Wahlkampf von der Steuerzahlerin.

Obwohl wieder einmal die Nachricht durch die Medien geht, dass die SVP hochverschuldet sei, leistet sie sich gleichzeitig kostspielige Werbekampagnen. Wie geht das? Statt der Partei zahlt einfach die Steuerzahlerin. Allein heute ist in den Dolomiten eine ganzseitige Anzeige »in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb« erschienen, wo unter anderem ein Interview mit Landesrat Richard Theiner zu lesen ist, der über die gelungene Absicherung der Kleinkrankenhäuser spricht. Gleich mehreren Zeitungen liegt eine vierseitige Beilage des Mobilitätsressorts bei, die den Erfolg des Südtirol Pass bewirbt.

Steuergelder als Parteiwerbegelder sind immer ein absolutes No-Go, doch während landauf landab bittere Einsparungen nötig sind, nimmt diese skandalöse Vorgehensweise einen noch schlimmeren Beigeschmack an.

Um das Gleichgewicht wiederherzustellen wäre es eigentlich erforderlich, die gleiche Summe einem unabhängigen Gremium (unter Aufsicht der Opposition?) zu geben, das auch die Schattenseiten der Legislaturperiode öffentlichkeitswirksam auffrischt und aufarbeitet.

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TI: Einsprachige Sicherheitshinweise.

Kürzlich wurden in den Waggons der Trenitalia-Regionalzüge Sicherheitshinweise angebracht, die über das Verhalten in Notsituationen, unter anderem in Tunnels, aufklären sollen.

Obschon die meisten Garnituren nur innerhalb Südtirols verkehren und zudem vom Landesamt für Mobilität in Auftrag gegeben und finanziert werden, sind diese Hinweise ausschließlich auf Italienisch und Englisch verfasst. Selbst wenn dem nicht so wäre, müssten Hinweise gerade im Sicherheitsbereich unbedingt auch in deutscher und möglichst noch in ladinischer Sprache angebracht werden. Offenbar jedoch ist das Ressort von Landesrat Thomas Widmann unfähig, selbst gegenüber einem von ihm beauftragten Unternehmen die nötige Mehrsprachigkeit durchzusetzen. Dies ist umso besorgniserregender, als die mit Landesmitteln neu angeschafften Flirt-Züge nun ebenfalls von Trenitalia betrieben werden sollen.

Im Zusammenhang mit nationalistischen Forderungen wie der Übersetzung der hinterletzten Almwiese auf Südtirols Wanderschildern werden gerne fadenscheinige Sicherheitsbedenken (»Wanderer könnten sich verirren«) vorgeschoben. Da wo es hingegen, wie in diesem Fall, ausdrücklich um die Sicherheit geht, wird die Vernachlässigung der Mehrsprachigkeit bedenkenlos hingenommen — sofern davon nur nicht die lingua franca nazionale betroffen ist.

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Sanità pubblica a confronto.

Hanno preso 18 Paesi europei e li hanno messi a confronto, classificando tutte e 172 le regioni che li compongono. E l’amara verità per l’Italia è venuta a galla senza pietà: siamo decimi per la qualità della nostra sanità pubblica, undicesimi per i «particolari vantaggi» del Ssn, addirittura tredicesimi per l’equità nell’offerta dei servizi. Italia delle cure pubbliche sotto la metà classifica, insomma. Ma c’è di più, e di peggio. Nel ranking tra le 172 regioni europee piantiamo le bandierine (nere) da vergogna: Calabria ultima (172° posto) per i «particolari vantaggi» della sua offerta, terzultima (170ma) sia per qualità che per equità. E a far corona già giù nel ranking, ecco il Molise, la Campania, la Sicilia, la Puglia. […] Solo Bolzano guadagna stellette da (quasi) prima della classe: addirittura nona per la qualità, ma 22ma per i «vantaggi» che offre e poi però più in giù ancora, 50ma, per equità. Buoni (o medi) posti che conquistano in genere le regioni piccole del nostro Nord, con le grandi che soffrono di più. Anche le nostre eccellenze lombarde, emiliane, toscane, venete.

QOG/Göteborg.

Fonte: ‘Il Sole 24ore’ su dati dell’Università di Göteborg (‘Quality of Government Institute’).

Il Sudtirolo dunque, confrontato alle regioni italiane, è primo in tutti gli ambiti analizzati. Nonostante ciò lo stato italiano vuole imporci il suo «modello», spingendo per la chiusura degli ospedali minori, la riduzione del numero dei letti e via dicendo.

Apparentemente falsa anche l’affermazione che l’obbligo di bilinguismo produrrebbe una sanità di bassa qualità, in quanto i medici migliori verrebbero scavalcati da quelli bilingui.

Vedi anche:

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DB/ÖBB und die Sprachpolitik.

Am Bahnhof Bozen wurde kürzlich ein sogenanntes Reisezentrum von DB und ÖBB eröffnet, bei dem man Tickets und Auskünfte sowie einige Zusatzdienste (wie Geldwechsel) erhält. Schon die Aufschriften im Schalterbereich und die Informationen am Wechselkursmonitor sind einsprachig Italienisch und zweisprachig Italienisch/Englisch, lediglich ein paar Prospekte liegen auch auf Deutsch auf. Um stichprobenartig die Sprachkenntnisse der Dame am Schalter in Erfahrung zu bringen, wollte ich sie um irgendeine Fahrplanauskunft fragen — doch schon auf meine erste Frage antwortete sie völlig ungeniert und wie selbstverständlich (auf Englisch), dass sie nur des Italienischen, Englischen und Französischen mächtig sei.

Welches Bild muss Südtirol von sich geben, dass ein deutscher und ein österreichischer Konzern glauben, sie könnten hier auf ihre eigene Konzernsprache, die gleichzeitig unsere »größte« Landessprache ist, so weit verzichten, dass zumindest nicht alle Mitarbeiterinnen im Publikumsverkehr sie zu beherrschen brauchen? Nachdem DB und ÖBB hier auf dem privaten Markt agieren, ist anzunehmen, dass der Definition des Mitarbeiterprofils eine konkrete Überlegung vorausgegangen ist.

Weil aber Deutschsprachige hierzulande ihre Sprache nicht als einen Wert pflegen, der auch Anrecht auf Öffentlichkeit hat, sondern bereitwillig, ja vorauseilend in die »Nationalsprache« switchen, wann immer auch nur jemand keinen perfekten (hochsprachlichen oder Südtiroler) Akzent hat, gibt es für private Unternehmen — auch wenn sie im deutschsprachigen Raum beheimatet sind — keinen hinreichenden Anreiz, die deutsche Sprache angemessen zu berücksichtigen.

Und so beißt sich denn auch die Katze in den Schwanz, wirken sich Außendarstellung und Wahrnehmung wiederum konkret auf die innere Realität aus und wird der Sprachwechsel für SüdtirolerInnen immer häufiger zur Selbstverständlichkeit. Gelebte Mehrsprachigkeit ist das nur noch dem Namen nach, de facto wird die größte Landessprache als Geschäfts- und Handelssprache immer mehr marginalisiert.

Nicht von ungefähr stellt der Kameruner Georges Kemeni, Gast der Deutschlehrertagung IDT, im dieswöchigen ff-Interview fest:

In Bozen ist es schwierig, sich zu verständigen, wenn man kein Italienisch kann.

Siehe auch:

Discriminaziun Medien Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sprachpfusch Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen | Bilinguismo negato Italianizzazione Zitać | | ff | Südtirol/o | ÖBB | Deutsch

Gerichtssprache: Antwort der EU-K.

Vor wenigen Monaten erklärte das italienische Kassationsgericht ein Gerichtsverfahren für ungültig, weil es in deutscher Sprache geführt worden war. Dieses Recht stehe nur Einheimischen zu, argumentierten die Richter in Widerspruch zu einem vorherigen Entscheid des EuGH.

Daraufhin wandte ich mich an die EU-Kommission, um in Erfahrung zu bringen, ob diese Entscheidung nicht ein Vertragsverletzungsverfahren rechtfertige. Die Antwort ist heute eingegangen: Insgesamt wurde mir Recht gegeben (s. insbesondere Pkt. 3 der Antwort), ein Vertragsverletzungsverfahren könne aber trotzdem nicht angestrengt werden, da es sich bei einem einmaligen Urteil nicht um eine »in gewissem Grad verfestigte und allgemeine Praxis« handle, was als Bedingung für ein Vertragsverletzungsverfahren gelte. Immerhin seien aber »Mitgliedstaaten haftbar […] für Schäden, die Einzelnen durch ihnen (dem jeweiligen Mitgliedstaat) zuzurechnende Verstöße gegen Gemeinschaftsrecht verursacht wurden.«

Hier der gesamte Schriftverkehr im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Viviane Reding,

in Südtirol (Autonome Provinz Bozen, Italien) sind die Sprachen Deutsch und Italienisch gemäß Autonomiestatut von 1972 (Art. 99) gleichgestellt. Dies gilt auch vor Gericht, wo sich die ortsansässigen Bürger ihrer jeweiligen Muttersprache bedienen dürfen. Dieses Recht wurde vom Europäischen Gerichtshof im Sinne des Diskriminierungsverbots mit Urteil vom 24.11.1998 – C-274/96 auf sämtliche EU-Bürger ausgedehnt, wie Sie unter anderem hier nachlesen können: http://lexetius.com/1998,830

Im Widerspruch dazu hat das italienische Kassationsgericht am 06.11.2012 letztinstanzlich entschieden, dass einer deutschen Staatsbürgerin in Südtirol kein Prozess in deutscher Sprache zusteht, zumal dieses Recht ausschließlich den Ortsansässigen zustehe. Genau dies hatte jedoch der EuGH im oben erwähnten Urteil ausdrücklich abgelehnt. Das Urteil des italienischen Kassationsgerichts kann hier nachgelesen werden: http://www.cortedicassazione.it/Documenti/20715_11_12.pdf

Was halten Sie von diesem Urteil und von diesem Widerspruch? Wären nicht die Voraussetzungen für die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegeben?

Ich danke Ihnen im Voraus für eine Stellungnahme und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Simon Constantini, Brixen (Südtirol)

19.02.2013

Sehr geehrter Herr Constantini,

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir möchten uns für die Verspätung entschuldigen.

Der Schutz der Angehörigen von Minderheiten ist der Europäischen Kommission ein zentrales Anliegen. Ausdrücklich als Grundsatz verankert ist er in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union. Untersagt ist zudem nach Artikel 21 der Charta der Grundrechte eine Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit. Gleichwohl besitzt die Kommission hinsichtlich Minderheiten keine grundlegenden Befugnisse. Außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs liegen insbesondere die Bestimmung dessen, was eine nationale Minderheit ausmacht, die Zuerkennung des Minderheitenstatus, Fragen der Selbstbestimmung und Autonomie von Minderheiten sowie die Regelung des Gebrauchs von Regional- und Minderheitensprachen. Verantwortlich hierfür sind die Mitgliedstaaten.

Wie in der Anfrage an die Kommission erwähnt, befand der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einer Vorabentscheidung (Rechtssache C-274/96, Bickel/Franz, Urteil vom 24.11.1998), dass eine Bestimmung des Autonomiestatuts für die Provinz Bozen (Italien) aus dem Jahr 1972 zum Grundsatz der Nichtdiskriminierung im Sinne von Artikel 6 des EG-Vertrages (gegenwärtig Artikel 12 AEUV) in Widerspruch steht. Im Wortlaut des Urteils: “Artikel 6 des Vertrages [steht einer nationalen Regelung entgegen] räumt Bürgern, die eine bestimmte Sprache sprechen, bei der es sich nicht um die Hauptsprache des betreffenden Mitgliedstaats handelt, und die im Gebiet einer bestimmten Körperschaft leben, den Anspruch darauf ein, dass Strafverfahren in ihrer Sprache durchgeführt werden, ohne dieses Recht auch den Angehörigen anderer Mitgliedstaaten einzuräumen, die dieselbe Sprache sprechen und sich in diesem Gebiet bewegen und aufhalten.”

Dieselbe Bestimmung wurde nun – nach den der Kommission gemachten Angaben – erneut vor italienischen Gerichten anhängig, wobei es sich jedoch um eine Zivilsache handelte. Letztlich, so der Anfrager, befand der italienische Kassationsgerichtshof, dass das Recht, die Gerichtsbarkeit in der deutschen Sprache anzurufen, auf Einwohner der Region Bozen beschränkt ist.

Mehrere Aspekte scheinen hierbei von Belang zu sein:

1- Zunächst einmal (und wie bereits erwähnt) handelt es sich bei dem neueren Verfahren, das Gegenstand der Anfrage ist, um eine Zivilsache. Der Ausgangsrechtsstreit aber, der zur Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-274/96 führte, war ein Strafverfahren – und es ist nicht auszuschließen, dass dieser Umstand bei der Urteilsfindung des EuGH eine maßgebliche Rolle spielte. In der Tat heißt es in Randnummer 26 des Urteils in der Rechtssache C 274/96: “Folglich begünstigt eine Regelung wie diejenige des Ausgangsrechtsstreits, nach der der Anspruch darauf, dass ein Strafverfahren im Gebiet einer bestimmten Körperschaft in der Sprache des Betroffenen durchgeführt wird, davon abhängig ist, dass dieser dort wohnt, die einheimischen Staatsangehörigen gegenüber den Angehörigen der anderen Mitgliedstaaten, die ihr Recht auf freien Verkehr ausüben, und verstößt somit gegen das Diskriminierungsverbot des Artikels 6 des Vertrages.”

2- Ferner wird in diesem Zusammenhang die Frage aufgeworfen, ob das betreffende italienische Gesetz in Widerspruch zu Bestimmungen der Richtlinie 2010/64/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren steht. Nach dieser Richtlinie haben verdächtige oder beschuldigte Personen, die die Sprache eines Strafverfahrens nichts sprechen oder verstehen, Anspruch auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in einer von ihnen gesprochenen oder verstandenen Sprache (siehe Artikel 2 und 3 in Verbindung mit Erwägung 22). Es entsteht jedoch der Eindruck, dass das Recht auf Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren im vorliegenden Fall nicht zur Debatte steht. Zum einen scheint sich das italienische Gesetz nicht ausschließlich auf Strafverfahren zu beziehen, zum anderen scheint es per se keineswegs zu verhindern, dass in Strafverfahren Dolmetschleistungen und Übersetzungen in einer von der jeweiligen verdächtigen oder beschuldigten Person verstandenen Sprache (einschließlich Deutsch) bereitgestellt werden. Absicht des Gesetzgebers, so scheint es, ist vielmehr die Beschränkung des Rechts, die Gerichtsbarkeit in deutscher Sprache anzurufen, auf Einwohner der Region Bozen. Die Bereitstellung von Dolmetschleistungen und Übersetzungen für Bürger gleich welchen Wohnsitzes scheint hiervon unberührt.

In jedem Fall gilt es zu bedenken, dass Richtlinie 2010/64/EU zwar am 15. November 2010 in Kraft trat, die Frist zu ihrer Umsetzung in nationales Recht jedoch erst am 27. Oktober 2013 endet. Vor Ablauf dieser Frist dürfte ein Vertragsverletzungsverfahren unter Berufung auf diese Richtlinie nicht in Betracht kommen (es sei denn, Italien hätte beispielsweise – was jedoch nicht der Fall zu sein scheint – eine ihr zuwiderlaufende Maßnahme getroffen).

3- Doch kehren wir zur eigentlichen Frage zurück. Unserem ersten Impuls nach wäre bei der Würdigung des Urteils in der Rechtssache C-274/96 der Grundsatz in Betracht zu ziehen, dass eine Vorabentscheidung des EuGH für alle nationalen Gerichte hinsichtlich der jeweiligen Bestimmung des EU-Rechts maßgeblich ist, sofern nicht ein neuer Gesichtspunkt aufgeworfen wurde, der eine Differenzierung oder gar Umkehrung der bisherigen Rechtsprechung erfordert (siehe beispielsweise Urteil des EuGH vom 28.4.1988 in den verbundenen Rechtssachen 76, 86 bis 89 und 149/87, Seguela u. a., Randnummern 11–14). Ein derartiger neuer Gesichtspunkt aber scheint im fraglichen Fall nicht vorzuliegen. Vielmehr scheint der einzige Unterschied darin zu bestehen, dass der nationale Rechtsstreit, der zu Rechtssache C-274/96 führte, ein Strafverfahren war, während es nun um eine Zivilsache geht. Eine Differenzierung oder Umkehrung der bisherigen Rechtsprechung scheint dies nicht zu rechtfertigen, heißt es doch in der Urteilsbegründung zu Rechtssache C-274/96: “Die Ausübung des Rechts der Unionsbürger, sich in einem anderen Mitgliedstaat frei zu bewegen und aufzuhalten, wird durch die Möglichkeit, mit den Verwaltungs- und Justizbehörden eines Staates mit gleichem Recht wie die Bürger dieses Staates in einer bestimmten Sprache kommunizieren zu können, erleichtert […]” (Randnummer 16). Eine Unterscheidung zwischen Strafverfahren und Zivilsachen scheint also bezüglich der Vereinbarkeit des fraglichen italienischen Gesetzes mit dem EU-Recht nicht getroffen worden zu sein.

Ein Vertragsverletzungsverfahren wiederum – um nun noch auf diese Frage einzugehen – kann die Kommission gegen einen Mitgliedstaat einleiten, der ihrer Auffassung nach gegen EU-Recht verstoßen hat. Handelt es sich um einen Verstoß in Form einer bestimmten Praxis des Mitgliedstaats, so hat die Kommission nach der einschlägigen Rechtsprechung des EuGH durch eine hinreichend dokumentierte und detaillierte Begründung nachzuweisen, dass es sich um eine in gewissem Grad verfestigte und allgemeine Praxis handelt. Ein einmaliges Urteil eines nationalen Gerichts aber kann wohl kaum als “in gewissem Grad verfestigte und allgemeine” rechtswidrige Praxis ausgelegt werden.

Interessieren dürfte Sie schließlich der Grundsatz aus dem EU-Recht – verankert durch die Rechtsprechung des EuGH –, dass Mitgliedstaaten haftbar sind für Schäden, die Einzelnen durch ihnen (dem jeweiligen Mitgliedstaat) zuzurechnende Verstöße gegen Gemeinschaftsrecht verursacht wurden. Erstmals formuliert wurde dieser Grundsatz im richtungsweisenden Urteil des EuGH in den verbundenen Rechtssachen C-6/90 und C-9/90 (Francovich und Bonifaci gegen Italien, 1991, Slg. I-05357).

Ergänzend hierzu befand der EuGH, dass dieser Grundsatz – Haftung der Mitgliedstaaten gegenüber Einzelnen für ihnen zuzurechnende Verstöße gegen Gemeinschaftsrecht – auch dann anwendbar ist, wenn der fragliche Verstoß in einer Entscheidung eines letztinstanzlichen Gerichts besteht. Formuliert wurde dies im Urteil in der Rechtssache C-224/01 (Köbler gegen Österreich, 2001, Slg. I-10239).

Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie von Nutzen sind und stehen Ihnen für weitere Fragen über die EU zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
EUROPE DIRECT Kontaktzentrum
http://europa.eu – Ihr direkter Weg zur EU!

Europäisches Jahr der Bürgerinnen und Bürger 2013
Es geht um Europa, es geht um SIE. Reden Sie mit!
http://europa.eu/citizens-2013/de/home

Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass die von EUROPE DIRECT zur Verfügung gestellten Informationen nicht rechtsverbindlich sind.

16.07.2013

Discriminaziun Nationalismus Plurilinguismo Recht Service Public | Bilinguismo negato Zitać | | | Südtirol/o | EU | Deutsch

La sinistra: il sardo discrimina gli italiani.

L’esistenza di una lingua e cultura propria è una delle ragioni principali per cui la Sardigna gode dello status di Regione Autonoma. Tuttavia, per molti anni le istituzioni si sono sistematicamente «dimenticate» e disinteressate del sardu, accettandone la totale emarginazione — e tornando a occuparsene solo negli ultimi anni, in maniera ancora del tutto insufficiente. La lingua, riconosciuta anche dalla legge 482/99 sulla tutela delle minoranze linguistiche, ma degradata a «dialetto» dalla Cassazione, avrebbe potuto approffittare in maniera decisiva della Carta europea sulle lingue regionali o minoritarie, che però in Italia è in attesa di ratifica da oltre 20 anni.

Negli ultimi giorni alcuni consiglieri comunali di Casteddu/Cagliari avevano proposto di far fare un ulteriore piccolo passo alla limba sarda, chiedendone l’inserimento fra le materie per l’accesso a posizioni nell’amministrazione comunale — trovandosi però di fronte l’opposizione non solo delle destre, ma anche della sinistra. Mentre Anselmo Piras del PDL negava perfino l’esistenza del sardu (in quanto frammentato in dialetti!), i due consiglieri Davide Carta (PD) e Sergio Mascia (SEL) avvertono il rischio di ‘discriminazione degli italofoni’. E ci vuole veramente del coraggio a insinuare che la lingua discriminata in Sardigna possa essere l’italiano; ma si sa, anche il minimo scalfimento della lingua unica dello stato viene percepito come un atto di lesa maestà.

Ordunque, gli stessi partiti che in Sudtirolo un giorno sì e l’altro pure si riempiono la bocca di plurilinguismo, scuola trilingue e «aperture mentali» (perché gioverebbero a una maggiore diffusione della lingua nazionale!), altrove — nelle regioni in cui le lingue minoritarie non godono delle medesime tutele — non solo non fanno nulla per raggiungere obbiettivi simili, ma in più di un’occasione vi si oppongono con motivazioni che hanno dell’incredibile. Non a caso, d’altronde, anche qui in Sudtirolo non s’è mai visto, da parte delle sinistre nazionali, alcun impegno in favore della parificazione del tedesco o del ladino.

Quindi, il denominatore comune fra la politica a livello statale e locale (sarda, friulana o sudtirolese che sia) della sinistra nazionale non è la tanto sbandierata «diversità», bensì l’impegno a favore dell’italianità.

Discriminaziun Nationalismus Plurilinguismo Politik Service Public | Italianizzazione SX di DX | | | Sardigna Südtirol/o | PD&Co. PDL&Co. | Italiano

Getrennte Welten.
Quotation 92

“D”: Auf beiden Seiten Tirols wird gerne die Europaregion Tirol bemüht. Bilden Nord-, Süd- und Osttirol eine Einheit?

Deflorian: Nein, man hat den Eindruck, dass es zwei völlig getrennte Welten sind, von den persönlichen Kontakten abgesehen. Da spürt man natürlich keine Barrieren. Was mir negativ auffällt ist, dass zwar beide Landesteile Teil der EU sind, aber nach wie vor die nationalen Gesetzgebungen Österreichs und Italiens omnipräsent und nur schwer zu überwinden sind.

“D”: Wo fällt Ihnen das auf?

Deflorian: Seit Jahren wird immer wieder versucht, die Einkäufe für unsere Krankenhäuser nördlich und südlich des Brenners gemeinsam zu machen. Und seit Jahren müssen wir feststellen, dass die nationalen Gesetzgebungen stärker sind als unser Wille, da etwas zu verändern. Dasselbe gilt doch auch in Sachen Energieversorgung. Beide Seiten wollen die Stromlücke zwischen Nord- und Südtirol schließen, aber dann muss man feststellen, wie schwierig es in der Praxis ist, 100 Meter Stromkabel zu verlegen. Selbst die Schützen schaffen es nicht, ein einziger Schützenbund zu werden, wohl auch weil die Südtiroler Schützen viel politischer sind als die Nordtiroler. Diese sind vor allem ein Traditionsverein.

Aus dem Dolomiten-Interview mit dem Obermaiser Stefan Deflorian, Direktor der Tiroler Landeskrankenanstalten (Tilak), erschienen in der Ausgabe vom 29./30. Juni

Siehe auch:

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»Staatssprachige« Gemeinden.

Immer mehr mehrheitlich »deutschsprachige« (und SVP-geführte) Gemeinden und Bezirke in Südtirol verabschieden sich in zentralen und öffentlichkeitswirksamen Bereichen wie der Abfallbewirtschaftung von der flächendeckenden, gesetzlichen Mehrsprachigkeit — zugunsten der staatlichen lingua franca. Hier am Beispiel mehrerer Gemeinden im Eisacktal:

Abfallsammelglocken.

Eine analoge Situation ist etwa in Gossensaß (Bezirk Wipptal) zu verzeichnen.

Siehe auch:

Discriminaziun Plurilinguismo Recherche Service Public Sprachpfusch Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Südtirol/o | SVP | Deutsch