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Virtueller Anbieter, konkreter Vorteil.

south tyrol mobile

Mit CoopVoce, BT Italia, PosteMobile, Fastweb und einigen mehr gibt es seit 2007 auch in Italien sogenannte virtuelle Betreiber im Handybereich. Sie besitzen keine eigenen Mobilfunknetze und lehnen sich stattdessen an die etablierten Anbieter Tim, Vodafone, Wind und Drei an, deren Infrastruktur sie mieten.

Meist bieten sie auf bestimmte Zielgruppen oder Kundenprofile zugeschnittene Angebote, vom sogenannten »no frills« (was soviel wie »ohne Schnickschnack« bedeutet) bis hin zu eigenen Musikangeboten fürs Handy (bei MTV Mobile). In der Regel sind Anrufe mit anderen Kundinnen des selben Virtuellanbieters besonders günstig.

Dieses Konzept wäre geradezu dafür prädestiniert, ohne allzu großen Aufwand ein auf Südtirol maßgeschneidertes Angebot zu erstellen — mit dreisprachigem Service, funktionierendem Kundendienst vor Ort und besonders günstigen Tarifen ins benachbarte Ausland sowie ins Südtiroler Festnetz. Das Zuckerl, mit Teilnehmerinnen desselben Netzes noch billiger zu telefonieren, könnte sich in einem überschaubaren, geschlossenen Gebiet wie Südtirol zum besonderen Renner entwickeln.

Siehe auch: 1/ 2/

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10 replies on “Virtueller Anbieter, konkreter Vorteil.”

gute idee… aber vielleicht ist die fokussierung auf südtirol gerade die crux der sache. ich nehme an die etablierten betreiber vermieten nicht nur teilstücke ihres netzes sondern das ganze (sprich das nationale netz) — ob sich das rechnet wenn man nur einen vergleichsmäßig winzigen markt anspricht, der bereits von anderen anbietern (virtuelle und “echte”) besetzt ist?

… ich fürchte das rechnet sich so nicht — außer man zahlt schon roaming-gebühren wenn man vom trentino aus telphoniert :)

Ich habe eine Möglichkeit — vielmehr noch: einen Wunsch — aufgezeigt. Technisch und wirtschaftlich kann ich es, ohne über genauere Daten zu verfügen, schwer beurteilen. Doch das ist auch nicht meine Absicht.
Vielleicht ließe sich mit einem etablierten Mobilfunkanbieter ja sogar ein eigener, günstigerer Vertrag aushandeln, der berücksichtigt, dass der Betreiber nur in Südtirol tätig ist. Und vielleicht könnte es für TIM, Vodafone oder Wind auch interessant sein, einen hauseigenen virtuellen Ableger für Südtirol zu gründen, der den Kundenansprüchen hierzulande besser gerecht wird.
Da laut Wikipedia sogar die Universität von L’Aquila ein eigenes virtuelles Mobilfunkangebot hat, glaube ich jedoch nicht, dass die Infrastrukturmieten unabhängig von Nutzerzahlen so hoch bemessen sind. Und irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man außerhalb des Uni-Campus bereits im Roaming telefoniert. ;-)

ob der vorschlag finanziell oder technisch möglich ist spielt keine rolle. er ist rechtlich nicht möglich.

Jetzt warten wir schon mindestens zu dritt auf die Erleuchtung durch B.-
Sucht er noch eine Erklärung?

Auf meine an mehrere Südtiroler Kommunikationsunternehmen adressierte Anfrage, ob sie sich über einen Einstieg in den Mobilfunksektor als Virtual-Anbieter bereits Gedanken gemacht haben, antwortet Raiffeisen Online wie folgt:

Sehr geehrter Herr Constantini!

es wurde bereits darüber nachgedacht, doch leider sind die Auflagen momentan ein Hemmschuh.
Somit ist diese Idee momentan auf Eis gelegt.

Freundliche Grüße

Gerhard Bertagnolli
Kunden-Support

Keine Rede davon, dass die Umsetzung rechtlich nicht möglich sei. Ich würde Bs Erguss also endgültig als Ente verbuchen.

einer wartet wirklich immer …

“das der betreiber nur in südtirol tätig ist”

1, eine diskriminierung der kunden aufgrund ihrer territorialen zugehörigkeit ist nicht möglich
2. aus 1. folgt, dass nicht nur teile des netzes gemietet werden können
3. ein betreiber muss die universelle dienstleistung auf dem ganzen nationalen territorium gewährleisten (Art. 53 decreto legislativo 1 agosto 2003, n. 259)

schlussendlich gibt es so etwas wie ein südtiroler festnetz nicht

juristen werden oft als zerstörer von visionen gesehen, da sie meistens erklären wieso etwas nicht geht anstatt die vision mitzutragen. um dieser kritik nicht ausgeliefert zu sein will ich zudem erklären warum das gesetz ein nicht national flächendeckendes angebot verbietet, wobei dies für alle netz-infrastrukturen und nicht bloss für die telekomunikation gilt:

eine nationale netz-infrakstrutur erstreckt sich über ein weites und nicht homogenes gebiet. ein netz in einem urbanen gebiet zu unterhalten ist einzelkostenmässig viel günstiger als in ruralem gebiet, hauptsächlich da die hohen fixkosten auf mehr kunden aufgeteilt werden können und somit niedriegere pro-kopf kosten entstehen.
wenn die betreiber ihren dienst nur auf ein bestimmtes territorium begrenzen dürften käme es zu dem was ökonomen als cherry picking bezeichnen: die betreiber würden ihre dienstleistungen in urbanen gebieten günstiger als in ruralen gebieten anbieten und somit den weit aufwendigeren unterhalt in ruralen gebieten zusehens verteuern und diesen kunden einen zugang zum netz nur zu prohibitiv hohen kosten anbieten könnten.
somit führt der staat die pflicht des universellen dienstes ein bei welchem die kosten territorial ausgeglichen sein müssen. praktisch kommt es dabei zu einer quer-subventionierung zugunsten ländlicher und zu lasten städtischer gebiete.

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