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Abgeschnitten?
Quotation 319

[Es gilt] inzwischen als sicher, dass es in Südtirol keinen Verladebahnhof geben wird und für Import- und Exportgüter, die über die Schiene befördert werden, Verona genutzt werden muss, zumal der Verladebahnhof in Trient völlig unzureichend ist.

Robert Weißensteiner in »Welche Maut nach 2026?«, SWZ vom 21. Oktober, über die Nutzung des Brennerbasistunnels
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6 replies on “Abgeschnitten?
Quotation 319

Je mehr über die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene geredet wird, um so mehr werden Güterbahnhöfe abgebaut und Hürden gegen den Transport auf der Schiene aufgebaut.

In Italien gibt es schon seit längerer Zeit keinen Einzelladungswagenverkehr. Dies ist auch verständlich, da in den letzten zehn Jahren der Güterverkehr der Bahn hin zu Ganzzügen mit Containern und Wechselbehältern gewandelt hat. Der immer wieder geforderten Ausbau der rollenden Landstraße ist Nonsens da unwirtschaftlich und ineffizient. Nicht die Lastwagen samt Fahrer sollten transportiert werden, sondern die Güter. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn in der Region, am besten in Bozen Süd und Trient, Umschlaganlagen gebaut werden, die es ermöglichen, Container und Wechselbehälter umzuschlagen. Nur diese Technologie ist zukunftsträchtig und wirtschaftlich. Die großen Speditionen, unter anderem auch eine aus Südtirol, setzen schon seit langem auf diese Technologie.

In Verona gibt es den Interporto. Dort können Wechselbehälter, Sattelauflieger und Container umgeschlagen werden. Im Trentino und Südtirol fehlt diese Infrastruktur. Aus praktischen Gründen ist ein Bahntransport unter 400 km heute nicht effizient, trotzdem sollte es sich das Land überlegen, eine schlanke Infrastruktur in der Nähe der zukünftigen Bahnumfahrung Bozen (am besten Neumarkt/Auer) einzurichten. Es ist klar, dass bei Transporten nach Bayern auch in Zukunft die Bahn wahrscheinlich nicht wettbewerbsfähig ist. RoLa sind nur Insellösungen und nicht effizient, auch wenn sie sich medienwirksam recht gut verkaufen lassen. Es muss deshalb der effektive Bedarf in Südtirol abgeschätzt und mögliche Lösungen geprüft werden. Ein Interporto wie in Verona ist sicherlich überdimensioniert und wäre eine Fehlinvestition.

RoLa, das hast du sicherlich Recht, ist weniger effizient als ein Container-System, speziell für große Spediteure. Und den kleinen, die sich entsprechende Logistik nicht leisten können, was sagst du denen? Haben nicht beide Konzepte nebeneinander beide ihre Berechtigung? Speziell für relativ kurze Strecken hat die RoLa durchaus ihren Mehrwert: Kaum Logistik und frische Fahrer und auf jeden Fall besser als die Autobahn.

Speziell für relativ kurze Strecken hat die RoLa durchaus ihren Mehrwert: Kaum Logistik und frische Fahrer und auf jeden Fall besser als die Autobahn.

Nein, mehr Logistik. Wieso sollen Fahrzeug und Fahrer herumgefahren werden? Besser wäre es, sie würden die Verteilfunktion übernehmen. Dies kann nur geschehen, wenn auch für kleinere Sendungen ein System entwickelt wird, das einen reibungslosen Transport auf der Bahn ermöglicht. Thyssen Krupp hat da mal experimentiert, leider ist die Technologie nicht weiter entwickelt worden.

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