Die üblichen Verdächtigen.

In Südtirol und anderswo wird den separatistischen Bewegungen nicht selten vorgeworfen, dass sie rückwärtsgewandte, egoistische, unsolidarische, xenophobe, nationalistische, hinterwäldlerische, mittelalterliche Kleinstaaterei betreiben möchten. Leider gibt es auch immer wieder Beispiele, die dieses Vorurteil bestätigen. Es ist und bleibt aber ein Vorurteil. Separatistische Bewegungen vereinen nicht notwendigerweise obige negative Eigenschaften auf sich. Ganz im Gegenteil: die führenden Sezessionsbewegungen in Europa sind dezidiert progressiv, inklusivistisch und pro-europäisch. Einen Kausalzusammenhang zwischen Sezession und Isolation gibt es also nicht.

Als hätte es eines Beweises bedurft, haben nun sechs katalanische Weltbürger, die über jeglichen Verdacht erhaben sind, eingangs beschriebene Charakteristika auf sich zu vereinen, einen Brief im britischen Independent veröffentlicht. Einen Brief, in dem sie erklären, warum sie für das Referendum am 9. November sind. In Südtirol würde man Leute, die ein solches Schreiben verfassen, wohl als “Zündler” und “Ewiggestrige” brandmarken. Die Unterzeichner sind Josep Carreras, Pep Guardiola, Jordi Savall, Joan Massagué, Pol Antràs und Xavier Sala i Martí­n. Typische Hinterwäldler also, die noch nie aus ihren Dörfern rausgekommen sind. Xenophobe Exponenten, die sich am liebsten komplett isolieren, um sich vor allem Fremden zu schützen. Mittelalterliche Kleinstaatler, denen die europäische Integration ein Gräuel ist.

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