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South Tyrol im Rückzug.

Während für Ortschaften in fremdsprachigen Texten schon seit geraumer Zeit meist Tolomeis Erfindungen zum Zug kommen, konnte sich die Landesbezeichnung »Alto Adige« nie gegen South Tyrol (Tyrol du Sud, Zuid Tyrol…) durchsetzen. Nun sind es gerade die Institutionen unserer Autonomie — in diesem Fall die EOS — die hier nachhelfen, indem sie über jede gesetzliche Verpflichtung hinaus, frewillig, das Werk der Assimilierer vollenden. Die Absicht hinter der Einführung von »Alto Adige« durch den Faschismus war es, den Hinweis der Zugehörigkeit dieses Landes zu Tirol auszulöschen. Außerhalb des deutschen Sprachraums hat dieses Ansinnen, Südtirol als eine beliebige italienische Provinz darzustellen, heute wieder große Erfolgschancen.

Damit machen wir das genaue Gegenteil von dem, was Länder wie Katalonien, Baskenland, Schottland oder Québec seit geraumer Zeit erfolgreich praktizieren: Sie versuchen, ihre Eigenständigkeit trotz der staatlichen Abhängigkeit immer mehr zu forcieren. Die Außendarstellung, die Wahrnehmung auf internationalem Parkett sind wichtige Mosaiksteine dieser Politik.

Über ähnliche Vorfälle im Weinmarketing hat bereits berichtet. Während jedoch in jenem Zusammenhang die Anlehnung an das Weinland Italien nachvollziehbar — wenngleich in derart anbiedernder und selbstverleugnender Form dennoch inakzeptabel — war, ist es im Fall von Speck und Knödeln völlig unverständlich.

Ausschnitte: Broschüre »Speck Alto Adige — Typically good«, wie sie beim Bozner Genussfestival verteilt wird.

Siehe auch:
Außendarstellung Ortsnamen Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Italianizzazione | | | Südtirol/o | | Deutsch

18 replies on “South Tyrol im Rückzug.”

Das ist doch die typische Vorgehensweise des SVP Lagers und deren Unterorganisationen. Bei jeder Gelegenheit die Zugehörigkeit zum italienischen Staat ins Unterbewustsein des Bürgers zu bringen zB: unsere Mittelstation ist die modernste Italiens, unser Städte sind die saubersten Italiens…
Daß auch versucht wird den Namen Tirol und die historischen Namen zu verbannen (zB SMG) zeigt nur wie weit unsere Verwalter bereit sind zu gehen um ihre Macht zu sichern!

Bei der nächsten Wahl werden wir der Alto Adige People’s Party die Rechnung präsentieren.

:contract:

We won’t forget!

Da ein Link zu diesem Blog gesetzt wurde, bin ich auf diese Hintergundseite der englischen Wikipedia gestoßen. Man sieht, mit welch seismographischer Präzision die Community der Online-Enzyklopädie registriert, welche Bezeichnungen wo und wie amtlich und in der offiziellen Tourismuswerbung gebraucht werden — und dies auf die Artikel umsetzt. Die Wiki-Artikel wiederum beeinflussen mittlerweile große Teile der Öffentlichkeit.

es ist zum weinen

abgesehen davon, dass hier wieder mal jegliche ethik für 30 silberlinge über bord geworfen wird (wobei ich glaube, dass es dafür keine 30 silberlinge gibt), ist das ganze auch marketingtechnischer schwachsinn.

auf wikipedia findet sich in der englischen ausgabe ein artikel „south tyrol“. gibt man alto adige ein, wird man auf „south tyrol“ weitergeleitet. es ist also klar, was der gebräuchliche name im englischen sprachraum ist. zudem gibt es einen englischen wikipedia-eintrag für „knödel“ – da dies ein gericht aus dem deutschsprachigen raum ist, und es daher keine exakte entsprechung gibt. sogar die italienische wikipedia stellt diesen zusammenhang her und zeigt, dass canederli vom deutschen abgeleitet ist:

I canederli o Knödel dal ted. Knot (nodo, grumo) o knedlà­ky in ceco sono un primo piatto tipico della cucina tedesca sudorientale, austriaca, ceca, polacca, trentina e altoatesina.

die wollen doch tatsächlich speck und knödel mit italienischer küche assoziieren. blitz gestreift? der ausdruck „respect for tradition“ im text der speck-broschüre ist ein einziger hohn!

Mentre nella cucina tedesca questi grossi gnocchi sono molto diffusi con uno sterminato novero di varianti e nomi differenti (oltre a Knödel anche Klöße), nella cucina italiana sono presenti unicamente nelle cucine regionali del Trentino, del Friuli e del Bellunese. In particolare, canederli è un termine dialettale trentino, italianizzazione di Knödel, e che si riferisce unicamente alle ricette di Knödel più diffuse nel Tirolo.

http://www.wikipedia.it

hunter, la cucina italiana non è una cucina „nazionale“, ma a base regionale e micro-regionale. Datti una calmata.

@ gadilu
mit dir ist es schwierig. ok. du hast recht. es gibt keine italienische küche obwohl es auf der ganzen welt italienische restaurants gibt (denen müsste man auch sagen, dass sie sich nach den microregionen benennen müssten, um authentisch zu sein. hoffentlich tut das mal wer :P ). es gibt überhaupt keine nationalen küchen – nicht einmal eine französische. und auch keine österreichische. apfelstrudel hat z. b. mit kärnten überhaupt nichts zu tun. genauso wie die pizza nicht aus dem friaul kommt. das ist uns allen klar. dennoch muss man hin und wieder generalisieren – und jeder (außer du scheinbar), weiß, was gemeint ist.

die hauptaussage meiner stellungnahme war nicht, dass es eine italienische küche gibt, sondern dass man mit vielen gerichten italien assoziiert (pizza, pasta, tiramisu, prosciutto usw.) – knödel und speck gehören da aber bestimmt nicht dazu.

Hunter, in cucina la nozione d’identità  è praticabile solo in un senso: se concepiamo l’identità  come „scambio“. Che poi il „discorso nazionale“ sia stato capace di ridurre questa nozione di „scambio“ declinandola in un repertorio di piatti „fissati“ a un profilo sostanziale è una delle tante miserie concettuali con le quali ci tocca fare i conti quotidianamente. Per fare un po‘ di chiarezza, intanto, bisognerebbe ditinguere i prodotti (cioè la loro eventuale denominazione d’origine) dal modo d’impiego (che generalmente privilegia la commistione). Tu dici, per esempio, che lo Speck non afferisce alla cucina italiana. Vero. Basta però che venga integrato all’interno di una ricetta di pasta (http://www.reise-nach-italien.de/orecchiette.html) per diventarne parte integrante. Ma è così per tutto (i pomodori, tanto per fare un esempio, sono un tipico frutto „americano“, ma allorché vennero assunti come base per le salse – è accaduto nell’ottocento – sono diventati il simbolo di una cucina etnica, cioè quella italiana, che è tutto fuorché „etnica“). Gli equivoci, a questo proposito, non si contano. Piuttosto, sarebbe utile riflettere sulla modalità  complessiva con la quale un certo paese (o una certa regione) costruisce la propria proposta eno-gastronomica (includendo anche il marketing e le modalità  di servizio). In questo senso l’Italia è un paese „dominante“ (come la Francia) e ha saputo veicolare nel tempo uno „stile“ riconoscibile anche NONOSTANTE gli stereotipi che ha prodotto. Ciò ne determina la fortuna (molta) e la sfortuna (citavi i ristoranti italiani all’estero, spesso un esempio di cattiva interpretazione della cultura gastronomica d’origine). Ne potrei parlare per ore, visto che è una delle cose di cui maggiormente mi occupo. Ma forse hai capito ormai come la penso.

Diese Organisationen (EOS, SMG, HGV usw.) sind, wenn schon nicht zu 100% so doch zu einem guten Teil öffentlich finanziert. Hier wäre es auch Aufgabe der Opposition, mal anzuklopfen und nachzufragen, wie man denn dazu kommt, eigenständig Namen zu ändern und einen über Jahre und Jahrzehnte verwendeten Namen wie South Tyrol (Tyrol du Sud, Zuid Tyrol, usw.) durch AltoAdige zu ersetzen. Nicht nur die politische Tragweite spielt eine Rolle sondern es ist meiner Meinung auch Marketingtechnisch ein Blödsinn, es sei denn man möchte einen Neustart unter neuem Namen. Gibt es dafür einen Grund, hätten wir mit South Tyrol ein Imageproblem gehabt?

@hunter
„Silberlinge“ fliessen vielleicht indirekt, ich halte das inzwischen schon für wiederlichen vorauseilenden Gehorsam.

Ha ragione Gadilu: non esiste una cucina nazionale italiana, ma solo varianti regionali. Ad esempio il piatto da noi noto come „Ausverkauf der Heimat“ non ha pari a livello nazionale.
In Toscana non hanno paura a chiamare il Cacciucco o il Sangiovese con il loro nome e meno che mai a chiamare la loro regione con il nome che ha sempre avuto.
Se fosse capitato a loro di doversi chiamare qualcosa come „Sopra-Lazio“ invece che col nome che nel corso dei secoli, con le successive modificazioni, ha sempre designato l’Etruria, vedremo che contenti sarebbero…
Ah, ma giusto, Gadilu non è nemmeno il tipico toscano e, siccome per lui è perfettamente uguale come viene denominato il posto dove abita (anche se le denominazioni dovessero non rispecchiare o rispecchiare solo in minima parte la cultura del luogo), dovremo tutti chiuderci la bocca e fare uguale.
Da oggi Gargazzone lo potrete chiamare Miodjsex, perchè? Dicono che il sesso venda di più: la prossima stagione ci aspettiamo più turisti (vogliosi)…

„What makes Speck Alto Adige so typical is its close ties with nature, respect for tradition and the assumption that only the best product is good enough“, so die von Steuergeldern augepäppelte EOS.
Respect for tradition, mit einem vom Faschismus oktroyierten Landesnamen will man international den Respekt vor Traditionen vermarkten? Marketingtechnisch ein Dilettantismus ohnegleichen. Wo bleiben die Konsequenzen für die Verantwortlichen derartiger Aktionen?

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