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Konsequenz im Handeln.
Wie umgehen mit leichtfertigen Forderungen in Netzdiskussionen?

von Sigmund Kripp

Die Gutmenschen werden bei Internetdiskussionen um Flüchtlingsaufnahme oder -unterbringung sehr häufig mit der aggressiven Frage konfrontiert: »Und, wieviel Flüchtlinge hat der Herr K. / die Frau L. schon bei sich zuhause aufgenommen?«

Es wird also eine ultimative Konsequenz im Handeln eingefordert: Was Du sagst und forderst, musst Du auch selbst tun!

Nachdem die meisten der Forenschreiber, die diese »Heimaufnahme« verlangen, selbst stets für rigorose Abschiebung eintreten, frage ich jetzt immer zurück: »Und, wieviele Flüchtlinge haben Sie schon selbst abgeschoben?«

Oder jene, die auch schon bei Bagatelldelikten laut rufen »De kheren olle ingschperrt« , die frage ich: »Wieviele von denen haben Sie denn schon bei sich zuhause eingesperrt?«

Ich denke, es gibt gesellschaftliche Aufgaben, die der Staat regeln muss und nicht das Individuum.

Siehe auch: 1/

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0 replies on “Konsequenz im Handeln.
Wie umgehen mit leichtfertigen Forderungen in Netzdiskussionen?

Ein Gutmensch kann konsequenterweise sich z.B. in freiwilligen Vereinen engagieren um zu helfen. Ein Bösmensch kann aber keineswegs anfangen Leute zu verhaften/verurteilen/einzusperren/deportieren, da dies nicht in seinem rechtlichen Spielraum liegt. Er kann Straftaten zur Anzeige bringen ok.

Die leichtfertigen Forderungen (beidseitig), die als solche nicht realistisch sind, dienen lediglich der Provokation.
Es geht darum, dass man nicht nur fordert sondern auch pro aktiv etwas unternimmt.

Ich kann nicht für Umweltschutz sein, selbst aber meinen Müll auf die Straße werfen und fordern, dass das Land sich um eine bessere Müllentsorgung kümmert, da es in deren Zuständigkeit liegt.

Es geht darum, dass man nicht nur fordert sondern auch pro aktiv etwas unternimmt.

Ich frage mich schon lange, wann sich diejenigen, die behaupten, man
müsse den Menschen in ihrer Heimat helfen, auf den Weg nach Afrika und
in den nahen Osten machen.

Bezüglich Abschiebungen: interessanter wäre mal zu wissen genau wieviele abgeschoben worden sind. Wieviele abgeschoben werden sollen und wieviele man nicht abschieben kann aus irgendeinem Grund. Ein wenig Objektiviät und Statistik schadet meistens niemanden. Ich bin auch der Meinung dass man nicht aus falsch verstandene Toleranz gewaltsame Straftaten akzeptieren soll. Für solche extreme Fälle soll die Landesverweisung gelten. Verantwortung trägt aber jeder für sich selbst
und nicht die eine oder andere Ethnie als Gruppe. Im Gegentheil, gewisse Leute zu provozieren mit “wieviele hast du schon abgeschoben” finde ich nicht zielführend, denn es ist so was Gottseidank immer noch illegal. In einem solchen Überemotionalen Diskussionkontext wie bei der Migrantenfrage in Europa, ist es viel besser dass niemand gar auf die Idee kommt…

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