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BBD-Statistik 2020.
Aufschwung

Hiermit reiche ich unsere bislang unveröffentlicht gebliebene Besuchsstatistik für 2020 nach. Im ersten Pandemiejahr gingen die Zahlen — vor allem dem ersten Semester sei Dank — deutlich nach oben: die verzeichneten Sitzungen stiegen auf 116.593, was einem Zuwachs von 22,5% im Vergleich zu 2019 entspricht.

Quelle: Google Analytics

Zum 31. Dezember zählte auf Facebook 857 Likes, 21 mehr als ein Jahr zuvor. Unsere Followerinnen auf Twitter sind 2020 von 392 auf 474 (+82) gestiegen.

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15 replies on “BBD-Statistik 2020.
Aufschwung

Diese Statistik sagt rein gar nichts aus, ist nur Schönfärberei. Die Zugriffe sind – offensichtlich pandemiebedingt – gestiegen, das ist alles. Was jedoch mit Sicherheit gesunken ist, ist der Pluralismus. Ein Blog lebt davon, dass die Leute darin sich austauschen, auch konträre Meinungen diskutiert werden.
Dies fehlt BBD seit nunmehr einigen Jahren. Artikel werden von einer Handvoll Personen kommentiert, sehr oft stammen die Kommentare zu 60% und mehr von Simon und Harald selbst, das ist ein absolutes Armutszeugnis.
Kritische, nicht der “Blattlinie” von BBD entsprechende Kommentare, werden einem Kreuzfeuer von Simon und Harald gleichzeitig ausgesetzt. Meine sind ein Beispiel hierfür.
Wie bereits mehrmals erwähnt, BBD ist eine grandiose Idee und nach wie vor wichtig für die gesellschaftliche Entwicklung in Südtirol. Die Hausherren sollten jedoch nicht zu dünnhäutig sein, denn wenn wir das gemeinsame Ziel, nämlich die Abspaltung von Italien (zumindest ist dies mein Ziel) erreichen wollen, muss man auch einstecken können. Ich halte es diesbezüglich mit einem Zitat von Emil Oesch, der meinte, nur wer immer ein Ziel vor Augen hat, um das es sich lohnt zu kämpfen, der lebt.

Die Statistik sagt ganz klar aus, dass mehr Menschen die BBD-Seite konsultiert haben. Schönfärberei kann ich in diesen Zahlen nicht erkennen. Ich bin zwar nicht immer 100prozentig mit Simon einverstanden, aber ich bin begeistert von dem, was er leistet, und dankbar dafür. Ich bane bisher noch nie Probleme gehabt, meine Kommentare hier unterzubringen. Reaktionen darauf, auch Kritik daran, nehme ich gerne zur Kenntnis. Auf jeden Fall ist BBD in meinen Augen das seriöseste Internet-Portal in Südtirol.

@Domprobst
Da ich dem bürgerlich-liberalen bis bürgerlich-konservativen Lager angehöre, bin ich natürlich auch nicht mit allem einverstanden, was hier auf einem “linksgrünversifften” Blog (selbstironischer O-Ton von BBD) gesagt wird. Und ja, nach dem Abgang von Wolfgang Niederhofer fehlt es vielleicht an Pluralismus, aber man darf eines nicht vergessen: die Betreiber dieses Blogs investieren IHRE freie Zeit und IHR Geld in dieses Projekt, deshalb gibt es auch keine strenge moralische Pflicht zur politischen Ausgewogenheit, mal ganz abgesehen davon, dass ein Blog ohnehin nicht zu Objektivität und politischer Ausgewogenheit verpflichtet ist wie der Öffentliche Rundfunk. Zum Pluralismus können auch wir Leserinnen und Leser mit unseren Kommentaren beitragen. Und was das “Kreuzfeuer” betrifft: da sollte man wirklich nicht so dünnhäutig sein…

Keine Sorge, Manni. Ich habe bezüglich Kreuzfeuer ein recht dickes Fell, es ist nur lustig zu sehen wie die anderen dies eher nicht haben.
Der Abgang von Niederhofer ist meiner politischen Einstellung nach nur zu befürworten, da zu rechts (es gäbe hier etliche Nuancen, die man beschreiben sollte, aber der Kürze wegen beschränke ich mich auf einen plakativen Terminus).
Selbstverständlich ist es deren Zeit und Geld, aber wenn es ein richtiger Blog ist, sollte auch meine Meinung zum WIE der Investition akzeptiert werden. Das ist des Pudels Kern, ich glaube eine reine Zugriffsstatistik färbt die Sache schöner als sie ist, denn das was für einen Blog zählt, ist die (pluralistische) Auseinandersetzung zu verschiedenen Themen.
Um es provokant auf den Punkt zu bringen: es fehlt eine Statistik wonach die Artikel (von Simon und Harald) von den verschiedenen Lesern/Usern kommentiert wurden. Und wie oft von Simon und Harald. Da diese Zahlen einigermaßen ernüchternd sein dürften, wären wir wieder beim Thema Pluralismus angelangt, denn was ist pluralistisch an einem Thema, wenn zu demselben der Autor selbst die Mehrzahl der Kommentare abgibt?
Zum zweiten Teil deines Kommentars, weiß ich nicht wo du die Worte “Objektivität” und “Ausgewogenheit” in meinen Aussagen gefunden hast. Und inwieweit dies der ÖR garantiert, ist mir ebenso ein Rätsel. Bürgerlich-liberal und bürgerlich-konservativ sind dermaßen dehnbare Begriffe, dass ich damit nichts anfangen kann. Sag einfach was du möchtest, dann müssen wir nicht lange um den heißen Brei rumschwafeln (ein anderes Übel dieses Blogs, viele meinen sie müssten mit gediegenen Worten die Leser von deren Fertigkeit im Schreiben beeindrucken, dabei wäre es genug klar und deutlich auszusprechen was einem passt und was nicht).
Fazit, Pluralismus schafft Mehrwert und BBD überzeugt seit Jahren nicht durch Pluralismus, siehe mangelnder Pluralismus bei den Kommentaren. Ergo, wo ist der Mehrwert?

@Domprobst
Ich habe immer noch nicht verstanden, was Du unter Pluralismus bezüglich dieses Blogs verstehst und ich vermute mal, dass ich nicht der Einzige bin. Dass es nicht mehr Kommentare gibt, ist sicher bedauerlich, aber das hat mit Pluralismus nichts zu tun. Warum sollen Blogbetreiber nicht ihre “Blattlinie” haben? Ich denke übrigens nicht, dass ich besonders “gediegene Worte” verwendet habe und wenn Du mich fragst was ich möchte und was der Mehrwert ist so sage ich folgendes: ich wünsche mir, dass mehr Leute mitlesen und mitkommentieren. Was die Ausrichtung anbelangt, kann ruhig alles so bleiben, auch wenn ich mich politisch einem anderen Lager zugehörig fühle. Ich lese nicht Blogs, damit ich meine eigene politische Ausrichtung bestätigt bekomme. Und ja, natürlich sind bürgerlich-liberal und bürgerlich-konservativ dehnbare Begriffe. Aber versuch Du mal ganz exakt Deine politische Ausrichtung zu beschreiben ohne “dehnbare Begriffe”. Mehrwert bietet BBD IMHO schon. Hier gibt es Informationen, die ich sonst in Südtirol nirgends in dieser Form finde. Außerdem denke ich, dass das, was im BBD Manifest zusammengefasst ist, die einzige Möglichkeit ist, einen breiten Konsens für die Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit zu erreichen, denn mit dem, was politische Akteure hierzulande in dieser Hinsicht tun und sagen, werden wir in den nächsten Jahren wahrscheinlich diesbezüglich auf keinen grünen Zweig kommen.

@Manni, gerne nochmals.
a) zu wenig Kommentare von verschiedenen Personen
b) dauernde Kommentare von Simon und Harald (auch auf die eigenen Artikel)
c) mangelnde Diversität bei den Themen (Bsp. die soziale Frage, DAS Thema schlechthin in Südtirol wird selten diskutiert – im Unterschied zu früher). Dafür werden Katalonien, Schottland, Grönland und was weiß ich was mehrmals erwähnt. Wir leben jedoch in Südtirol und es gibt hier mehr Themen als einem lieb sein kann
d) Statistiken, wie es Simon gerne macht, sagen gar nichts aus; die Kunst besteht darin mit den Leuten vor Ort zu sprechen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Hier hat Simon seine Schwächen, er ist ein Nerd
e) zu d), gerade weil er ein Nerd ist, sieht er gewisse Dinge nicht. Vielen Leuten geht es schlecht (sozial, ökonomisch, Vereinsamung, können mit dem Turbokapitalismus nicht Schritt halten usw.). Diese Menschen stehen in keiner Statistik, also ist das Reproduzieren/Auslegen/Auswerten von solchen für die Katz. Bsp. die Schulstatistik sagt aus, dass mehr Schüler zur italienischen Schule gehen. Die Qualität der dt. Schule ist jedoch bedeutend höher, das steht in keiner Statistik. Daraus folgt ein zukünftiges soziales Gefälle, das wird nicht erwähnt
f) zu c) und e), gerade weil die soziale Not in Südtirol viel größer ist als sie in Statistiken vermerkt ist, sind unseren Leuten Themen wie Katalonien usw. total egal. Meiner Meinung nach ist das auch einer der Gründe warum die Kommentare sinken, denn was will jemand zu Katalonien posten, der absolut keine Ahnung hat wie dort die Voraussetzungen sind. Vielleicht auch deshalb, weil er sich eine Reise dorthin nicht leisten kann, weil er – aus ökonomischen Gründen – nicht mehrere Sprachen spricht usw.
g) “das Erbsenzählen”: Simon gefällt es bei irgendeinem Straßenschild oder was auch immer die Schwächen der Zweisprachigkeit darzulegen. Schön und gut, aber er vergisst, dass wir in punkto Zweisprachigkeit einen enormen Schritt gemacht haben, wenn man die Situation von vor 30/40 Jahren vergleicht. Hier verhält es sich so wie bei vielem, er wird prinzipiell Recht haben, aber das interessiert schlicht und einfach keinen Menschen. Deshalb auch die gesunkenen Kommentare.
h) Harald und seine Verweise nach Österreich. Wir leben in Südtirol, eine Unmenge von uns haben absolut keinen Bezug mehr zum Nachbarland. Meiner Meinung ein weiterer Grund für die sinkenden Kommentare
g) Wir sollten uns grundlegend auf das Kernthema konzentrieren. Wie kommen wir weg von Italien, was muss hierfür getan werden. Ich sage, wir sollten nicht den Punkt und den Beistrich beim schlecht geschriebenen Zweisprachigkeitsschild suchen, besser wir trennen uns von denen, die nicht für “unsere” Sache einstehen.

Nur eine schnelle Antwort, dann lass ich es auch schon wieder (weil ich direkt angesprochen wurde).
Dich stört also, dass wir über den Südtiroler Tellerrand blicken (Katalonien, Schottland, Österreich usw.) und Dinge in einem weiteren Kontext sehen. Tut mir leid, aber das ist eines der Grundprinzipien von BBD. Logisch bekommt man mehr Aufmerksamkeit, wenn man Nabelschau betreibt bzw. populistische Befindlichkeiten bedient. Daher wirst du auch im Boulevard mehr Kommentare finden als auf Qualitätsseiten mit langen Artikeln und wenigen Bildern.
Ad Österreich: Das Ding ist halt, dass ich da eine gewisse Expertise dazu habe (genau das verlangst du ja). Paradoxerweise sind zwei Artikel, in denen es um einen Südtirol-Nordtirol-Vergleich geht, die mit großen Abstand meistgeliketen und meistgeteilten Artikel auf BBD.

IBK vs. BZ.

Die perfekte Familie… am Arsch.

Die Kommentare sind sehr oft ein Mehrwert, aber sie machen in Summe nicht den Wert des Blogs und des politischen Projekts aus. Der Blog würde auch ohne Kommentarfunktion auskommen, wenn er damit vielleicht auch ärmer wäre.

Dass heute weniger kommentiert wird als noch vor mehreren Jahren liegt meiner Meinung nach an zahlreichen Faktoren, zum Beispiel:

  • Manche Themen werden heute zum Glück nicht mehr so kontrovers diskutiert wie noch vor einigen Jahren (z.B. die Ortsnamensfrage).
  • Als BBD gestartet ist, gab es noch keine Tageszeitung Online, kein Salto, kein Südtirol News, wo heute tagesaktuelle Themen vornehmlich diskutiert werden und wo diese Diskussionen meist auch besser aufgehoben sind.
  • Als BBD gestartet ist, steckten auch die sozialen Netzwerke noch in den Kinderschuhen, sie haben sich erst langsam zu den (meiner Meinung nach häufig qualitativ minderwertigen) Diskussionsorten entwickelt, die sie heute sind. Heute werden vermutlich selbst BBD-Beiträge stärker auf FB kommentiert als hier im Kommentarbereich, was ich schade finde.

Ich verstehe die Kommentarfunktion auch als Weg, Beiträge mit Gedanken zu ergänzen, die mir beim Verfassen noch nicht eingefallen waren oder die grundsätzlich eher in einen Kommentar als in einen Artikel gehören. Außerdem können Kommentare auch dazu dienen, unterschiedliche Sichtweisen zwischen Harald und mir zu verdeutlichen, denn wir sind glücklicherweise nicht bei jedem Thema zu 100% einer Meinung.

Was die internationale Perspektive anbelangt schließe ich mich Harald an, sie ist ein grundlegendes Charaktermerkmal von BBD und dient insbesondere auch dazu, von anderen zu lernen. Und dazu, nicht immer zu glauben, die Allerbesten zu sein. Beides kann uns meiner Meinung nach wirklich weiterbringen.

@Domprobst
Danke für Deine Antwort

zu a) mehr Kommentare wären wünschenswert, aber was will man machen…
c) Ich denke, dass Italien trotz Milliarden aus Brüssel mehr und mehr in eine wirtschaftliche Schieflage kommen wird, soziale Themen werden also in Zukunft immer mehr eine Rolle spielen
c) Dieser Blog ist halt kein buntes Wochenmagazin für die ganze Familie, sondern ein Blog, der wie die meisten anderen bestimmte Schwerpunkte hat. Natürlich ist die Situation in Schottland, Katalonien usw. nicht 1:1 auf Südtirol übertragbar, dennoch schadet ein Blick über den Gartenzaun nicht. Ich bin auch für die Unabhängigkeit und frage mich, warum die Unabhängigkeitsbefürworter anderswo so stark sind, während wir so vor uns hindümpeln. Vielleicht können ja sogar wir Südtiroler noch was von anderen lernen, wenn wir schauen, was andere so machen :-)
Zu g) Wir leben mittlerweile in einem Land, wo das Bergbauernkind im hintersten Tal Englisch lernt und der nordafrikanische Wanderhändler in breitesten Unterlandler Dialekt seinen “scheanen Teeepich” feilbietet, während der Arzt in der Notaufnahme kein Wort Deutsch versteht. Da finde ich es gut, das hier mal jemand anders als die üblichen Verdächtigen auf fehlende oder mangelnde Zweisprachigkeit hinweist. Es wäre scheinheilig, wenn man einerseits für Mehrsprachigkeit wäre und andererseits würde einem die Missachtung der Zweisprachigkeitspflicht am A… vorbeigehen.
Vielleicht geht es hier manchmal um einen kleinen Fallfehler auf einem offiziellen Dokument, in der Regel aber ist es keine “Erbsenzählerei”, wenn einige Leute einfach keine Lust haben, die Muttersprache von fast 70% der Südtirolerinnen und Südtiroler zu erlernen bzw. die Zweisprachigkeitspflicht einzuhalten.

@Harald, mich stört nicht, dass “über den Tellerrand” geblickt wird, sondern wie oft dies passiert. Ich gebe zu bedenken, dass viele Südtiroler im Unterschied zu euch kein Universitätsstudium absolviert haben (ich übrigens auch); dadurch können gewisse internationale Themen nicht derart erfasst werden wie es bei euch beiden der Fall ist. Meine Wenigkeit beispielsweise hatte weder das Geld noch die Zeit eine Weltreise zu tätigen; auch spreche ich im Unterschied zu euch nicht mehrere Sprachen.
Ich glaube in deinen Zeilen einen süffisanten, aber arroganten Unterton zu erkennen, der die Diskussion erschwert. Wer meine Zeilen konstruktiv lesen will, müsste erkennen, dass es mir nicht um “Artikel mit Bildern” geht, sondern um Pluralismus, den ich versucht habe relativ ausführlich anzudeuten.
Ich denke, dass die Artikel mit den meisten likes nicht unbedingt aufgrund deren Österreichbezug so viele Kommentare erreicht haben, sondern aufgrund der (damaligen) Aktualität, Stichwort Bahnhofsareal bzw. Wohnungspreise in Südtirol.
@Simon, die meistkommentierten Artikel stammen aus den Jahren 15/16. In dieser Zeit gab es sehr wohl TZ usw. und auch die sozialen Medien waren ihren Kinderschuhen merklich entwachsen.
Salto.bz behandelt meiner Meinung nach nicht unbedingt “tagesaktuelle” Themen, aber wenn du glaubst, Kommentatoren sind dort besser aufgehoben, ist dies ein Statement, das ich so akzeptieren werde. Dasselbe gilt für die Aussage, dass ein Blog auch ohne Kommentarfunktion auskommt. Ich bleibe jedoch bei meiner Meinung, dass Kommentare einen Blog mit Leben füllen.
@beide, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass euch meine Kommentare einigermaßen auf die Nerven gehen. Der Versuch, den in meinen Augen ein wenig eingeschlafenen Blog zu beleben und die Diskussion zu stimulieren bzw. das Erfassen von anderen Themen, die dem Südtiroler unter den Nägeln brennen, anzuregen, stößt somit auf Widerstand.
Gut, ich kann damit leben und eines Tages werdet ihr mich sperren oder eine ähnliche Maßnahme ergreifen. Lasst euch jedoch gesagt sein, dass wir im Prinzip dasselbe Anliegen verteidigen und eure Art “von oben herab” für die tatsächliche Realisierung desselben nicht gerade förderlich ist.

@Manni, ebenfalls danke für Deine Replik.
zu g) das ist eines unser Probleme. Wir lernen auf dem Papier zwar Englisch bereits in der Grundschule, die Ausbildung der Lehrerinnen ist jedoch dermaßen schlecht, dass – wenn jemand richtig Englisch lernen will – er es in unseren Schulen nicht lernt. Das äußert sich v.a. in der GS, in MS ist es besser und in OS nochmal eine Stufe besser. Dennoch hinken wir im internationalen Vergleich hinterher (ich habe beruflich mit u.a. mit Asiaten und Indern zu tun und weiß somit wovon ich spreche).
Apropos Sprachenkenntnis der deutschsprachigen Südtiroler. Dir ist hoffentlich schon bewusst, dass die Italienischkenntnisse der deutschsprachigen Südtiroler (klar, den Star Simon ausgenommen) im Prinzip grottenschlecht sind. Mittlerweile besuchen etliche Leute eine OS, aber auch deren Kompetenzen im Italienischen sind mehr als dürftig, manchmal kaum präsent.
Ich finde es präpotent von einem mehrheitlich deutschsprachigem Blog einseitig auf die Versäumnisse bei Übersetzungen aufmerksam zu machen und mit keinem Wort zu erwähnen, dass das “Bergbauernkind im hintersten Tal” (Zitat) keinen italienischen Satz mit mehr als 6 Wörtern formulieren kann. Eine differenzierte Beleuchtung würde der Situation mehr als gut tun.
Wenn wir wirklich unsere Landsleute sensibilisieren wollen, müssten wir unsere kulturelle Basis derartig erhöhen, dass zumindest der Großteil von uns sich ein differenziertes Bild des sog. “Feindes” machen kann. Ansonsten lebt er von Ressentiments, die von Großeltern, drittklassigen Medien und politischen Parteien bzw. deren nahestehenden Organisationen geschürt werden. Und eine grundlegende Steigerung im kulturellen Gedankengut würde uns generell gut zu Gesichte stehen.
Eben diese Berichterstattung, wenn wir es so nennen wollen, kommt bei BBD eindeutig zu kurz. In diesem Sinne habe ich auch auf die enormen Fortschritte in punkto Zweisprachigkeit seit 1992 hingewiesen, mein Input wurde jedoch von den Platzhirschen – wie üblich – als lästig empfunden und archiviert. Und der Kreis hin zum Pluralismus schließt sich – zumindest zu diesem Thema.

@Domprobst
Ich wollte mit der Aussage zu den englisch lernenden Bergbauernkindern eigentlich kein neues Fass aufmachen, sondern damit nur aussagen, dass es heutzutage keinen Grund mehr gibt, einsprachige Bankangestellte, Verkäuferinnen, etc. zu verteidigen. Ich habe erst in der Oberschule Englisch gelernt, kann über die Qualität des Unterrichts aber nichts Negatives sagen, denke aber, dass dein Urteil zu hart ausfällt. Der Vergleich mit anderen Länder ist ziemlich problematisch, weil a) sind viele Länder einsprachig, brauchen in der Schule also keine Zeit mit Zweitsprachen zu “vergeuden”, b) haben viele Länder längere Erfahrung mit Englisch als Fremdsprache und c) ist in einigen Ländern wie z.B. im von dir erwähnten Indien offizielle Amtssprache und hat zudem durch die Kolonialzeit längere Erfahrung mit dieser Sprache. Gilt ebenso für viel afrikanische Länder. Ich denke nicht, dass es Aufgabe der Schule sein muss, junge Leute mit perfekten Sprachkenntnissen in die Welt zu entlassen. Obwohl ich in der Schule in Englisch kein schlechter Schüler war, haben sich durch berufliche Erfordernisse meine Kenntnisse dieser Sprache nochmals deutlich verbessert.
Was das Italienische anbelangt, scheint mir deine Aussage zu den Bergbauernkindern, die keinen Satz mit mehr als 6 Wörtern formulieren können, ziemlich klischeebehaftet zu sein. Es deckt sich jedenfalls nicht mit meinen eigenen Erfahrungen. Ja, man könnte sicher einiges verbessern, aber durch meine berufliche Erfahrung mit einer Schweizer Firma habe ich gelernt, dass auch in der mehrsprachigen Schweiz nur mit Wasser gekocht wird – wer hätte das gedacht! Dass hier Missstände in puncto mangelnder Deutschkenntnisse angeprangert werden, ist nicht unbedingt ein Widerspruch zu deiner Aussage, dass sich in dieser Hinsicht viel verbessert hat -was auch mein persönlicher -subjektiver- Eindruck ist. Ich habe vom Dialekt sprechenden Nordafrikaner und dem einsprachig italienischen Arzt in der Notaufnahme gesprochen. Das war kein erfundenes Beispiel, sondern ich habe es selbst so erlebt. Ebenso aber habe ich erlebt, dass im Krankenhaus im “italienischen” Bozen von der Sekretärin über die Krankenschwester bis zum Arzt alle annehmbares bis gutes Deutsch gesprochen haben.

@Manni, auch ich habe alle Deine Erfahrungen gemacht, deshalb sehe ich die Situation nicht so apokalyptisch wie Simon es tut.
Auch Deinen Hinweisen auf die Kolonialgeschichte vieler Länder ist nichts hinzuzufügen. Mein Hinweis sollte als Ausbildungsmanko in Bezug auf die Lehrerinnen selbst verstanden werden, da ich es in einem wohlhabendem Land wie dem unseren als fatal empfinde, wenn GS-Lehrerinnen ohne grundlegende Kenntnisse in ENG auf Schüler losgelassen werden. Der Start in eine Fremdsprache ist meiner Ansicht nach wesentlich und sollte deshalb professionell gestaltet werden.
Die Italienischkenntnisse eines großen Teils der deutschsprachigen Bevölkerung sind jedoch wirklich dürftig, v.a. im ländlichen Raum; da könnte ich etliche Beispiele anfügen. Gerade deshalb erscheinen mir die Argumentationen hinsichtlich mangelnder Zweisprachigkeit, die vermehrt auf diesem Blog gebracht werden, nicht differenziert genug.
Aber damit wollen wir das Fass auch wieder schließen und ich komme nicht umhin mich für die äußerst angenehme Unterhaltung herzlichst zu bedanken.

Ich glaube in deinen Zeilen einen süffisanten, aber arroganten Unterton zu erkennen, der die Diskussion erschwert.

Das war nicht meine Intention

Wer meine Zeilen konstruktiv lesen will, müsste erkennen, dass es mir nicht um “Artikel mit Bildern” geht, sondern um Pluralismus, den ich versucht habe relativ ausführlich anzudeuten.

Wir tun einfach nur das, wovon wir glauben, dass wir es können und wo wir eine gewisse Expertise haben. Hin und wieder grasen wir auch etwas fremd, aber das ist mit sehr großem Aufwand verbunden, da es mein (und auch Simons) Anspruch ist, wenn man etwas macht, es auch ordentlich zu machen. Ich schreibe über das was mich bewegt, was mich stört, was ich gut finde – ohne mir allzuviele Gedanken darüber zu machen, wen ich damit erreiche. Wie gesagt – würde ich das tun, wäre der – ohnehin schon große Aufwand – noch größer. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Artikel von vielen Leuten gelesen werden und sie sich ihre eigenen Gedanken dazu machen und evtl. den einen oder anderen neuen Impuls erhalten.

Gut, ich kann damit leben und eines Tages werdet ihr mich sperren oder eine ähnliche Maßnahme ergreifen.

Hier wird niemand gesperrt, der sich an unsere Netiquette hält.

eure Art “von oben herab”

Konstruktive Anregungen sind uns willkommen. Du bist aber schon etwas forsch dahergekommen, indem du uns ziemlich unverhohlen ausgerichtet hast, was wir zu tun hätten. Wie gesagt, dieser Blog ist ein Freizeitprojekt und kein professionelles Unternehmen. Es ist eine dauernde Anstrengung unsere Schreiberei und unsere beruflichen und familiären Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen. Auf BBD sind Leute stets willkommen, die eigene Recherchen anstellen und Texte dazu verfassen. Wenn diese mit unserem Manifest und unserer Idee konform gehen (und manchmal auch nicht) und sorgfältig gemacht sind, veröffentlichen wir sie gerne.

Dir ist hoffentlich schon bewusst, dass die Italienischkenntnisse der deutschsprachigen Südtiroler (klar, den Star Simon ausgenommen) im Prinzip grottenschlecht sind. […] Ich finde es präpotent von einem mehrheitlich deutschsprachigem Blog einseitig auf die Versäumnisse bei Übersetzungen aufmerksam zu machen und mit keinem Wort zu erwähnen, dass das “Bergbauernkind im hintersten Tal” (Zitat) keinen italienischen Satz mit mehr als 6 Wörtern formulieren kann. Eine differenzierte Beleuchtung würde der Situation mehr als gut tun.

Diesen Befund geben offizielle Erhebungen zu den Sprachkenntnissen nicht her.
Siehe: https://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=25517
Wenngleich es besorgniserregend ist, dass die Kolipsi-Studie einen Rückgang in der Sprachkompetenz von 2008 auf 2015 festgestellt hat.
Wir berufen uns in unseren Artikeln stets auf Fakten und nicht auf Bauchgefühle. Auch das ist einer unserer Grundsätze. Es ist vielmehr so, dass wir häufig strapazierten Bauchgefühlen belastbares Zahlenmaterial entgegenhalten. Wie gesagt: das verfügbare Zahlenmaterial gibt das, was du oben behauptest, nicht her. Und daher können wir das auch nicht schreiben.

Eben diese Berichterstattung, wenn wir es so nennen wollen, kommt bei BBD eindeutig zu kurz.

Finde ich nicht. Differenzierung ist uns enorm wichtig. Und ich behaupte, dass wir sehr differenziert formulieren.

In diesem Sinne habe ich auch auf die enormen Fortschritte in punkto Zweisprachigkeit seit 1992 hingewiesen

Diese Verbesserung haben wir auch in unseren Artikeln dokumentiert. Obschon in manchen Bereichen auch wieder eine Verschlechterung eingetreten ist. Und nur weil sich eine Situation verbessert hat, heißt das nicht, dass sie nicht mehr kritikwürdig ist, oder?

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