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QueerCityPass: UT24 hetzt gegen Wiener Linien.
Fake News

Autor:a

ai

Das Südtiroler Onlineportal UnserTirol24 (UT24) verbreitet Falschinformationen über den QueerCityPass der Wiener Linien. Darauf wurde ich von einem Leser hingewiesen. In dem auf Empörung abzielenden Beitrag — der hier bewusst nicht verlinkt wird — wird behauptet, Nicht-Heterosexuellen werde mit diesem Pass eine günstigere Öffi-Nutzung in der österreichischen Hauptstadt erlaubt als Heterosexuellen.

Allein der Gedanke, ein Ticket könne ausschließlich Queeren vorbehalten sein, ist absurd: Wer sollte bitteschön die sexuelle Orientierung der Ticketkäuferinnen oder der Fahrgäste überprüfen?

Der QueerCityPass, der sich hauptsächlich an Touristinnen richtet, kann selbstverständlich von jeder frei erworben und genutzt werden — unabhängig von sexueller Orientierung und Identität. Er kostet 17,90 Euro für 24 Stunden bzw. 39,90 Euro mit einer siebentägigen Gültigkeit und ist damit exakt gleich teuer wie der EasyCityPass. Die ViennaCityCard kostet für 24 Stunden mehr (19,00 Euro) und für sieben Tage geringfügig weniger (39,00 Euro) als der QueerCityPass.

Allen diesen Angeboten ist gemeinsam, dass sie — neben der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel — zielgruppenspezifische Zusatzleistungen enthalten, etwa Ermäßigungen für Museen, Vorteile in Gastronomie und Handel, Kulturangebote und Ähnliches. Schon deshalb sind sie untereinander nicht direkt vergleichbar. Völlig unzulässig ist es jedoch, sie mit dem Wiener Jugendticket zu vergleichen, das UT24 zwar korrekt mit einem Preis von 19,60 Euro angibt, aber für ein ganzes Schuljahr gilt und — anders als die genannten Touristenangebote — weder auf die Kernzone noch auf Wien beschränkt ist.

Die reine Öffinutzung ohne Zusatzangebote kostet übrigens 9,70 Euro für 24 Stunden (bzw. 10,20 Euro bei Postzustellung) und 25,20 Euro für sieben Tage (bzw. 28,90 Euro bei Postzustellung).

Die von UT24 betriebene Hetze wird ihre Wirkung vermutlich dennoch nicht verfehlen. Mit journalistischer Sorgfaltspflicht haben diese Fake News jedoch absolut nichts zu tun.

Cëla enghe: 01 02 03



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Comentârs

4 responses to “QueerCityPass: UT24 hetzt gegen Wiener Linien.
Fake News

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Wenn ich in Wien bin, kaufe ich mir eine Tageskarte oder eine Wochenkarte und fahre kreuz und quer durch die Stadt. Das funktioniert in Wien ganz ausgezeichnet, auf jeden Fall wesentlich besser als in Südtirol, und das finde ich ausgezeichnet. Wenn es spezielle Begünstigungen für spezielle Gruppen geben sollte, dann hätte ich nichts dagegen.

    1. G.P. avatar
      G.P.

      Ganz genau. Und das Ticket ist in zehn Sekunden am Automaten gemacht und bezahlt. War das erste Mal überrascht, wie problemlos das ging und wie einfach und gut die Informationen waren.

  2. Cicero avatar
    Cicero

    Ich weiß nicht ob ich auf der Leitung sitze, aber wenn der Queer City Pass von allen erworben kann ( weil die sexuelle Orientierung nicht sichtbar ist) an welche Zielgruppe genau ist er dann gerichtet ?

    1. Simon avatar

      Der QueerCityPass (QCP) kann ganz offiziell von allen erworben werden — nicht nur, weil die sexuelle Orientierung/Identität nicht sichtbar ist.

      Das Ticket heißt so, weil es primär eher auf die Interessen und Bedürfnisse von queeren Menschen zugeschnitten ist, etwa durch Konventionen mit Lokalen, Geschäften und Kulturangeboten, die sich an eine queere Kundschaft wenden. Nicht-Queere, die an diesen Zusatzangeboten ebenfalls interessiert sind, können sich den QCP natürlich auch kaufen — von einer Benachteiligung kann also nicht die Rede sein.

      Um genauso günstig wie mit dem QCP (bzw. noch günstiger) mit den Öffis zu fahren, brauchen aber weder Queere noch Nicht-Queere diesen Pass zu erwerben, denn das geht mit dem EasyCityPass (bzw. mit den gewöhnlichen Fahrscheinen) auch.

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