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Holzeisen macht keine Abstriche.
Schwurbelei

Die Südtiroler Rechtsanwältin Renate Holzeisen (Team K) hat auf ihrem öffentlichen Facebook-Profil einen Beitrag von databaseitalia.it geteilt. Darin enthalten ist die Aufforderung, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten, weil die PCR-Coronatests angeblich bis zu 95% falsch positive Fälle ergäben und auf dieser unzuverlässigen Grundlage einschneidende Maßnahmen beschlossen würden.

Praktischerweise schon dabei: der in weiten Teilen ausgefüllte Vordruck für die Anzeige, die man den Behörden nur noch zukommen lassen muss.

Wie Reinhold Holzer, Anführer der Südtiroler Impfverweigerungsbewegung, ebenfalls auf Facebook bekanntgibt, können Personen, die sich an der von databaseitalia.it unterstützten Initiative beteiligen wollen, Renate Holzeisen als ihre Anwältin angeben, da sie dieses Engagement pro bono (also kostenlos) unterstütze.

Das führende italienische Faktencheckportal butac.it führt databaseitalia.it gleich zweimal in seiner Black List — in der Sparte Desinformation und in der Sparte QAnon, einer rechtsextremen Verschwörungstheorie.

Faktencheck Gesundheit Recht | Coronavirus | Renate Holzeisen | Social Media | Italy Südtirol/o | Team K. | Deutsch

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Autorinnen und Gastbeiträge

Autonome oder zentralistische Fehler?

von Christian Pfeifer, Chefredakteur der SWZ

Die zweite Coronawelle löst erstaunliche Reflexe aus: Plötzlich wird die Autonomie schlechtgeredet.

Ein herbstliches Ansteigen der SARS-CoV-2-Infektionszahlen war erwartet worden, aber die Wucht schon im Oktober kam überraschend. Also wird nach Schuldigen gesucht. Stark in der Kritik steht in diesen Tagen die Landesregierung und allen voran der Landeshauptmann, die einen autonomen Weg in Abweichung von den staatlichen Regeln zu gehen versuchen. “Wenn wir die Extrawurst spielen müssen, hat das so kommen müssen”, lautet sinngemäß der Vorwurf, auch in manchen Medien. Aber abgesehen davon, dass erstens Südtirols Corona-Auflagen nicht maßgeblich abweichen und zweitens die Infektionen auch anderswo zunehmen, ist der Reflex ein unüberlegter: Er kommt dem Ruf nach Zentralismus gleich. Aber kann eine Regierung, welche dem gesamten Stiefel von Südtirol bis Sizilien undifferenziert dasselbe Regelwerk verpasst, wirklich bessere Maßnahmen treffen als politisch Verantwortliche vor Ort? Eben nicht, selbst in einem Notstand nicht.

Andere Regionen wären froh um mehr Entscheidungsgewalt in diesen turbulenten Zeiten. Daher befremdet es, wenn ausgerechnet wir Südtiroler*innen die hart erkämpfte Autonomie schlechtreden, womöglich aus persönlicher Antipathie gegenüber Südtirols Regierenden. Lieber machen wir autonom ein paar Fehler, als dass wir zentralistisch die Fehler anderer erleiden. Oder — noch einfacher — wir halten uns einfach alle vernünftig an die autonomen Regeln.

Erschienen in SWZ 41/20. Wiedergabe dank freundlicher Genehmigung des Autors.

Siehe auch:

Gesundheit Medien Politik Recht Zentralismus Zuständigkeiten | Coronavirus Medienkritik | Arno Kompatscher Christian Pfeifer | SWZ | Italy Südtirol/o | Landesregierung | Deutsch

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Non c’è sistema in grado di gestire questa cosa.
Quotation 635 // App Immuni

Supponiamo che l’app Immuni funzionasse al massimo, va bene? Perfetta, il 90% degli italiani ce l’hanno: l’app Immuni oggi con 10-12.000 casi [al giorno] manderebbe 150.000-200.000 messaggi. Non c’è sistema che è in grado di gestire questa cosa. I casi bisogna riportarli in basso, altrimenti l’app Immuni diventa una specie di idea astratta […].

Prof. Andrea Crisanti (Università di Padova), in collegamento con Agorà Rai del 20 ottobre 2020. Trascrizione mia.

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Corona: Autonomie oder Sturheit?

Südtirol ist autonom und die politische Verantwortung für die Pandemiebekämpfung liegt letztendlich im Lande. Doch jedes einzelne Mal, wenn die Landesregierung von den in Rom beschlossenen Maßnahmen abweicht, gibt es Kritik. Nicht nur der Inhalt der Maßnahmen, sondern die Tatsache selbst, dass autonom gehandelt wird, steht dabei häufig im Kreuzfeuer. Da ist schon mal — auch vonseiten autonomistisch gesinnter Menschen — von »Sturheit« und »pseudopatriotischen Reflexhandlungen« die Rede. Bewusst oder unbewusst schwingt da leider auch Unterwürfigkeit mit. Der Unterschied zwischen den Maßnahmen in Südtirol und denen in Österreich oder Bayern wird auf inhaltlicher Ebene analysiert. Und das ist gut. Unterschiede zu den römischen Maßnahmen werden aber nicht so sehr auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft, sondern darauf, ob wir das überhaupt dürfen und ob es nicht zu patriotisch und sezessionistisch ist. Warum fällt es so schwer, die Autonomie als solche zu akzeptieren und mitzutragen? Das bedeutet noch lange nicht, dass wir die konkreten von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmen samt und sonders gutheißen müssen, im Gegenteil. Wir können mit dem Management im Lande auch ausgesprochen unzufrieden sein, ohne deshalb jedes Mal grundsätzlich die Autonomie als solche in Frage zu stellen.

Siehe auch:

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Maskenpflicht im Freien.
Quotation 633

Während in Italien jetzt eine allgemeine Maskenpflicht im Freien herrscht, muss in Südtirol die Maske im Freien nur aufgesetzt werden, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können. Reicht das?

Aerosole, bei denen 1,5 Meter Abstand nicht ausreichen würden, spielen im Freien keine Rolle. Es gibt kein belegtes Beispiel für eine Aerosol-Übertragung im Freien. Kann man im Freien die 1,5 Meter einhalten, dann ist man quasi nicht gefährdet. Tatsächlich kennen wir keine großen Infektionsketten, die im Freien stattgefunden haben.

Ulf Dittmer, Virologe, im TAZInterview vom 10. Oktober

Gesundheit Medien | Coronavirus Quote | | TAZ | Italy Südtirol/o | | Deutsch

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Autorinnen und Gastbeiträge

100 Jahre Südtirol bei Italien – und was dabei »zu erinnern« ist.

Leserbeitrag von Walter Kircher

Absolut salonfähig ist inzwischen die offizielle, italienische Entsprechung für Südtirol — Alto Adige! Wenn man weiß, dass Alto Adige ein erstes Mal von Napoleon erfunden wurde, um Tirol von den Landkarten zu löschen (Tirol war damals ein erstes Mal geteilt in Südbayern und eben Alto Adige), dann müsste dieser Begriff zu denken geben. Wenn man die Geschichte kennt und respektiert.

Alto Adige verschwand mit dem Wiener Kongress in der Mottenkiste der Geschichte, bis dann – gegen alles Völkerrecht – das heutige Südtirol dem Königreich Italien zugeschlagen wurde. Alto Adige war ab sofort die Bezeichnung für etwas, was nicht mehr Tirol/Südtirol heißen durfte!

Dass diese Bezeichnung heute der offizielle Name unseres Landes ist, ist ein wahrer Skandal, schlimmer als die Erhaltung des »Siegesdenkmals« in Bozen! Es ist offensichtlich der Wille der Mehrheit unserer italienischen Mitbürger, zum Ausdruck zu bringen, dass es dieses unser gemeinsames Land kolonisierend weiterhin zu italianisieren gilt!

Es ist unseren italienischen Mitbürgern unbenommen, unser Land zu nennen wie sie meinen, aber die offizielle Bezeichnung sollte einvernehmlich und im Respekt vor der Geschichte festgelegt werden.

Löblich ist die Initiative des italienischen Bergrettungsdienstes, wenigstens die ladinische Entsprechung Adesc Alt aus dem Vereinsnamen zu entfernen.

Zum »Hundertjährigen« ist auch an die »Zerreißung Ladiniens« zu erinnern! Im Mitteleuropa des dritten Jahrtausends ein ebenfalls unwürdiger Zustand.

Die Verwendung von Alto Adige ist ein Gradmesser für Geschichtsbewusstsein im Allgemeinen, sowie des Respekts vor der Geschichte des Landes Tirol. Der Denali in Alaska lässt grüßen!

Der Denali (von 1917 bis 2015 offiziell Mount McKinley) in Alaska ist mit 6190 Metern Höhe der höchste Berg Nordamerikas. „Denali“ ist der traditionelle Name des Berges, ein Wort aus der athapaskischen Sprache des nordamerikanischen Indianerstammes Koyukon, das „der Große“ oder „der Hohe“ bedeutet. … 1897 versuchte ein anderer Goldgräber, den Namen Mount McKinley zu etablieren, nach dem damaligen Präsidentschaftskandidaten William McKinley, der dann auch zum 25. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und kurz nach seiner Wiederwahl im Jahr 1901 ermordet wurde. Amtlich wurde dieser Name 1917 im Gesetz zur Gründung des Mount-McKinley-Nationalparks, das auch den Berg offiziell benannte.

Im Zuge des wachsenden Respekts vor den Traditionen der indianischen Ureinwohner beschloss die Geographie-Behörde des Staates Alaska 1975 die Rückbenennung in Denali. Seitdem verwenden alle Publikationen des Staates diesen Namen. 1980 wurde der Nationalpark im Bundesgesetz Alaska National Interest Lands Conservation Act in Denali-Nationalpark umbenannt. Eine Umbenennung des Berges selbst kam auf Bundesebene zunächst nicht zustande, weil Politiker aus Ohio, der Heimat von William McKinley, die Pläne lange Zeit blockierten. Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) auf Anweisung der Innenministerin Sally Jewell und in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen in „Denali“. Das GNIS führt noch über 40 weitere, inoffizielle Namen für den Berg.

– Gekürzt aus: Wikipedia.

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Paese ingessato, immobile, senza visione.
Quotation 631

Dopo aver vissuto in Olanda per oltre dieci anni, il rientro in Italia è stato, per mille motivi, davvero traumatico. L’impressione è che mentre altrove si avanza, si sviluppa, si innova, l’Italia è un paese […] fermo, avviluppato su sé stesso, impegnato in discussioni tra l’inutile e lo stupido.

[L]ì il sistema, l’organizzazione viene incontro all’elettore rendendogli l’esercizio del voto, e quindi l’esercizio della democrazia, il più agevole possibile[.]

È drammatico come queste (e molte altre) cose tutte fattibili e che faciliterebbero la vita dei cittadini, li renderebbe anche più partecipi e consapevoli, in Italia nemmeno vengono discusse e, pur dispiacendomene, non mi meraviglio affatto che l’Olanda (e non solo) guarda con molto sospetto all’Italia (e non solo) quando si tratta di distribuire risorse economiche europee[.]

[L’Italia è] un paese ingessato, immobile, senza visione[.]

Cuno Tarfusser, già vicepresidente della Corte penale internazionale dell’Aia, commentando su Salto un articolo di Gerhard Mumelter sull’arretratezza del sistema elettorale italiano.

Vedi anche:

Bürokratismus Democrazia Service Public | Quote | Gerhard Mumelter | Salto | Italy Niederlande | | Italiano

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RU-486: Zwangsaufenthalt abgeschafft.

Erst im Jahr 2010 war in Italien das sogenannte Präparat RU-486 zugelassen worden, mit dem ein schonenderer Schwangerschaftsabbruch herbeigeführt werden kann. Das war 22 Jahre später als Frankreich und elf Jahre später als die meisten anderen Länder Westeuropas (einschließlich Deutschland, Österreich und die Schweiz), die ihm bis spätestens 1999 die Zulassung gewährten.

Eine italienische Besonderheit war, dass die damalige Regierung von Silvio Berlusconi eine Art Strafklausel einführte, aufgrund derer Frauen, die sich für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch entschieden, — ohne jede medizinische Indikation — ein dreitägiger Krankenhausaufenthalt aufgezwungen wurde.

Der Südtiroler Beirat für Chancengleichheit bezeichnete diese Vorgabe damals als »eine Farce und eine Bestrafung der Frau«.

Anders als Südtirol scherten mehrere italienische Regionen (Toskana, Emilia Romagna, Ligurien, Umbrien, Latium…) bald aus und ließen aufgrund ihrer Entscheidungsbefugnisse in Gesundheitsbelangen eine Verabreichung ohne Krankenhausaufenthalt zu.

Doch erst jetzt beendete der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza (LeU) — mit Verweis auf Empfehlungen der WHO und auf die Erfahrung in anderen Ländern — die entwürdigende Praxis ganz. Gleichzeitig wurde der Einsatz des Präparats von der siebten bis auf die neunte Schwangerschaftswoche ausgedehnt.

Vermutlich hat auch die Corona-Pandemie ihren Teil dazu beigetragen, dass der ideologisch motivierte Zwangsaufenthalt nach einem Jahrzehnt endlich gefallen ist: ein unnötiger Krankenhausaufenthalt stellt in dieser Zeit ein völlig verzichtbares Gesundheitsrisiko für die Frau und nicht zuletzt für das Krankenhauspersonal dar.

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