åland Lëtzebuerg Südtirol/o | PD&Co. Südtiroler Landtag | Italiano

DiePosthinterlässtweitereHinweise.

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass es der italienischen Post an Einfallsreichtum mangle, wenn es um die systematische Missachtung der Zweisprachigkeit in Südtirol geht. Mit ihrer feinen Art, sich über gesetzliche Vorschriften hinwegzusetzen und — anders kann man es nicht nennen — die Bürgerinnen deutscher Zunge zu verarschen, überrascht sie immer wieder neu. So zum Beispiel auch mit einem HinweisfürNichtzustellung (bitte nicht mit dem fast genauso unbrauchbaren Hinweis auf lagernde Korrespondenz verwechseln), von dem mir heute ein Foto zugeschickt wurde.

Der Versuch einer originalgetreuen Wiedergabe:


HinweisfürNichtzustellung

[…]

Sendung “postapatente” den/die Führerschein/Zulassungsbescheinigungenthält, durchzuführen.

Wir informieren Sie, senden verfügt über angegebenen im Postamt: [italienische Bezeichnung und Adresse des Postamts], ab 08:20 die 02/04/2019.
Im Postamt beobachtet die folgenden Stunden der Öffnung für die Öffentlichkeit
– Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 13.35
– SA. aus 08:20 zu 12.35

Uhr des darau- olgenden Tages dieses Hinweises, lagert:

Bezahlung von in Wertzeichen 5,87 € nötig.

Zur Abholung der Sendung ist die Zahlung per Nachnahme von 5,87 € nötig.

Wir errinern Sie daran, dass die Sendung für 60 Tage im obengenannten Postamt hinterlegt wird.

Nach der angegebenen Verfallfrist, wird das Schreiben den Ministerium für Transport und Infrastruktur zur Vernichtung/Annullierung zugesandt.

Für weiter Informationen steht Ihnen die Homepage www.ilportaledellautomobilista. it. zur Verfügung.

[…]

Betrag und Datum geändert.

Als das Land Südtirol vor wenigen Jahren die Zuständigkeit für die Ahndung von Zwei- und Dreisprachigkeitsverletzungen übernehmen wollte, sprach sich die zuständige Präfektin Elisabetta Margiacchi dagegen aus, weil das Regierungskommissariat diese Tätigkeit bereits »aufmerksam und kontinuierlich« sowie »sorgfältig und unparteiisch« ausübe. Das Ergebnis sehen wir täglich im Umgang mit Ämtern, Behörden und Konzessionären öffentlicher Dienste.

Vor fast genau einem Jahr hatte Margiacchis Nachfolger Vito Cusumano versprochen, dass alle Formulare der Post »bald« — gemeint ist »bald ein halbes Jahrhundert nach Inkrafttreten des Autonomiestatuts« — zweisprachig werden. Wir warten geduldigst und ergebenst.

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Postdienst Sprachpfusch Vorzeigeautonomie Zuständigkeiten | Bilinguismo negato Zitać | | | Südtirol/o | | Deutsch

Grenzenlos.
Wie unsichtbar können Grenzen sein?

von Sigmund Kripp

In der EU gibt es keine Grenzen mehr, sagt man uns seit vielen Jahren. Vor allem die Öffnung des Brenners im Jahr 1995 wurde hier in Tirol groß gefeiert und als Überwindung sicht- und fühlbarer Grenzen gefeiert. Ich betone »sichtbar« und »fühlbar«, denn verwaltungsmäßig bleibt der Brenner weiter eine deutliche Grenze. In den Staaten, die er trennt (oder vereint?) herrschen verschiedene Gesetze: Steuern, Sozialsysteme, Wahlrecht, Wirtschaftsrecht, Umwelt und Verkehr werden recht unterschiedlich gehandhabt. Vor allem aber das Sichtbare der Grenze ist stark erhalten geblieben: Auf beiden Seiten des Brenners verabschieden bzw. begrüßen die Reisenden Schilder zur jeweiligen Region und Hoheitszeichen der beiden Staaten. Auf der Reise nach Süden kommt zuerst das ITALIA-Schild, dann das Schild der Region Trentino-Südtirol und schließlich das Werbeschild des Tourismuslandes Südtirol. Die Reisenden werden also durchaus bewusst und massiv auf die Tatsache hingewiesen, dass sie jetzt in ein anderes Land, in einen anderen Staat fahren.

Warum schreibe ich das?

Ich war gerade in Irland und habe zum ersten Mal im Leben auch Nordirland besucht! Beim Hineinfahren habe ich die Staatsstraße N3 von Cavan nach Enniskillen benutzt, die in Nordirland zur A509 wird. Ich habe mich darauf vorbereitet und wollte den Grenzübergang erkennen, ich war sehr neugierig, wie der sich wohl darstellt. Wir fuhren die Straße entlang, nicht zu schnell, um nur ja nicht diesen Grenzpunkt zu versäumen. Ich hielt mich auch an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen und wunderte mich über die 30 km/h in einem Dorf, dachte, aha, die wollen auch den Durchzugsverkehr bremsen, recht haben sie! Aber die anderen Autos überholten mich skrupellos. Und da kam es mir geschossen: Wir sind schon längst im Vereinigten Königreich und die Geschwindigkeiten werden in mls/h angegeben und nicht in km/h! Das hieß im Umkehrschluss: Wir haben die Grenze nicht wahrgenommen! Trotz erhöhter Aufmerksamkeit von drei Passagieren im Auto!! Die Grenze war UNSICHTBAR! Kein „good-bye“-Schild, kein Regionalschild, nichts: Nicht die Spur von einem Hoheitszeichen! Ich, wir, waren baff! So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen, dass der Übergang zwischen zwei Staaten durch absolut GAR KEIN Zeichen dargestellt wird! Unglaublich! Wir sind dann die Runde durch Nordirland weiter gefahren, haben die leidgeprüfte Stadt Derry besucht, den prachtvollen Giant’s Causeway und Torr-Head, jenen Punkt, wo Irland der Britischen Hauptinsel am nächsten liegt, gegenüber vom Mull of Kintyre, das Paul McCartney in einem seiner Songs besingt und von wo eine meiner Urgroßmütter stammt, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir nahmen uns vor, auf der Rückreise ebenso aufmerksam nach Zeichen der Grenze Ausschau zu halten! Wir nahmen die nordirische A1 von Newry nach Süden, wo sie in der Republik Irland zur N1 wird. Beides sind Autobahnen. Ich wusste, wo die Grenze kommen würde und bat die Kinder, ebenfalls ganz genau hinzuschauen, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass an einer großen Autobahn gar kein Hoheitszeichen angebracht sein würde. Wir fuhren also wieder verlangsamt der Route entlang und sahen — nichts! Denn wieder war es nur die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120, die mir klar machte: das können nicht Meilen sein!! Wir waren zum zweiten Mal über eine komplett unsichtbare Grenze gefahren!

Was nehme ich aus diesem Erlebnis mit? Erstens, dass unsere schöne Brennergrenze gar nicht so unsichtbar und unfühlbar ist, wie uns von vielen verkauft wird. Und zweitens verstehe ich jetzt viel besser, warum diese Grenze dermaßen stark auf den Brexit einwirkt! An ihr wollen beide Seiten wirklich aus ihrer gemeinsamen, oft sehr bitteren Geschichte heraustreten und einen Neubeginn leben! Und deswegen tut es offensichtlich beiden Seiten so weh, wenn diese Grenze nicht nur wieder sichtbar wird, sondern sogar zur EU-Außengrenze werden soll! Ich habe keinen Menschen getroffen, der mit dem Brexit glücklich gewesen wäre! Weder in der Rebublik Irland, noch in Ulster, der UK-Provinz. Wieder wird eine relativ kurze Grenze zum gordischen Knoten auf diesem Kontinent! Was bleibt, ist eine große Nachdenklichkeit und ein noch größeres Unverständnis über den Brexit. Europa hat schon sehr viele gute Taten hinter sich und verdient es nicht, von ein paar egoistischen Politbewegungen auseinandergenommen zu werden.

Am 26. Mai haben wir die Gelegenheit, dies zu bedenken!

Comparatio Grenze Mobilität Politik | Brexit Europawahl 2019 | Sigmund Kripp | | Euregio Europa Irland Nord-/Osttirol Nordirland Südtirol/o United Kingdom | EU | Deutsch

Berlin: Frauen fahren günstiger.
Equal Pay Day

Noch bis Mitternacht können Frauen zum heutigen deutschlandweiten Equal Pay Day Fahrscheine des Berliner Nahverkehrsbetreibers BVG 21% günstiger erwerben. Das gilt nicht nur für Einzelfahrten und Tagestickets, sondern — mit Einschränkungen — auch für heute gekaufte Monats- und Jahreskarten. Die 21% entsprechen dem aktuellen Gender Pay Gap in Deutschland.

Auf den Vorwurf der Diskriminierung antwortete der öffentliche Betrieb mit dem Hinweis, dass der geringere (durchschnittliche) Verdienst  auch ungerecht sei. In jedem Fall seien die Kontrolleurinnen angewiesen, die Geschlechtsangabe nicht streng zu kontrollieren, berichtete die Berliner Zeitung (BZ) in Berufung auf die BVG.

Siehe auch:

Feminæ Mobilität Service Public Soziales und Arbeit Wirtschaft+Finanzen | affirmative action | | | Deutschland | | Deutsch

Aussperrkultur macht in Bozen halt.

Im Rahmen des Projektes Drehkreuz 2.0 — kein Witz! — wird der Schienennetzbetreiber RFI viele Bahnhöfe mit sogenannten Vereinzelungsanlagen versehen. Begonnen wird in italienischen Großstädten sowie im Trentino und in Südtirol. Schon bald soll es also in Bozen nicht mehr möglich sein, den Bahnhof (oder wenigstens die Bahnsteige) ohne gültigen Fahrausweis zu betreten.

Gefordert wurde diese Maßnahme übrigens von Gewerkschaften zum Schutz der Passagiere und der Bahnbediensteten, weil die hierfür primär zuständige Bahnpolizei angeblich nicht imstande sei, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Schöne Welt.

Gewerkschaften Mobilität Polizei Service Public Sicherheit | | | | Italy Südtirol/o Trentino | RFI | Deutsch

Toninelli gegen Verkehrsminderung.

Schon interessant, diese Fünfsternebewegung, die mit großen Idealen (dafür aber frei von Ideologien) angetreten war und nun so gut wie alles der Beliebigkeit preisgibt. Unter anderem war die Partei — die keine sein will — ökologisch gesinnt. Wer erinnert sich nicht an die Kreuzzüge gegen Müllverbrennungsanlagen?

Dass nun der verschrobene Verkehrsminister dieser Partei, Danilo Toninelli, für eine Senkung der Autobahnmaut eintritt, darüberhinaus aber auch noch den Anwalt des Frachtgewerbes spielt und in Brüssel gegen die schwerverkehrsmindernden Maßnahmen der Nord-/Osttiroler Landesregierung interveniert, ist… nun ja… Man sehe sich die Wahlergebnisse in den Abruzzen (vor zwei Wochen) und auf Sardinien (heute) an.

Glaubwürdig geht jedenfalls anders.

Siehe auch:

Ecologia Mobilität Politik | | | | Italy Nord-/Osttirol | 5SB/M5S A22 | Deutsch

Die nehmen uns die Bildung weg!
Ein »Einzelfall«

von Silvia Rier

Ich habe gestern den — bedingten — Fehler gemacht, in den Bus um halbzwei zu steigen. Er war voller Schüler, die natürlich alle seelenruhig sitzen blieben (ich war nicht das einzige stehende Mittelalter im Bus). Man ist’s gewohnt (wann hat das eigentlich angefangen?!), dass die Jugend auch ältere Mütterchen als ich es bin ungerührt im Mittelgang stehen lassen, von Bozen bis auf den Berg hinauf (immerhin etwa 20 km bis Völs).

Da schaut mich ein junger “Ausländer” fragend an: Ob ich mich setzen wolle? Sag ich danke nein, ist schon ok (so alt bin ich nun auch wieder nicht, und überhaupt: ich kann wochenlang 30 km am Stück laufen, samt Mehrmonatsrucksack… 30 km bzw. 1 Stunde im Bus stehend abfahren bringt mich nicht wirklich aus der Ruhe. Woher soll er das aber wissen). Der junge Mann — ich kann nicht festmachen, aus welcher Weltengegend er hierher verschlagen wurde, aber lange ist er noch nicht hier, denn er filmt, durch das Busfenster, ausdauernd die Landschaft — kennt aber kein Erbarmen, und steht kurzerhand auf, sodass ich mich setzen muss, was ich dankend tue.

Als ihm später eine Getränkedose aus der Tasche fällt, und just unter meinem Sitz zur Ruhe kommt, sodass ich nach ihr langen und sie ihm geben kann, bedankt er sich sehr artig, auf Deutsch.

Und ich, ich denk mir, so ist das also schon alleweil mit den “Ausländern”. Jetzt nehmen sie uns auch noch die Bildung weg.

Kohäsion+Inklusion Migraziun Mobilität | Good News | Silvia Rier | | Südtirol/o | | Deutsch