Der Palabirn-Frevel (und mögliche Maßnahmen).
Umweltzerstörung darf sich nicht lohnen

Wie die Umweltschutzgruppe Vinschgau letzte Woche meldete, wurde am kultur- und naturhistorisch bedeutsamen Palabirn-Anger in Lichtenberg (Gemeinde Prad am Stilfser Joch) ein unsäglicher Frevel begangen: Just während auf Landesebene ein Verfahren zur Ausweisung des Ensembles als Naturdenkmal läuft, haben sich Unbekannte über Nacht daran gemacht, Löcher in die Stämme mehrerer der wertvollen Bäume zu bohren, um sie zu vergiften. Ob die kriminellen Gestalten im Laufe ihrer Tat gestört wurden oder ob sich in letzter Minute doch noch ein letzer Gewissensfunken durchsetzen konnte, werden wir möglicherweise nie erfahren; doch wie man erfährt, haben sie letztendlich kein Gift in die bereits gebohrten Löcher gekippt, weshalb die über 200 Jahre alten Bäume gute Überlebenschancen haben.

Es ist bekannt, dass die historische Anlage wirtschaftlichen Interessen im Wege steht und eine Fällung schon mehrmals im Raum stand. Die Gemeindeverwaltung selbst hat nach wie vor Pläne, in unmittelbarer Nähe des Angers ein Bauprojekt umzusetzen, dem mindestens eine der Pflanzen zum Opfer fallen würde.

Völlig unerträglich ist aber in jedem Fall, dass auch im 21. Jahrhundert noch jemand glaubt, hierzulande über demokratische Prozesse und rechtsstaatliche Entscheidungsverfahren hinweg eine Politik der vollendeten Tatsachen durchsetzen zu können. Diesen unzivilisierten Individuen muss nicht nur das Handwerk gelegt werden, man sollte sich auch wirksame Maßnahmen überlegen, um sicherzustellen, dass aus solchem Umweltfrevel niemand einen Vorteil zieht.

palabirn-anger

Illegaler Brandrodung wird — um nur eine Möglichkeit zu nennen — vielfach dadurch begegnet (und ein Riegel vorgeschoben), dass betroffene Gebiete automatisch mit einem langjährigen Bauverbot (und allgemein mit einem wirtschaftlichen Nutzungsverbot) belegt werden und bestenfalls eine sofortige Wiederaufforstung angeordnet wird. Ganz ähnliche Maßnahmen wären wohl problemlos auch auf Fälle wie den vorliegenden anwendbar, sofern die rechtliche Zuständigkeit dafür vorhanden ist. Somit würde man widerrechtlichen »Spekulationen« von vornherein jeglichen Anreiz nehmen.

Bild: Umweltschutzgruppe Vinschgau.

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