Covid: Schienennetzbetreiber bessert nach.

Neulich hatten wir die illegalen, einsprachigen Hinweise auf die Covid-Sicherheitsvorschriften an Südtirols Bahnhöfen thematisiert . Jetzt hat der italienische Schienennetzbetreiber RFI nachgebessert, wie diese Bilder zeigen, die uns wiederum Lokführer Andreas Thanei zugeschickt hat:

Zusammenfassend kann man sagen: Deutsch kommt später, Deutsch kommt schlampig, Deutsch kommt zweitgereiht und Deutsch kommt teils mit deutlich kleinerem Schriftbild. Das ist noch immer illegal, doch im Vergleich zu vorher ist es eine klare Verbesserung. Auch so wird man als Minderheit dazu erzogen, sich zu begnügen.

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Eurac: Einsprachige Photovoltaikstudie.

Die Architektenkammer macht in ihrem Newsletter vom 26. Mai unter anderem auf folgende Befragung aufmerksam:

Projekt BIPV meets history

Im Zuge des Projektes BIPV meets history hat die Eurac einen Fragebogen ausgearbeitet. Dieser dient zur Erfassung bestehender Hindernisse und des Verbreitungs- und Installationspotenzial[s] der Photovoltaiksysteme der neuen Generation bei historischen Bauten und in der Landschaft[.]
Informationen zum Projekt << HIER>>

Fragenbogen in italienischer Sprache <<HIER>>

Die Eurac also. Das ist die mit dem Institut für Vergleichende Föderalismusforschung und dem Institut für Minderheitenrecht. Aber eine — ganze zehn Fragen umfassende — Umfrage auch ins Deutsche (oder gar ins Ladinische) zu übersetzen, ist offenbar zu viel verlangt. War ja auch schon bei der Wolfsstudie nicht ganz einfach.

BIPV meets history ist ein Interreg-Projekt zwischen Italien und der Schweiz. Federführend auf »italienischer« Seite ist die Eurac beteiligt, auf Schweizer Seite die Tessiner Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana. Daneben sind die Region Lombardei sowie die Schweizer ticino energia, SUNAGE und Solar Retrofit beteiligt.

Für Institutionen des italienischsprachigen Kantons Tessin wäre es wohl unvorstellbar, eine Studie nicht zumindest/auch auf Italienisch zu machen. Die aus dem mehrheitlich deutschsprachigen Südtirol stammende, öffentliche Eurac hat da offenbar eine »andere« Sensibilität.

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Arch+Raum Bildung Discriminaziun Minderheitenschutz Plurilinguismo Service Public Tech&Com Umfrage+Statistik | Bilinguismo negato Italianizzazione Zitać | | | Lombardia Südtirol/o Ticino | EU Eurac | Deutsch

Quarantena discriminatoria.

Su Salto un cittadino elvetico narra la sua storia di ordinaria discriminazione linguistica in Sudtirolo: sposato con una sudtirolese e domiciliato a Merano, qualche giorno fa si reca nella vicina Confederazione per una visita medica; non prima di essersi informato circa i requisiti per il rientro.

Per evitare la quarantena, come previsto dalla normativa vigente, si sottopone a un test con cui dimostra di non aver contratto il Covid-19. L’analisi viene effettuata dal laboratorio universitario di Zurigo.

Al confine di Müstair-Taufers i. M. però le autorità italiane gli rifiutano l’ingresso sul territorio statale perché l’attestato è redatto in tedesco e non in italiano. Poco importa se le due lingue in Sudtirolo sono equiparate. In quel momento — assicura il malcapitato — sono passate meno di 48 ore dall’analisi, come prescritto.

Finalmente, dopo quasi un’ora di discussione con gli agenti di confine, la decisione di farlo procedere fino a Merano, ma gli si intima di informare tempestivamente l’autorità sanitaria. Che però lo sottopone alla quarantena obbligatoria: due settimane di arresti domiciliari in regime di isolamento.

Vedi anche:

Bürokratismus Discriminaziun Gesundheit Grenze Minderheitenschutz Polizei Recht Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Coronavirus | | Salto | Italy Südtirol/o Svizra | Sabes | Italiano

RFI: Niente tedesco – anche a Bolzano.
Covid / Stazione di Bolzano

Avevamo già segnalato il bilinguismo «illegale», in assenza del tedesco, presso la stazione di Merano. Ora lo stesso informante, Andreas Thanei, macchinista ferroviario, ci ha fatto pervenire ulteriori foto a dimostrazione che la stessa situazione si presenta anche nella stazione del capoluogo, a pochi passi dai palazzi del Governo provinciale:

Anche in questo caso le informazioni sul comportamento da seguire per prevenire il contagio col Corona virus sono state apposte solo in italiano (grassetto) e — solo parzialmente — anche in inglese.

Niente tedesco, come previsto in ogni caso dal DPR 574/88, né tantomeno qualche informazione anche in ladino, terza lingua ufficiale del Sudtirolo.

Come non mi stancherò di ricordare, in occasione dell’attuale pandemia il Consiglio d’Europa ha recentemente emesso un appello alle amministrazioni pubbliche di ogni grado perché garantiscano il più ampio plurilinguismo — anche oltre il livello normale — per informare tutti evitando le discriminazioni.

In Italia invece (e al contrario) non viene rispettato nemmeno il livello minimo previsto per legge. Assurdo e vergognoso.

Vedi anche:

Discriminaziun Gesundheit Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sicherheit Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Coronavirus Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | Europarat RFI | Italiano

RFI: Sicherheitshinweise nicht auf Deutsch.
Covid / Bahnhof Meran

Der staatliche Schienennetzbetreiber RFI hat Maßnahmen ergriffen, um Bahnreisende auf die Covid-Sicherheitsvorschriften hinzuweisen. Auch in Südtirol.

Andreas Thanei, seines Zeichens Lokführer im Güterverkehr, hat uns Bilder vom Bahnhof Meran geschickt, die zeigen, wie das konkret aussieht: Auch bei einem für die öffentliche Gesundheit so wichtigen Thema schert sich RFI nämlich keineswegs um die vorgeschriebene Zweisprachigkeit, sondern beharrt auf der Marginalisierung der deutschen Sprache.

Mindestens drei Stufen Abstand sollen auf der Treppe eingehalten werden, am Bahnsteig gibt es noch einmal einen Hinweis, mehr Distanz als üblich einzuhalten — alles nur auf Italienisch (Fett-) und Englisch (Normalschrift).

Ende März hatte der Europarat öffentliche Verwaltungen in der Pandemie zu mehrsprachiger Kommunikation aufgefordert, und zwar ausdrücklich auch über das normalerweise übliche Maß hinaus. In Südtirol erleben wir das genaue Gegenteil: eingehalten wird vielfach nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Zweisprachigkeit. Es ist ein Trauerspiel, noch dazu ein gefährliches.

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Discriminaziun Gesundheit Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sicherheit Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Coronavirus Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | Europarat RFI | Deutsch

Folgen Sie unterlassen des Anspruchs.
Covid-Hilfe des Landes

Dieser Artikel wird gerade evaluiert, da wir einen Hinweis darauf bekommen haben, dass er auf einer Falschinformation beruhen könnte.

Nachtrag vom 25. April 2020: Der Inhalt dieses Beitrags hat sich tatsächlich als falsch erwiesen. Mehr dazu hier.

Bürokratismus Discriminaziun Gesundheit Minderheitenschutz Service Public Sprachpfusch Tech&Com Wirtschaft+Finanzen | Coronavirus | | | Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

Indennità Covid? Monolingue.

Relativamente all’attuale stato di emergenza, pochi giorni fa il Consiglio d’Europa aveva chiesto alle amministrazioni pubbliche di rispettare scrupolosamente, sistematicamente il più ampio plurilinguismo possibile — anche al di là degli impegni eventualmente assunti con la ratifica della Carta Europea delle lingue regionali o minoritarie.

In Italia che cosa sta accadendo? L’esatto opposto, ad esempio col portale dell’INPS dedicato alle misure per il Covid-19. Non solo non è presente nessun’altra lingua oltre all’italiano, non essendo presenti né le lingue minoritarie né l’inglese — ma questo avviene addirittura in barba alle proprie leggi, che ad esempio per il Sudtirolo prevedono l’obbligo di bilinguismo.

Stralci dal sito internet dell’INPS (4 aprile 2020).

Dunque, non solo l’amministrazione non sta rispettando un plurilinguismo più ampio di quello abituale, ma addirittura si sta muovendo al di sotto di quel poco che normalmente fa.

Chi non parla o almeno capisce l’italiano, si «attacca al tram» — il che in questo caso potrebbe significare anche la perdita di un sostegno economico cui ha diritto.

Vedi anche:

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Corona: Land veröffentlicht einsprachige Tabelle.
In der Not national

Gestern Abend veröffentlichte die Landespresseagentur (LPA) eine Tabelle mit den Daten aller im Krankenhaus verstorbenen Covid-19-Patientinnen:

Ausschnitt aus der veröffentlichten Tabelle. Anonymisierung von uns.

Obwohl die Spaltentitel zweisprachig sind (Ladinisch fehlt) wurde die gesamte Tabelle einsprachig/einnamig ausgefüllt. Sowohl das Geschlecht (M/F ist Italienisch für männlich und weiblich), als auch die Ortsbezeichnungen sind ausschließlich in italienischer Fassung angegeben.

Wenn die Tabelle intern einsprachig geführt wird, ist dies nicht wirklich schlimm. Spätestens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hätte sie aber übersetzt werden müssen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Europarat Staaten, Regionen und Gemeinden dazu aufgefordert, Informationen zur gegenwärtigen Pandemie immer auch in den regionalen und Minderheitensprachen zu veröffentlichen.

Letzten Dienstag hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass die LPA auch bei der Indexierung von Videos der virtuellen Landesmedienkonferenzen ausschließlich die italienische Sprache berücksichtigt. Dies wurde nicht bloß nicht nachträglich korrigiert, sondern wurde unbeirrt fortgesetzt.

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