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Landesuniversität.
Quotation 73

Die Medizinische Universität Innsbruck gilt den Südtirolern als Landesuniversität. Hat man [bezüglich Abschaffung von Krebsoperationen an Südtirols kleineren Krankenhäusern] Ihre fachliche Meinung eingeholt?
Nein. Es gibt auch andere Dinge, die ich als Innsbrucker Universitätsprofessor nicht verstehe. Zum Beispiel die Medical School. Das ist ein Projekt, das am eigentlichen Problem vorbeigeht.

Nämlich?
Das Problem ist nicht, dass zu wenig Ärzte ausgebildet werden, sondern dass es zu wenige vor Ort gibt, die Konditionen schlicht und einfach nicht attraktiv sind. Es hat sicherlich seine Gründe, weshalb sich für ausgeschriebene Primariate in Südtirol nur ein, zwei Kollegen bewerben. Zudem ist eine solche Universitätsgründung mit gewaltigen Kosten verbunden. Man hätte mit Innsbruck einen guten, etablierten und international anerkannten universitären Ansprechpartner.

Aus dem Interview der Wochenzeitschrift ff (17.01.2013) mit dem Chef der Chirurgie an der Universitätsklinik Innsbruck, Johann Pratschke, der die Umwandlung der Krankenhäuser von Innichen, Sterzing und Schlanders in Ambulatorien prognostiziert und kritisiert.

Siehe auch: 1/ 2/

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6 replies on “Landesuniversität.
Quotation 73

Diese “Medical School” wäre wohl nichts Anderes als eine sündteure Außenstelle der Università  di Firenze. Ein weiterer Schritt in Richtung geistige Provinzialisierung und Italienisierung. Die darüber hinaus Unsummen an Steuergeldern verschlingen würde.

Im konkreten Fall kommt dazu noch eine arglistige Täuschung der Südtiroler durch die Landesregierung. Die Notwendigkeit dieser “Medical School” wurde von Durnwalder und seinen Gesundheitsbürokraten nämlich immer damit begründet, dass sich durch die Einführung des Numerus clausus an den österreichischen Universitäten die Zahl der Südiroler Medizinstudenten nahezu halbiert habe.

Wenn man sich die Statistiken der Medizinischen Universität Innsbruck anschaut, erfährt man die Wahrheit: Die Zahl der Studenten ist zwar stark gesunken, die Zahl der Absolventen hingegen ungefähr gleich geblieben, weil fast alle, die das Studium beginnen, dann auch abschließen.

Die Frage an Herrn Durnwalder lautet also: wollen Sie Medizinstudenten oder Medizinabsolventen? Und warum soll die Ausbildung nicht weiterhin an der exzellenten Innsbrucker Uni und Universitätsklinik stattfinden?

“Wenn nun Innsbruck sich in einem transparenten Wettbewerbsverfahren einen erheblichen Teil der Mittel für südtirolspezifische Forschungsthemen sichert, so ist dies keine Abzocke, sondern ein Qualitätsbeweis der Innsbrucker Forschungsleistung und der Rückfluss als Zeichen des Ausgleichs zu bewerten”

Als Absolvent der Uni Innsbruck kann ich dem nur beipflichten. Ich empfinde immer noch große Dankbarkeit, wir hatten (haben?) den Status als Inländer, ich glaube kaum, dass dieses Privileg die österreichischen Studenten an der Uni Bozen genießen. Wie undankbar und präpotent wir uns gegenüber den Nordtirolern immer wieder zeigen, ist eine Schande.

… Gott sei Dank, gibt es weitgehende Übereinstimmung darüber, dass unsere Landesuniversität samt Klinik die Bezeichnung mehr als rechtfertigt, – durch alle Zeiten sind dort Tiroler aus allen Landesteilen beieinander, unter den Professoren/Ärzten, den Studierenden, Patienten/Ratsuchenden und dem Pflege- und Verwaltungspersonal! – Selbstverständlich sind die transparenten Vergabekriterien von Geldern aus Südtirol ebenso zu begrüßen wie die Spenden und Stiftungen von großzügigen Idealistinnen!
In diesem Kontext aus der SVP-Zentrale nach einer “Medical School” (alla Claudiana?!) zu rufen ist absolut abwegig!

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