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Pauschalangebot.
Quotation 44

Südtirol ist am Scheideweg: Entweder wir machen einen Freistaat, sind gegen Einwanderer, gegen die Globalisierung und gegen Europa. Dieses Modell ist aber nicht das Meinige, ich fürchte es vielmehr. Das andere Modell ist, dass wir unsere Stärken ausbauen — ein Land im Zentrum Europas mit der Brückenfunktion zwischen Nord und Süd.

Landesrat Christian Tommasini (PD) im ff-Interview (Ausgabe 18/2012).

So viel Verwirrung und Vorurteile in drei Sätzen habe ich selten gelesen. Die Unabhängigkeit bedingt nicht automatisch Ausländer- und Europafeindlichkeit, genauso wie der Unionismus, der Verbleib beim Nationalstaat, nicht automatisch Offenheit und Brückenfunktion bedeutet. Das ist reine Phrasendrescherei.

Siehe auch: 1/

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4 replies on “Pauschalangebot.
Quotation 44

Den Unionisten scheinen die Argumente auszugehen. Deshalb die hohe Konzentration an Phrasen und Vorurteilen. Tommasini bildet hier keine Ausnahme. Dass ein Teil (nicht alle) der Unabhängigkeits-BefürworterInnen inhaltlich und argumentativ wesentlich weiter ist, ignoriert man. Das Thema Unabhängigkeit ist mittlerweile weit in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Die Ewiggestrigen sind mittlerweile diejenigen, die sich jeder Diskussion verweigern und Ängste schüren. Einige Beispiele: Wer für einen unahängigen Staat ist, ist für Krieg, so ähnlich unser LH, wer für die Unabhängigkeit ist, ist gegen Europa, so ähnlich unter anderem Zeller, wer für die Unabhängigkeit ist, ist ein Gegner der Autonomie, so ähnlich Pallaver – die Liste an derartigen Gusto-Stückerln ließe sich noch beliebig verlängern.
Besonders häufig wird von den Unionisten die Europa-Karte gespielt und der Treppenwitz, dass die Grenzen eh nicht mehr existieren. Ein wesentlicher Teil der Uabhängigkeits-BefürworterInnen ist auch für Europa. Ein Europa, das seine Reifeprüfung noch bestehen muss und das es dann hoffentlich als urdemokratische Selbstverständlichkeit betrachtet, dass es zu neuen, innereuropäischen Staatenbildungen kommt, und einigen neuen innereuropäischen Verwaltungsgrenzen. Wenn die innereuropäischen Grenzen tatsächlich nicht mehr existierten, sollte dies eigentlich kein Problem darstellen.

Nur schlichte Gemüter denken in solchen Entweder-Oder-Kategorien wie es Herr Tommasini mit seiner Stellungnahme vormacht.

was soll er auch sagen, Durnwalders Vize, der sich anstrengt, uns in eine europäische Kulturzwangsjacke mit dem Triveneto zu knüpfen….

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