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Zensur!

Die Verfassung schützt die Freiheit der Kunst unmissverständlich:

Art. 33
(1) Die Kunst und die Wissenschaft sind frei, und frei ist ihre Lehre.

Nun wird diese Freiheit in Südtirol bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage angegriffen — und erneut ist es das Museion, das in die Kritik gerät. Alleanza Nazionale zieht vor den Kadi, um die Entfernung einer Installation zu erzwingen, die die italienische Hymne und eine Klospülung in einen gemeinsamen Kontext stellt.

zeigt sich über diesen wiederholten Angriff auf eine verfassungsmäßige Freiheit sehr besorgt und ruft Intellektuelle, Zivilgesellschaft und besonders liberale Demokratinnen gleich welcher Couleur und Sprachgruppe dazu auf, ihre Stimme zu erheben.

Allerdings sind wir uns auch sicher, dass das Landesgericht ggf. zugunsten der freien Meinungsäußerung und der Freiheit der Kunst entscheiden würde.

Siehe auch:
Cultura Democrazia Feuilleton Grundrechte Kunst Recht | | | | Südtirol/o | PDL&Co. | Deutsch

34 replies on “Zensur!”

Allora. Io la penso così. La libertà  d’espressione va certamente tutelata e, all’interno del suo ambito (Museo, gallerie, case private ecc.) per quanto mi riguarda può non avere limiti. Trovo comunque del tutto comprensibile l’intervento di Urzì, al quale mi sentirei di dire: caro Urzì, ti do pienamente ragione, l’opera d’arte in questione è oggettivamente un cesso (la battuta è scontata, lo so, ma almeno rimane in tema). Si tratta di arte? Si tratta di una volgare provocazione? Non importa. Tu fai benissimo a lamentarti, ci mancherebbe, e altrettanto bene farà  il museo ad allargare le braccia e a dirti: ci sono tante cose di “cattivo gusto” nel mondo (gli Schützen, per esempio). Portiamo pazienza.

P.S.

Poniamo che un artista tirolese intenda “citare” dottamente Piero Manzoni e produca un’opera di questo tipo: un barattolo, riempito fino all’orlo di sterco di vacca, e racchiuso in una cartina del Sudtirolo. Non pensi che Eva Klotz o Pius Leitner andrebbero (giustamente, dal loro punto di vista) su tutte le furie?

Du enttäuschst mich zutiefst. Natürlich soll, muss Kunst berühren und provozieren, und natürlich soll und darf Urzì demnach sein negatives Urteil fällen. Kunst scheidet die Geister. Dasselbe gälte für Leitner und Klotz, da bin ich mir gewiss. Doch zwischen Empörung und der Forderung nach Entfernung (!!) eines Kunstwerks, also nun der Einschränkung des Rechts auf freie Kunst/Meinungsäußerung, gibt es einen riesengroßen Unterschied – es ist ein Fehler, den ein Demokrat nicht begehen darf. Dieser Forderung auch noch nachzukommen/nachkommen zu müssen, das ist fatal.

Im Übrigen verstehe ich nicht, warum immer alles in sein ethnisches Spiegelbild verwandelt werden muss. Für mich steht eindeutig fest: Egal von wem diese Forderung kommt, sie ist inakzeptabel. Seit ihrem Brief gegen die Errichtung eines Judendenkmals in Bozen habe ich Ulli Mair und die Freiheitlichen allgemein keines einzigen Wortes mehr wert befunden, m. E. sind sie keine demokratische Option mehr – ganz abgesehen dass ich sie ohnehin niemals gewählt hätte. Soviel zur Kohärenz.

Den Verantwortlichen des Museion habe ich gestern folgende Solidaritätserklärung zukommen lassen, ich glaube sie beschreibt meine Haltung ziemlich präzise:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen hiermit meine uneingeschränkte Solidarität aussprechen, was die jüngsten wiederholten Angriffe auf die Freiheit der Kunst in Südtirol und speziell im Zusammenhang mit dem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen betrifft. Diese Bekundung ist allgemein und bezieht sich nicht auf den spezifischen Inhalt der Kunstinstallationen. Im Gegenteil lade ich Sie dazu ein, kritische und provokative Kunst in keinem Fall und in keinem Zusammenhang zu zensieren, selbstverständlich auch und gerade dann, wenn sie meine eigene Sensibilität berührt.

Im Übrigen habe ich es satt, ständig meine »ethnische Redlichkeit« (??) beweisen zu müssen, das gilt besonders auch für Valentino und Mateo.

“Du enttäuschst mich zutiefst”.

Perché? Ho scritto che per me l'”opera” può tranquillamente rimanere dov’è. Per esaudire le tue aspettative avrei dovuto forse dire che “l’inno nel cesso” rappresenta, dopo la Nike di Samotracia, il vertice dell’arte occidentale?

Oh nein, ich erwarte gar kein künstlerisches, inhaltliches Urteil. Enttäuscht hat mich, dass du ziemlich gezielt am Punkt vorbeigerasselt bist, nur um Urzì dort recht zu geben, wo selbstverständlich auch für ihn das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt. Jedem seine Einschätzung – das Haarsträubende ist jedoch die Forderung nach Unterdrückung eines Produktes künstlerischer Betätigung, noch dazu aus politischen Gründen.

È una questione di tono, allora. Diciamo che io francamente non me la sentirei di difendere a spada tratta un’opera che rappresenta un inno nel cesso. La difenderei, ovviamente. Ma non a spada tratta. Tu hai scritto il post con la scimitarra in mano.

Ich verteidige hier nicht die Installation, zu deren Beurteilung ich sie selbst erleben, fühlen müsste. Ich verteidige ein Grundrecht.

Es ist in deinem Fall jedoch keine Frage des Tons, du hast an die Freiheit der Kunst (als Prinzip!) kein Wort verschwendet.

Non ho speso nessuna parola in difesa della libertà  dell’arte perché:

1. Nel caso in questione si tratta di un’arte di scarso valore (e lo te lo dice un adoratore di Duchamp, pace all’anima sua).

2. La polemica di Urzì era del tutto prevedibile e puntuale, avremmo potuto rimetterci l’orologio.

3. Di fatto non mi sembra che l’opera in questione corra seriamente il rischio di essere rimossa.

“Ich verteidige hier nicht die Installation, zu deren Beurteilung ich sie selbst erleben, fühlen müsste. Ich verteidige ein Grundrecht”.

È un malcelato invito ad andare insieme a Bolzano a “esperire” e “sentire” l’opera? ;-)

Urzì hat das Recht, sich aufzuregen, solange dies zu keiner Einschränkung der Freiheit für die Kunst führt.
In Tirol hat man die Hymne gesetzlich unter Schutz gestellt (obwohl die Melodie schon bei Beethoven zu finden ist). Urzì-Geist also in Innsbruck.

@é:

1. Die Freiheit der Kunst ist nicht von der subjektiven Meinung zu einem bestimmten Kunstwerk abhängig; andernfalls ist es nicht die Freiheit der Kunst, sondern die Freiheit der Kunst, die nicht aneckt oder die genehm ist.

2. Die Polemik beunruhigt mich nicht, sie interessiert mich nichtmal. Was mich sorgt, ist die Tatsache, dass bereits eine Installation entfernt wurde und jetzt die nächste droht, den selben Weg zu gehen. Dass Urzì dies erreichen will und könnte, nicht seine Polemik beunruhigt mich.

3. Ob dies der Fall sein wird oder nicht weiß ich nicht. Die reine Tatsache, dass dies ein angeblicher Demokrat anstrebt, ist verwerflich.

Es ist keine Einladung, weil ich im Moment keine Zeit hätte. Vielleicht aber doch…

«Im Übrigen habe ich es satt, ständig meine »ethnische Redlichkeit« (??) beweisen zu müssen, das gilt besonders auch für Valentino und Mateo.»

Facciamo passi in avanti… Hai le palle piene che la tua ‘etnicità  linguistica’ venga continuamente sottolineata dal sottoscritto, da à‰tranger e da Mateo? Intanto nel mio caso non è assolutamente vero perché:
– non me ne frega niente in quale lingua tu scriva;
– non ho alcun pregiudizio verso il “diverso” (che sia calabrese, venostano, fassano, laivesotto, armeno, alsaziano, di Gries o di Millan);
– mi interessa quanto un fico secco che all’ultimo censimento tu ti sia dichiarato appartenente a questo o a quell’altro gruppo linguistico; non me ne potrebbe importare di meno se tu fossi un turco o un visigoto (si sono estinti?) aggregato al gruppo “italiano”. Sei mistilingue, incrocio, bastardo? Tanto meglio, lo sono anch’io;
– mi rivolgo a te come ad una qualsiasi altra persona umana. Con rispetto e distacco.

Motivare così certi nostri, miei commenti significa vanificare i tentativi di dialogo intrapresi con te. Ultimamante ti comporti in modo strano…sarà  che sei molto impegnato nel lavoro. La mia solidarietà . Sta di fatto che spesso nei tuoi scritti, giri e giri intorno, ma alla fine finisci per difendere sempre, solo e comunque i sudtirolesi di lingua tedesca. La stessa critica la potrei rivolgere a Viola o a Mussner, che nonostante si definiscano italiani e ladini, si sentono tanto austroungarici.

Il comportamento da “io ne ho le palle piene di” te lo puoi tenere. Ci sono tante ingiustizie che tu ignori. Ma tutto puoi dire tranne che IO ti abbia tacciato di filo-tedeschismo.

Chiaro il concetto? Bada bene a come scrivi, la prossima volta. Potrei offendermi più pesantemente.
——————————————

Per quanto riguarda la libertà  dell’arte, sottoscrivo quanto detto da à‰tranger.

Era per vedere se stavi attento ;-) . ‘Onestà  intellettuale’? Il ragionamento non cambia di una virgola: mai vantarsi troppo (dirai tu: da che pulpito viene la predica!).

Sempre «linguisticamente parlando», il quotidiano Alto Adige travisa più di una parola contenuta in questo sito, vedi l’articolo di ieri, 13.10.2006, sulla cronaca di Bressanone a pag. 36. Ora siamo tutti dei vandali…

p.s. Mi assenterò per un periodo dal dibattito sul blog. Non vi preoccupate, ritornerò. Un Buon proseguimento a tutti. Ciao pérvasion

Valentino []

Nun hat die Staatsanwaltschaft also doch mit der Beschlagnahme der umstrittenen Kunstinstallation auf die Anzeige von Alleanza Nazionale reagiert. Ich finde dies eines Rechtsstaates wirklich unwürdig.

nein. Diese Argumentationslinie ist zu bequem und folgt einer verkürzten Logik.
1. Wenn es Gesetze gibt für die Verhinderung der Entwürdigung einer Flagge, Hymne etc, dann sollen diese eingehalten werden – das ist dann ein Rechtsstaat. Es sollte nicht so sein wie in Südtirol allgemein üblich: es gibt Gesetze, doch wenn man “mit dem Luis redt” oder einem seiner Vasallen, kann man das Gesetz ignorieren.
Tarfusser tut das, wofür er bezahlt wird.
2. Man kann sehr wohl am Gesetz Kritik üben, man kann sehr wohl den Einsatz der Politik fordern, um dieses Gesetz abzuschaffen, das die Verhunzung der Nationalhymne unter Strafe stellt.
Dann aber müssen alle derartigen Gesetze weg. Es ist nicht lange her, da wurde im Bundesland Tirol eine viel drastischere Regelung beschlossen. Da sagen aber so viele nichts mehr. Es ist sogar untersagt, die Melodie der AH-Hymne anderweitig zu verwenden, obwohl es sich um ein altes Lied handelt, das auch in anderen Bereichen Tradition hat – und das ist wirklich gegen die Verfasssung, denn ein Komponist kann die Melodie verwenden, solange er will – das ist die Freiheit der Kunst; und warum soll einer SOZI-Gruppe auf einmal verboten werden, ihr Lied zu singen.
In Nordtirol müsste man auch Beethovens 3. Klavierkonzert ohne 3. Satz spielen, da gibt es nämlich eine Melodie, die nur als Tiroler Hymne gesungen werden darf.

“Künstlerische Freiheit auf Widerruf?”

Die Beschlagnahmung der Klanginstallation der beiden Künstlerinnen Eleonora Chiari und Sara Goldschmied im Museion in Bozen stößt bei den Grünen auf heftige Kritik. Laut Staatanwalt Cuno Tarfusser ist beim Kunstwerk im Museion durch die Verknüpfung von Wassergeräuschen mit der italienischen Nationalhymne der Tatbestand der Verunglimpfung der staatlichen Würde erfüllt.

“Zur Persönlichkeit und Würde eines demokratischen Staates gehört allerdings vorrangig und in erster Linie die Gewährung der Meinungs- und Ausdrucksfreiheit. Diese Form von selbstbewusster Toleranz gegenüber künstlerischen Provokationen unterscheidet westliche Demokratien von totalitären und fundamentalistischen Staats- und Gemeinwesen”, betonen die Grünen in einer Aussendung.

Die von der Staatsanwaltschaft aufgrund einer Anzeige von Alleanza praktizierte Beschlagnahmung komme einer Zensur nahe. Solche Maßnahmen seien abzulehnen. “Sie verdienen – bei allem Respekt vor der Justiz – Kritik und umgehende Revision. Die Künstler und ihre Organisationen in und außerhalb Südtirols sollten sich mit dem Museion und den betroffenen Künstlern in angemessener Weise solidarisieren. Die Grünen tun dies hiermit – mit innerster Überzeugung”, heißt es seitens der Partei.

Quelle: Südtirol Online.

ja, stimmt ja, aber warum hat man davon nichts gehört, als es um das Verbot ging, die Melodie der AH-Hymne sonstwo zu verwenden?
Es wird mit zweierlei Maß gemessen.

“Poniamo che un artista tirolese intenda ”citare” dottamente Piero Manzoni e produca un’opera di questo tipo: un barattolo, riempito fino all’orlo di sterco di vacca, e racchiuso in una cartina del Sudtirolo. Non pensi che Eva Klotz o Pius Leitner andrebbero (giustamente, dal loro punto di vista) su tutte le furie?”

appunto.

Lieber Mateo, du versuchst mir nun schon zum wiederholten Male aus einer angeblichen Unausgewogenheit einen Strick zu drehen, die du jedoch wie à‰tranger auf Klotz und Leitner zurückführst. Ich möchte klarstellen: Ich bin weder Klotz noch Leitner, und ich bitte euch in Zukunft, meine Ansichten zu kommentieren und mich nicht mehr für andere in Sippenhaft zu nehmen. Nicht jeder Deutsch sprechende Mensch ist ein Nazi.

Weiter oben habe ich bereits folgendes geschrieben:

Im Übrigen verstehe ich nicht, warum immer alles in sein ethnisches Spiegelbild verwandelt werden muss. Für mich steht eindeutig fest: Egal von wem diese Forderung kommt, sie ist inakzeptabel. Seit ihrem Brief gegen die Errichtung eines Judendenkmals in Bozen habe ich Ulli Mair und die Freiheitlichen allgemein keines einzigen Wortes mehr wert befunden, m. E. sind sie keine demokratische Option mehr – ganz abgesehen dass ich sie ohnehin niemals gewählt hätte. Soviel zur Kohärenz.

Genauso würde ich eine Kunstinstallation verteidigen, die unsere Landeshymne zum Inhalt hätte. Urzì behauptet, er wäre grundsätzlich gegen die Freiheit der Kunst, auch wenn es sich um die deutsche Hymne gehandelt hätte; ich bin dagegen grundsätzlich für einen liberalen und rechtsstaatlichen Umgang mit diesem Thema.

Oberstaatsanwalt Cuno Tarfusser stellt nun fest: »Die Kunst ist frei – doch das ist nicht Kunst«. Der Dummheit sind ergo keine Grenzen gesetzt: Im Kunstbetrieb ist die Frage seit jeher ungelöst, was denn Kunst sei – es lässt sich höchstens definieren, wann (etwas) Kunst ist – aber die Justiz maßt sich nun an, uns darüber zu belehren beleeren.

Wikipedia:

Rechtliche Stellung:

Kunst ist eine Erscheinung in jeder Kultur, Gegenstand sozialer Konventionen und – sofern eine Gesellschaft ein Rechtswesen entwickelt – ein Objekt der Gesetzgebung. In demokratischen Ländern ist das Recht auf Kunstfreiheit entweder in der Verfassung verankert oder im Rahmen der Meinungsfreiheit garantiert. In zahlreichen anderen Staaten wird die Kunstausübung reglementiert und/oder zu Propagandazwecken instrumentalisiert. In Diktaturen wird Kunst häufig gezielt dazu eingesetzt, das jeweilige Regime zu stabilisieren. Freier künstlerischer Ausdruck wird einer Zensur unterworfen und ist Repressionen ausgesetzt. Teilweise werden die staatlichen, sozialen oder religiösen Anforderungen insoweit verinnerlicht, dass der Künstler von sich aus affirmative Werke produziert (Schere im Kopf).

[…]

Hervorhebungen von mir.

@M. Taibon
>ja, stimmt ja, aber warum hat man davon nichts gehört, als es um das Verbot ging, die Melodie der AH-Hymne sonstwo zu verwenden?
Es wird mit zweierlei Maß gemessen.Oberstaatsanwalt Cuno Tarfusser stellt nun fest: »Die Kunst ist frei – doch das ist nicht Kunst«.

hallo,

ja, da geht der Herr Oberstaatsanwalt deutlich über seine Kompetenzen hinaus. Dieses Urteil steht ihm nicht zu.

Ein Gesetz, das die Freiheit der Kunst einschränkt, müsste eigentlich verfassungswidrig sein. Ich hoffe doch, dass die Angelegenheit an das Verfassungsgericht geht.

Meine Kritik betraf jene, die jetzt großspurig von der Freiheit der Kunst reden bzw. prahlen, aber ganz still waren (oder Zustimmung zeigten), als in Nordtirol eine äußerst restriktive Regel beschlossen wurde – die Kritik betraf nicht pérvasion. Nur zur Klärung.

Da hat oben was nicht geklappt…

Also die Tiroler Grünen waren sehr wohl gegen die Verschärfungen in Bezug auf die AH-Hymne.
Und der Tarfusser sollte sich besser mit den Dingen beschäftigen mit denen er sich auskennt, und die Kunst zählt mal sicher nicht dazu!

Salut Michi

Caspita. Non sapevo che la “cosa” era andata avanti. Beh, che dire? Io avevo “difeso” Urzì giustificandone l’indignazione. Ovviamente adesso non lo difendo più e trovo riprovevole che si siano compiuti passi legali al fine di limitare l’espressione artistica (anche se di infimo livello, secondo me) di queste due signore. A questo punto, mi augurerei che l’acqua dello sciacquone ci liberasse di tutto (opere d’arte e Urzì compreso).

Heute ist eine lapidare Mail aus dem Museion eingegangen:

Sehr geehrter Herr […],

vielen Dank für Ihre Solidaritätserklärung!

Mit den besten Grüßen
Andreas Hapkemeyer

MUSEION – Der Direktor
Dr. Andreas Hapkemeyer

Ich bin erleichtert, dass ich mit meinem Hinweis nicht daneben gelegen hatte:

Allerdings sind wir uns auch sicher, dass das Landesgericht ggf. zugunsten der freien Meinungsäußerung und der Freiheit der Kunst entscheiden würde.

Und zwar hat das Gericht ja vollumfänglich zugunsten der Künstlerinnen und der Kunstfreiheit entschieden, und nicht nur aufgrund der Spitzfindigkeit von Herrn Riz, RA des Museions, der argumentiert hatte, die Mameli-Hymne sei kein Symbol des Staates.

Allerdings kann ich über die Staatsanwaltschaft nur den Kopf schütteln, die jetzt eine Revision erwägt – bzw. die Befassung der Kassation. Dabei hätten die wichtigeres zu tun, siehe »Dux in fundo«.

Und wieder ein Paukenschlag. Aus Südtirol Online (171106):

Museion: Kunstwerk erneut beschlagnahmt

Das im Rahmen der Ausstellung “Group Therapy” im Bozner Museion präsentierte Werk der Künstler “goldiechiari” ist am Freitag überraschend erneut beschlagnahmt worden. Das Kunstwerk schmäht die italienische Nationalhymne, hatte die Bozner Staatsanwaltschaft bei der ersten Beschlagnahmung argumentiert.

Dieser Argumentation ist das Bozner Freiheitsgericht jedoch nicht gefolgt. Das Kunstwerk wurde am 10. November wieder ins Museion zurückgebracht. Jetzt sieht die Bozner Staatsanwaltschaft den Strafbestand der “Beleidigung der Nation” erfüllt, der von Artikel 291 des Strafgesetzbuches vorgesehen ist.

Das Museion zeigte sich von der erneuten Beschlagnahmung überrascht. Man werde sich weiterhin für eine Kunst einsetzen, die Diskussionen auslöse und nicht zensiert werde und die Freiheit der Kunst verteidigen. “Wir werden deshalb über unseren Anwalt die Aufhebung der Beschlagnahmung beantragen”, heißt es in einer Stellungnahme des Museums für moderne Kunst.

Das Werk von “goldiechiari” kombiniert die italienische Nationalhymne mit dem Geräusch einer Toilettenspülung. Über einen Bewegungsmelder wurde die Klanginstallation beim Betreten des Museumsfoyers ausgelöst. Intention der beiden in Rom lebenden und arbeitenden Künstlerinnen Eleonora Chiari und Sara Goldschmied war es, hier – wie auch in anderen Werken – dem Pathos der Melodie durch eine Verbindung mit einem alltäglichen Geräusch die Aura zu nehmen.

Die Beschlagnahmung der Hymnen-Installation hat in Südtirol eine Grundsatzdiskussion über die Freiheit der Kunst ausgelöst. Auch das Echo in den nationalen und internationalen Medien war beträchtlich. Spiegel-Online sprach gar von “Kunstzensur in Südtirol”. Anlässlich der Debatte um die “Freiheit der Kunst” wird es in Bozen am 1. Dezember im Rahmen der Messe “KunstArt” einen Diskussionsabend geben.

Was ist bloß in die Staatsanwaltschaft gefahren, dass sie die Hymne (die keine ist) mit derartiger Inbrunst gegen zwei harmlose Künstlerinnen verteidigt?

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