Wirtschaft wächst, Reallöhne sinken.

In einer aktuellen Stellungnahme bemängelt das AFI einmal mehr den Lohnrückgang in der Südtiroler Privatwirtschaft. Zwischen 2011 und 2016 sei die Entlohnung nominal um durchschnittlich 6,6% gestiegen, während die Inflation im selben Zeitraum 7,4% betragen habe.

Selbst diese Zahlen seien aber durch Struktureffekte geschönt, da es eine Verschiebung hin zu fortgeschritteneren Altersklassen oder Teilzeit gegeben habe. Das bedeutet also wohl, dass die Löhne bei gleichbleibendem Alter und gleichbleibender Qualifikation real noch stärker gesunken sind.

Die Wirtschaft ist in Südtirol laut Astat im gleichen Zeitraum um 6,4% gewachsen. Statt die Arbeitnehmerinnen an diesem Erfolg, für den sie maßgeblich mitverantwortlich sind, teilhaben zu lassen, bezahlen sie sogar noch mit sinkenden Löhnen dafür.

In Österreich beziehe man sich bei Lohnverhandlungen auf die sogenannte Benya-Formel, die sowohl die Inflation, als auch den Produktivitätszuwachs berücksichtigt. Auf Südtirol umgelegt hätten die Nominallöhne demnach nicht um 6,6% sondern um 11,5% steigen müssen.

Wer will da noch das Geplärre vieler Wirtschaftstreibender hören, dass der Arbeitsmarkt leergefegt sei?

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