Erneute Behauptung von »Pè a Corsica«.
Drei von vier Abgeordneten gehen an autonomistisch-separatistische Koalition

Entgegen jeder Prognose konnte sich bei der französischen Parlamentswahl die Koalition Pè a Corsica drei von vier auf der Mittelmeerinsel zu vergebende Mandate sichern. Es handelt sich dabei um dasselbe Bündnis aus Autonomisten (Femu a Corsica) und Separatisten (Corsica Libera), das seit Dezember 2015 die Regionalregierung stellt.

Die Parlamentswahlen gelten in Frankreich für die großen staatsweit agierenden Parteien als Heimspiel, bei dem selbst stärkere Lokalparteien chancenlos bleiben. Ausschlaggebend für den nie dagewesenen Erfolg der Regionalisten soll Wahlanalysen zufolge die Fähigkeit gewesen sein, die linke WählerInnenschaft dafür zu gewinnen, im zweiten Wahlgang nicht die rechten KandidatInnen zu unterstützen. In der Vergangenheit sollen linke WählerInnen im zweiten Wahlgang eher rechte KandidatInnen (und rechte WählerInnen eher linke KandidatInnen) staatlicher Parteien gewählt haben, als den AutonomistInnen den Vorzug zu geben. Dieser Bann wurde am 18. Juni durchbrochen.

Präsident Emmanuel Macrons starke Parlamentstruppe von La République en Marche wird also auch mit einer selbstbewussten Gruppe korsischer Abgeordneter konfrontiert sein, die sich für Selbstbestimmung, Autonomie und mehr Sprachrechte einsetzen wollen.

Siehe auch: [1] [2] [3]

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