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SVP zum Fascho-Konzert.

In einer Presseaussendung reagiert die SVP — ziemlich hilflos — mit »Unverständnis« auf die Genehmigung des rechtsextremistischen Konzerts in Bozen. Eine langjährige Regierungspartei darf in einem solchen Fall jedoch nicht reagieren, sie muss agieren.

Sie muss sich fragen, aus welchem Grund die Landesregierung nicht mitentscheiden darf, ob dieses skandalöse Konzert (wenige Meter vom ehemaligen Durchgangslager entfernt!) stattfindet. Staatliche Behörden (Polizei und Präfekt) machen das unter sich aus.

Und sie muss sich fragen lassen…

  • was sie konkret unternommen hat, um Zuständigkeiten in der öffentlichen Sicherheit zu erlangen;
  • warum jahrelang tatenlos zugesehen wurde, wie sich in Bozen ein rechtsextremistisches Milieu entwickelt;
  • wie es möglich ist, dass die “Faschisten des dritten Jahrtausends” (Eigendefinition!) nicht nur geduldet, sondern auch noch mit Südtiroler Steuergeldern gefördert werden — wenn etwa die rechtsextreme CasaPound für ihre Bücherei vom Wobi bezuschusste Räumlichkeiten erhält.
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5 replies on “SVP zum Fascho-Konzert.”

Dieser Beitrag bringt die Fakten recht gut auf den Punkt. Unsere Regierungspartei und die Landesregierung scheinen etliche imminent wichtige Änderungen in unserem Lande zu verschlafen.
Das Stillschweigen der Landesregierung in diesem Zusammenhang muss ein Nachspiel im Landtag haben. Entweder man handelt hier konsequent oder muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass man bestimmte Entwicklungen im Lande nicht mehr unter Kontrolle hat.

Zum Beitrag:
was sie konkret unternommen hat, um Zuständigkeiten in der öffentlichen Sicherheit zu erlangen;

In Bozen findet ein Konzert einer faschistischen Band statt und wir Südtiroler müssen hoffen, dass ein römischer Quästor diesen Tatbestand negativ beurteilt oder überhaupt als Problem betrachtet, was keineswegs selbstverständlich ist.
Ein untragbarer Zustand. Hier bedarf es weitreichender autonomer Zuständigkeiten. Werden diese Zuständigkeiten von unserer Regierungspartei gefordert?

warum jahrelang tatenlos zugesehen wurde, wie sich in Bozen ein rechtsextremistisches Milieu entwickelt;
In diesem Zusammenhang hat die Antifa wertvollste Arbeit geleistet und die Entwicklungen in unserem Lande sensibel beobachtet. Die Landesregierung sollte Vertreter der Antifa mal zu einer internen Fortbildung einladen und sich über den “zweiten Bildungsweg” updaten.

wie es möglich ist, dass die ”Faschisten des dritten Jahrtausends” (Eigendefinition!) nicht nur geduldet, sondern auch noch mit Südtiroler Steuergeldern gefördert werden — wenn etwa die rechtsextreme Casapound für ihre Bücherei vom Wobi bezuschusste Räumlichkeiten erhält.

Absolut unakzeptabel. Das darf es einfach nicht geben.

Ich finde dieses mit zweierlei Maß messen wieder einmal ganz typisch Südtiroler, ansonsten kann man sich ja das Stattfinden von Konzerten der deutschsprachigen rechten Szene, die bisher niemanden gestört haben bzw. niemandem aufgefallen sind, auch kaum erklären (Sie z.B FreiWild).
Sehr amüsant.

naja. ohne jetzt jemanden verteidigen zu wollen – aber ich glaube nicht, dass man zetazeroalfa und frei.wild auf eine stufe stellen kann. während die einen offen zum faschismus stehen, haben sich die andern vom nationalsozialismus und anderen totalitären formen öffentlich distanziert. auch in frei.wild texten finden sich immer wieder distanzierungen, durch die sie ja auch schon potenzielle fans aus der skinhead-szene vergrault haben. mir gefällt zum beispiel rammstein ausgesprochen gut, ich halte sie auch bei gott nicht für rechtsextrem (eher das gegenteil) und bin selbst auch kein nazi.

allgemein glaube ich, dass eine band nicht für die taten ihrer fans verantwortlich gemacht werden kann. (kann mich noch gut erinnern, wie judas priest und ozzy ozbourne angeklagt waren, weil man den selbstmord dreier jugendlicher mit ihren liedtexten in verbindung brachte).

wenn frei.wild eine nazi-band wäre, hätte sie wohl kaum auf der berliner fanmeile zur fußball-wm oder beim wacken open air spielen dürfen. das heißt nicht, dass sie dir gefallen müssen. ich meine nur, dass sie sich im rahmen des demokratischen grundkonsenses bewegen. was zetozeroalfa mit sicherheit nicht tut.

dass sowohl die deutsche als auch die italienische bevölkerung für rechtsextremismus empfänglich ist, ist ein faktum. von zweierlei maß kann ich aber nichts erkennen, denn in bezug auf nazitum in südtirol gibt es von seiten der öffentlichen verwaltung kein pardon. eine gewisse blindheit gegenüber dem faschismus sehe ich allerdings schon hin und wieder.

Lorena, du drängst mich jetzt in eine unangenehme Rolle. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich FreiWild in irgendeiner Form verteidige oder verharmlose.

Aber es reicht ein Blick in die Wikipedia-Einträge beider Bands, um den Unterschied zu erkennen.

ZetaZeroAlfa bezeichnet sich selbst als faschistisch, der Bandleader Gianluca Iannone ist der wahrscheinlich wichtigste Vertreter der neofaschistischen Szene in Italien, die Songtexte sind eindeutig rassistisch und gewaltverherrlichend.

FreiWild ist eine Rechtsrockband, die sich vielleicht mehr schlecht als recht vom Extremismus abgrenzt, dazu aber von den eigenen Produzenten gedrängt wird. In einigen ihrer Texte sind mittlerweile eindeutige Absagen an den Extremismus enthalten.

Auch wenn man diese beiden Bands mit demselben Maß misst, wird dabei nur schwerlich Ähnliches herauskommen.

Nachtrag: Ups… da haben sich mein Kommentar und der von hunter zeitlich überlagert.

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