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Führungselite.

Richard Theiner, Landeshauptmann in spe, bei Willkommen Österreich.

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19 replies on “Führungselite.”

Mich erinnert Theiner an diesen Schauspieler Ben Stiller. Ein kleiner unbeholfener Komiker … mehr aber auch nicht!

für einen politiker ist es wie ein ritterschlag in “willkommen österreich” erwähnt zu werden. theiner ist jetzt hochadel.

Das war’s dann wohl, Herr Doktor Theiner!

Zwei Dinge fallen auf:

1. Die Südtiroler machen sich mit einem Italy-“Doktor” oder einem Brenner-“Doktor” im gesamten deutschen Sprachraum lächerlich. In Italien bezeichnet sich bekanntlich jeder einfache “laureato” und sogar Leute mit “Mini-Laurea” als “Dottore”. Im deutschen Sprauchraum hingegen führt der einfache Akademiker entweder gar keinen Titel (so in Deutschland) oder jedenfalls nicht den Doktortitel (Ö, CH). Deshalb ist es ziemlich lächerlich, wenn sich beim politischen Personal in Südtirol so viele “Dr.” tummeln, besonders wenn sie in Wirklichkeit gar keine solchen sind, z.B. Herr Dipl.-Ing. Durnwalder oder Frau Mag. Kasslatter-Mur oder eben der laureato Theiner.

2. Seit Jahren gibt es vonseiten der zuständigen LR Mag. Kasslatter-Mur eine monotone Propaganda mit dem Ceterum censeo “Die jungen Südtiroler können kein Italienisch mehr – wir müssen etwas unternehmen!”. In Wirklichkeit kann jeder durch Beobachtung feststellen, dass die Mehrzahl der Südtiroler vor allem bei der freien deutsche Rede große Schwierigkeiten hat: beim Satzbau, beim Verbinden von Dialekt und Standartsprache, bei der korrekten Wortwahl bis hin zu den einfachsten rhetorischen Grundregeln.

Der “Doktor Richard Theiner” ist hier keine Ausnahme, obwohl er zur Elite gehört. Der “aufstrebende Vinschger Stern” Albrecht “Abi” Plangger spricht z.B. so extreme Mundart, dass ich mir nicht sicher bin, ob ihn alle seine Landsleute auch wirklich verstehen.

Dies sollte Anlass geben, sich von nun an für einen besseren Deutschunterricht zu engagieren, Frau Landesrat, damit auch Zeitgenossen wie “Doktor Richard Theiner” und “Doktor Albrecht Plangger” die Chance erhalten, sich im mündlichen Deutsch verständlich auszudrücken. Die in Südtirol weit verbreitete doppelte Halbsprachigkeit kann kein Modell für die Zukunft sein.

mich würde mal interessieren, wer in der landesregierung und in den parteispitzen über einen echten doktor verfügt. weiß das zufällig jemand?

nicht, dass es so wichtig wäre, als politiker einen doktor zu haben. es geht mir dabei mehr um das problem, das robert oben anspricht. die mags und dipl.ings sind “dottore” nicht “doktor”. der richtige doktor wäre der “dottore di ricerca”. es ist eine grobe täuschung, die da betrieben wird. ohne scham.

@hunter:

RA Dr. iur. Karl Zeller
Univ.-Doz. Dr. phil. Hans Heiss (2001 habilitiert)

Sonst fällt mir niemand ein.

Ich glaube, dass auch Peterlini einen “echten” Doktor hat. Hat jedenfalls eine Doktorarbeit über Pensplan geschrieben (der unter Herrn Landessuperwirtschaftsprofessor Tappeiner in den letzten 10 Jahren magere 0,5% Gewinn gemacht hat).

also mir ist ein politiker lieber, der noch einem menschen ähnelt, statt einem fehlerfreien sprechautomaten…
von diesem interviewfetzen irgendwas abzuleiten, halte ich für eine große intelektuelle fehlleistung…satire, meine herren, satire!

zur problematik der brennerdoktoren/Innen: wir schreiben also jetzt nicht mehr Dr. sondern dott.? ist damit das problem gelöst?

Danke für den Hinweis! Wusste gar nicht, dass das Satire ist.

Ad Sprechautomaten: Zwischen diesem Beispiel und einem Sprechautomaten gibt es noch die eine oder andere Zwischenstufe. Und: Ist »Menschlichkeit« in diesem Sinne wirklich ein Bewertungskriterium? Sind Korruption und Selbstbereicherung nicht auch menschlich?

danke fürs danken….

zur frage: stimmt! bei Tieren gibts sowas nicht; daraus folgern wir, dass es besser wäre, von Tieren……..:-D …. den Lacher haben Sie sich redlich verdient.

@hunter: wenn Dich das interessiert, kannst auch selber recherchieren, indem Du z.B. im Online-Katalog ALEPH der Uni Innsbruck nachschaust, etwa bei Frau “Doktor Doktor” Julia Unterberger, die 1986 und 1991 zwei Diplomarbeiten, aber nie eine Dissertation verfasst hat: https://aleph.uibk.ac.at/F/Q5JX3DMAF9K2KR3IRABAQE8I4R57VG5V1S71DRFYRSCJG3IVY7-50871?func=find-b&find_code=WRD&request=Julia+Unterberger&OPACSuche=Y&x=54&y=7

Die Stellungnahme der Landesregierung ist lustig; die soll wohl eine Entschuldigung für all die Pseudo-Doktoren im Landtag darstellen.

Wäre interessant, was passieren würde, wenn jemand mal eine Strafanzeige wegen Titelanmaßung (Usurpazione di titoli o di onori gemäß Art. 498 des Strafgesetzbuches) gegen diese Herrschaften machen würde. Vermutlich nicht viel, außer weiteren Peinlichkeiten oder einem Cosi-fan-tutte.

wir schreiben also jetzt nicht mehr Dr. sondern dott.? ist damit das problem gelöst?

So macht’s z.B. die Hypo Tirol: Mag./Dott.
So machen’s auch Landesbeamte, die in Kontakt zur Wissenschaft stehen, wie die Leute vom Landesarchiv.
Es gibt aber immer mehr junge Akademiker, die sich überhaupt nicht den “Dott.”, sondern den Original-Titel verwenden, etwa “Dipl.-Kaufmann”.

Aber es ist kein wirkliches Problem, sondern nur eine kleine Täuschung aus Eitelkeit. Diese Schwindler müssen nur von einem Angst haben: dass sie zuviel Kontakt mit Deutschland / Österreich haben und dort als Schwindler entlarvt oder – so wie im Fall von TV-Star “Doktor Richard Theiner” – wenn es evident ist, dass sie nicht das intellektuelle Format eines Doktors besitzen und deshalb dann durch den Kakao gezogen werden.

wenn Dich das interessiert, kannst auch selber recherchieren, indem Du z.B. im Online-Katalog ALEPH der Uni Innsbruck nachschaust

Könnte sie ihren Doktorgrad — rein theoretisch — nicht irgendwo anders erworben haben?

Die Stellungnahme der Landesregierung ist lustig

Ich finde sie nicht ganz abwegig. Im Grunde heißt das, dass es keine rechtliche, sondern eine Frage des Anstands ist.

So macht’s z.B. die Hypo Tirol: Mag./Dott.

In Südtiroler Krankenhäusern wird meines Wissens unterschieden zwischen “Dr.” und “dott.”. Ich finde es aber keine gute Lösung, nur auf Italianismen auszuweichen, im Gegenteil: Auch die Ragionieri und die Periti sollten durchaus eine deutsche Bezeichnung bekommen.

wenn es evident ist, dass sie nicht das intellektuelle Format eines Doktors besitzen

Ich glaube nicht, dass ein Doktor zwangsläufig ein Sprachgenie sein muss. Trauriger sind Theiners Sprachfähigkeiten eher hinsichtlich seiner politischen Rolle.

@pérvasion: 1. klar ist es möglich, aber die Lebensläufe der Landtagsabgeordneten sind in der Regel hinlänglich bekannt.

2. Es ist eher eine Frage des Anstands. Vor allem beim sog. Brenner-Doktor ist es schon sehr grenzwertig, wenn jemand, der z.B. an der Uni Innsbruck einen einfachen akademischen Abschluss als “Mag.” gemacht hat, sich den Titel zuerst als “laurea” anerkennen lässt und sich dann selber vom ordinären “Dott.” zum “Dr.” aufschwingt.

Man erinnere sich etwa an das Gespött, dem sich der Ex-Hypo-Tirol-Direktor und nunmehriger Praderbankdirektor Mag. Josef Prader damit ausgesetzt hat (aus Schaden klug lässt er übrigens beim jetzigen Internetauftritt ganz weltmännisch den akademischen Titel weg).

3. “Dott.” ist nicht nur eine italienische Bezeichnung, sondern im Gegensatz zum “Dr.” ein Allerweltstitel, der nicht viel aussagt. Der “Dr.” ist hingegen der höchste akademische Titel; in Deutschland wird man zum Doktoratsstudium überhaupt nur mit Spitzennoten zugelassen.

4. Intellektuelles Format und Sprachgenie sind nicht dasselbe. Aber in der Regel geht mit der Dissertation und dem Doktoratsstudium auch eine weitere intellektuelle Reifung einher. Die Klarheit des Gedankens äußert sich häufig, aber nicht immer in einer klaren Sprache. Und im Übrigen bewahrheitet sich durchaus das Wittgenstein’sch “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt”.

Im Übrigen siehe meine obenstehende Kritik an der Sprachpolitik von Frau Mag. Kasslatter-Mur (die übrigens eine brillante Ressortdirektorin an ihrer Seite hat, die dann tatsächlich auch “Dr. phil.” und sich auch im sprachlichen Ausdruck von der eher gscherten Frau Magistra unterscheidet – quod erat demonstrandum ;-)

kleinlaut muss ich hier eingestehen, dass auch ich mich vom “einfachen” – naja, so einfach…- also vom einfachen mag. über den dott. zum dr. habe verleiten lassen – bei vollem bewusstsein

mit Mag./dott. in meiner emailadresse will u kann ich mich nicht so recht anfreunden;
mit dott. alleine schon gar nicht…..also, frei nach lenin, was tun?

A) einfach im graubereich – wie zb einige periti / “fachingenieure” (sic!) – bleiben, und nicht im ausland mit dem titel hausieren gehen…?

B) ganz weglassen ginge auch, aber man hat ja so seine eitelkeiten…..

C) eine dissertation schreiben?

a,b, oder c??

ich hoffe ich missbrauche dieses forum nicht als selbstherapierung..:-D

Mit dem Bologna-Prozess wird’s ja eh einfacher: PhD für die Doktoren, MA für Master und BA für Bachelor.
Für die alten Titel schlage ich vor: Wer einen Mag. hat, nennt sich “Mag.”, wie es im deutschen Sprachraum üblich ist (wobei es zumindest in Deutschland üblich ist, den “Mag.” erst gar nicht zu erwähnen), als Übersetzung würde sich “dott.” (kleingeschrieben!) anbieten. Wer ein Doktorat hat, der nennt sich “Dr.”
Aber ist es überhaupt legal, sich in Italien “Mag.” zu betiteln? Es handelt sich dabei ja um einen ausländischen Studientitel; wenn er anerkannt ist, wäre wahrscheinlich sowieso die anerkannte Version (“dott.” oder wie auch immer) die einzig legale.

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