Antisemitisches Kaiserjägerdenkmal.

Die grünen Landtagsabgeordneten Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba sind im Sarntal auf ein privates Kaiserjägerdenkmal gestoßen, welches eine Tafel mit folgendem rassistischen und antisemitischen Text ziert:

In ehrendem Gedenken
an die im 1. Weltkrieg für Gott, Kaiser und
Ein Tirol gefallenen Sarner Kaiserjäger.
R.I.P.
Sie starben als Opfer
des größten Verrates aller Zeiten,
begangen am 26. April 1915
vom italienischen König Viktor Emanuel III
und seinem Kumpan und Außenminister,
dem Juden Baron Luigi Sidney Sonnino.
A.I.I.I.A.

Brennerbasisdemokratie schließt sich der Forderung der grünen Landtagsfraktion an, für eine sofortige Entfernung dieser schändlichen Inschrift zu sorgen.

Gerade in einer Gemeinde, die den Nazi-Widerständler Franz Thaler ihren Sohn nennen darf, muss mit vollster Entschiedenheit gegen jede Art von Wiederbetätigung vorgegangen werden!
Discriminaziun Faschismen Militär Politik Religiun | | | | | Vërc |

25 replies on “Antisemitisches Kaiserjägerdenkmal.”

Die geschmacklose, rassistische Inschrift muss entfernt werden!

Die Grünen werden nun langsam einsehen müssen, dass man ein rassistisches Denkmal (Hinc ceteros excoluimus lingua legibus artibus) nicht einfach in ein Mahnmal umwidmen kann.

Wer konsequent im Kampf gegen Rassismus sein möchte, muss für die Beseitigung ALLER rassistischen Inschriften in der Öffentlichkeit sein.

Ach was, ich würde es mit Steuergeldern renovieren und in gebührenden Abstand ein kleines Täfelein anbringen und es somit, unverändert und so gut wie nagelneu, als Mahnmal stehen lassen.

@anonym
genau wegen solcher Äusserungen werden du und deinesgleichen zu Recht als RECHTE Patridioten bezeichnet, und dich wunderts noch, oder??

Ich kann mich nur der Forderung von BBD anschliessen, sowas hat in unserem Land nichts zu suchen!!

@ jonny:
VORSICHT SARKASMUSALARM!!
denn wenn ich anonyms aussage richtig interpretiere, spricht er sich für die entfernung aus, indem er einen seitenhieb auf den italienischen staat und dessen umgang mit dem faschismus lanciert.

Diese Tafel ist sofort zu entfernen, Antisemitismus hat auf dieser Welt nix verloren. Allerdings müsste man meiner Meinung nach, um glaubwürdig zu bleiben im Kampf gegen Extremismus, das Mussolini-Relief, den Kapuzinerwastl und das Siegesdenkmal in der jetzigen (faschistischen) Form auch entfernen.

jonny ed alteri coloris pseudopacis @

tut mir leid das zu sagen: anonym`s schuss hat gesessen- entlarvung pur der doppelbödigen scheinmoralisten!

@ beppi
ohne jetzt irgendeine politische bewegung verteidigen zu wollen, aber kann es nicht sein, dass wenn SB, STF und genossen sich zu diesem vorfall nicht geäußert hätten, dass du dann geschrieben hättest:

„wieder mal typisch. wenn’s um relikte des italo-faschismus geht, sind sie sofort zur stelle. nun haben wir einen fall von antisemitismus auf deutscher seite und südtiroler freiheit und schützenbund kriegen’s maul nicht auf. bigotte bande.“

ich finde es richtig, dass sich parteien und verbände öffentlich für die entfernung aussprechen. wann, wenn nicht bei solchen dingen, sollen denn dann politische parteien stellung beziehen. ihnen das dann vorzuhalten, halte ich nicht für richtig. und auch parellelen zu faschistischen inschriften zu ziehen, finde ich irgendwie legitim.

Ach Jonny, ich reg mich gar nicht erst auf. Wenn dir die Peinlichkeit deiner Aussage erst mal bewusst wird, ist das Strafe genug.

Aber um es klar und deutlich (für alle) zu sagen: natürlich bin auch ich für die Entfernung dieser Inschrift! So wie ich auch sage, daß Siegesdenkmal & Co. in der jetztigen Form bzw. aktuellem Ort nicht stehen bleiben dürfen. Auch wenn mir bewusst ist, daß man diese „Denkmäler“ nicht 1:1 vergleichen kann, so habe ich doch auf das Siegesdenkmal angespielt, um auf die einseitige Wahrnehmung und Haltung bei Denkmälern durch gewisse neunmalkluge Zeitgenossen hinzuweisen.

Und nur so nebenbei zum Thema Antisemitistmus; so gehts im Parlament dieses gesitteten, demokratischen Landes zu:
http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Politik/Antisemitische-Attacke-gegen-Fini-im-Senat

Der Fisch stickt immer vom Kopf her…

hmm, hunter, natürlich, jetzt haben sie es getan. die frage ist nur: haben sie es getan, weil mit diesem fall von antijudaismus ein ihnen nahestehender patriotismus involviert ist, den es zu verteidigen gilt, bevor grüne, linksalternative und vor allem die (neofaschistische) italiensche rechte sich darauf stürzen und diesen dann dämonisieren?

dass sie parallelen zum siegesdenkmal ziehen ist nur legitim, da hast du recht. würde der italienische staat den besitzer dieses „denkmales“ vor die richterbank zerren, dann wäre das eine farce. müsste doch derselbe staat zunächst bei sich selbst, seiner regierung, seinen zahlreichen denkmälern und den geflissentlich „übersehenen“ vergehen gegen das mancino-gesetz anfangen recht zu sprechen.

@hunter
Bei so offensichtlichem Antisemitismus hat Sarkasmus nichts zu suchen!!

@anonym
Ich habe letzte Nacht so schlecht geschlafen, weil ich immer daran denken musste, dass ich dir so sehr Unrecht getan habe! Ist das Strafe genug?

Die Grünen — aber auch der Staat — haben diesbezüglich ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, und ich finde es legitim, dass darauf hingewiesen wird.

Genauso wie die Glaubwürdigkeit übrigens thematisiert wurde, als die Schützen ihren Protestmarsch gegen faschistische Relikte durchgeführt haben.

Dass dafür diese schändliche Tafel im Sarntal herhalten muss, macht mich zwar nicht unbedingt glücklich, aber solange deren Entfernung ohne wenn und aber (also ohne dies an die Schleifung faschistischer Denkmäler zu koppeln) gefordert wird, habe ich damit auch kein größeres Problem.

@ jonny
nach deiner logik wären dann filme wie „la vita è bella“, „the great dictator“ oder auch „inglourious basterds“ fehl am platz. ich denke vielmehr, dass das gegenteil der fall ist. sarkasmus ist eine viel ehrlichere und schärfere form der verurteilung (vor allem, weil er verwerfliche handlungen ins lächerliche zieht) als ein floskelhaftes: „antisemitismus darf in unserer gesellschaft keinen platz finden und ich verurteile ihn auf das schärfste“. klingt irgendwie nach barbara rosenkranz.

@ pérvasion
stimmt. parallelen ziehen ist legitim, koppeln nicht. d. h. auch wenn das eine stehen bleibt, muss ich mich für die entfernung des anderen einsetzen.

Unakzeptabel: Die Anbringung einer rassistischen Inschrift im Jahre 2010.
Positiv: Diese Inschrift wird im Gegensatz zu anderen rassistischen Inschriften in unserem Lande glücklicherweise nicht lange überleben. Das demokratische Grundverständnis, das sich auf bestimmte Grundrechte und Grundwerte einer jeden westeuropäischen Verfassung berufen kann greift hier.

Dem SB und der STF kann man natürlich bei der Verurteilung dieser Inschrift die Glaubwürdigkeit absprechen, die auch dadurch nicht gesteigert wird, wenn man sich Episoden in Erinnerung ruft, wie etwa das Referat von Eva Klotz vor schlagenden Burschenschaftlern.
Fakt ist nun zumindest, dass die Tafel auch von ihnen verurteilt wurde.
Um wieviel weiter wären wir in unserem Lande, wenn etwa ein PDL, unter ähnlichen Umständen ein Siegesdenkmal oder faschistisch erfundene Namen verurteilen würde?

Die Konsequenz mit der die Grünen diese Tafel zu recht verurteilen scheint dieser Partei im Umgang mit den faschistischen Namen, der italienischen Zeitgeschichte und in abgeschwächter Form im Umgang mit den faschistischen Denkmälern in unserem Lande völlig abhanden gekommen zu sein.
Ein völlig unverständliches Verhalten für eine Partei die Themen, wie einen kritischen Umgang mit der Zeitgeschichte und mit nationalsozialistischen bzw. faschistischen Relikten und Denkmälern sowie progressive Positionen bezüglich Rassismus und Toleranz zur absoluten Parteiräson erhebt.
In diesem Blog sind diesbezüglich in den letzten 6 Monaten Aussagen von grünen Spitzenvertretern dokumentiert, die in Deutschland zum Rücktritt führen würden.
Ich erinnere besonders an die Aussage der Parteichefin Brigitte Foppa, wo sie die Namenserfindungen der faschistischen Diktatur in direkten Zusammenhang mit der baijuwarischen Besiedelung Südtirols bringt. In Deutschland würde sich eine Parteichefin, die die nationalsozialistische Diktatur durch einen Vergleich mit einem geschichtlichen Ereignis, das über 1000 Jahre zurückliegt, bagatellisiert, sofort zurücktreten müssen. Bei uns scheint besagte Person nicht einmal verstanden zu haben, dass sie sich einen eklatanten Ausrutscher geleistet hat.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch Brigitte Foppas verunglückter Vergleich der grünen Politik mit Nelson Mandela, den sie dazu benützt den faschistisch/tolomeiischen Namen historischen Charakter zukommen zu lassen. Nelson Mandela hat in Südafrika genau das Gegenteil gemacht und die vom Apartheid Regime erfundenen Namen, durch die historisch gewachsenen afrikanischen Namen, ersetzt.
Erwähnenswert auch ein Interview von Sepp Kusstatscher, ebenfalls in diesem Blog dokumentiert, wo er das unakzeptable Niveau der derzeitigen italienischen Regierung durch einen Nebensatz verharmlost und bagatellisiert, um sofort wieder zur Tagesordnung zurückzukehren.

Glaubwürdigkeit und ein kritischer Umgang mit der Zeitgeschichte sieht anders aus. Die sprachgruppenübergreifend ausgerichteten Grünen scheinen zumindest was die kritische Auseinandersetzung mit der italienischen Zeitgeschichte betrifft, ein blindes Auge zu haben.

Dem SB und der STF kann man natürlich bei der Verurteilung dieser Inschrift die Glaubwürdigkeit absprechen, die auch dadurch nicht gesteigert wird, wenn man sich Episoden in Erinnerung ruft, wie etwa das Referat von Eva Klotz vor schlagenden Burschenschaftlern.

Achso, das kann man also „natürlich“ machen. Willst Du behaupten, die von Dir genannten Organisationen befürworten antisemitische Äußerungen? Und zwar u.a. mit der Begründung, dass Frau Dr. Klotz zu einem Vortrag bei einer Burschenschaft geladen war. Das ist schlicht grotesk.

@PV
Ich habe:
1) den genannten Organisationen nirgendwo antisemitische Äußerungen unterstellt
2) begrüßt, dass die Tafel auch von ihnen verurteilt wurde
3) mir erlaubt zu erwähnen, dass die Glaubwürdigkeit natürlich höher wäre, wenn man sich bei bestimmten Organisationen (schlagende Burschenschaften, die wohl nicht als Vorreiter im Kampf gegen Antisemitismus gelten) Referate sparen würde.

Vielleicht war die Formulierung nicht klar – dürfte geklärt sein.

jonny ed alteri coloris pseudopacis @

tut mir leid das zu sagen: anonym`s schuss hat gesessen- entlarvung pur der doppelbödigen scheinmoralisten

Scheinmoralisten? doppelbödig?? Schuss hat gesessen???? Entlarvung pur??????
Wer hat wo wie wann und warum?

@hunter
Vielleicht war mein „Sarkasmus“ einfach falsch, es hätte besser „Zynismus“ heissen sollen. oder ist es nicht zynisch mit Sarkasmus ein Unrecht mit einem anderen zu vergleichen?

Seltsamerweise scheinen sich dieser Tage die Vorfälle zu häufen. Was ist los in diesem Land?

http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Politik/Berlusconi-wegen-Juden-Witz-unter-Druck-Video

Man stelle sich Frau Merkel vor wie sie im Bundestag so was sagt. Allein der Gedanke ist schon absurd. Haben italienische Politiker die uneingeschränkte Narrenfreiheit? Und lässt der Rest der Welt den Italienern alles durchgehen?

Was die Grünen anbelangt stimme ich Niwo zu. Das ist weder eine glaubwürdige noch konsequente Politik! Und die Aussagen wären anderswo untragbar. Von meiner Seite her geniesst nur noch Frau Kury ein gewisses Ansehen, der Rest ist unten durch.

Hoffentlich ist diese antisemitische Tafel inzwischen schon weg. Sogar die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und das finde ich richtig. Aber warum wird nicht auch ermittelt, wenn Casapound Bozen auf ihrer Seite dem Duce zum Geburtstag gratuliert? Welches Signal wird damit der liberalen und rechtsstaatlich gesinnten Bevölkerung gesendet?

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