Die Identitären und Südtirol.
Der Weg nach Christchurch ist kurz

Ein rechtsextremistischer Fanatiker verübte am 15. März ein Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem er 50 Menschen getötet und 50 weitere teils schwer verletzt hat. In der Folge wurde unter anderem die Bewunderung des faschistischen Attentäters für die Identitäre Bewegung (IB) bekannt, deren österreichischem Ableger er € 1.500,- gespendet haben soll.

Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) hat zudem rhetorische und ideologische Überschneidungen zwischen dem Manifest des Christchurch-Terroristen und den Identitären herausgearbeitet.

Nun steht in Österreich ein Verbot der IB im Raum, obschon diese Maßnahme auch maßgeblich von der FPÖ abhängt. Zwischen Blauen und Identitären scheint es klare Verbindungen zu geben.

Nun weist die Antifa Meran auf Berührungspunkte zwischen der rechtsextremistischen Bewegung und Südtirol hin:

  • In den Jahren 2015 und 2017 habe es Versuche der Nordtiroler Identitären gegeben, in Südtirol eine Gruppe aufzubauen.
  • Der italienische Ableger Generazione Identitaria habe 2017 zusammen mit Filippo Maturi vom nunmehrigen SVP-Koalitionspartner, der Lega, eine Veranstaltung in Südtirol organisiert.
  • Der schon öfter für seine Kontakte zu Rechtsextremistinnen aufgefallene STF-Vertreter Matthias Hofer habe »eine Aktion der Identitären in Innsbruck medial unterstützt („eine gute Aktion“), gegen Kritik in Schutz genommen und ihre rechtsextreme Gesinnung kleingeredet („ein paar schwarze Schafe“).« Auch beim umstrittenen Kongress der Verteidiger Europas, bei dem Hofer eine Rede hielt, war die IB vertreten.

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Bozen: Faschistinnen im Festsaal.

Am morgigen 28. März findet um 20.30 Uhr im Festsaal der Gemeinde Bozen (Gumergasse 7) ein Vortrag der Autorin Francesca Totolo statt. Zuvor wird sie (ab 18.30 Uhr) in der kürzlich am Siegesplatz eröffneten Buchhandlung des CasaPound-Verlags Altaforte ihr dort erschienenes Buch Inferno SpA – Viaggio tra i protagonisti del business dell’accoglienza vorstellen.

Totolo schreibt auch für das neofaschistische Kampfblatt Il Primato Nazionale.

Die Landeshauptstadt unternimmt nicht bloß zu wenig, um den Faschistinnen Einhalt zu gebieten, sie rollt ihnen auch noch den roten Teppich zum amtlichen Festsaal aus, wo sie ihre menschenverachtende Hetze unter dem Siegel des Bozner Stadtwappens verbreiten können.

(In Meran wäre Derartiges nur noch schwer möglich.)

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Bianca Wierer.

Bella! Bianca! E italiana (perfino «troppo forse»)! Ecco i principali pregi che la rivista neofascista Il Primato Nazionale attribuisce all’atleta sudtirolese Dorothea Wierer — per contrapporla alle altre, dalla «pelle scura», che (secondo l’autrice dello schifoso pezzo) piacerebbero alle «buoniste». Altri punti di forza della biatleta di successo, cui piace esibire il proprio eccessivo nazionalismo tricolore? Non rivendicare diritti — né per le migranti, né per le donne, né per le minoranze — e praticare una disciplina (il biathlon, appunto) riconducibile alle popolazioni nordeuropee che

cacciavano e si facevano la guerra sugli sci nelle grandi distese innevate.

Semplicemente pazzesco.

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Faschistische Plakate.

Neben den anonymen (und illegalen) Plakaten, die mit faschistischer Symbolik das 100. Gründungsjubiläum der Faschistischen Kampfbünde zelebrieren und vor wenigen Tagen in Bozen und Leifers aufgetaucht waren, wurden in der Landeshauptstadt weitere — genauso illegale, aber nicht so anonyme — Plakate mit einem Spruch von Benito Mussolini entdeckt. Sie stammen von der Schüler- und Studentinnenorganisation von CasaPound, dem Blocco Studentesco, und verunzieren Wände in der Nähe eines Schulkomplexes in der Carduccistraße.

Das Tagblatt A. Adige berichtet beinahe überrascht — und ohne eine eigene Verurteilung hinzuzufügen — dass manche Bürgerinnen »die Nase gerümpft« hätten. Es wäre aber endlich an der Zeit, den Faschistinnen das Handwerk zu legen. Was machen die staatlichen, aber auch die kommunalen Institutionen, um die Aktionen dieser Menschen- und Demokratiefeinde zu unterbinden? Bislang jedenfalls kaum etwas Wahrnehmbares, das ist eine Schande.

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Bozner Lido bekommt eine Ausstellung.
Wieder ein Vorschlag von CasaPound angenommen

Am Bozner Lido soll eine permanente Ausstellung über die Schwimmsportanlage und mit ihr verbundene, erfolgreiche Athletinnen eingerichtet werden. Ein entsprechender Antrag der faschistischen Fraktion wurde am Donnerstag fast einstimmig vom Bozner Gemeinderat gutgeheißen — nur Johanna Ramoser (SVP), Sebastian Seehauser (SVP) und Claudio Volanti (Ein Wir für Bozen) enthielten sich der Stimme.

Einmal mehr macht sich das Stadtparlament damit zum Handlanger von CasaPound (CPI).

Das Interesse von CPI für das Lido erklärt sich einerseits durch den Körperkult ihrer totalitären Ideologie und andererseits durch die Tatsache, dass die im rationalistischen Stil errichtete Sportanlage als Teil der faschistischen Majorisierungsmaßnahmen entstanden ist. Durch die Einrichtung einer Dauerausstellung erhofft sich CPI wahrscheinlich eine Aufwertung und Anerkennung für das damalige Stadtentwicklungsprojekt. Zudem können sich die Faschistinnen fortan damit brüsten, das Ausstellungsprojekt initiiert zu haben.

An strategischer und politischer Dummheit ist die schwarz-rot-grüne Ratsmehrheit wohl kaum noch zu überbieten.

Siehe auch:

Arch Faschismen Geschichte Politik Sport | Italianizzazione | | | Südtirol/o | CPI PD&Co. SVP Vërc | Deutsch

Vermeidbare Koalition.
Quotation 533

Die SVP hat sich ohne Not selber in diese Lage gebracht. Es hätte eine Alternative für die Landesregierung (Grüne und PD) und damit auch für die Europawahlen gegeben (PD). Man hätte eine Koalition mit Leuten verhindern können, die Grundrechte mit Füßen treten oder den Faschismus verklären.
Wer die Heimat schützen will, muss sie gegen solche Leute verteidigen. Auch wenn es etwas kostet.

Georg Mair in seinem dieswöchigen ff-Leitartikel

Siehe auch:

Faschismen Grundrechte Medien | Europawahl 2019 Zitać | Georg Mair | ff | Südtirol/o | Lega PD&Co. PDL&Co. SVP Vërc | Deutsch

Biancofiore fordert Verbot der STF.

Michaela Biancofiore (FI) soll sich in einer Anfrage an Innenminister Matteo Salvini (Lega) und Außenminister Enzo Moavero Milanesi nach deren Absicht erkundigt haben, die Süd-Tiroler Freiheit zu verbieten. Dies berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung. Wenn Sven Knoll und seine Bewegung lieber in Deutschland leben würden, sollten sie [dorthin] gehen, so die Südtiroler Parlamentarierin.

Anlass für Biancofiores Echauffement soll diesmal ein Beschlussantrag der STF im Landtag gewesen sein, mit dem die Partei die Wiedereinführung des Josefitags bei gleichzeitiger Abschaffung des Tags der italienischen Republik als Feiertag in Südtirol gefordert hatte.

Nicht nur als Sezessionist, sondern ganz allgemein als Demokrat finde ich Biancofiores — um die Aufforderung zur Auswanderung erweiterte — faschistoide Auffassung besorgniserregend. Umso mehr, als sie regionale Koordinatorin jener Partei ist

  • mit der die Südtiroler Volkspartei zur Europawahl antritt und
  • deren Vizepräsident erst vor wenigen Tagen durch die Verharmlosung von Benito Mussolini aufgefallen war.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen Grundrechte Medien Nationalismus Politik Selbstbestimmung | Europawahl 2019 | Antonio Tajani Michaela Biancofiore Sven Knoll | TAZ | Italy Südtirol/o | Lega PDL&Co. STF Südtiroler Landtag SVP | Deutsch