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Ökostaat — Umdenken bei den Grünen?

Wie das Nachrichtenportal Südtirol Online berichtet, haben die Südtiroler Grünen im Rahmen ihrer jährlichen Sommertagung vier Themen für das kommende Arbeitsjahr festgelegt. Unter anderem will sich die Partei verstärkt des Themas Eigenstaatlichkeit annehmen, konkret ist von einem Ökostaat Südtirol die Rede. Obschon diese Meldung noch keine konkreten Schlussfolgerungen zulässt, ist davon auszugehen, dass sich die Grünen fortan nicht mehr grundsätzlich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, sondern ergebnisoffen mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Das Stichwort »Ökostaat« lässt erahnen, dass es um ein alternatives Modell gehen soll, welches die Stärken unseres Landes in den Vordergrund stellt. Dazu gehört neben einem ausgeprägten Umwelt-Knowhow auch die Mehrsprachigkeit.

Es ist sehr erfreulich, dass die Grünen sich endlich einer ernsthaften Diskussion stellen wollen. wird dranbleiben und genau beobachten, ob auf diese Absichtserklärungen auch Taten folgen.

Die weiteren Themen, mit welchen sich die Grünen in Hinkunft näher befassen wollen, sind Legalität und Rechtsstaatlichkeit (Transparenz), ökologische Wende (neuer Umgang mit Energien) sowie Gemeinwohl.

Siehe auch: 1/

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12 replies on “Ökostaat — Umdenken bei den Grünen?”

Der Ökostaat könnte ein Erfolg werden: Das klingt nach einem positives Zukunftsmodell, das viele begeistern kann und mit dem fast alle “leben können”. Das Konzept darf aber nicht realitätsfremd sein, also nicht total wirtschaftsfeindlich sein (da kann man sich vielleicht etwas bei den Kollegen in Baden-Württemberg abschauen).

“Ökostaat” klingt nach einer schönen neuen Wortschöpfung nachdem ja “Freistaat” schon von den Freiheitlichen besetzt ist (nur Zufall dass “Frei” beide Male darin vorkommt? ;) )

Ich bin schon lang Anhänger so einer Idee, also eines unabhängigen aber auch autarken Südtirols. Und Autarkie bedeutet hier dass Energie u.a. selbst erzeugt wird – aus regeneriebaren Quellen natürlich. Ein solches Südtirol könnte geradezu beispielgebend für Europa und den Rest der Welt werden.

Wenn die Grünen nun wirklich solche Modelle in betracht ziehen, dann bin ich darüber sehr erfreut. Ich hoffe nur sie meinen es auch ernst und sind bereit mit den anderen Partei vorurteilslos zusammen zu arbeiten.
Das wird allerdings immer schwierig sein und bleiben da die lieben Parteien sich untereinander abgrenzen wollen und jeder so tut als wäre die Idee auf dem eigenen Haufen gewachsen. Wollen wir mal schauen ob auf die schönen Worte auch konkrete Taten folgen.

Wird auch Zeit. Nachdem die jungen Grünen schon vor einigen Jahren einmal einen zaghaften Vorstoß wagten, der von den alten Grünen schnell abgewatscht wurde, beschäftigen sie sich doch endlich ernsthaft mit dem Thema. Ich bin eigentlich davon überzeugt daß die Selbstständigkeit Südtirols ein Grundthema der Grünen sein müßte.

Mal sehen ob es den Grünen ernst ist. Eine gute Bekannte von mir, die recht gut über das Innenleben der Grünen informiert ist, hat mir vor knapp zwei Monaten mitgeteilt, dass Brigitte Foppa die Unabhängigkeits-Diskussion “homöopathisch” angehen möchte. Homöopathie = Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Vielleicht haben die Grünen ja mittlerweile ein exakteres Krankenbild des “Patienten” Südtirol vorliegen, sprich sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass nicht die Unabhängigkeit die Krankheit ist, sondern die Zugehörigkeit zu Italien. Die Schulmedizin bekämpft häufig ja nur Symptome. Auch die Homöopathie kann nur Wunder wirken, wenn man die eigentliche Krankheit behandelt und nicht bei den Symptomen hängen bleibt. In diesem Sinne, ein Lob auf die Homöopathie.

Das ist eine sehr gute Entwicklung! Endlich verstehen sie, dass es für das friedliche Zusammenleben zwischen allen Sprachgruppen eine andere Basis geschaffen werden muss. Ich glaube viele der Grünen treiben sich auf diesen wunderbaren Blog herum… :bbd<3:

Wahrscheinlich bin es ja nur ich, aber das Word Ökostaat klingt für mich wie eine sehr unglücklich gewählte Kombination von sehr linken Begriffen. Dass dem Begriff auch noch ein Hauch von totalitärem Staat umweht rundet den Griff ins Klo ab.

Nichtsdestotrotz bin ich über den Kurswechsel der Grünen natürlich erfreut…

Habe gerade das Morgenmagazin (21.7.) im RAI BZ gehört. Hans Heiss hat auf Nachfrage von Heidi Kessler die Meldungen über einen Freistaat als “Zeitungsente” bezeichnet und der Idee eine klare Absage erteilt. Hans Heiss bezeichnete die Grünen als “überzeugte Autonomisten”. Somit bestätigt sich meine Vermutung, dass nicht mal eine Grundsatzdiskussion stattfindet.

Hmmmm… eine Zeitungsente ist das bestimmt nicht, da mir die schriftliche Bestätigung zweier hochrangiger Grünenvertreter vorliegt, dass der Ökostaat thematisiert werden sollte. Vielmehr haben sie wohl schon wieder einen Rückzieher gemacht…

Ma infatti mi pareva strano questo cambio repentino: Heiss se gli parli di indipendenza gli prendono le convulsioni… chi diavolo l’avrà  scritta quella cosa dello stato ecologico? E soprattuto cosa intendono concretamente?
Aspetto già  il prossimo intervento della Foppa che ci spiegherà  i problemi di comunicazione con suo marito quando si parla di Ökostaat… Probabilmente nell’articolo con Freistaat intendevano il “Libero stato italiano”…

Ich habe mich bewusst sehr vorsichtig geäussert, zurecht wie man nun sieht. Kann es sein dass bei dieser Partei eine Hand nicht weiss was die andere macht?
Wie kann es sein dass man zuerst was an die Öffentlichkeit gibt und kurz darauf wieder zurückrudern muss? Entweder ist die Partei zutiefst gespalten oder total chaotisch. Oder beides.
Jedenfalls wünsche ich den Grünen viel Glück, man muss schon extrem überzeugt sein oder Scheuklappen aufhaben um dem chaotischen Haufen seine Stimme zu geben.
Bleibt zu hoffen dass zumindest die Idee jetzt mal im Raum steht und diskutiert wird, ob es Frau Foppa & Co. passt oder nicht.

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