Veith freigesprochen.
Quotation 541

Das Urteil ist ein wichtiges Signal für die Demokratie und eine Ermutigung auch in Zukunft die Bürger bei Themen, wo es um unsere Zukunft und jene unserer Kinder geht, verstärkt einzubinden.

— Ulrich Veith (SVP)

Der Malser Bürgermeister wurde vom Rechnungshof vom Vorwurf freigesprochen, mit der Abstimmung über ein Pestizidverbot in seiner Gemeinde öffentliches Geld verschwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, Veith müsse die Kosten zurückerstatten.

Gemeinden sind für ein Verbot von sogenannten Pflanzenschutzmitteln nicht unmittelbar zuständig. Trotzdem war das Abstimmungsergebnis eine wichtige politische Willensbekundung.

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AFI: Die spinnen, die Römer!

Mit diesem Obelix-Zitat meldete sich gestern das Arbeitsforschungsinstitut (AFI) zu Wort, um die Wirtschaftsdaten des Astat als lokaler Ableger (!) des Istat in Frage zu stellen. Die vom Landesstatistikinstitut bekanntgegebenen »realen Wachstumsraten« für 2016 (+0,6%) und 2017 (+0,4%) entsprächen nicht den erhobenen makroökonomischen und den Stimmungsindikatoren.

Entweder hat es den wirtschaftlichen Aufschwung in Südtirol nie gegeben oder die Berechnungen des Istat sind wenig wert.

— Stefan Perini (AFI-Direktor)

Das Berechnungsmodell der amtlichen Statistik zum regionalen BIP scheine unausgereift zu sein. Dass die Parameter von Technikerinnen 540km von Bozen entfernt festgelegt würden, sei für den Bezug zur lokalen Realität nicht förderlich.

Perini und das AFI schlagen deshalb — nach deutschem Vorbild (sogenannte Gemeinschaftsdiagnose) — eine gemeinschaftlich von Astat, Wifo und AFI formulierte Prognose vor. Die Daten der amtlichen Statistik seien erst nach drei Jahren ausreichend zuverlässig, weshalb man sich auf eine gemeinsame Schätzung einigen könnte, so der AFI-Direktor.

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Notre Dame und die Kohärenz.
Quotation 540 // Ein Hilfeschrei

Im Zusammenhang mit dem dramatischen Brand an der Notre-Dame-Kathedrale von Paris hat der Journalist und Politiker David Grosclaude (Partit Occitan) in seinem Blog eine beachtete »Reflexion über den Fetischismus derer, die nicht verstanden haben, dass materielles und immaterielles Kulturgut der selben Rücksicht und der selben Achtung bedürfen« veröffentlicht, woraus ich hier zitiere:

Das materielle Erbe ist nichts ohne das immaterielle. Ohne die Worte, die es begleiten, ohne das Wissen, das sich in ihm verbirgt und das es in Bewegung gesetzt hat, ist ein Monument nichts anderes als ein Haufen Steine.

In dieser Hinsicht waren die Tränen und die Aussagen gewisser Persönlichkeiten während jenes Abends unerträglich. Einige von ihnen lassen täglich Kathedralen und Monumente unseres Erbes vernichten, ohne etwas zu sagen. Es passiert sogar dass sie auf die Glut blasen.

Sie sind Opfer eines Fetischismus, der dazu führt, dass sie vergessen, dass das immaterielle Gut genauso wichtig ist, wie das andere. Beide entwickeln sich im Laufe der Zeit, passen sich an, erleiden Schmähungen, Unfälle, Gewalt: doch wir sollten die gleiche Rücksicht auf sie nehmen. Das ist nicht der Fall.

Die vernichteten Kathedralen, die brennenden Schlösser, die Schätze, die in Rauch aufgehen sind nicht immer jene, die man mit einer Eintrittskarte und dem Smartphone in der Hand besuchen kann.

Wenn uns Mélenchon, Macron, Hollande, Fillon, Sarkozy und die anderen an ihren Emotionen über den Verlust, den der Brand von Notre Dame darstellt, medial teilhaben lassen, kann ich nicht anders, als ihre Unfähigkeit zur Kohärenz zu bedauern. Ich kann nicht vergessen, dass das dieselben sind, die schweigen (oder sich gar freuen), wenn die Kulturmonumente, die unsere Sprachen sind, Schritt für Schritt mangels Achtung und Rücksicht — von einer Politik, die die sprachliche Vielfalt zerstört — vernichtet werden. Dabei sind das Monumente, die so gut es geht Jahrtausende an Historie, Millionen Seiten Literatur und Millionen Tage der Menschheitsgeschichte in sich tragen.

Sie haben aber einen Makel: Sie brennen nicht in einem Mal vor dem Auge einer Kamera ab. Das sind Monumente, die in Stille einstürzen, unterhöhlt werden und sterben.

Selbstverständlich wird man Notre Dame wieder aufbauen müssen, wie man es mit jedem anderen Monument dieser Bedeutung, das gebrannt hätte, auch hätte tun müssen; doch es ist auch Kohärenz gefragt. Das materielle und das immaterielle Erbe vermischen sich.

Die baskische, die korsische, die bretonische, die okzitanische, die katalanische Sprache, die Sprachen der amerikanischen Ureinwohnerinnen, die der Kanakei, die kreolischen Sprachen usw. sind ebenfalls brennende Kathedralen.

Ich habe zum Brand in Paris das Wehklagen derjenigen vernommen, die uns noch vor einigen Tagen, Wochen, Jahren erklärten, dass der Einsturz unserer sprachlichen Kathedralen Schicksal sei und vielleicht sogar gut für den Fortschritt der Menschheit; jedenfalls aber, dass man dabei [untätig] zusehen müsse.

All jene, die nichts für das immaterielle Erbe gemacht haben und die politischen Mittel gehabt hätten, etwas zu tun, haben sich zum Brand von Notre Dame geäußert — von rechts und von links. Seit Jahren versprechen und reden die einen wie die anderen von kultureller Vielfalt, ohne irgendetwas zu tun. Und wenn sie etwas machen, dann immer nur für das, was weit weg ist und exotisch erscheint. Humanismus für den externen Gebrauch, aber nie irgendwas für das, was sie vor der eigenen Nase haben. Dabei müssten sie wissen, dass die Steine keinen Wert haben, außer durch die Geschichte, die sie geschnitten und gezeichnet hat, und durch die Frauen und Männer, die sie erwähnt, benannt, erläutert haben.

Notre-Dame de Paris hätte, auch wenn zur Gänze zerstört, unter der Feder von Victor Hugo weitergelebt, Quasimodo und Esmeralda hätten weiterhin den Geist der Literaturliebhaberinnen bewohnt und damit das Gebäude am Leben erhalten, mit all den anderen, die etwas darüber geschrieben haben.

Übersetzung:

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Nuovo rapporto: Il francese in Québec.

Settimana scorsa l’Ufficio quebecchese della lingua francese (Office québécois de la langue française – OQLF) ha pubblicato il suo periodico Rapporto sull’evoluzione della situazione linguistica in Québec (Rapport sur l’évolution de la situation linguistique au Québec) — un documento che contiene innumerevoli dati su quasi 150 pagine.

L’edizione precedente risale a undici anni fa, nonostante normalmente il rapporto venga pubblicato con una periodicità di cinque anni.

Il comunicato stampa che accompagna la nuova edizione enumera sedici «fatti salienti», di cui otto «miglioramenti» e otto peggioramenti, definiti «cantieri» che necessitano ulteriori sforzi perché il francese continui a essere la lingua comune in Québec.

Fra i miglioramenti sottolineamo i seguenti punti:

  • Dal 2007, gli anglofoni dell’isola di Montréal [ovvero l’area metropolitana della città] usano maggiormente il francese nello spazio pubblico;
  • La quota di anglofoni e di allofoni che dichiarano di avere una conoscenza del francese sufficiente a sostenere una conversazione è aumentata nel corso degli ultimi vent’anni;
  • Nel 2016, il 94% delle e dei quebecchesi dichiara di essere in grado di sostenere una conversazione in francese;
  • L’educazione prescolare e l’insegnamento primario e secondario in francese fanno segnare un avanzamento considerevole dall’adozione della Carta [la legge nr. 101 che protegge il francese in Québec], in particolare sull’isola di Montréal. Nel 2015, il 90% degli alunni frequentava una scuola in lingua francese. Più precisamente, il 28% di tutti gli alunni di lingua materna inglese e l’89% di quelli di lingua materna diversa frequentavano una scuola in lingua francese;
  • L’attrattività del francese presso i nuovi arrivati è in costante aumento, e dal 1981 l’utilizzo del francese come lingua più utilizzata in casa dagli immigrati è in crescita;
  • Nello spazio pubblico il francese viene utilizzato da solo o congiuntamente all’inglese dall’88% della popolazione nel 2016, un risultato stabile rispetto al 2007 (90%);
  • Nel 2016 il francese era la lingua di lavoro per la maggioranza delle lavoratrici e dei lavoratori in Québec (80%). I risultati legati all’evoluzione del francese come lingua di lavoro mostrano una relativa stabilità del francese al lavoro;
  • Nel 2017 la lingua di servizio in ambito commerciale sull’isola di Montréal è stato al 96% il francese;

I «cantieri»:

  • L’uso del francese come lingua d’accoglienza [o di benvenuto] unica nel commercio dell’isola di Montréal è diminuito dal 2010, passando dall’84% al 75%. Al contrario l’accoglienza in inglese (dal 12% al 17%) e quella bilingue (dal 4% all’8%) è aumentata;
  • La quota di persone che provano indifferenza nei confronti di un servizio in un’altra lingua che il francese è fortemente aumentata dal 2012, in particolare fra i giovani francofoni;
  • Fra le consumatrici e i consumatori della regione di Montréal che hanno fatto acquisti online nel 2018 la maggioranza (79%) lo ha fatto al meno una volta in inglese;
  • Nello spazio pubblico, nel 2016, la quota di persone che utilizzano il francese, da solo o congiuntamente, si è attestata al 93% fuori dalla regione metropolitana di Montréal, al 91% nella cintura di Montréal e solo al 76% sull’isola di Montréal;
  • Negli ultimi 15 anni l’uso del francese come unica lingua di lavoro e come lingua più spesso utilizzata al lavoro è diminuito in Québec. Di conseguenza, una quota maggiore di lavoratrici e lavoratori fanno un uso regolare dell’inglese pur utilizzando più spesso il francese sul lavoro;
  • Al lavoro circa un quarto delle persone immigrate (24%), indipendentemente dalla lingua materna, utilizzava piuttosto l’inglese;
  • L’isola di Montréal è il luogo dove le lavoratrici e i lavoratori usano meno il francese al lavoro, e la situazione nella cintura di Montréal sembra evolversi nello stesso senso;
  • L’uso esclusivo del francese al lavoro è meno presente fra i giovani francofoni fra i 18 e i 34 anni che fra quelli di 55 anni e più.

Traduzione:

Il Sudtirolo non dispone di un organismo paragonabile all’Ufficio quebecchese della lingua francese.

Vedi anche:

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Il Sudtirolo e i ‘Livelli Essenziali di Assistenza’.
Contro la disinformazione

Grazie al cosiddetto esperto di sanità sudtirolese Costantino Gallo torniamo, ancora una volta, sui Livelli Essenziali di Assistenza (LEA), la cui classifica (o «griglia») lo stesso continua imperterrito a citare per affermare che la nostra terra

[…] in sanità è l’ultima regione in Italia come erogazione dei LEA Livelli Essenziali di Assistenza […]

— Costantino Gallo, 14 aprile 2019, ore 19.40, Facebook

Questo è falso. Il Sudtirolo, non soggetto alla verifica degli adempimenti LEA (come sottolinea lo stesso Ministero della salute) nella griglia LEA relativa al 2017 risulta ultimo in classifica non perché «ultima regione in Italia come erogazione dei LEA» bensì in quanto il Ministero non dispone di tutti i dati necessari a una valutazione completa. Infatti:

Per un’informazione più completa sono riportati anche i dati delle Regioni Valle D’Aosta, FriuliVenezia Giulia, Sardegna e delle Province Autonome di Trento e Bolzano, ove disponibili.

da pag. 7 del documento «Monitoraggio dei LEA attraverso la cd. Griglia LEA – Metodologia e Risultati dell’anno 2017» a cura del Ministero della salute, direzione generale della programmazione sanitaria

Sottolineamo: «per un’informazione più completa» e «ove disponibili».

Si può certamente criticare che la Provincia di Bolzano non abbia messo a disposizione del Ministero le informazioni complete necessarie alla valutazione. Al contrario però sulla base della griglia LEA non si possono, a meno di voler diffondere fake news, fare affermazioni (se non parzialissime) sull’erogazione dei LEA in Sudtirolo.

Vediamo in dettaglio. A tal fine è sufficiente consultare il cosiddetto «Rosone» dei dati relativo al 2017, disponibile per tutte le Regioni e le Province autonome e pubblicato dal Ministero della salute:

Pur non avendo trovato un file di dimensione maggiore, non è difficile constatare che

  • il Ministero dispone dei dati relativi a 23 indicatori su 33 ed è su questa base che il sistema sanitario sudtirolese ha raggiunto i 120 punti che lo fanno risultare ultimo in classifica;
  • per quanto riguarda i 23 indicatori disponibili (e quindi valutati):
    • per il 65% (15) risultano verdi («punti di forza»)
    • per il 17% (4) sono gialli
    • per il 9% (2) sono viola e
    • per il 9% (2) sono rossi («criticità»).

Dovrebbe essere evidente per chiunque che sulla base del 70% degli indicatori (23 su 33) non si possano fare affermazioni complessive ed esaustive, come invece vuol far credere il nostro «esperto di sanità sudtirolese». Né è possibile fare un confronto con altre realtà, che hanno fornito tutti i dati perché — diversamente dal Sudtirolo — sottoposte alla verifica obbligatoria.

Vedi anche:

Comparatio Faktencheck Gesundheit Service Public Umfrage+Statistik | Zitać | | | Südtirol/o | Sabes | Italiano

Die Verteidigung des Selbstverständlichen.
Quotation 539

Erstaunt bis beunruhigt habe ich unlängst eine Presseaussendung des Deutschen Hochschulverbandes (mit rd. 31.000 Mitgliedern die größte Wissenschaftlervereinigung Europas) gelesen, in der der Verbandspräsident Bernhard Kempen angesichts von Ausladungen und Political-Correctness-Kampagnen seine Sorge um die Meinungsfreiheit und die Debattenkultur an den Universitäten zum Ausdruck bringt. Sollte die Universität tatsächlich ein Ort werden, wo im wissenschaftlichen Kontext nicht mehr ohne Grenzen gedacht und die entsprechende Erkenntnis artikuliert und zur Diskussion gebracht werden darf, dann haben wir ein Problem. Wenn der Hochschulverband mittlerweile offenbar sogar das Selbstverständliche ausdrücklich einfordern muss, ist das ein alarmierendes Signal.

Gerade unkonventionellen, unbequemen und unliebsamen Meinungen [müssen] Universitäten ein Forum bieten, solange es Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Thesen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind. […] [I]n einem freiheitlichen Rechtsstaat [bedeutet das], dass die Äußerung einer nicht verfassungswidrigen, aber politisch unerwünschten Meinung nicht nur geschützt, sondern notfalls auch erst ermöglicht werden [muss]. Ausflüchte schaden der Universität mehr als sie ihr nutzen. Ihre wichtige Aufgabe, Debatten anzustoßen und zu strukturieren, können Universitäten nur ausfüllen, wenn sie nicht denjenigen nachgeben, die sie maßregeln wollen, am lautesten schreien, mit Gewalt drohen oder sie sogar anwenden.

Bildung Grundrechte Wissenschaft | Zitać | | | Deutschland | | Deutsch

Lo schema della giudizializzazione.
Quotation 538 // Riace, la Catalogna e il Brasile

È assurdo che [il sindaco di Riace] Mimmo Lucano si sia trovato in una situazione del genere. Non poter vivere nel proprio paese, dove è stato eletto democraticamente, mi sembra veramente incredibile. Tutti noi che lo conosciamo, sappiamo che non è un criminale, anzi al contrario. Questa è una pratica che non deve essere normalizzata. Sto parlando della “giudizializzazione” della politica, usare i tribunali per fermare i cambiamenti e le innovazioni democratiche. Cosa che peraltro non sta succedendo solo al sindaco di Riace, ma anche in altre parti del mondo. La stiamo vivendo in Catalogna, ma è successo anche a Lula, in Brasile. C’è uno schema che si ripete in tanti Paesi. E visto che un colpo di Stato oggi sarebbe inaccettabile, per andare contro i governi democratici si fa leva sui poteri economici e giudiziari. E questo non può essere né accettato né tantomeno normalizzato. È necessaria una critica democratica forte.

dall’intervista con la sindaca di Barcellona, Ada Colau (BenComú), apparsa sull’ultimo numero (15/2019) di Left

Vedi anche:

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