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Zuerst die Füße.

Zeitgenössische Kunst strebt ihrem Selbstverständnis nach nicht vordergründig nach Harmonie und Schönheit, sondern provoziert und rüttelt auf. Daher dürfte es ganz in ihrem Sinne sein, dass ein kirchlicher Würdenträger Einspruch erhebt, wenn ein gekreuzigter Frosch gezeigt wird. Freilich muss dann die Frage erlaubt sein (und gehört zum ausgelösten Denkprozess), ob der Bischof auf einer ethischen Grundlage handelt – ob er also ähnlich reagiert hätte, wenn der Angriff einer anderen Glaubensgemeinschaft gegolten hätte.

Etwas völlig anderes ist jedoch der Eingriff aus der Politik. Es ist äußerst bedenklich, wenn der Gesetzgeber seinen Einspruch erhebt und unter Umständen Kunst zensiert. Das ist dann keine »immanente« Auseinandersetzung mehr, sondern ein Angriff auf die Freiheit der Auseinandersetzung selbst. Im Jahr der zeitgenössischen Kunst, da Südtirol sich öffnen soll für den Diskurs um den Zustand und Fortschritt unserer Zivilisation, ist der kalte Wind aus dem Landhaus ein denkbar schlechter Auftakt. Im Augenblick scheint es, als könne das Museion dem Druck der Macht standhalten, sich ihm widersetzen. Sollte dies jedoch misslingen, wäre es das erschreckende Zeugnis einer feudalen Gegenwart — eine Offenbarung übrigens, die wir dann ebenfalls der Kunst verdanken.

Siehe auch: 1/ 2/

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75 replies on “Zuerst die Füße.”

In der heutigen Tageszeitung konnte sich Heinrich Schwazer einen Seitenhieb auf die Unabhängigkeit nicht verkneifen – denn dafür muss schließlich jedes Thema herhalten. In einem selbstbestimmten Südtirol müsse man Angst haben, so seine zweifelhafter Warnung, denn die Patrioten würden dann ein für allemal aufräumen mit den Ausländern und mit der Kunst.

Herr Schwazer:

• ich kann Sie beruhigen: wir Liberalen und (Sozial-)Demokraten, die wir uns gegen Säuberungsaktionen wenden, wären auch in einem unabhängigen Südtirol noch da – und vielleicht stärker denn je;

• mir wäre nicht bekannt, dass in Südtirol Brandanschläge auf Nomadensiedlungen ausgeübt worden wären;

• und: glauben Sie wirklich, dass ein Staat, der illegale Zuwanderer zu Straftätern erklärt, drakonische Strafen verhängt, einen Mann bei seiner eigenen Hochzeit verhaften und ausweisen lässt (wie die selbe Ausgabe der NST berichtet), mäßigend wirken kann?

Ich habe die naive Romantisierung dieses Staates durch manch Südtiroler Linken endgültig satt. Etwas mehr Empörung wäre angebracht – in etwa die gleiche, die (richtigerweise) sicher in die Höhe schnellen würde, falls solche Maßnahmen die Landesregierung erließe.

Pé, Schwazer ha scritto:

Wer deren (s’intende la “deutschsprachige Opposition”, ndr) Stellungnahmen gelesen hat, versteht, warum man sich in einem von diesen Parteien geforderten selbstbestimmten Staat Südtirol fürchten müsste.

Citiamo le parole di Pöder (quello che prendeva per il culo gli ebrei al telefono):

Dieses Werk ist reine Blasphemie und gehört aus dem Museum VERBANNT. Nicht alles, was irgendein Künstlergehirn ausspuckt, ist auch Kunst. Manchmal sind künstlerische Ergüsse einfach nur Mist. Und der gekreuzigte Frosch gehört in diese Kategorie.

A me viene in mente solo un Schlagwort: entartete Kunst.

Un fatto rimane evidente. Benissimo l’indipendenza. Ma questa gente deve essere DEPORTATA altrove. OK?

Da rennst du bei mir offene Türen ein (siehe obigen Artikel). Dies hat jedoch rein gar nichts mit der Unabhängigkeit [»per se«] zu tun. Solche [Kunst-]Auffassungen werde ich stets bekämpfen, in einem autonomen wie im unabhängigen Südtirol. Deportiert wird – nach meinem Dafürhalten – niemand. Grundsätzlich.

Anch’io non voglio deportare nessuno, ma mi sembra che certa gente capisca solo un certo tipo di linguaggio (purtroppo). Ad ogni buon conto, visto che le nostre posizioni sono condivise, perché non formuli queste osservazioni in una lettera alla Tageszeitung firmandola (finalmente) con il nome di BBD?

Schwazer hat Recht.

Doch was bitteschön hat diese berechtigte Warnung (die Terminologie nicht nur von Pöder, sondern auch von SF, Schützen, Durnwalder sind Besorgnis erregend) mit einer “Romantisierung” dieses Staates zu tun?

Schwazer hat Recht.

Natürlich ist diese Terminologie besorgniserregend. Aber sie wird durch die Unabhängigkeit nicht beeinflusst (weder verschärft noch abgeschwächt). Höchstens, dass eine [öko]sozial[demokratisch]e Kraft, die die Ideen der [bbd] verträte, den Rechten etwas Wind aus den Segeln nehmen könnte, aber das ist eine andere Geschichte.

Eine Romantisierung dieses Staates nenne ich die implizite Auffassung, dass die Beibehaltung des status quo eine mäßigende Wirkung habe, während die Unabhängigkeit die Leitners und Pöders nach oben schwemmen könnte. Dabei wird eben vergessen, dass in diesem Staat immer stärker an die niedersten Instinkte appelliert wird, Brandanschläge verübt, drakonische Maßnahmen ergriffen werden.

Um es gleich klarzustellen: Ich glaube nicht, dass wir Südtiroler besser sind als andere. Es liegt mir fern, Probleme zu verschleiern oder unterzubewerten, doch das selbe sollte für jene gelten, die legitimerweise für einen Verbleib bei Italien eintreten.

Die Meinung der Durnwalders, Pöders, Leitners, Knolls wäre in einem unabhängigen Südtirol nicht mehr wert als heute.

“Die Meinung der Durnwalders, Pöders, Leitners, Knolls wäre in einem unabhängigen Südtirol nicht mehr wert als heute.”

Cambierebbe invece tutto: Durnwalder sarebbe il capo di governo che chiede ufficialmente la censura …

Das ist es was die Moderne, unsere finstere Zeit des Schwachsinns ausmacht: der Hang zum Morbiden und die Provokation. Wer will wen denn “aufrütteln”? Dieses blasphemische “Kunstwerk” ist schlicht eine Beleidigung vieler Menschen, die tief ergriffen sind von dem Kreuzweg unseres Herrn. Natürlich wird das von unseren “toleranten” und “weltoffenen” Mitbürgern gnadenlos und mit Schaum vor dem Mund in den Dreck getreten. Und wer es wagt, diese Ungeheuerlichkeit anzusprechen, wird in unfairer Weise diffamiert. Als Zensor oder gar als Verfolger “entarteter Kunst” (man siehe einige Beiträge weiter oben). Diejenigen, die diese unhaltbaren Beleidigungen gegen Gläubige verteidigen, nun die sind es, die sich Gedanken um ihr Weltbild machen sollten. Wenn nun Volksvertreter, in Vertretung eines Großteiles der Bevölkerungen diese dreiste Unverschämtheit anprangern – noch dazu wo diese Beleidigung mit Steuergeldern von vielen diesen Beleidigten finanziert wurde – so ist ihnen Dank zu sagen und nicht mit der undemokratischen Demagogie der Apologeten des Zeitgeistes andere Absichten zu unterstellen, als eine Beleidigung unserer europäischen Wurzeln und der Gläubigen weltweit, aufzuzeigen und zu verurteilen!

leider ist der Hinweis von È auf die “entartete Kunst” völlig berechtigt, dieser Aufschrei, der nach Zensur schreit und dem Kunstwerk “Schwachsinn” zuschreibt oder Kunstwerk unter Anführungszeichen setzt , stinkt ganz ordentlich danach. Wenn jedes Werk, das einmal abgelehnt wurde und für Skandale sorgte, eingestampft worden wäre, weil es den sturen Spießbürger vom Dienst nicht in den Kram passt, hätten wir keine Kulturgeschichte.

Ich zitiere einen Großen, bei dessen Musik das Publikum tobte, schrie, pfiff und nach Medizinern für den Komponisten rief:

“Ich weiß nur, dass ich eine Musik schreibe, die denen, die nichts davon verstehen, nicht gefällt”.

Die Unverschämtheit ist jene, wie Leute, die von Kunst und Kultur (und deren Geschichte) nicht die geringste Ahnung haben, sich zu Schiedrichtern aufspielen und die Aussetzung einer demokratischen Grundqualität fordern:

Die Freiheit der Kunst.

Ihr seid doch genau so wie die Neofaschisten bei der Klospülung, oder wie die Islamisten bei dem Mohammend-Karikaturen.

an und für sich ist das objekt nicht schockierend, vielmehr schockiert mich die tatsache wie und dass sehr viele menschen auf so etwas reagieren, egal ob gläubig oder nicht – auch für ein derart bigottes land wie südtirol.

ich denke, dass die verantwortlichen ganz genau wussten was sie da tun, und zwar gratis werbung im kleinspur-stil von benetton. mit dem schock-effekt über die landesgrenzen hinaus in den tageszeitungen zu stehen und so um mehr popularität für die stadt bozen zu sorgen. war ja sogar in dem ein oder anderen schweizer revolverblatt zu lesen.

anstatt positionen wie “dieser mutwilligen provokation werden wir keine bedeutung weder aufmerksamkeit zukommen lassen” einzunehmen, tanzen beide seiten fleissig auf dem ball. und wenn sich zwei streiten, freut sich ja bekanntlich der dritte.

Kronbichler hat heute in “das Letzte” (Tageszeitung) einen wunderbaren Kommentar dazu veröffentlicht. Vielleicht schafft es à‰tranger, ihn für uns zu besorgen.

@ Kunstexperten Dolomiticus

Du hast von den Grundfesten eines zivilisierten Zusammenlebens anscheinend keine Ahnung. Auch die Kunstfreiheit kennt ihre Grenzen. Das sind juristische immanente Grenzen (Stichwort Wesenkerntheorie) und die Grenzen des gegenseitigen Respekts. So darf ich nicht jedermann beleidigen, nur weil ich das als Kunst deklariere. Natürlich ist diese Beleidigung Andersgläubiger noch vom Begriff Kunstfreiheit gedeckt. Das heißt nicht, dass wir Andersgläubigen, völlig schutzlos sind. Wir artikulieren unseren Zorn über die Verhöhnung unseres Herrn Jesus Christus (auch mit unseren Steuergeldern) und lassen uns auch nicht von den totalitären Mechanismen des Zeitgeistes mundtot machen.

“Ich weiß nur, dass ich eine Musik schreibe, die denen, die nichts davon verstehen, nicht gefällt”.

Ich glaube nicht, dass dieser Vergleich so stehen bleiben kann. Wenn jemand Musik macht, die nicht gefällt, ohne eine Glaubensgemeinschaft zu beleidigen, ist das sein Problem. Aber sobald jemand gezielt “gegen” die wichtigsten Symbole singt, schreibt oder malt, egal ob es sich um Kreuze, Koran oder Buddha handelt, muss man doch davon ausgehen, dass dies eine gewollte Provokation ist, und für mich deshalb kein Kunst. Es gibt viele Menschen(ich bin nicht gläubig), die im Bild “Jesus am Kreuz” die wichtigste Offenbarung der Menschheit sehen, viele Menschen, denen Jesus den Weg vorgibt und sie auch ans Ziel führt. Warum soll man die Gefühle dieser Menschen mit Füssen treten? Ich verstehs nicht, wem das was bringen soll!!

Der Frosch – oder sprechen wir ruhig vom Froschkönig, denn in unserer Gesellschaft der Nennungen, Einschaltquoten und Marktanteile ist er es eindeutig -, der Froschkönig also hat diesem Land seine klare Zuordung beschert: Südtirol ist Provinz, und wir sind provinziell. Was sich zwischen uns und dem museionalen Froschkönig abspielt, ist eine Provinzposse. Provinz und provinziell sind die Höchstanklagen, welche zu erheben Kulturbetriebsleiter imstande sind. Sich über ein Kunstwerk aufzuregen, ist provinziell. Nach den Regeln der Logik bedeutet das: weltläufig ist, es zu ignorieren. Um zu sagen: In London, oder auch nur in München hätte der Gekreuzigte, der es bei uns in der Provinz zu einem veritablen Skandal gebracht hat, keinen Huster und nicht einmal Neugier erregt. Dort bliebe er wirkungslos. Was wiederum nach Logik heißt: Der Froschkönig braucht die Provinz. Nur wenn wir unsern Partr spielen und provinziell bleiben, funktioniert das Stück. Kunst und Schmalz. Gott erhalt’s!

Florian Kronbichler

Danke! [pérvasion]

“In London, oder auch nur in München hätte der Gekreuzigte, der es bei uns in der Provinz zu einem veritablen Skandal gebracht hat, keinen Huster und nicht einmal Neugier erregt.”

Aber ist das nicht ein Zeichen für unsere, wie Prinzenvinzen schreibt, morbide Gesllschaft, nichts ist uns mehr “heilig” genug, um es nicht zu verhöhnen, wo bleibt der Respekt für einen grossen Teil unserer Gesellschaft, denn dieser Teil fühlt sich gekränkt, und ich kann das gut verstehen!
ich kann nur Prinzenvinzen recht geben, ein Teil dieser Gesellschaft ist ein degenerierten Haufen ohne Respekt!

Ich fühle mich beleidigt und persönlich angegriffen durch die Zensurbestrebungen. Gibt es dafür auch Respekt und Rücksichtnahme, oder muss ich zuerst eine Religion gründen?

@ prinzen

“den totalitären Mechanismen des Zeitgeistes”

oha, da ist nichts totalitär! Vielmehr zeigt die Kirche totalitäre Züge, wenn sie sich in Bereiche einmischt, die sie nichts angehen.
Ein Museion geht die Kirche nichts an.

Der kirchliche Totalitarismus der Vergangenheit hat genug Schaden angerichtet in der Zivilisations- und Kulturgeschichte.

@ jonny, ob es für Dich Kunst ist oder nicht, ist nicht von Belang.

“Ich fühle mich beleidigt und persönlich angegriffen durch die Zensurbestrebungen. Gibt es dafür auch Respekt und Rücksichtnahme, oder muss ich zuerst eine Religion gründen?”

sotescrit.

Mit euerer etwas eigenwilligen Logik könnte man jede Form von “Kunst” (etwa in den totalitären Verbrecherstaaten der Geschichte) in der Andersdenkende und Andersartige verhöhnt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden rechtfertigen. Das kann es wohl nicht sein. Wenn ihr denkt, dass mit der Diskriminierung einer großen Bevölkerungsgruppe und mit dem Verspotten von Symbolen des Christentums einem Gesamtsüdtirol gedient ist, irrt ihr euch gewaltig. Das Christentum ist ein nicht zu unterschätzendes integratives Moment unserer Gesellschaft.
Wenn diese Form der Respektlosigkeit, das ist was ihr unter Progressivität versteht, dann gute Nacht.
Das obligatorische zitieren einiger Missstände aus der Geschichte der Kirche, um diese in einer Diskussion über tagesaktuelle Themen zu diskreditieren, legt die Unzulänglichkeit euerer Arguemente gnadenlos offen.

Um die Problematik auf ähnliche Themen umzulegen, die euch wahrscheinlich näherstehen, würde mich interessieren, ob ihr die Entfernung der beleidigenden Schrift auf dem Siegesdenkmal auch als Zensur empfinden würdet?

falsch, DEINE Logik ist seltsam.

Die Leute sind seltsam und erregen Besorgnis, die nach Zensur rufen, die wieder das Wort Kunstwerk unter Anführungszeichen stellen, wenn die Kunst ihnen nicht passt, und die wieder mit Begriffen um sich werfen, die unselige Vergangenheiten wieder wach werden lassen.

Leute, die von Kunst und Kultur (und deren Geschichte) nicht die geringste Ahnung haben, spielen sich zu Schiedrichtern auf und fordern die Aussetzung einer demokratischen Grundqualität:

Die Freiheit der Kunst.

Dolomiticus ha ovviamente ragione. Oltretutto: ma chi l’ha detto che l’opera in questione (la rana) sia “discriminante” e “offensiva” per la religione cristiana? Non mi pare che il titolo sia: quella rana infame di Gesù Cristo, nostro signore degli ubriaconi. E poi, anche se così fosse…

Diese Diskussion bringt eigentlich gar nichts, weil wir hier aneinander vorbei reden. Kunst soll provozieren, ok, aber es ist doch offensichtlich, dass diese Provokation nur dazu dienen soll, wie hier schon angesprochen, ein bisschen mehr Aufsehen zu erregen, um über Bozen hinaus etwas bekannter zu werden. Aber jetzt eine Frage an à‰tranger: Dieser Frosch muss nicht Jesus darstellen, hast du recht, aber erkläre mir dann bitte, was er darstellen soll, jede Kunst soll doch erklärbar oder interpretierbar sein, oder? Und bitte nicht, jeder kann sich denken, was er will, ich möchte deine Meinung hören, und vielleicht noch die von Dolomiticus.
Im voraus dankend Jonny

“Kunst soll provozieren”
Kunst muss frei sein und muss AUCH die Freiheit haben, zu provozieren.

“dass diese Provokation nur dazu dienen soll, wie hier schon angesprochen, ein bisschen mehr Aufsehen zu erregen, um über Bozen hinaus etwas bekannter zu werden.”

“Dieser Frosch muss nicht Jesus darstellen, hast du recht”

er stellt nicht Jesus dar. Es wurd

“aber erkläre mir dann bitte, was er darstellen soll, jede Kunst soll doch erklärbar oder interpretierbar sein”

nein, Kunst kann auch für sich stehen, ohne der Eklärungen zu bedürfen.

Mögliche Erklärungen:
– Der Künstler stellt sich selbst dar als Leidenden (er war Alkoholiker)
– Der Künstler war in Tirol und hat eben das Leben proträtiert: im Gasthaus , wo brav ein Kruzifix hängt, wird gesoffen, geflucht und mehr … sozusagen ein Porträt aus einem Tiroler Gasthaus (es könnte wohl genauso ein bayrisches sein usw.)

http://www.gloria.tv/?video=sdj3sbe8cf0szee2omwa

Aber ich benötige keine Erklärung, um die Freiheit der Kunst zu verteidigen.

Angenommen, wir führen wirklich so was ein, den Eingriff – die Zensur: wer hat die Macht:
– der LH, die Kulturlandesrätin ? Es wäre die Rückkehr zum autoritären Staat
– Die Kirche ? Es wäre die Rückkehr des Index (und der Inquisition)
– Der MOB ? Die allgemeine Empörung. Es wäre die Erhebung des Primitivismus und der Hetze zum Staatsprinzip.

Interessant ist übrigens, dass viele Wächter der christlichen Moral in ihrem täglichen Wirken die christiliche Moral mit Füßen treten.
Und interessant ist, dass gerade jene, die über die Proteste der Islamisten hergezogen sind, nun selbst hierziehen … (obwohl es keine Jesus-Karikatur ist)

aber: tutto il mondo è paese.

http://diepresse.com/home/kultur/news/375729/index.do

Das Dümmste was ich zu diesem Thema gelesen habe, ist die Bemerkung über die Steuergelder. Was mit Steuergeldern finanziert wird, bringt niemals allen einen Nutzen, einigen vielleicht sogar einen Schaden. Das liegt in der Natur der Dinge. Wenn heute ein Verbrennungsofen, ein Brennerbasistunnel oder eine Umfahrung gebaut wird, trifft das gleichermaßen zu. Es zählt das öffentliche, nicht das individuelle Interesse. Wenn nur finanziert würde, was ich auch persönlich brauche, wäre das kein Steuergeld, sondern im Grunde mein eigenes.

Interessant zu lesen wie hier über ein Werk gestritten und diskutiert wird, das genau dies bezwecken soll: Werbung und nochmal Werbung.
Dolomiticus z.b. verteitdigt das Kunstwerk bis aufs letzte, obwohl man eigentlich wissen sollte, dass es dabei weder in erster Linie um die Freiheit der Kunst noch um sonst was geht, sondern darum dass das Museion soviel Bekanntheit wie möglich erlangt.
Meint ihr wirklich dass die Museumsbetreiber so blöd sind(man muss dazu sagen ohne Erklärungstafel, mit dieser wären die Reaktionen entschärft worden, das wussten sie auch), dass sie nicht wussten was dieses Werk im erzkatholischen Südtirol auslöst? Natürlich wussten sie es, und sie haben es exzellent für sich genutzt. Es gab etliche Artikel über die Landesgrenzen hinaus, das Museion darf sich also auf ein reiches Publikumsaufkommen freuen.
Dass diese Marketingstrategie allerdings unter jeder Kritik ist (da man ja auch gekonnt mit menschlichen Emotionen spielt, ob man will oder nicht), daran stößt sich natürlich keiner.

Ob es Werbung ist oder nicht, hat keinerlei Bedeutung:

Die Kunst ist frei.

Die Wissenschaft ist frei

Die Presse ist frei …………..

Das sind Grundsätze der Demokratie.

Ich verteidige die Freiheit der Kunst – und stehe dazu.

Meine Argumentationen halten im übrigen auch einer eingehenderen Prüfung stand – anders als etwas das wilde Sammelsurium jener Hatz-Promotoren, die flugs für einer Abschaffung dieser Grundfreiheit plädieren und dabei mit Wörtern um sich werden, die Zeugnis ablegen von einer widerlichen Ideologie: ja, diese Ideologie ist abscheulich, nicht der Frosch.

Ich zitiere:
“Die Geschmacklosigkeit, die dieses WE im Museion “enthüllt” wurde, ist für mich wirklich abscheulich. Wenn man bedenkt, dass dieses Projekt öffentlich unterstützt wird (natürlich nicht der Frosch, aber das Museion), ist es kaum verständlich wie man so etwas zulassen kann.
Ich erinnere mich an die Mohammed-Karikaturen, die richtigerweise Aufsehen erregt haben, weil man religiöse Gefühle nicht verletzen soll und darf.
[…]
Dass diese Marketingstrategie allerdings unter jeder Kritik ist (da man ja auch gekonnt mit menschlichen Emotionen spielt, ob man will oder nicht), daran stößt sich natürlich keiner.”

Da rufen sie wieder nach Zensur, nach Genehmigung oder Verbot der Kultur von oben. Da setzen sie wieder “Kunstwerk” unter Anführungszeichen, da verwenden sie wieder für Kunstwerke, die in ihren bornierten Kopf nicht hineinpassen, Adjektive, die jeder Humanität unwürdig sind. Das erinnert nicht nur an unselige Zeit, sondern fußt im Innersten auf Überzeugungen aus unseligen Zeiten.

Nein, nicht das Museion ist schändlich, da es solche Kunstwerke ausstellt und von der Freiheit der Kunst, die in der Verfassung aller westlichen Staaten festgeschrieben ist, tatsächlich Gebrauch macht, schändlich sind jene, die laut schreiend (und von Kunst meist nichts verstehend) diese Grundfreiheit abschaffen wollen und wieder mit Unterteilungen beginnen, die in der Kulturgeschichte bereits für viel Unheil gesorgt haben.

Und wenn be brave die Mohammed-Karikaturen zitiert, so tut er es wohl im Unwissen um die Bedeutung dieses Vergleiches: Vor kurzem noch hat man sich empört über die Islamisten, die unsere Freiheit beschneiden wollten – jetzt schreit man selbst nach dieser Beschneidung.

Sie schreien laut nach Mittelalter, nach Index und Zensur, sie verwenden Begriffe, die eng verwandt sind mit den Begriffen der “entarteten Kunst” … und wollen noch Christen sein.

A propos, genau jene, die am lautesten nach Zensur schreien, weil die Religion beleidigt wurde, sind die ersten, die für die politische Instrumentalisierung religiöser Symbole auf die Barrikaden steigen (Dornenkrone), oder die Anderssprachige und Einwanderer nicht mehr als “Nächste” ansehen und damit das Evangelium manipulieren. Da ist das Schamgefühl plötzlich zu Ende.

Ich verteidige die Freiheit der Kunst.

danke für den Link,

offenbhar sind Klotz, Pöder, Durnwalder, Schützen, Freiheitliche von Urzà­ gar nicht weit weg.

Jeder kann sich dazu seine Meinung selbst bilden. Ich zum Beispiel sehe es folgendermaßen: à‰tranger widerspricht sich ein bisschen, und Dolomiticus alias M.T. widerspricht sich ganz doll.

Es ist schon interessant zu sehen wie die Leute auf die Borniertheit einer Seite anders reagieren als auf die selbe Borniertheit der anderen Seite. Und doch sind sie alle gleich, diesbezüglich muss ich Dolomiticus rechtgeben. Hut ab vor pérvasion… wenn man liest was er damals geschrieben hat und was er heute schreibt hat er als Einziger Standhaftigkeit und Konsequenz bewiesen.

Intanto sul sito (autocensura) della Failloide (http://www.failla.it/?p=711) si sono riuniti i liberisti liberali e pure quelli dei circoli culturali a difendere la libertà  di censura davanti alla libertà  dell’arte. Destra destroide destrorsa forcaiola fascistoide. Il punto d’incontro tra le destre tedesche ed italiane è l’intolleranza.

@Dolomiticus: Worüber bist du nicht erstaunt? Ich habe schon gesagt dass sich jeder selbst ein Bild machen kann. Argumente bringe ich keine, weil ich niemanden beeinflussen will. Soll jeder für sich entscheiden wie er eure damaligen und heutigen Aussagen einschätzt.

Perché peggio di Urzì?????????????????? Urzì non è più nella destra destroide (quella italiana)??????????????? Non mi va di fare classifiche, tutti uguali sono.

Hasta la victoria.

Fa sorridere (se non fosse triste, perché ci credono davvero) che ora tutti dicano “è una trovata pubblicitaria, era tutto marketing”. Come se potessero sapere in anticipo quanto ignoranti sono loro (coloro che ora credono che sia tutto marketing). E anche se al Museion lo avessero saputo-immaginato, che razza di marketing sarebbe quello di finire sui giornali non per la qualità  di un’esposizione, ma per le vergognose reazioni di gente senza cultura? Il Museion non aveva bisogno di questa pubblicità , nell’anno in cui qui si celebra una delle più importanti manifestazioni itineranti di arte moderna e contemporanea.

Hasta la victoria.

ernesto, perché la failla è chi li scrive è ben molto più accanita di Urzì … comunque, a parte questo fraintendimento, grazie del tuo contributo, che ci mostra quanto destra tedesca e destra italiana si assomiglino.

Chiwawa vorrebbe farmi passare come uno che non apprezza molto l’opera d’arte dell’inno nel cesso. In effetti è così. All’inno nel cesso preferisco senz’altro la rana in croce. Forse il massimo sarebbe stato però l’inno in croce e la rana nel cesso. Ma non si può aver tutto dalla vita.

@dolomiticus

Du liegst falsch, sehr falsch wie meistens in deiner Interpretation: ich habe nirgends eine Zensur des Kunstwerks verlangt, nirgends!
Ich habe nur verstanden dass das Museion allgemein mit öffentlichen Geldern bezahlt wird und hier großzügig investiert wird, während z.b Familien mit 2 Kindern schauen müssen wie sie über die Runden kommen aufgrund des mangelnden Kindergeldes.
Wenn dann noch ein Kunstwerk ausgestellt wird, das im (zugegebenermaßen sehr oft scheinheiligen!) erzkatholischen Süditrol Emotionen auslöst und von einem Großteil der Bevölkerung ohne Erklärungstafel eine Beleidigung darstellt, hat jeder das Recht dieses zu kritisieren.
In deinem Wahn merkst du nicht mal dass du dich mit deinen Aussagen und Diffamierungen anderen gegenüber genau jenen extremistischen Ideologien näherst, die du richtigerweise verabscheust (genauso wie ich).
Allerdings muss ich sagen dass die Politik überhaupt kein Recht hat, zu zensurieren, das wäre noch schöner. Aber dass ich als Normalbürger das Recht habe, etwas zu kritisieren, das ist hoffentlich nicht zuviel verlangt!
Allerdings mach ich mir nicht so sehr um den Frosch Sorgen, sondern z.b über die Progrome die zur Zeit in Italien stattfinden, davor muss man wirklich Angst haben(!!!), aber da kommt von Sozialdemokratischer Seite (deutsche und italienische) kaum was, die scheinen sich in so einem Staat ziemlich wohlzufühlen.
Da bin ich froh dass man noch Vorbilder wie Bruno Kreisky haben kann, der uns Südtirolern damals Millionen zukommen hat lassen (FF von gestern!!”). Sry Off-Topic ;).

“Du liegst falsch, sehr falsch”

“Allerdings muss ich sagen dass die Politik überhaupt kein Recht hat, zu zensurieren, das wäre noch schöner.”

vorher aber schriebst du:

“ist es kaum verständlich wie man so etwas zulassen kann”

ich liege falsch ? oder edu kannst dich weider einmal nur missverständlich ausdrücken ? “so etwas zulassen”: die Kunst ist keiner Zulassung oder Genehmigung unterworfen. Punkt.

Aber wenn du nicht weiter weißt, kommt bei Dir halt der “Wahn” etc. : wenn Dir Argumente fehlen, gehst Du zur Beschimpfung über.

pérvsion, dove rimane il tuo appello a non usare toni offensivi ?

Ma che strano. Il Museo costa tanto e le famiglie hanno bisogno di soldi. Però guarda caso ci si accorge di questa sproporzione nell’individuare le priorità  solo all’ombra di una rana.

Be brave, hai un’idea di quanto costa – che so – il nuovo areoporto o il BBT? Anche qui soldi rubati alle famiglie?

Mi viene quasi da vomitare.

@ Ernesto (bin auch ein großer Che Fan)

Bist du wirklich so naiv zu glauben, dass das Museion nicht wusste was passiert, wenn sie diesen Frosch an den Eingang hängen – ohne Erklärungstafel?
Bin auch gegen die Zensur, aber FÜR Kritikfähigkeit!
Und das in usnerem schönen (schein)heiligen Landl viele verletzt werden weil sie erzkatholisch sind, war vorauszusehen!
Die Ansprache der Museumsdirektorin war ja auf franz.-italienisch, da fühlen sich manche Landsleute vielleicht ins Jahr 1796 zurückversetzt, als der ach so tolerante “Aufklärer” Napoleon uns Tiroler die Kultur beibringen wollte und das wunderschöne “Haut Adige” (Alto Adige) als Mitbringsel im Gepäck hatte. Da versteh ich manche Landsleute schon muss ich sagen, allerdings geht mir das allzu scheinheilige Getue auf die “Socken”, weil viele die jetzt so dagegen reden sicher nix mit Jesus Christus und seinen Werten gemein haben.

@étranger

si hai ragione, anche là­ soldi rubate alle famiglie, quando pensi che noi in Sudtirolo diciamo sempre che siamo la regione piú riccha sia in confronto con lo stato italiano o in confronto ai Länder austriaci. Strano allora perché uno di Kufstein (Nordtirolo) riceve per i suoi due bimbi per ognuno fino ai 18 anni 230 euro al mese, strano! Bella regione riccha siamo, riccha per i ricchi! E ti viene da vomitare? Mi chiedo perché? Io non sono uno che fa parte dell’ ipocrisia, io volevo fare solo un esempio dove si va a investire i soldi (il BBT, l’ aeoroporto e “safety park” sono ancora peggio).
Scusate mio mal italiano, ma provo il meglio.

@étranger

[”… si hai ragione”

Mi capita spesso.]

bin ich froh, dass ich zumindest noch weiß dass ich nichts weiß étranger ;))

@dolomiticus

[”ist es kaum verständlich wie man so etwas zulassen kann”]

Es geht nicht um meine missverständliche Ausdrucksweise sondern um deine Interpretationsweise (also wenn ich jetzt nur nach den Worten gehe die du schreibst so würde ich meinen dass du ein Mensch bist der keinen großen Wert auf Empathie usw. legt, aber das kann natürlich täuschen).
Ich muss ehrlich sagen ich verstehe es auch nach wie vor nicht, wie die Museumsleitung so etwas ohne Erklärung zulassen konnte, da sie sowieso schon wusste wie man darauf reagiert, speziell bei uns. Ich kann es mir nur damit erklären, dass dies als Provokation in Kauf genommen wurde, auch unter dem Gesichtspunkt der daraus entstehenden Bekanntheit des Museions.

P.S.: Für die Beleidigungen warst eigentlich immer du zuständig als wir miteinander kommunizierten, da wurde nie zensiert, ich weiß auch nicht wo ich dich jemals so beleidigt hätte wie du mich einige Male.
Ich erinnere gern an deine Aussagen ich sei “politisch unzurechnungsfähig”, als ich die deutschen und ladinischen Südtiroler als österreichische (tiroler) Minderheit bezeichnet habe und damit die Italiener (Staatsvolk) deiner Meinung nach ausgrenzte und die Ladiner mit den Deutsch-Südtirolern in einen Topf geworfen hätte.
Auch für dich hätte ich einen guten Buchtipp: “Gewaltfreie Kommunikation”, vielleicht kommen dann deine Posts weniger aggressiv rüber…

“ist es kaum verständlich wie man so etwas zulassen kann”

be brave, immer das gleiche: zuerst schreibst du etwas, nachher schreibst, das hättest du gar nicht geschrieben, so hättest du das gar nicht gemeint usw. etc.

Offenbar schaffst du es nicht, Deine Gedanken irgendwie geordnet und verständlich zu Papier bzw. zu Monitor zu bringen, was dich selbstverständlich nicht davon abhält, permanent und penetrant die anderen, die dich beim Wort nehmen, belehren zu wollen.

mach dir nix draus dolomiticus, aber du bist bis jetzt eigentlich der einzigste bei dem i das problem hatte.
aber macht ja nix. schönes WE

Wer soeben die ZDF-Kultursendung »Aspekte« gesehen hat, der merkt: Südtirol und das Museion hätten ohne den peinlichen Kippenberger-Skandal eine exzellente internationale Werbung bekommen. Der Beitrag war vor der Fatwa des Bischofs aufgezeichnet worden.

Aus aktuellem Anlass wurde »leider« dieser Onlinebeitrag zum provinziellen Nachspiel veröffentlicht.

Ernesto hat Recht: Nur geistig Minderbemittelte können glauben, es habe sich um einen geplanten Werbegag gehandelt.

merci für den link.

s.o.

“Aber ich benötige keine Erklärung, um die Freiheit der Kunst zu verteidigen.”

Hier wird symbolisch – wie mittlerweile schon des öfteren – Axt an die Wurzel Europas gelegt und die Reaktionen in der Zivilgesellschaft sind es, die uns zeigen wie es um unsere Situation bestellt ist.
Und ich freue mich, dass so viele Gläubige gegen diesen ständigen Sturm aus Schmutz, Respektlosigkeit und Dekadenz in blitzender Rüstung anreiten und sich, trotz Häme und unglaublicher Anfeindungen aus den unterschiedlichsten Ecken, immer noch mutig und selbstbewusst zu ihrem Glauben stehen. Extra ecclesiam nulla salus.

“mach dir nix draus dolomiticus, aber du bist bis jetzt eigentlich der einzigste bei dem i das problem hatte.”

eben nicht, lies dich selbst nach, lies in der Liste deiner Missverständnisse nach.

“Extra ecclesiam nulla salus.”

das ist ein klares Bekenntnis zu einer totalitären Ideologie.

Ich denke auch nicht dass die Museumsleitung dachte, dass es jetzt so viele teils sehr überzogene Reaktionen von Seiten der Medien und Politik gab. Aber dass sie wissen mussten, wenn sie so ein Kunstwerk an den Eingang hängen. dass mit einem relativ hohen Medienecho hier bei uns gerechnet werden muss, ist glaube ich klar.
Allerdings muss ich schon nochmal auf die Scheinheiligkeit zu sprechen kommen. Ich finde diesen Froch (aber nur ohne Aufklärung und Erklärungstafel) im Eingangsbereich auch abscheulich und denke mir dass ehrliche gutgläubige Christen eben ohne näheres Wissen in ihren religiösen Gefühlen verletzt werden.
Falls die Museumsleitung mir aber erklären würde, sie wollte damit nur die Scheinheiligkeit aufdecken, dass man sich in Südtirol über einen Frosch aufregt und über tägliche häusliche Gewalt in der Familie z.b nicht, dann würde ich diesem Fröschchen doch noch etwas abgewinnen können.
Denn scheinheilige Leute gibt es jetzt zuhauf, die das Thema rein für Wahlzwecke verwenden, das finde ich dann auch schäbig, muss ich sagen.

genau darum geht es wohl.

dem künstler wird die volle freiheit gewährt
den kritikern wird die volle freiheit gewährt
niemanden wird es gewährt diese zwei freiheiten negativ zu begrenzen

So wars jo in Ordnung, ober wenn die Kritiker zur Zensur greifn, schränkn sie die Freiheit ein. Kritik isch guat, Verbot und Eingriff isch letz. Punkt.

was bitte ist daran so abwegig, dass es eine “trovata pubblicitaria” sein sollte? die effekte die bei einer solchen aktion entstehen, sind eingetroffen: diskussion, anhänger, feinde, skeptiker, wichtig ist in aller munde zu sein ohne allzuviel geld ausgegeben zu haben. unabhängig davon ob die zdf-werbung alleine schon gut gewesen wäre.

mir ist kunst ziemlich egal und religion sowieso, aber ich denke es ist schon möglich, dass es den ein oder anderen mensch in der leitung des museions gibt, der zu so einer überlegung fähig wäre, ich meine, die sind ja sicher nicht alle auf den kopf gefallen, besonders künstlern sind solche sachen ja nichts fremdes.

wenn man das in einem grösseren mass betrachtet, was tat benetton damals? schockiert mit einem bild das sich auch mit einer erklärung eher der masse näherbringen lässt, als ohne – und benetton war damals schon international bekannt, hat sie auch nicht daran gehindert.
sie standen ja nach dem ganzen traram nicht schlechter da (was offenbar im museion-fall versucht wird), aber fakt ist, dass sie einiges an gratiswerbung dadurch erhielten. was nun wirklich die absicht dahinter war, wird wahrscheinlich nur der fotograf und benetton wissen.

von mir aus bin ich geistig minderbemittelt, weiss aber nicht ob es wirklich intelligent ist, anderen keine komplexen überlegung zuzutrauen und in allem nur reinen zufall oder “göttliche fügung” zu sehen… wenn ihr das glauben wollt, bitte. aber, um es ziemlich direkt auszudrücken, schiebt euch eure snobbigen beleidigungen sonst wo rein, ok?

Gli ho appena spedito questa mail:

Ciao Sepp. Ho letto quello che hai scritto sulla rana. Mi pare tu sbagli completamente l’impostazione. Ti dico perché.

Tu scrivi:

Obwohl Kunstgeschichte in der Oberschule neben Sport mein Lieblingsfach war und ich auch ziemlich lange – in den letzten Jahren zwar weniger – mich mit moderner Kunst auseinandergesetzt habe, habe ich oft meine großen Zweifel, ob alles, was als Kunst bezeichnet wird, sich diesen Namen auch verdient.

Ecco. Questo è un falso problema. Prima di tutto è falso perché qui tu fai uso di un concetto di “arte” (vagamente classicistico) che precede il giudizio sull’opera (cioè lavori secondo uno schema per così dire kantiano), mentre è evidente che se l’arte contemporanea ha un “senso”, questo risiede nella destrutturazione di ogni concetto “tradito” (ereditato) di arte. Secondariamente perché il tuo ragionamento si basa su una considerazione soggettiva (habe ich oft meine großen Zweifel…), mentre la discussione intorno alla “rana” di Kippenberger si è infiammata sul significato “sociale” (e dunque condiviso: condivisibile/non condivisibile) della sua pratica museale (esponibilità  o non esponibilità ? Tolleranza o censura?)

Da questa inadeguata impostazione del problema, discendono altri errori (tuoi) di valutazione. Che per adesso ti risparmio.

Forse, come politico, avresti dovuto mostrare più coraggio proprio in questo punto:

An diesem Wochenende bin ich oft um meine Meinung zum derzeitigen Thema Nr. 1 in Südtirol gefragt worden…

Bene. Perché non hai detto la VERITà€? E cioè: non riesco a confrontarmi con sufficiente competenza con questo tipo di problemi? Perché un politico deve sempre dire la sua su TUTTO?

Uno degli effetti positivi di quella “rana”, secondo me, è stato anche questo: evidenziare in modo irriverente e francamente impietoso le scarse competenze estetologiche di molti dei suoi commentatori estemporanei.

Un caro saluto,

g.

An alle obergscheiden Intelektuellen und wirklich “bornierten” Genossen erlaube ich mir einen kleinen für mich excellent formulierten Teil aus dem Blog von S.K. zu posten:

“Mich stört in der ganzen Diskussion vor allem, dass die sich fortschrittlich Fühlenden und liberal Denkenden viel Toleranz von den so genannten Konservativen und von überzeugten Christen verlangen, selber aber gänzlich intolerant sind, wenn diese Christen ihre Empfindung äußern, nämlich, dass mit dieser Darstellung des gekreuzigten Frosches ihr heiligstes Symbol (Jesus am Kreuz) missbraucht wird. Niemand hat das Recht, einem anderen religiöse Empfindlichkeiten zu verbieten.”

Ich werde es nie begreifen, wie Leute wie Dolomiticus vorgeben können weltoffen und tolerant zu sein, nie. Arme Welt.

@à‰tranger
Deine Wortmeldung versteh ich auch nicht, wieso darf er als Blogschreiber nicht seine Meinung sagen, wieso?
Wobei ich sagen muss dass ich es z.B. anders formulieren würde.
Weil meine Meinung in erster Linie jetzt einfach nix mit dem Kunstwerk an sich zu tun hat, sondern dass man es so dezent plaziert hat (“zufleiß”), dass es zur Provokation WIRD. Es hängt dort wo sonst früher in den öffentl. Gebäuden das Christuskreuz hing, es wurde also definitiv mit Absicht dort im Eingangsbereich aufgehängt, um zu provozieren, welche Erklärung gibt es sonst?
Und noch was à‰tranger, ich möchte einmal deine Meinung allgemein zu zeitgenössischer provokativer Kunst hören, was hälst du davon? Mir kamen in letzter Zeit sehr schockierende Werke unter, die Medien (Filme, Zeitungen) und die Kunst tendieren immer mehr dazu, alle Hüllen fallen zu lassen und Tabus zu brechen, wems gefällt ok, aber was steckt dahinter? Soll es abschrecken? Zum Nachdenken animieren, die Scheinheiligkeit aufdecken, weil in jedem etwas schlechtes ist?

@Pito, Dolomiticus

SK hat offensichtlich einen eigenen Kopf, kann differenziert denken und folgt nicht dem dogmatischen und bornierten Geschrei à  la “das soll ein Linker sein”.
Wenn Toleranz und Respekt ein Zeichen von linker Politik ist, dann ist SK ein Linker. Und ihr nicht.

“Bene. Perché non hai detto la VERITà€? E cioè: non riesco a confrontarmi con sufficiente competenza con questo tipo di problemi? Perché un politico deve sempre dire la sua su TUTTO? ”

Eine eigne Meinung wird ihm wohl zugestanden werden? So zu tun als ob es hier eine objektive Wahrheit gäbe ist verfehlt. Wenn ihr der Meinungsfreiheit gleich viel Platz wie der Kunstfreiheit einräumen würdet, käme eine faire Diskussion zustande.

@ Pérvasion

Schade, dass mein letzter Satz in Richtung Dolomiticus zensiert wurde, seine niveaulosen Beleidigungen hingegen ungestraft die Augen der Leser beleidigen dürfen.

Was heißt hier Meinungsfreiheit? Niemand verbietet hier wem die Meinung, aber Kritik wird doch noch erlaubt sein. Währenddessen unterminieren die Meinungsfreien die Freiheit der Kunst, das ist doch das Problem. Hier geht es nicht um eine Kritik innerhalb der Kunst, sondern darum, die Kunst zu zensieren, oder einem Werk den Kunst-Status abzuerkennen. Das sind unerhörte Mittel, jemanden mundtot zu machen. Dagegen wehren sich die liberalen Geister unter uns, nicht dagegen, dass jemandem der Frosch missfällt. Ist das denn so schwer zu verstehen? JEDER DARF UND SOLL EINE MEINUNG ZUM FROSCH HABEN. JEDER DARF UND SOLL EINE MEINUNG ZU JEDEM DER MUSEION-EXPONATE HABEN!

“Hier geht es nicht um eine Kritik innerhalb der Kunst, sondern darum, die Kunst zu zensieren, oder einem Werk den Kunst-Status abzuerkennen.”

@Pito
Was und wer gibt denn einem Werk den Kunst-Status? Das sind doch auch nur Menschen, die entscheiden:”das ist Kunst und das ist Scheisse.”
Und bitte definieren Sie mir den Begriff “Kunst-Status”. Was soll das sein? Ich kenne den Kultstatus, habe aber noch nie vom Begriff “Kunst-Status” gehört.
Und es geht doch um eine Kritik innerhalb der Kunst, denn die Kunst ist arm geworden, die Kunst ist böse geworden, die Kunst überzeugt nicht mehr durch ihr Schaffen, sondern durch die Provokation! Die Kunst muss nicht mehr gut sein, sondern böse, um zu überzeugen, und deshalb kritisiere ich die Kunst.

Ich habe in der Diskussion um Kippenberg zwei verschiedene Kunstauffassungen bemerkt.

Die erste bekennt sich zu ihrem subjektiven ästhetischen Urteil und folgt einem emotionalen Verständnis von Kunst. Diese Auffassung wird dem der Kunst imanenten Freiheitsbegriff wohl am gerechtesten.

Die zweite Auffassung ist raionaler und steriler. Hier reichte es, dass Kunst in einem musealen Kontext stattfindet, oder es eine publizierte (ganz wichtig!) theoretische Rechtfertigung gibt. Je konstruierter, desto wichtiger.

Diese Auffassungen sind natürlich jedem selbst überlassen und kaum als richtig oder falsch qualifizierbar, da es in diesem Zusammenhang einfach keine objektive Wahrheit gibt.

In dieser Diskussion wurden oft zwei verschiedene Ebenen vermischt:

1. Die Frage danach was Kunst eigentlich ist

2. Unabhängig von einem theoretischen Kunstverständniss, die Diskussion um eine gesellschaftspolitische Signalwirkung, die der Umgang mit bestimmten Symbolen hat

“Niemand verbietet hier wem die Meinung, aber Kritik wird doch noch erlaubt sein.”

eben: Kritik ja, der Ruf nach Zensur aber nicht. Diese Erregung Bernhardschen Ausamaßes ruft laut nach der Abschaffung demokratischer Grundfreiheiten. Dagegen muss man einen Riegel vorschieben. Dafür bezeichnen die Scheinheiligen jene als “nicht liberal”, die diese Abschaffung nicht hinnehmen wollen.

“Hier geht es nicht um eine Kritik innerhalb der Kunst, sondern darum, die Kunst zu zensieren, oder einem Werk den Kunst-Status abzuerkennen.”

eben deshalb sind solche Hetzen gegen ein Kunstwerk (jetzt ich ja auch Vallazza dran) ein übler Anfang. Wehret den Anfängen.

“Dagegen wehren sich die liberalen Geister unter uns, nicht dagegen, dass jemandem der Frosch missfällt. Ist das denn so schwer zu verstehen? ”

und nun zum Obergescheiten:

”Mich stört in der ganzen Diskussion vor allem, dass die sich fortschrittlich Fühlenden und liberal Denkenden viel Toleranz von den so genannten Konservativen und von überzeugten Christen verlangen, selber aber gänzlich intolerant sind, wenn diese Christen ihre Empfindung äußern”

Nochmals für den, der es wohl nie kapiert: Kritisiert, aber der Ruf nach Zensur ist nicht akzeptabel.

“nämlich, dass mit dieser Darstellung des gekreuzigten Frosches ihr heiligstes Symbol (Jesus am Kreuz) missbraucht wird.”

Missbraucht wird er v.a. von rechten und ganz rechten Parteien. Warum erregen sich da diese Christen nicht ? Weil sie selbst so weit rechts sind.

“Niemand hat das Recht, einem anderen religiöse Empfindlichkeiten zu verbieten.”

mon Dieu, niemand verbietet Dir Empfindlichkeiten – das ist eine Unterstellung, aber Eure pharisäisch zur Schau getragene Empfindlichkeit will Kunst verbieten.

Kippenbergers Kunstwerk wurde nun also verhüllt. Ein Pyrrhussieg für die Zensoren – denn jetzt hängt der Frosch hinter einem Vorhang aus Zeitungsausschnitten und Leserbriefen der einheimischen Talibane. Es wurde ein neues Kunstwerk geschaffen, ein Monument an die kurzsichtige, hinterfotzige Bigotterie.

Die Realität dieses Landes ist jedoch eine andere: Südtirol ist die Region mit dem geringsten Anteil kirchlicher Eheschließungen, den meisten unehelichen Kindern und der höchsten Scheidungsrate. Man kann also davon ausgehen, dass die schweigende Mehrheit die Bloßstellung der Eiferer goutiert.

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