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Erschütternde Erschütterung.
Quotation 276

Erschüttert zeigte sich der Landeshauptmann über das Wahlergebnis von Casa Pound: “Dass eine Gruppierung, die sich offen zum Faschismus bekennt, in der Landeshauptstadt so viele Stimmen bekommen hat und ihre Sitze von einem auf drei ausbauen konnte, sollte als Auftrag an die Gesellschaft sowie an die Parteien, die sich im Rahmen der Verfassung bewegen, verstanden werden, solche Tendenzen durch Aufklärung sowie überzeugende politische Arbeit zu bekämpfen.”

Pressemitteilung des Landes vom heutigen 9. Mai

Wie wäre es, wenn man die »überzeugende politische Arbeit« damit begönne, der »Gruppierung, die sich offen zum Faschismus bekennt« die öffentliche Wobi-Unterkunft zu kündigen? Andernfalls kann man die reichlich späte Einsicht des Landeshauptmanns, dass von diesen Rechtsextremisten eine echte Gefahr ausgeht, leider nicht ganz ernstnehmen.

Seit Jahren machen nicht nur wir auf den Skandal aufmerksam, dass der faschistische Buchdienst CasaItalia in einer Immobilie des Landeswohnbauinstituts (Wobi) Unterschlupf gefunden hat.

Siehe auch:

Faschismen Politik | Gemeindewahl 2015/16 Zitać | Arno Kompatscher | LPA | Südtirol/o | CPI SVP Wobi | Deutsch

10 replies on “Erschütternde Erschütterung.
Quotation 276

In Brixen ist der faschistische Kriegsverbrecher Gennaro Sora, der in Äthiopien Tausende von Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder, mit Giftgas, Flammenwerfern und Erschießungen umgebracht hat, Ehrenbürger der Gemeinde. Das hat bisher weder die SVP von Brixen noch den SVP-Landeshauptmann erschüttert. In Toblach wurde der Flugplatz nach Mario Pezzi benannt, dem Generalstabschef der italienischen Luftwaffe in “Italienisch-Ostafrika” und damit Chef der Giftgas-Bomberflotte. Wer die faschistische Vergangenheit ignoriert, braucht sich über die faschistische Gegenwart nicht zu wundern. Aber das Wort “erschüttert” klingt halt so gut aus dem Mund des Landeshauptmannes.

Der Flugplatz wurde bei der Feier zum 50-Jahr-Jubiläum der Anlage als italienischer Feldflugplatz (vor 100 Jahren hatte dort ja schon das Deutsche Alpenkorps seine allerdings für das Gebirge untauglichen Flugzeuge stationiert) am 7. Mai von der italienischen Luftwaffe nach General Pezzi benannt. Vorher war er namenlos.

Ab einem gewissen “Beliebtheitsgrad” in der Bevölkerung muss man sich mit den CP-Leuten eben arrangieren. Was will man denn auch unternehmen?
Die staatlichen Organe werden nichts tun und das Land hat wie immer im eigenen Haus keine Kompetenz.
Wundert mich übrigens nicht, dass die in Bozen so gut abschneiden. Die Landeshauptstadt ist nicht nur architektonisch ein Relikt der 20er.

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