Grüne, willkommen im Club.

wird, wie generell den Unabhängigkeitsbefürwortern, zumindest Blauäugigkeit vorgeworfen, wenn es um die Umsetzbarkeit ihrer Ziele geht: »Unrealistisch« ist da oft das voreilige Fazit und somit jede Diskussion beendet.

Im ZiB24-Interview unmittelbar nach der Landtagswahl sagte der designierte Landeshauptmann nun, den Grünen fehle »der realpolitische Ansatz«, während bei der SVP Realpolitik gemacht und versucht werde, »für die Menschen zu arbeiten«. Wer in der Jugend nicht Sozialist sei, habe kein Herz — und wer mit 30 noch Kommunist sei, habe kein Hirn.

Mal von der Frage abgesehen, was die Südtiroler Grünen mit Sozialismus und Kommunismus zu tun haben, ist es erschreckend, mit welcher Nonchalance hier ganze Parteien und Wählergruppen faktisch als weltfremd eingestuft werden.

Medien | Landtagswahl 2013 | Arno Kompatscher | | | SVP Vërc |

10 replies on “Grüne, willkommen im Club.”

In ganz Europa sind die Grünen für Freiheit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Nur in Südtirol sind die Grünen gegen diese Begriffe und wollen bei Italien verbleiben. Das verstehe ich nicht!

Natürlich hat dies nichts mit dem obigen Artikel zu tun.
Nur inhaltlich stimmt’s absolut.

Ja, jetzt freuen wir uns wenigstens darüber, dass die Grünen auch als weltfremd eingestuft werden, wenn auch aus anderen Gründen … :-)

Unsere allwissenden Realpolitiker, wandeln sich immer dann, wenn eine neue Faktenlage ein Thema zum mainstream mutiert. Für den Wandel haben sie meist keinen aktiven Beitrag geleistet. Stichwort: Finanzkrise, Stichwort Energiewende und Stichwort neue unabhängige Staaten innerhalb der EU.
Der Reihe nach: Wer von unseren Realpolitikern und mainstream Medien hat vor 10 Jahren massive Verwerfungen im Finanzbereich thematisiert? Niemand. Viel ökonomischer Hausverstand wär nicht nötig gewesen um einige Risiken vorauszusehen. Man hat die Verwaltung des Status quo vorgezogen.
Wie lange haben sich (und tun noch immer) unsere Realpolitiker gegen einen ernsthaften Wandel in der Energiepolitik gestemmt? Lieber justiert man einige Stellschrauben am Status quo und hofft, dass alles so weiter geht wie bisher.
Wie werden unsere Realpolitiker in der Brennerstraße reagieren, wenn auch für Realpolitiker erkennbar wird, dass die wirkliche Regionalisierung Europas von den Entwicklungen in Katalonien und Schottland ausgeht? Sie werden das tun was ihren Sessel am nachhaltigsten rettet. Wenn sie von einer ausreichend kritischen Masse zum Kurswechsel gezwungen werden, gibt es einen Paradigmenwechsel und sie werden so tun als ob sie eh schon immer für dieses Ziel gearbeitet hätten. Ohne äußeren Zwang werden sie weiter von Realpolitik schwadronieren.

In Anpezo, Col und Fodom hat es ein demokratisches und amtliches Referendum gegeben, das eine sehr deutliche Mehrheit für den Regionswechsel ergeben hat. Das sollte gerade die Lega endlich einsehen, die seit langem mit der Selbstbestimmung hausieren geht.

Wobei Zaia nicht ganz unrecht hat, wenn er meint:

Nessuno vorrebbe andarsene dal Veneto se avessimo anche solo la metà  di quell’autonomia

“Nessuno” ist natürlich auf jeden Fall übertrieben, aber der Neid ist schon verständlich, wobei andererseits viele von uns gerne auf “quell’ autonomia” verzichten würden im Austausch gegen die Unabhängigkeit.

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