Categories
BBD

Fascho wird Wobi-Vertrauensmann.

Laut Tagblatt A. Adige (vom 1. Februar) hat das Wohnbauinstitut des Landes ein Mitglied der neofaschostischen CasaPound zur Wobi-Vertrauensperson für einen Wohnkomplex in der Bozner Baristraße ernannt. Solche Vertrauenspersonen sind als Bindeglied zwischen Mieterinnen und Institut gedacht und sind »Garant für das gute Zusammenleben im Gebäude« (Wobi Mieterinfo 80/2018). Laut Auskunft des italienischsprachigen Athesia-Blatts zeigt sich die betreffende Person unter anderem gern in Kleidung, die der SS-Division Charlemagne huldigt. Ganz wie der Chef.

Zur empörenden Ernennung befragt, soll Wobi-Vertreter Werner Stuppner dem A. Adige geantwortet haben, dass die Kandidatinnen nicht nach politischer Gesinnung ausgewählt würden. Soweit er informiert sei, könnten sich auch SVP- oder PD-Mitglieder unter den Vertrauenspersonen befinden — was ja dann wohl exakt dasselbe wäre, wie ein Rechtsextremist!?

Wie ein Menschenverachter zwischen Wobi und zum Beispiel Mieterinnen mit Migrationshintergrund »vermittelt«, will ich mir lieber gar nicht vorstellen. Dabei sollte das Institut die bevorzugten Methoden von CPI ganz genau kennen, nachdem die rechten Recken in Vergangenheit auch den Wobi-Sitz mehrmals zu Propagandazwecken besetzt hatten.

Bei der SS hört selbst für den A. Adige der Spaß auf. Die gehören ganz klar nicht zum »guten Faschismus«, wie Spagnolli gesagt hätte.

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

HCB distanziert sich von Bonazza.

Am 2. Jänner hatte CasaPound-Chef und Modeguru Andrea Bonazza ein aufsehenerregendes Foto auf Instagram veröffentlicht: Darauf war er in Begleitung einer unbekannten Person zu sehen, die eine Hitlermaske trug. Das Bild war mit einem wirren Text über den sogenannten Führer und den im Jahr der »Machtergreifung« (1933) gegründeten HC Bozen garniert, dem Bonazza bekanntlich die Daumen drückt, dazu noch eindeutige Nazi-Hashtags.

Nachdem der neuerliche Ausfall des erklärten Faschisten von mehreren Medien wiedergegeben worden war, bedankte sich Bonazza frech beim A. Adige, dessen Berichterstattung ihm neue Followerinnen beschert habe.

Der HC Bozen, in dessen Fangemeinschaft sich faschistische Gruppen tummeln, distanzierte sich jedoch deutlich von Bonazzas irrsinniger Parallele zwischen dem Hockeyverein und den Eroberungen der Nazis — und forderte den Faschistenführer auf, das Posting wieder zu entfernen.

Inzwischen ist es auch tatsächlich verschwunden, wiewohl unklar bleibt, ob es vom Autor selbst oder zum Beispiel aufgrund einer Meldung von den Betreiberinnen der Plattform entfernt wurde.

Ob das eine einmalige Aktion des HC Bozen war oder ob der Verein in Zukunft stärker gegen die rechtsextremistischen Umtriebe in seiner Fanschaft vorgehen wird, muss sich erst noch zeigen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

Neofaschistischer Wachtturm.

Seit wenigen Tagen hat Südtirol mit der Ve(de)tta d’Italia, deren Name auf die faschistische Assimilierungspolitik (und auf das Parteiblatt des MSI) anspielt, ein neues CasaPound-nahes Onlinemedium. Die bislang auf der Seite erschienenen Beiträge, worunter

  • ein Aufruf, am Black Friday nicht chinesische, sondern italienische Ware zu kaufen, bebildert mit Fotos aus Bonazzas* neuem Klamottenladen;
  • ein Artikel über die Unterstützung von CPI für das Karen-Volk in Burma;
  • ein Kommentar über das Meraner Chemiewerk Solland Silicon, in dem dem Land antiitalienische Industriepolitik unterstellt wird;
  • ein Plädoyer für den EU-Austritt Italiens zur Wiedererlangung der nationalen Souveränität;
  • der Vorwurf, die Bozner Stadträtin Marialaura Lorenzini (Grüne) habe den rechten Recken ihre tollen politischen Ideen geklaut;
  • eine Attacke auf die sogenannte »Genderdiktatur«, geschrieben von Bonazza*;
  • mehrere Fanbeiträge für den von den Faschos geliebten HC Bozen;
  • eine Lobeshymne auf das angeblich von Arnaldo Mussolini eingeführte Baumfest;

machen deutlich, wohin die Reise geht. Unbedarfte sollen über ein Tarnmedium an typische CasaPound-Themen herangeführt werden.

Für überregionale »Nachrichten« verweist die Ve(de)tta übrigens auf den Onlineauftritt des CPI-Blatts Primato Nazionale, dessen Name wiederum an die von 1940 bis 1943 herausgegebene faschistische Zeitschift Primato anknüpft.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

*) Andrea Bonazza ist CPI-Chef in Südtirol

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

Freispruch für CasaPound.
Staatsanwaltschaft geht nicht in Berufung

Die rechtsextremistische CasaPound (CPI) muss wegen ihres Landtagswahlplakats bekanntlich nicht mit Strafverfolgung rechnen — wenn es nach dem Wunsch der Bozner Staatsanwaltschaft geht. Dazu reichte offenbar eine Selbsterklärung der Faschistinnen, wonach das rassistische Plakat nicht rassistisch sei.

Wie diese Woche bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft ferner beschlossen, gegen den Freispruch der faschistischen Bewegung in einem weiteren Fall nicht rekurrieren zu wollen: Um gegen das Display zu protestieren, das im Rahmen der »Historisierung« am faschistischen Siegesdenkmal angebracht wurde, hatte CPI 2014 eine nicht genehmigte, unangekündigte Protestaktion umgesetzt. Dabei wurde das nicht genehme Artefakt mit einer italienischen Trikolore verdeckt. Im daraus hervorgegangenen Prozess sprach Richter Carlo Busato die neun angeklagten Faschistinnen (darunter die drei Bozner CPI-Gemeinderäte Bonazza, Puglisi-Ghizzi und Trigolo) kürzlich in allen Anklagepunkten frei.

Siehe auch: 1/

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

Sie sind nicht wie die anderen!

Die Tageszeitung hat im Hinblick auf die baldige Landtagswahl den CPI-Vertreter Maurizio Puglisi Ghizzi interviewt. Ich kann und will mich einfach nicht daran gewöhnen, dass man erklärten Faschistinnen eine solche Bühne bietet.

Im konkreten Fall handelt es sich — anders als beim (ebenfalls problematischen) Salto-Gespräch mit Andrea Bonazza (CPI) und Hannes Obermair (Grüne/LeU) — um ein »widerspruchsloses« Einzelinterview. Umso wichtiger wären eine kritische Interviewführung und beharrliches Nachhaken, speziell da, wo sich Puglisi Ghizzi wieder einmal ungeniert ausdrücklich auf den Faschismus beruft. Stattdessen: Nichts. Mehrmals sogar ein (hoffentlich nicht zustimmend gemeintes) »mhm« vonseiten des Interviewenden, Markus Rufin.

Dass dem Faschisten sogar noch eingeräumt wird, sich von einem deutschsprachigen Medium auf Italienisch interviewen* zu lassen, ist dann wohl das Tüpfelchen auf dem i.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/

*) und ich meine hier vor allem, dass ihm die Fragen auf Italienisch gestellt wurden; wenigstens passive Deutschkenntnisse sollte man doch voraussetzen dürfen, wenn jemand von einem deutschsprachigen Medium interviewt werden will

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

Bozen: Bonazza eröffnete Pivert-Store.

Nach der entsprechenden Ankündigung im Juni hat das bei Rechtsextremistinnen beliebte Kleidungslabel Pivert heute einen Laden in der Landeshauptstadt eröffnet. Erst jetzt wurde aber bekannt, dass das Geschäft vom Bozner Gemeinderat und CasaPound-Chef Andrea Bonazza geführt wird — der in einem Facebook-Beitrag auf die Lage am Anfang der Venediger Straße und wenige Meter vom (noch unzureichend entschärften) faschistischen Siegesdenkmal hinweist.

Außerdem verweist Bonazza auf die »patriotische Mission« von Pivert (»100% Made in Italy«), dessen Gründer Francesco Polacchi früher Vorsitzender der CPI-Organisation Blocco Studentesco war.

Neben jenem in Bozen gibt es bislang nur fünf weitere Pivert Stores. Die Südtiroler Landeshauptstadt erweist sich also einmal mehr als fruchtbares Terrain für den italienischen Rechtsextremismus.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

Faschokonzert auf Runkelstein abgesagt.

Der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi, aber auch die gebietsmäßig zuständige Gemeinde Ritten sollen dem für Samstag geplanten Faschokonzert auf Schloss Runkelstein ihre Zustimmung entzogen haben. Für die von Helmuth Rizzolli geleitete Stiftung Bozner Schlösser, die die Veranstaltung zunächst genehmigt hatte, ist das eine Bloßstellung.

Der ehemalige SVP-Gemeinderat will — wie die heutige TAZ berichtet — keinerlei Verdacht geschöpft haben, obschon ihn im Vorfeld eine Delegation mit CPI-Frontmann Andrea Bonazza auf Schloss Runkelstein besucht und Casaitalia die Veranstaltung angemeldet hatte.

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.
Categories
BBD

Kassation »historisiert« römischen Gruß.

Mit einer äußerst laschen Auslegung des sogenannten Scelba-Gesetzes (italienisches Wiederbetätigungsgesetz) hat das römische Kassationsgericht letztinstanzlich den Freispruch zweier Rechtsextremisten bestätigt, die im April 2014 bei einer öffentlichen Veranstaltung den römischen Gruß gezeigt hatten.

Die im internationalen Vergleich ohnehin schon recht zahnlose italienische Gesetzgebung erfährt so einmal mehr eine höchstrichterliche Einschränkung, die im wesentlichen auf die Argumentation zurückgeführt werden kann, dass der römische Gruß keine strafbare Handlung darstellt, wenn er — wie im vorliegenden Falle — im Rahmen einer Gedenkfeier ausgeführt wird. Die beiden Angeklagten waren Teilnehmer einer Kundgebung, die in Erinnerung dreier verstorbener Neofaschisten organisiert worden war.

Strafbar wäre der römische Gruß hingegen, so der Richtersenat ausdrücklich in seiner Begründung, wenn er von Sieg-Heil-Rufen bzw. dem faschistischen Lied »all’armi siam fascisti« begleitet wäre — oder aber wenn die Angeklagten mit Schlagstöcken bewaffnet gewesen wären. Bezug nimmt die Kassation außerdem auf den Fall »Bonazza«, dessen Verurteilung rechtens gewesen sei.

Vor rund zwei Jahren hatte ein toskanisches Gericht entschieden, dass der römische Gruß nicht strafbar sei, wenn er in Sportstätten gezeigt wird.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL