Neukaledonien bleibt vorerst bei Frankreich.
Ausgang knapper als erwartet – Weitere Abstimmungen 2020 und 2022 möglich

Während Italien (auch) die Annexion von Südtirol feierte, wurde am 4. November in Kanaky (Neukaledonien bzw. Neuschottland) über die Loslösung von Frankreich abgestimmt, unter dessen Hoheit das Land seit 1853 steht. Dabei handelte es sich zwar (nach 1987) bereits um das zweite Referendum dieser Art, doch erstmals hatten sich Befürworter- und Gegnerinnen großmehrheitlich dazu verpflichtet, das Ergebnis anzuerkennen.

Die Abstimmenden entschieden — bei einer Beteiligung von 81% — mit 56,67% zu 43,33% knapper als im Vorfeld erwartet* dafür, noch mindestens zwei weitere Jahre unter französischer Herrschaft zu bleiben. Sowohl 2020, als auch 2022 ist die Durchführung weiterer Unabhängigkeitsreferenda möglich.

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Auf den Inseln Bélep, Ouvéa, Lifou, Maré und Île des Pins erzielte die Forderung nach staatlicher Unabhängigkeit ebenso die Mehrheit, wie in 16 von 28 Kommunen der Hauptinsel. Nach Provinzen betrachtet konnte sich die Loslösung von Frankreich sowohl in der Nordprovinz (Nordteil der Hauptinsel und Bélep), als auch auf den Loyalitätsinseln — beide mit autochtoner Bevölkerungsmehrheit — klar durchsetzen, während in der Südprovinz (Südteil der Hauptinsel plus Île des Pins) das Nein eine deutliche Mehrheit erzielte. In der zur Südprovinz gehörenden Hauptstadt Nouméa (wo fast 100.000 der knapp 270.000 Einwohnerinnen Neukaledoniens und besonders viele Europäischstämmige leben) setzte sich die Beibehaltung der Union mit Frankreich mit über 80% durch.

Bei der Abstimmung kam übrigens eine Art zwanzigjährige Ansässigkeitsklausel zur Anwendung.

Siehe auch:

*) in keiner repräsentativen Umfrage war die Zustimmung zur Eigenstaatlichkeit über 34% gelangt

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