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Kriegsverbrecher ausgeliefert.

Gestern hat Kanada den ehemaligen NS-Kriegsverbrecher und »Henker« des Bozner Durchgangslagers, Michael “Mischa” Seifert (84), an die italienische Justiz übergeben. Im Jahr 2000 hatte ihn ein Gericht in Verona wegen Kriegsverbrechen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war wegen Mord und Folterung in 18 Fällen für schuldig befunden worden.

Seifert sitzt bereits in einer italienischen Militärvollzugsanstalt ein.

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6 replies on “Kriegsverbrecher ausgeliefert.”

Traurig ist, dass es 63 Jahre (!) gedauert hat bis dieses “Etwas” endlich seiner gerechten Strafe zugeführt wird, wenn denn der ist ja schon über 80… Zahlen sich Verbrechen also doch aus, wenn sie nur brutal genug sind!

Es ist schon sehr fraglich was das nun bringt einen Greis einzusperren. Wenn er bis heute keine Reue gezeigt hat, werden ihm die paar Jahre hinter Gitter (oder im Hausarrest) auch nicht umstimmen. Gefährlich ist er auch für niemanden mehr. Wer weiss ob er überhaupt noch zurechnungsfähig ist…

@Lilith
Es ist eine Sache des Prinzips: 63 Jahre hin oder her, es geht darum, daß letztendlich Gerechtigkeit ihren Lauf findet.
Erich Priebke und Karl Hass sind ja auch erst jahrzehnte danach, für das, was sie getan haben, verurteilt worden.
Priebke war sogar desöfteren in Italien, um alte Freunde aus seiner römischen Zeit zu besuchen, und Karl Hass durfte ungestört und unverfolgt in der Nähe von Mailand leben.
Freundschaftliche Beziehungen zur CIA und zum italienischen Geheimdienst konnten so manche Persilscheine besorgen.

“gerechtigkeit” klingt in solchen fällen immer wie ein zynischer witz.
nicht mal wenn er auf einem elektrischen stuhl landen würde sähe es annähernd nach gerechtigkeit aus.

der drecksack geht ein paar jahre in den knast, aber durch ihn haben x-familien ihre kinder, väter, mütter, brüder, schwestern verloren – und das auf schreckliche weise.

Ich gebe “wiesion” recht, dass das Wort “Gerechtigkeit” in diesem Zusammenhang unpassend klingt. Ich bin aber der Meinung, dass es zumindest aus dem juristischen Blickwinkel betrachtet tatsächlich einen Akt der Gerechtigkeit darstellt. So nach dem Motto: “Lieber zu spät als nie!”
Manchmal geht es sogar so weit, dass man Menschen noch nach deren Tod von einer Schuld befreit, wenn man feststellt, dass ihnen Unrecht wiederfahren ist. Es nützt dem Toten im Grunde nichts mehr, aber er bleibt dem Rest der Welt wenigstens nicht in schlechter Erinnerung.
Und gerade aus diesem Grunde wäre es endlich an der Zeit, die Südtirol-Aktivisten der 60er-Jahre zu begnadigen, auch wenn sehr wahrscheinlich keiner von ihnen je wieder nach Südtirol zurückkehren würde. Leider hat sich Italien bis heute nicht dazu durchringen können. Ein wahrlich erbärmlicher Akt der Ignoranz!

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