Halbdirekte Demokratie.

Extrembergsteiger und ex MdEP Reinhold Messner (Grüne) versucht gemeinsam mit Teilen der SVP (einschließlich Landeshauptmann Luis Durnwalder) die Abstimmungsvorlage zur direkten Demokratie als einen unseligen Vermischungsversuch von repräsentativen und direktdemokratischen Elementen zu delegitimieren — eine Mischform, die dem Lande Messner zufolge nur schaden könne. Man müsse sich zwischen einer repräsentativen (das heutige Südtirol) und einer direkten Demokratie, wie sie die Schweiz sei, entscheiden.

Derartige Mystifizierungsversuche sind entschieden zurückzuweisen. Und nichts ist einfacher: Die Schweiz ist nämlich gar keine direkte, sondern genau genommen eben eine solche Mischform, vor der uns Durnwalder-Freund Messner warnen möchte. Und sie funktioniert bekanntlich hervorragend.

Aus Wikipedia (heutiger Stand):

Als halbdirekte Demokratie wird die Regierungsform bezeichnet, die sich zwischen der repräsentativen und der direkten Demokratie positioniert. Bei der halbdirekten Demokratie wählt das Volk seine Vertreter in ein Parlament, dieses wiederum wählt die Mitglieder der Staatsregierung. Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger dürfen zudem durch Volksinitiativen und Referenden Gesetze vorschlagen, ändern oder aufheben.

Diese Regierungsform ist eine seltene Form, da sie nur in der Schweiz angewendet wird. Grund dieser Mischform zwischen repräsentativ-demokratischen und direkt-demokratischen Elementen ist es, das Mehrheitsprinzip gegen eine höhere Beteiligung von Minderheiten am Entscheidungsprozess aufzugeben. Die halbdirekte Demokratie ist deshalb von umfassende[n] Verhandlungen und von Kompromissen abhängig.

Democrazia Mitbestimmung Politik | Zitać | Luis Durnwalder Reinhold Messner | | Svizra | SVP Vërc | Deutsch

Abstimmungsempfehlung Landesreferenda ’09.

Am 25. Oktober werden in Südtirol die ersten landesweiten Volksbefragungen stattfinden, die eine neue Ära der Bürgerbeteiligung und der Basisdemokratie einläuten. Sie werden nach den Regeln des vom Landtag verabschiedeten Gesetzes abgehalten, das durch die Vorlage der Initiative für mehr Demokratie (Nr. 4) bereits bei diesem ersten Wahlgang deutlich verbessert werden könnte.

Die Brennerbasisdemokratie ruft dazu auf, zahlreich an der Volksbefragung teilzunehmen, um den Politikern zu signalisieren, dass die Bevölkerung den Anspruch erhebt — und sehr wohl über die nötige demokratische Reife verfügt — an demokratischen Entscheidungen direkt teilzunehmen!

Am 25. Oktober kann über fünf Voschläge befunden werden:

  1. »Vorrang der Einheimischen bei der Wohnbauförderung«. -Empfehlung: NEIN. Diese Maßnahme hemmt die Integration von Zuwanderern und bedeutet für die Einheimischen kaum konkrete Vorteile.
  2. »Stop dem Ausverkauf der Heimat« durch eine rigorose Regelung der Zweit- und Ferienwohnungen über die Raumordnung nach Nordtiroler Vorbild. -Empfehlung: JA. Ferienwohnungen, die viele Monate im Jahr leerstehen, tragen ohne nennenswerten Nutzen zur übermäßigen Verbauung und Zersiedelung unseres Landes bei. Außerdem verschaffen sie Leuten zu einem Wohnsitz in Südtirol, die sich häufig nicht für die Realität des Landes interessieren. Nebenwirkung: Die Wohnungspreise für Einheimische steigen.
  3. »Neuregelung der Volksabstimmungen und Volksabstimmung über Großprojekte«. -Empfehlung: NEIN, da der Vorschlag der Initiative für mehr Demokratie (Referendum Nr. 4) wesentlich stimmiger erscheint.
  4. »Landesgesetz zur Direkten Demokratie«, durch die Initiative für mehr Demokratie zusammen mit ausgewiesenen Fachleuten ausgearbeitet, könnte Südtirol mit einem der europaweit modernsten Gesetze zur Bürgerbeteiligung ausstatten. -Empfehlung: JA. Es handelt sich um ein rundum ausgereiftes, hervorragendes Gesetz, das die besten Elemente direktdemokratischer Erfahrungen (wie jene der Schweiz) in sich vereint.
  5. »Landesgesetz zur Verminderung des Flugverkehrs«. Diese Vorlage verdient hier eine gesonderte Behandlung, da sich dafür nicht direkt eine Empfehlung aus den -Grundsätzen ableiten lässt. Ich persönlich empfehle hier mit NEIN zu stimmen, da ich der Meinung bin, dass Südtirol zusätzlich zu einem starken und funktionierenden Bahn- auch ein passendes Flugangebot benötigt. Begründet habe ich das hier.

Siehe auch:

Arch Grundrechte Kohäsion+Inklusion Mitbestimmung Mobilität Politik Recht | Landesvolksabstimmung 2009 | | | | |

Höchste Zeit für ein Ortsnamengesetz.

Jetzt ist also der Präfekt — der Wachhund Roms, den es z. B. in der Vallée d’Aoste nicht zu brauchen scheint — in der Causa Wegweiser eingeschritten, um die Zweinamigkeit auch des letzten Kaffs und der letzten Alm aus vorgeschobenen »Sicherheitsgründen« anzuordnen. Die Lächerlichkeit der Argumente kennt wirklich keine Grenzen, und der Zusammenhalt der staatlichen Institutionen ist perfekt, wenn es auch im 21. Jahrhundert darum geht, das Werk eines Verfälschers des Schlags eines Tolomei zu vollenden.

Es ist höchste Zeit:

  • die koloniale Institution des Präfekten und Regierungskommisärs endgültig abzuschaffen;
  • die Zuständigkeit des Landes Südtirol auszuschöpfen, um die Ortsnamenfrage einer gesetzlichen Lösung zuzuführen; sollte ein Gericht die Einnamigkeit von Flurnamen beanstanden, kann und muss die Causa bis zur letzten internationalen Instanz durchgefochten werden.

Gleichzeitig wären m. E. AVS und TVs sofort anzuweisen, die vollständige Zwei- und Dreisprachigkeit, sowie im Falle größerer Ortschaften ggf. auch die Zweinamigkeit wiederherzustellen.

Faschismen Ortsnamen Politik | | | | Südtirol/o | Regierungskommissariat | Deutsch

Vereinfacht.
Quotation 1

[…] Italien ist nicht Berlusconi, die Italiener werden diesen Mann abschütteln. Die Reiche, von denen man geglaubt hat, sie würden ewig währen, sind auch schnell zusammengebrochen.

Sepp Kusstatscher im ff-Interview. (ff Nr. 30, 23.07.09)

So einfach ist das also.

Faschismen Medien Politik | Zitać | Sepp Kusstatscher Silvio Berlusconi | ff | Italy | PDL&Co. Vërc | Deutsch

Tollerare l’intolleranza.

Ecco una selezione di alcune vere perle tra ciò che viene pubblicato sul forum dell’A. Adige, quotidiano «impegnatissimo» per la convivenza ed il rispetto reciproco. Il tema proposto sono i fischi riservati al presidente Durnwalder ad Auronzo di Cadore per aver pronunciato alcune parole in tedesco:

Forum Alto Adige.

Da notare anche le «stelle» distribuite dagli altri lettori.

Inoltre sarebbe interessante sapere se davvero Durnwalder è tornato all’italiano quando ha notato che la gente «non gradiva», come affermano alcune fonti. Sarebbe un insopportabile atto di sottomissione.

Faschismen Kohäsion+Inklusion Medien Plurilinguismo Politik | Medienkritik | Luis Durnwalder | AA | Südtirol/o | UNESCO | Italiano

Toponomastica di montagna (II).

Poche settimane fa mi ero già espresso sulla questione, ma ora mi vedo «costretto» a ritornarci per ragioni d’attualità. Infatti, il Club Alpino Italiano (CAI), con modalità preoccupanti e chirurgica precisione, negli ultimi giorni ha lanciato una campagna sulla toponomastica, concertata con la politica, per reitalianizzare le montagne. Parlo di «precisione» in quanto si riaccendono i riflettori sulla questione giusto nel periodo in cui la nostra terra è visitata da un numero elevatissimo di turisti italiani, consegnando loro un’immagine distorta della realtà locale. L’ipocrisia più insopportabile, però, è quella di tirarli in ballo direttamente come apparenti artefici di qualche improbabile traduzione «a pennarello» sui cartelli segnavia e come autori di «numerosissime» lamentele e reclamazioni. L’assessore Berger, giustamente disgustato dalla violenza di questa campagna, si è informato presso le associazioni turistiche, alle quali però di proteste non ne sono arrivate. E c’è da credergli, perché se davvero ci andassero di mezzo i soldi, le Pro Loco e gli albergatori sarebbero i primi a chiedere la traduzione fino all’ultimo maso. Certamente ora la problematica, sollevata ad arte, farà sì che qualche turista più «nazionalista» colga l’occasione per entrare nel coro. Ma in sostanza chi ama la montagna non può che ripudiare l’artificiale e snaturante colonizzazione politica di Tolomei — fatto che potrei confermare, in maniera ovviamente non rappresentativa, per esperienza diretta con numerosi turisti italiani.

Se la destra italiana è perfettamente nel suo elemento, la sinistra e gli interetnici non si sottraggono certo alla politica «etnica», nella quale va sempre bene sostenere l’importanza di Tolomei per la convivenza, mentre sui veri soprusi e diritti linguistici negati non si apre bocca. Oppure forse Sinistra Democratica (che sta portando la questione dei cartelli davanti ai giudici) ha mai puntato il dito contro il monolinguismo di poste, ferrovie o polizia?

L’azione del CAI è espressione di chi è rimasto intrappolato in una mentalità colonizzatrice, volendo perpetuare con prepotenza l’effetto snazionalizzante di un «prontuario» che, ormai, per moltissimi toponimi di montagna sembrava dimenticato. Fa amaramente ridere che Broggi, presidente del CAI in Sudtirolo, affermi che i nuovi cartelli alimentano le tensioni etniche, quando sono proprio le modalità della sua iniziativa a riaccendere artificialmente il contrasto etnico.

Vada, il signor Broggi, nei Pirenei baschi, a vedere se turisti spagnoli e francesi si lamentano di nomi davvero impronunciabili. Si renderà conto che non c’è bisogno di distorcere la realtà, di rendere tutto perfettamente intellegibile (ma inesorabilmente falso), per garantire la sicurezza. Non si è mai sentito di un incidente in montagna (né qui, né altrove) dovuto al monolinguismo dei nomi. Vada anche a fare un po’ di trekking in Catalogna, il presidente del CAI, dove i nomi fascisti non solo sono aboliti ma perfino vietati. E — forse — è già stato in Svizzera, dove i turisti sono costretti a sopportare toponimi monolingui in italiano, francese, tedesco e perfino in romancio. Oppure, per non rimandare solamente all’estero, vada in Val D’Aosta, in Sardegna, in Friuli, a vedere se le montagne sono tutte «tradotte».

In ogni caso, criticato aspramente il CAI in quanto braccio allungato di una certa politica, non si possono non tirare in ballo le responsabilità di chi da decenni ha evitato il dialogo sulla regolamentazione della toponomastica, prevista sin dai trattati di Parigi, lasciando che i nodi venissero inesorabilmente al pettine. Certamente lo statuto di autonomia è perfettamente ambiguo quando fa riferimento alla «toponomastica bilingue». Ma allora bisognava rimboccarsi le maniche per modificarlo — oppure, più semplicemente, portare avanti una legge ed attendere l’esito di un’eventuale impugnazione per poter (re)agire di conseguenza.

Lo stesso Alpenverein (AVS) non può comunque pensare di sostituirsi alla politica. Improponibile, in Sudtirolo, abolire i toponimi italiani delle maggiori località. Perfino irresponsabile non tener conto della traduzione di concetti quali «ponte», «giogo» o «rifugio». Ma il CAI ha già fatto sapere che non ritiene sufficiente un passo indietro su questi punti, già annunciato dal presidente dell’AVS.

Queste sono esasperazioni di un conflitto etnico solamente assopito dai soldi, destinato a riaccendersi ogni qualvolta i separati in casa (ma a cosa servono due club alpini di stampo etnico?) si incontrano. E sui sentieri pubblici è inevitabile. Sarebbe ora di dare una soluzione politica al problema della toponomastica (e non solo a quello!), invece di delegarlo alle associazioni.

Vedi anche:

Comparatio Faschismen Kohäsion+Inklusion Ortsnamen Plurilinguismo Politik | Italianizzazione | Ettore Tolomei | | Südtirol/o | AVS CAI | Italiano

In Richtung Polizeistaat.

Fälle von Präpotenz durch die Staatsgewalt häufen sich letzthin in Südtirol. Zu erinnern ist außer an den Vorfall im Video-Bericht an die Carabinieri-Übergriffe in Meran oder an die martialischen Maßnahmen des Polizeipräsidenten beim Schützenaufmarsch in Bruneck. Auch die immer ungenierter zur Schau getragene Einsprachigkeit soll wohl zum Ausdruck bringen, dass die Polizei hier tun und lassen kann, was sie will.

Gedeckelt wird das Ganze durch eine immer übertriebenere Gesetzgebung (einschließlich drakonischer Strafen) in Italien, die der Bevölkerung das Aufmucken sehr unattraktiv macht. Gleichzeitig werden vielerorts Neofaschisten über den Umweg der sogenannten »Bürgerwehren« an der öffentlichen Sicherheit beteiligt. Die »zivile« Polizei wird übrigens seit Jahren zu Gunsten der militärisch organisierten Carabinieri und des Heeres vernachlässigt und unterfinanziert, wie die Wochenzeitschrift L’espresso in einem jüngsten Bericht belegt.

Zu einer gerichtlichen Aufarbeitung von Übergriffen kommt es — wenn überhaupt — nur sehr zögerlich.

Medien Militär Politik Polizei Repression | | | ORF | Südtirol/o | Carabinieri | Deutsch

Zeit zu gehen.

Luis Durnwalder war sicherlich ein Glücksfall für Südtirol, wie das Schweizer Fernsehen am Ende dieses Beitrags befindet. Doch im Film wird auch sehr deutlich, dass für den »Autokraten« schon lang die Zeit für den wohlverdienten Ruhestand gekommen ist. Die historische Phase nach dem Paketabschluss, in der er Südtirol noch etwas geben konnte, ist seit mindestens fünf Jahren verstrichen — Visionen für die Zukunft? Fehlanzeige.

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