Einnamige Ortsbezeichnungen melden.

Vor einiger Zeit hatte ich beschrieben, wie man Google Maps auf einsprachige Bezeichnungen von Zusatzinformationen (Points of Interest) wie Schulen, Krankenhäuser, Biotope, Naturparks oder Hotels und Kaufläden hinweisen und um Zweisprachigkeit bitten kann.

Inzwischen ist auch für Südtirol die Funktion »Problem melden« (im Bild rot eingekreist) verfügbar, womit man Google endlich auch auf die einsprachigen Ortsnamen hinweisen kann.

Google Maps: Problem melden.

Ich habe bereits ausprobiert, wie Google Maps auf entsprechende Hinweise reagiert. Meine Mitteilung, die ich gleichlautend für unterschiedliche Ortsnamen verschickt habe:

[Zuerst die deutsche und italienische Fassung des betreffenden Toponmys angeben, dann:] Ortsnamen in Südtirol sind zweisprachig. Auf jedem offiziellen Schild sind die Namen auf Deutsch und Italienisch (meist in dieser Reihenfolge) angeführt, da in Südtirol beide Sprachen amtlich sind. Rund 70% der Bevölkerung haben laut amtlicher Erhebung Deutsch als Muttersprache, weshalb die Angabe ausschließlich des italienischen Ortsnamens irreführend und falsch ist. Auf nicht amtlichen Wegweisern sind manchmal sogar nur die deutschen Ortsnamen angeführt, weshalb eine Orientierung mit Google Maps vor Ort problematisch sein könnte, wenn Sie ausschließlich die italienischen Ortsnamen berücksichtigen.

Auf den faschistischen Ursprung zahlreicher italienischer Ortsnamen hinzuweisen, finde ich in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll, da diese Frage in Südtirol — und auf politischem Wege — gelöst werden muss. Sollen bei Google Maps Ergebnisse erzielt werden, muss meiner Meinung nach zunächst die Berücksichtigung der deutschen und ladinischen  Ortsnamen (zusätzlich zu den italienischen) eingefordert werden.

Die Antwort, die ich nach wenigen Tagen von Google Maps erhalten habe, klingt ermutigend:

Ihre Meldung eines Problems in Google Maps wurde geprüft und Sie hatten Recht. Wir werden die Karte in Kürze aktualisieren und Sie per E-Mail informieren, wenn die Änderung vorgenommen wurde. Vielen Dank für Ihren Beitrag zur Verbesserung von Google Maps!

Da der Hinweis meines Wissens für jede einnamig angeführte Ortsbezeichnung einzeln verschickt werden muss, gibt es für uns alle genug zu tun. Für ladinische Ortschaften muss der Text selbstverständlich im Sinne der Dreisprachigkeit/Dreinamigkeit abgeändert werden.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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17 replies on “Einnamige Ortsbezeichnungen melden.”

Mehrere Organisationen der ungarischen Minderheit in der Slowakei haben sich (mit Quellenangabe!) von dieser BBD-Initiative dazu inspirieren lassen, ihren Anhängern ein ähnliches Vorgehen zu empfehlen. Ein Beispiel aus Facebook:

Der Beitrag wurde allein bei »Fontos Vagy« schon zwölfmal geteilt… hoffentlich sind die Leser von BBD auch nur annähernd so aktiv.

Da ich schon drei private Anfragen bekommen habe, wie ich genau vorgegangen sei (und ob der Text von BBD übernommen werden darf), möchte ich das hier für alle beschreiben:

  • Kartenausschnitt so wählen, dass der zu beanstandende Ortsname darauf sichtbar ist.
  • Im unteren rechten Rand des Kartenausschnitts die Funktion »Problem melden« anklicken.
  • Bei »Problem in Bezug auf…« die Option »Adresse/Markierung« und anschließend »Problem auf der Karte anzeigen« wählen.
  • Die dann erscheinende Markierung an den entsprechenden Ort der Karte bewegen, den Menüpunkt »Adresse« (oder den Menüpunkt »Sonstiges«) wählen und die Problembeschreibung einfügen.
  • Als Problembeschreibung einfach folgenden Text kopieren und einfügen:

    [Deutsche und italienische Fassung des betreffenden Toponmys hier einfügen]: Ortsnamen in Südtirol sind zweisprachig. Auf jedem offiziellen Schild sind die Namen auf Deutsch und Italienisch (meist in dieser Reihenfolge) angeführt, da in Südtirol beide Sprachen amtlich sind. Rund 70% der Bevölkerung haben laut amtlicher Erhebung Deutsch als Muttersprache, weshalb die Angabe ausschließlich des italienischen Ortsnamens irreführend und falsch ist. Auf nicht amtlichen Wegweisern sind manchmal sogar nur die deutschen Ortsnamen angeführt, weshalb eine Orientierung mit Google Maps vor Ort problematisch sein könnte, wenn Sie ausschließlich die italienischen Ortsnamen berücksichtigen.

    Bitte nicht vergessen, die korrekte deutsche und italienische Fassung des Toponyms anzugeben.

Falls jemand einen anderen Weg für sinnvoller hält, bitte ebenfalls hier beschreiben.

Berichte über Feedback von Google bzw. Änderungen in den Karten würden mich auch freuen.

Danke für den Tipp! Ich hab es jetzt einmal mit “Meran/Merano” versucht. Schauen ob ich eine Antwort bekomme, ich meld mich dann.

“ein deutsches Regionalblatt ” – es ar ein dpa Bericht, er wurde wahrscheinlich ,ohne groß zu recherchieren, weitergegeben.
In deutschen Zeitungen finde ich nur die Bezeichnungen Rom Mailangt, Venedig und nicht Roma, Milano, Venezia.
Bösen Willen oder Ignoranz vermute ich hier nicht, höchstens Schlamperei (die gibt es auch bei den Preußen aus Münster)

Habe jetzt Antwort von GoogleMaps erhalten:

Vielen Dank, dass Sie dieses Problem gemeldet haben. Wir haben Ihr Problem geprüft und Sie hatten recht! Wie Sie unten sehen können, wurde die Standardansicht in Google Maps bereits entsprechend der von Ihnen vorgeschlagenen Änderung aktualisiert.

Ich hatte den Text mit “Meran/Merano” verfasst. Bis dato gibt es aber leider auf den Karten die ich in Google Maps sehe keine Änderung (obwohl Google davon spricht das Problem gelöst zu haben). Hängt dies vielleicht damit zusammen, dass die deutschen Bezeichnungen nicht amtlich sind oder dass Google später erst aktualisiert? Überhaupt ist auf Google Maps die deutsche Bezeichnung sehr selten anzutreffen, und wenn dann nur kleiner und in Klammer wie bei “Bolzano (Bozen)” Mal schauen ob sich was tut, sonst schreib ich halt nochmal…

Update: Bei bisher nur “Merano” scheint jetzt jedenfalls in Klammer “Meran” auf. Der Protest scheint jedenfalls zumindest ein wenig gefruchtet zu haben.

Danke für den wichtigen Hinweis. Habe nachgesehen, und auch bei Schluderns, Terenten, Mühlbach, Neustift und einigen anderen, für die ich Hinweise geschickt hatte, wird jetzt der deutsche Ortsname angezeigt — in kleinerer Schriftgröße, in Klammern und an zweiter Stelle. Ein Fortschritt (die »deutschen« Ortsnamen existieren wenigstens), aber noch lange keine zufriedenstellende Situation. Jetzt müssten wir die Arbeit flächendeckend machen, das geht freilich nur, wenn möglichst viele mithelfen.

Das Traurige an der ganzen Angelegenheit ist aber folgendes. Heute wird im Tourismus auf der ganzen Welt in Google nach Ortschaften gesucht. So auch im Falle Südtirols, das ja zu den 20 meistbesuchtesten Regionen in Europa zählt. Wenn ich nach Meran oder Bozen suche, scheint mir sofort eine Karte mit den anfänglich rein ital. Ortsnamen auf! Nach unentgeltlicher Intervention von BBD und einigen Mitlesern hat man zumindest einige Ortsnamen auf deutsch angeführt. Jetzt bekommen “unsere” Politiker in Rom einige Tausend Euro Netto im Monat und haben diese Misstände scheinbar noch nicht angeprangert (obwohl für eine Minderheit sehr wichtig, und sie werden ja für die Verteidigung derselben bezahlt), das macht mir Sorgen…denn eine Mail an Google würden wohl auch unsere SVP-VIPs schreiben können…

Für unsere Volkspartei ist sowas doch vollkommen uninteressant, im Gegenteil wie einige Aussagen der SVP und SMG zeigen. Viel mehr zählt für die doch die Stärkung der Bindung zu Italien sowie die finanzielle Rettung Italiens! Sowas ist traurigerweise Aufgabe der Bevölkerung sowie der Opposition.

Erfreulich: Seit kurzem werden die »deutschen« Ortsnamen bei Google Maps nicht mehr in Klammern und auch nicht mehr mit einem kleineren Schriftbild angezeigt. Ich habe neulich auch eine weitere Runde an »Problemmeldungen« an Google geschickt, die betreffenden Bezeichnungen wurden inzwischen hinzugefügt. Bin froh, dass sich unser gemeinsames Engagement gelohnt hat — es bleiben aber noch viele einnamige Bezeichnungen zu melden, da Google offenbar weiterhin nur dort nachbessert, wo ein konkreter Hinweis einlangt.

Hier ist übrigens der dreisprachige Text zur Meldung ladinischer Ortsbezeichnungen:

[Zuerst ladinische, deutsche und italienische Fassung des betreffenden Toponyms angeben, dann:] Ortsnamen in Südtirols ladinischen Talschaften sind dreisprachig. Auf jedem offiziellen Schild sind die Namen auf Ladinisch, Deutsch und Italienisch (meist in dieser Reihenfolge) angeführt, da in Südtirols ladinischen Talschaften all diese Sprachen amtlich sind. Rund 90% der Bevölkerung haben laut amtlicher Erhebung Ladinisch als Muttersprache, weshalb die Angabe ausschließlich des italienischen Ortsnamens irreführend und falsch ist. Auf nicht amtlichen Wegweisern sind manchmal sogar nur die ladinischen Ortsnamen angeführt, weshalb eine Orientierung mit Google Maps vor Ort problematisch sein könnte, wenn Sie ausschließlich die italienischen Ortsnamen berücksichtigen.

Diese ganze Akiton ist wirklich super, so sollte das Web für direkte Demokratie genutzt werden. Denn wenn ein Recht nicht benutzt wird, existiert es nicht. Das sieht man hier ganz deutlich. Google hat sehr vieles nachgebessert, warum kamen da unsere Politiker noch nicht drauf? Heute schaut doch jeder zuerst in Google nach wenn er in Urlaub fährt oder etwas über ein Land herausfinden will! Hab jetzt auch nochmal ein paar Ortsnamen eingegeben.

Wobei hinzuzufügen ist, dass die Notwendigkeit, alles selbst zu korrigieren, einmal mehr auf die »nationalstaatliche Logik« zurückzuführen ist. Keine »nationale Mehrheit« wird sich jemals um sowas kümmern müssen, genausowenig wie Sprachgemeinschaften in mehrsprachigen Ländern (Schweiz oder Luxemburg zum Beispiel). Die Zugehörigkeit Südtirols zu einem »einsprachigen« Land führt erst dazu, dass wir jedes Mal von neuem so mühsam um jeden Beistrich kämpfen müssen — und das sind Energien, die man anderweitig sinnvoller nutzen könnte.

Solange sich jedoch nichts an den Rahmenbedingungen ändert, bleibt uns nichts anderes übrig, als aufzubegehren. Dass das Land dies in keiner Form durch eigenes Engagement unterstützt, ist ernüchternd.

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