Rechtsdriftende Gondeln.

Während in Brixen diskutiert wird, ob mit öffentlichen Geldmitteln eine Seilbahnverbindung zwischen der Stadt und ihrem Hausberg, der Plose, hergestellt werden soll, geschieht an der bestehenden Aufstiegsanlage von St. Andrä bergwärts Bedenkliches. So soll laut einem TAZ-Bericht — und wie ich bereits selbst vor Ort konstatieren durfte — Alessandro Marzola, seines Zeichens Geschäftsführer der Plose Ski AG, der Brixner Deutschrockband Frei.Wild zwei Gondeln zur Verfügung gestellt haben. Diese drehen jetzt, nachdem sie im einschlägigen Bandlook umgestaltet und mit Boxen ausgestattet wurden, ihre Runden auf der Plose. Einzige Auflage des Betreibers laut TAZ: »Es muss gut ausschauen. Das tut es«.

Diese auflagenarme Vereinnahmung ist deshalb nur schwer verdaulich, weil die Brixner Band in Deutschland unter Rechtsextremismusverdacht steht, ein Verdacht, der sich seit Erscheinen ihrer neuen CD Feinde deiner Feinde erhärtet hat. Mit Worten, bei Interviews etwa, versucht die Truppe um den ehemaligen Neonazi Philipp Burger, sich von ihrer Vergangangenheit und den gegenwärtigen Zweifeln zu distanzieren, doch die Taten — bzw. einige ihrer umstrittenen Songtexte — sprechen eine andere Sprache.

Laut dem deutschen Journalisten Thomas Kuban (Blut muss fließen — Undercover unter Nazis) arbeitet Frei.Wild mit Anspielungen und Andeutungen und bewegt sich zumindest in den Gefilden des Rechtsrock (ff-Interview).

Indem sie sich bewusst in einer politischen Grauzone aufhält, trägt die Band dazu bei, (ultra)nationalistische Positionen gesellschaftsfähig zu machen.
Faschismen Medien | | | TAZ | | |

47 replies on “Rechtsdriftende Gondeln.”

Da muss ich doch mal für Frei.wild ein Lanze brechen, obwohl ich sie nicht höre, ich aber ihr Lieder kenne.
Dass deutsche Journalisten auf solche Textzeile, die vor allem etwas mit Patriotismus und dergleichen zu tun haben, allergisch reagieren, ist ja nichts neues.
Komischerweise wird aber fast immer außer acht gelassen, dass Frei.wild keine deutsche Band ist, sondern „nur“ auf deutsch singt. Und dass wir Südtiroler ein deutlich anderes, bzw. positiveres Bild vom Begriff Patriotismus besitzen, kann uns keiner verübeln, der sich mit unserer Geschichte, besonders nach dem 1WK auseinandersetzt. Und ja, der obligatorische KastelrutherSpatzen-Text Vergleich ist auch hier zutreffend, denn ich würde mich nicht wundern, wer alles aufschreien würde, würden „Die liebe zur Heimat“-Lieder mit harten Gitarrenriffs und wummernder Basedrum verbreitet.
Und ja, das FF-interview hab ich gelesen. Es war ziemlich einseitig und stellenweise musste Thomas Kuban zugeben, dass er sich mit den hiesigen Tätigkeiten und Geschichte überhaupt nicht auskennt und alles über einen Kamm schert.
Und ja, ich weiß, dass Frei.wild meistens in Deutschland auftreten und wo Herr Burger seine Jugendzeit verbracht hat. Aber wenigstens ein bisschen reflektieren und die Sache von verschiedenen Blickwinkel betrachten, würde manchen sicherlich den Horizont einwenig erweitern…

Frei.Wild muss sich an denselben Maßstäben messen lassen, wie alle anderen. Und ich denke, wir Südtiroler sollten aufgrund unserer Erfahrungen mit Faschismus und Nationalsozialismus besonders hellhörig sein.

Hier noch eine Einschätzung der Antifa Meran, die doch sicher nicht unberücksichtigt gelassen hat, dass es sich um Südtiroler handelt.

Und ich denke, wir Südtiroler sollten aufgrund unserer Erfahrungen mit Faschismus und Nationalsozialismus besonders hellhörig sein.

Da geb ich dir vollkommen recht!
Aber es ist halt nicht verwunderlich, dass wenn, wie im Fall Frei.Wild gleich mit der Nazi-Keule umsichgeschlagen wird, es zu Gegenreaktionen kommt. In diesem Fall, dass Patriotismus gleich mit Nationalsozialismus gleichgesetzt wird. Und auf diese Diskussion geh ich auch nicht weiter ein.

Hier noch eine Einschätzung der Antifa Meran, die doch sicher nicht unberücksichtigt gelassen hat, dass es sich um Südtiroler handelt.

Die Seite kannte ich noch nicht, aber dass die Antifa eine Anti-Frei.Wild Seite betreibt überrascht mich im Nachhinein nicht.
Nichts gegen diese Antifaseite, aber das Problem, dass ich mit dieser und ähnlichen bzw. mit am anderen Ende des Hufeisens sitzenden politischen Seiten habe ist, dass ich auch nicht Ahmadinedschad zuhöre, wie er gegen Israel hetzt.
Ausgewogenheit ist das Stichwort.

@Flo:
Du verurteilst die Nazi-Keule und vergleichst im selben Atemzug die Antifa mit Herrn Ahmadinedschad? Soso.

Es gibt sehr gute Gründe bzw. Argumente um Frei.Wild als Rechtsrock-Band zu bezeichnen. Man muss nicht gleich mit der Nazi-Keule kommen, aber man tut wie ich finde gut daran den Sachverhalt nicht zu verharmlosen.

Diskussionen um die Band sind meist recht emotionsgeladen. Deshalb hier nur ein paar nicht weiter kommentierte Fakten, damit sich jeder selbst ein Bild über die Band machen kann.

a) NPD-Funktionär Patrick Schröder sagt zum Frei.Wild Album „Feinde deiner Feinde“ auf fsn.tv, einem internet Radio Kanal der NPD
– „[bezogen auf die Lidtexte] also, man kann da wirklich in weitesten Teilen alles unterschreiben[…]“
– „[bezogen auf die Fanbase] aus diesen Kreisen [u.a. die Onkelz] sind extrem viele Leute dann zu uns gestoßen, weil eben die Musik […] nicht viel Abstand zu uns hat“
– „aus dieser Band haben wir die Möglichkeit in noch viel extremerem Maße zu profitieren als bei den Onkelz und man sollte das nicht verschenken, indem man sagt, die habm da mal a bissl was gegen rechts. Die sagen, die sind gegen Links- und Rechsextremismus, und so, da sollte man sich nicht irgendwie anpissen lassen. Das muss die Band sagen, auf die Fans hat das keinen Einfluss.“

Eine CD-Rezension, die tief Blicken lässt: https://www.fsn-tv.de/zeige_vod.php?nr=9 (ab 1:00:52)

b) Frei.Wild und die Pizza Nr. 88
Eine nette Anekdote: In Brixen/Milland, Burgers Heimatstadt und Treffpunkt der Fanbase gibt es ein Restaurant Trametsch. Dort gab es bis Januar 2009 eine Pizza 118 mit dem Namen Erste Hilfe und eben auch eine Pizza 88 (http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextreme_Symbole_und_Zeichen) mit dem Namen Frei Wild. Der Innhaber des Restaurants meinte dazu:

Ich, als Verantwortlicher des Betriebes der Pizzeria Trametsch wurde von der Gruppe Frei.Wild sprich Burger Philipp telefonisch kontaktiert. Überraschender Weise sollte es sich um die Nummer 88 der Pizza Freiwild handeln. Ich möchte hier ausdrücklich klarstellen, dass diese Nummer absolut nichts mit rechtsorientierten Gedanken, oder sonst welchen rechtsradikalen Machenschaften zu tun hat.Weiters wird die Pizza Freiwild, nicht Frei.Wild (Fehler des Programmierers der Homepage) mit einheimischen Produkten belegt (Speck, Zwiebel, Pfifferlinge,…), deswegen auch der Name. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen werden wir die Nummer 88 umgehend ändern und uns gleichzeitig auch bei der Gruppe Frei.Wild für dieses ungewollt aufgetretene Problem entschuldigen.

Pizzeria Trametsch

Diese Aussage war und ist für mich nicht glaubwürdig.

c) Philipp Burger bezeichnet es zwar als verzeihbare Jugendsünde, wenn er von seiner Nazi-Vergangenheit spricht, er war aber damals bereits volljährig.

d) Auf der Bandhomepage stand von 2007 bis 2010 aufgrund der schon damals existenten extremismus- Vorwürfe:

Wir möchten hiermit noch einmal eine ganz klare Ansage an alle schlecht, falsch oder gar nicht informierten Leute richten. Frei.Wild IST FREI von politischen Einflüssen und wird auch in Zukunft keine politische Richtung unterstützen!! Weder nach links noch nach rechts!

Philipp Burger war 2009 Vorstandsmitglied der Partei „die Freiheitlichen“. Zudem wurden in diesem Zeitraum Aufkeber der Südtiroler Freiheit („Südtirol ist nicht Italien“) auf den Konzerten der Band verteilt und von Philipp Burger ins Publikum geworfen (El-rocknacht). Hannes Innerhofer ist Regionensprecher des Frei.Wild Supporters Club und gleichzeitig Landesjugendsprecher der Südtiroler Freiheit.

e) Die Band ist sich sehr wohl bewusst, dass sie in der rechten Szene Anklang findet. 2006, bei ihrem 5-Jährigen Jubiläum nannten sie folgende Punkte, die einen reibungslosen Ablauf des Festivals garantieren sollten:

7. Jegliches negative Auffallen und Handeln (H-Grüße, provokantes Anrempeln, etc.), wird mit sofortigem
Rausschmiss aus der Halle bestraft. Die Anweisungen des Sicherheitspersonals und der Veranstalter sind strengstens zu befolgen.

4. Personen die an ihrer Kleidung rechte Symboliken angebracht haben, wird der Eintritt verweigert

f) Bis auf den Text ist nichts von Freiwild. Arrangements und Kompositionen sind von Facchin/Unterhauser. Die CD wird von Studiomusikern eingespielt. Das hört man dann, wenn man ältere (vor 2006) Aufnahmen von FW mit neueren vergleicht. Unterhauser lernt ihnen dann vereinfachte Versionen der Songs ein, damit man auf Tour gehen kann.

g) 2010 verkauft die Band eine Special Edition ihres „Hart am Wind“-Albums. Darin befandt sich u.a. ein Seesack, der als Unikat angepriesen wurde. Dabei handelte es sich jedoch um gebrauchte, aussortierte Ware der Bundeswehr. Essensreste, Beschriftungen und Löcher inklusive. Das wurde den Fans zunächst verschwiegen. Das Statement der Band las sich damals wie folgt:

“Es gibt immer auch ein paar, denen etwas nicht so passt. was für die meisten Käufer und uns auch als besonders originell erschien, nämlich einen gebrauchten, individuellen Seesack für die Inhalte zu nehmen, kommt bei Vier von Hundert nicht so gut an. Diese hätten lieber einen neuen gehabt”, so Bruger. “Wir wollten auch hier etwas besonderes bieten und haben uns für einen Seesack entschieden, der schon im Einsatz war, der gearbeitet und gelebt hat, der schon Lasten getragen hat und den Zeitabschnitt eines einzelnen Soldaten wiederspiegelt.”

h) Freiwild wird von Südtirols Festival-Organisatoren blockiert. Auf den Open Airs treten sie nicht auf, außer auf dem Kastelruther Spatzenfest (weil sich die beiden Managements kennen) und auf dem Alpen Flair Festival, das sie selbst mitorganisieren.

i) Ich hab mal vor mehreren Jahren an der MS-Lana unterrichtet. Dort, auf dem Pausenhof trug ein Schüler eine Reichsadler-Brosche auf seiner schwarzen Bomberjacke. Rate mal, was der für Musik gehört hat. Ich möchte damit nicht pauschalisieren, aber es gibt solche Fälle und man tut gut daran diese Problematik nicht klein zu reden. Ebenso ist es natürlich auch falsch gleich mit der Nazikeule zu kommen. Eine gesunde Skepsis ist aber durchaus angebracht.

Es sei mir verziehen, wenn ich hier nur negative Aspekte aufzähle. Die Band spendet Geldbeträge an Gemeinnützige Organisationen und gibt Benefizkonzerte. Das ändert aber nichts an meiner Einstellung. RTL spendet auch Geld und ist trotzdem ein scheiß Sender.

Könnten Sie bitte den Beweis bringen, dass Philipp Burger 2009 Vorstandsmitglied der Freiheitlichen war?
Nachdem dieser Hinweis nicht stimmt, verbreiten Sie hier eine Lüge.

Du verurteilst die Nazi-Keule und vergleichst im selben Atemzug die Antifa mit Herrn Ahmadinedschad? Soso.

Ja, und zwar im Falle der Subjektivität, die beide zu ihren gewissen Themen besitzen.

Ansonsten, wie schon oben geschrieben, weiß ich um die gesamte Problematik und Kontroversen, die Frei.Wild auslösen. Ich könnte jetzt auch auf deine ganzen Punkte eingehen und eine Art Gegendarstellung schreiben, was ich aber nicht will und mir auch die Zeit dafür zu schade ist, denn;
mir geht es nicht darum eine Diskussion über das Für und Wieder von Frei.Wild auszulösen, da ich kein Frei.Wild Fan bin, nie war und ich wie gesagt auch nicht ihre Lieder höre.
Mir ging es vorallem um die von mir oben beschriebene Problematik des Patriotismus Vorwurfs und was damit zusammenhängt.

PS: Ganz unbefangen in dieser Sache bin ich aber auch nicht, da einer der vier aus meinem Ort kommt und man ihn gelegentlich abends im Sommer in der Sportbar antrifft und man mitunter ein gemütliches Schwätzchen über Gott und die Welt hält. ;)

Du verurteilst die Nazi-Keule und vergleichst im selben Atemzug die Antifa mit Herrn Ahmadinedschad? Soso

.Ja, und zwar im Falle der Subjektivität, die beide zu ihren gewissen Themen besitzen.

Befangenheit und Subjektive Wahrnehmung sind keine Kriterien um Argumente per se zu disqualifizieren. Nach deiner Logik ist Ahmadinedschad auch vergleichbar mit dem WWF, mit der Verbraucherzentrale, mit Amnesty International, mit einer beliebigen Partei, mit einer Gewerkschaft, … eigentlich mit jedem, der seine Meinung sagt. Man verfolgt immer eine Agenda, ob das nun im kleinen, oder großen Stil ist. Dies liegt jeder Meinungsäußerung zugrunde.

Du diskredditierst eine Meinung aufgrund ihrer formalen Beschaffenheit und da wehr ich mich dagegen.

Ich könnte jetzt auch auf deine ganzen Punkte eingehen und eine Art Gegendarstellung schreiben

Das kann ich selbst auch :) Das Argumentationsmuster ist nämlich komplett abgedroschen und auf beiden Seiten immer das selbe. Nicht umsonst haben sich die Jungs von ihrem Management in Medienkompetenz schulen lassen.

zu den Punkten a), b), d), h), i) sagt man einfach, man habe sich oft genug distanziert und verweist dabei auf irgendwelche Liedtexte, auf eine multiethnische Crew o.ä. Es gäbe keinen Anlass für rechtsradikale Strömungen FW zu mögen. Sollte es trotzdem so sein haben die eben den Text nicht verstanden, oder die Lieder gar nicht angehört. Das Gegenteil sei schließlich der Fall, da Philipp ein Aussteiger aus der rechten Szene ist könne er anderen Jugendlichen sogar als Vorbild dienen. Es gibt immer schwarze Schafe, das sind bedauerliche Einzelfälle, aufgrund derer ein pauschales Urteil nicht möglich ist. Jeder macht mal Fehler usw…

zu Punkt f) sagt man, dass Studiomusiker zum Business dazugehört. Man sei ja trotzdem ehrlich, authentisch und aufrichtig. Jeder Mensch weiß, dass der Hase im Profi-Geschäft so läuft. Man habe auch schon öfters gesagt, dass man sich selbst nicht als Musiker betrachtet.

Ein weiteres Argumentationsmuster ist, dass sie deutschen Kritikern generell die Fähigkeit absprechen Inhalte zu analysieren, weil die ja keine Ahnung von Südtirols Geschichte hätten und den Südtiroler Kritikern sagt man: schaut her, wir haben so viel Erfolg in Deutschland, in Südtirol ist man einfach noch nicht so weit. So quasi, der Prophet ist im eigenen Land nichts wert.

Befangenheit und Subjektive Wahrnehmung sind keine Kriterien um Argumente per se zu disqualifizieren.

Zustimmung, außer es kommt mMn aus den jeweiligen zum Teil extremen politischen Ecken, wo man genau weiß, woher der Wind weht. Ob man das tun sollte oder nicht, ist wieder eine eigene Diskussion.

Nach deiner Logik ist Ahmadinedschad auch vergleichbar mit dem WWF, mit der Verbraucherzentrale, mit Amnesty International, mit einer beliebigen Partei, mit einer Gewerkschaft, … eigentlich mit jedem, der seine Meinung sagt. Man verfolgt immer eine Agenda, ob das nun im kleinen, oder großen Stil ist. Dies liegt jeder Meinungsäußerung zugrunde.

Exakt. Deswegen sollte man als Meinungsbildender ja auch die Ansichten beider, bzw. mehrerer Seiten einholen, das Für und Wider abwägen und sich dann seine eigene Meinung bilden.

Du diskredditierst eine Meinung aufgrund ihrer formalen Beschaffenheit und da wehr ich mich dagegen.

Kann man so auffassen, wenn man möchte. Aber, wie oben schon geschrieben, mach ich das nur, bei mir schon bekannten Individuen/Gruppen, die teilweise eine extreme politische Haltung besitzen.

Wall of text.

Wie gesagt, ist mir für diese Diskussion die Zeit zu schade, aus den schon genannten Gründen. Finde es aber unterhaltsam, dass du dir als Kritiker auch noch selbst die Antworten gibst. ;)

@PM an Flo:

Wie gesagt, ist mir für diese Diskussion die Zeit zu schade, aus den schon genannten Gründen. Finde es aber unterhaltsam, dass du dir als Kritiker auch noch selbst die Antworten gibst. ;)

Ich will den Unterhaltungswert abermals steigern, vielleicht findest du ja dann die nötige Zeit.

Ich sag dir auch, was ich unterhaltsam finde:

Ich könnte jetzt auch auf deine ganzen Punkte eingehen und eine Art Gegendarstellung schreiben, was ich aber nicht will und mir auch die Zeit dafür zu schade ist, denn […] Mir ging es vorallem um die von mir oben beschriebene Problematik des Patriotismus Vorwurfs und was damit zusammenhängt.

und weiter oben schreibst du zu eben diesem Thema, um das es dir ja geht:

[…] dass Patriotismus gleich mit Nationalsozialismus gleichgesetzt wird. Und auf diese Diskussion geh ich auch nicht weiter ein.

Du sagst also, dass du keine Zeit für eine Diskussion hast, weil es dir eigentlch um ein Thema geht, auf das du nicht näher eingehen möchtest. Wirrer Satz, nicht wahr. Entspricht aber dem, was du gesagt hast. Stoiber hätt’s nicht besser machen können.

Im übrigen gebe ich mir nicht selbst eine Antwort, sondern dir. Auch, dass ich als „Kritiker“ einen Sachverhalt von mehreren Seiten beleuchte kann sollte dich nicht wundern, oder belustigen schließlich hast du selbst diesen Anspruch:

Deswegen sollte man als Meinungsbildender ja auch die Ansichten beider, bzw. mehrerer Seiten einholen, das Für und Wider abwägen und sich dann seine eigene Meinung bilden.

Und für eine Antwort hierauf sollte dir eigentlich auch die Zeit zu schade sein, nicht? ;)

tschuldige flo, für die flapsige anmache. hatte gestern streit mit der ex und du warst mir da ein willkommenes ventil.

Genauso wie Frei.Wild eine ausgebleichter Ablkatsch der Onkelz ist, so ist der Südtiroler Patriotismus ein neu verpackter (deutscher) Nationalismus. Aber eine Neuettikettierung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Haltbarkeit schon längst dahin ist.

Wenn man Südtirol mit Deutschland vergleichen möchte, dann möchte ich auf einem meiner eigenen Kommentare hinweisen, der im großen und ganzen auch hier ganz gut passen würde:

http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=13719&cpage=1#comment-217961

Naja, und was die Gondeln auf die Plose betrifft, da kann ich nur noch sagen:
„Auf der Olm do gibs kua Sünd‘.“

@Tom

Man kann auch wegschauen, bis ein „Problem“ , das für Sie keines ist, so gross wird, dass auch Sie es nicht mehr ignorieren können, nur könnte es dann zu spät sein.
Da sind mir Menschen wie pèrvasion doch lieber, die ein „Problem“, das für Sie keines ist, thematisieren, bevor es so weit kommt.

@ tom

Dieses „als ob wir keine anderen Probleme hätten“ ist ein sagenhaft einfältiger Satz.
Wie pérvasion und jonny schon bemerkten, sind halbwegs intelligente Menschen in der Lage sich gleichzeitige mit mehreren Problemfeldern – großen und kleinen und mittleren :-) – zu beschäftigen und außerdem ist es nie ein Schaden, Probleme frühzeitig, wenn sie noch klein sind, zu erkennen und zu reagieren.

Deiner Logik zufolge, dürfte sich z.B. die Politik nicht um ein neues Skilehrergesetz kümmern, solange sie nicht die viel größeren Probleme wie Verschuldung und dergleichen gelöst hat. Und auch wenn jemand eine kleine Wulst in der Achselhöhle entdeckt, sollte er zuwarten bis sich das ganze zu einem anständigen Geschwür ausgewachsen hat, ehe er zum Doktor geht, oder?. OMG.

Hans-Christian Schultze spricht mir mit seinem Leserbrief über die Frei.Wild-Kabinen auf die Plose aus demHerzen. Der Deutschrock von Frei.Wild erzielt zwar Mega-Erfolge, aber die Botschaften der Band bleiben trotz unablässiger Distanzierung vom Neonazismus zweideutig, geprägt von Gewaltvisionen, Feindbildern, völkischen Untertönen und Machismo. Als Brixner Bürger und Rock-Fan seit 45 Jahren (von Creambis Tocotronic) bin ich von der Aktion der Plosebahn keinesfalls angetan. Und die Präsenz von Bürgermeister Pürgstaller und Stadträtin Bacher bei der Übergabe der Kabinen war überflüssig wie ein Kropf. Für die von der Gemeinde geförderte Verbindung von “Stadt und Berg” wünsche ich mir – obwohl im allgemeinen FW-Hype gewiss nur der Vertreter einer Minderheit – andere Testimonials.

Leserbrief von Hans Heiss, Dolomiten 7. Feb. 2013

Ich würde gerne im Zusammenhang zu diesem Thema auf diesen Artikel hinweisen. Ich bin zwar niemand, der diese Preisverleihungen verfolgt, aber die Entscheidung der Band Kraftklub findet meinen Respekt. Ganz aktuell hat sich zudem jetzt auch Mia aus den gleichen Gründen dazu entschlossen ihre Nominierung dankend abzulehnen. Mal gespannt, wie klein die Liste noch wird.

Dass es in einer Gesellschaft einen demokratischen Konsens, Antikörper und Widerstand gegen Rechtsradikalismus gibt, finde ich gut. Deshalb gefällt mir die Haltung von Kraftklub und Mia.

Der Autor des von dir verlinkten Artikels begibt sich aber schon fast auf das Niveau von Frei.Wild, wenn er schreibt, es sei ein Rätsel, warum eine »Band aus Italien« in der Kategorie »Rock/Alternative national« gelandet sei.

Und wird daraus nicht erst recht ein Fehlgriff, wenn diese Band gerne betont, zur deutschen Minderheit in Südtirol zu gehören?

Die deutschsprachigen Südtiroler sind gerade deshalb eine »deutsche Minderheit«, weil sich Italien (genauso wie Deutschland und die meisten anderen Länder in Europa) »national« definiert. Das behauptet nicht Frei.Wild, das ist so. Und ein Ausschluss der Band aus diesem Grund wäre paradoxerweise eher eine Bestätigung denn eine Ablehnung ihrer Ansichten.

@ pérvasion

Ich kann deiner Argumentation folgen… ;-)

Mir ging es eigentlich nur darum, darauf hinzuweisen, dass es Bands gibt, die sich – trotz Nominierung für eine in Musik- und Medienkreisen sicher nicht ganz unwichtigen Auszeichnung – von einer Veranstaltung distanzieren, die Gruppen wie Frei.Wild ein Podium bietet.

lustig in diesem zusammenhang ist auch, dass DJ ötzi 2001 mit „anton aus tirol“ den echo in der kategorie „hit des jahres national“ und christina stürmer 2006 den echo in der kategorie „künstlerin pop national“ gewonnen haben.

… und sido und bushido haben auch schon echos bekommen. stichwort gewaltverherrlichung, schwulenfeindlichkeit usw.

also entweder wissen die nicht, was sie tun oder sie sind in ihren kriterien recht inkonsequent.

Nun wurde Frei.Wild also ausgeschlossen… und bei »heute nacht« (von wo ich die Info habe und wo das sogar erste Meldung war) war wieder davon die Rede, dass es sich um eine »italienische Band« handle.

Es wurde auch ein Interviewausschnitt mit Philipp Burger gezeigt, in dem er sinngemäß sagt, die Deutschen müssten verstehen, dass in Südtirol alle so ticken [wie Frei.Wild]. Ob die Aussage nun aus dem Kontext gerissen war oder nicht, finde ich diese Message empörend und rufschädigend. All die, die glauben, Frei.Wild wäre Werbung für die Südtiroler »Sache«, sollten sich das spätestens jetzt nochmal überlegen. In dem Maße, wie sie mit unserem Land identifiziert werden, schaden die Typen seinem Ansehen massiv.

MIA hatte auch mal mit nationalistischen Vorwürfen wegen des Songs “Was es ist“ zu kämpfen.

Kraftklub und die Ärzte haben sich schon früher von Frei.wild distanziert:

Kraftklub & Casper @ Echo 2012:

Hättest du mich auch geküsst,
dich einfach auf mich drauf gestürzt,
die Welt wär‘ vielleicht besser,
Frei.wild endlich aufgelöst.

Immer noch für Nazis kein Go,
bitte, bitte Gott, gib mir noch mal ein Album von EinsZwo

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=CaX_2o8ioec#t=75s

Die Ärzte (2012)

Zwischen Frei.Wild und den Onkelz steht ne Kuschelrock LP

Der Song heißt „Schrei nach Liebe“ und bei der entsprechenden Textzeile wurde Störkraft durch Frei.Wild ersetzt.

http://www.youtube.com/watch?v=Irlw9rrb_Rc

@pervasion

Es wurde auch ein Interviewausschnitt mit Philipp Burger gezeigt, in dem er sinngemäß sagt, die Deutschen müssten verstehen, dass in Südtirol alle so ticken [wie Frei.Wild]. Ob die Aussage nun aus dem Kontext gerissen war oder nicht, finde ich diese Message empörend und rufschädigend.

Dieses Zitat ist leider nicht aus dem Kontext gerissen.

Siehe ab 3:45 oder konkreter hier ab 2:35.

Wer auch versteht, dass wir halt nun mal Südtiroler sind und eben nicht Deutsche und, dass eigentlich in Südtirol jeder so tickt und das so denkt, dann glaube ich, dann kann man ganz getrost sagen: hey, da sind nicht wir auf’m Holzweg.

Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller bestätigt allerdings diesen Einschätzung in einem Interview gegenüber „Aspekte“. Leider ist das nicht mehr in der Mediathek abrufbar.

Die NPD plant übrigens eine Mahnwache wegen der Disqualifikation von Frei.Wild http://www.npd.de/html/1938/artikel/detail/3111/

Die Begründung, die Preisverleihung nicht zur politischen Bühne machen zu wollen, wird durch den Beschluss, die Gruppe von der Nominierungsliste zu streichen, auf obskure Art konterkariert. Denn nun ist offenkundig, dass die geltende Nominierungsregelung eine Farce ist und nun erst recht zu einem Politikum zu werden droht. Die Nominierung orientiert sich in der Regel an den Verkaufszahlen und nicht an dem Druck politischer Gesinnungswächter.

Damit wird die gesamte Veranstaltung zu einer Art Nordkorea im Musikgeschäft. Nicht Leistung und Musik bestimmen das Geschehen, sondern die vermeintlich politische Orientierung. Zumal den Südtirolern diese Gesinnung bisweilen nur nachgesagt wird und jeder Grundlage entbehrt. Offenbar haben die linken Meinungsdiktatoren große Angst vor der überall aufkeimenden rechten Gegenkultur. Vor allem in der Musik betreten immer mehr heimattreue Künstler die Bühne und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Nachfrage scheint also gegeben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Bürger vom linken Pöbel nicht mehr diktieren lassen, was sie zu hören und zu mögen haben.

… die Tatsache, dass sich nun die NPD in der Pflicht sieht eine Mahnwache abzuhalten, disqualifiziert diese Gruppe wohl endgültig.
Und dass wir Südtiroler so ticken wie Herr Burger glaubt vermitteln zu müssen fällt ebenfalls auf ihn zurück!

Was kann die Gruppe Frei.Wild dafür wenn die NPD so etwas macht, das hat doch nicht die Band ins Leben gerufen.Und nochmals an alle die hier gegen Frei.Wild sind, ihr redet alle irgendetwas nach, hat schon einmal sich einer die Mühe gemacht sich wirklich ml die Texte anzuhören, ich glaube nicht.Das ist aber auch gar nichts rechtsradikal. Und die Ärzte oder auch Kraftklub Texte sind ja wohl schlimmer.
Zum Beispiel ohne Dich, von den Ärzten;hier mal den Text, also wenn das akzeptiert wird dann frage ich mich warum.Die Ärzte wünschen hier jemanden den Tod, das findet Ihr wohl in Ordnung.
Ohne Dich
Wenn ich dich sehe wird mir schlecht
Bei dem Gedanken an dich bekomm ich Ausschlag
Bitte spring doch aus dem Fenster
Ich steh dann unten und ich freu mich auf den Aufschlag

Was haben deine Eltern der Menschheit angetan?
Warum legst du dich nicht unter eine Straßenbahn?
Du bist nicht zu ertragen, du bist so widerlich
Die Welt könnte so schön sein – ohne dich

Wenn du irgendwann Geburtstag hast
Bitte ich dich sehr, mich einzuladen
Ich schenk die ein Paar Schuhe aus Beton
Die ziehst du an und dann gehen wir baden

Eine tote Qualle hat ein etwa dein Niveau
Mit der Visage wärst du Star in jeder Monstershow
Fahr zur Hölle, fall tot um begreifst du mich denn nicht
Die Welt könnte so schön sein – ohne dich

Die Gruppe Frei.Wild kann nichts dafür, dass sie von der NPD vereinnahmt wird. Das heißt: Sie kann nichts dafür, so die Vereinnahmung auf einem Missverständnis beruht (wie dies früher bei Rammstein der Fall war) und nicht auf einer tatsächlichen ideologischen Nähe. Allerdings müsste sich Frei.Wild spätestens jetzt klar und deutlich (also ohne wieder in einer Grauzone zu verharren) von der NPD-Mahnwache distanzieren, um wenigstens den Anschein zu wahren. Und eine solche Distanzierung vermisse ich (bislang) im offiziellen Blog der Band.

Es gibt auch ein Interview in dem sie sich deutlich distanzieren, wie gesagt nicht nur hören was irgendjemand in Umlauf bringt,was meistens aus dem Zusammenhang gerissen ist sondern sich selber Informieren, auch mal auf Seiten auf denen komplette Interviews gezeigt werden.

Die Distanzierung von Frei.Wild auf Facebook:

Wir wollen euch nicht !!!

Natürlich war es abzusehen, dass sich jetzt die extremen Parteien in ihrer Pflicht sehen, auf diesen kostenlosen Promozug aufzuspringen, um für ihre, in unseren Augen, verurteilungswerten Tendenzen blinde Fische zu sammeln.
Wir sehen uns hier auf wahrlich keinem Nenner und plädieren an jeden hier mit Herz, Verstand und Menschlichkeit zu handeln. Um solchen Kreisen erst gar keine Plattform zu bieten, werden wir denen die Freude nicht machen und diesen Spinnern unsere Beachtung zu schenken.
Schiebt euch eure Mahnwache in den A****!!!

Frei.Wild Fans, ihr wisst wer ihr seid, was ihr seid und wisst, was ihr zu vermeiden habt!
Gebt dem braunen Pack keine Chance!!!
Scheißt auf sie, wir scheißen alle auf sie!!!

Zu deinem ersten Argument: Man kann es ganz einfach Anwenden um z.B. Genozid zu „rechtfertigen“..Die werden schon einen guten Grund haben, weshalb sie das machen, also wird das wohl auch in Ordnung gehen.

Einer, der »ECHO’s« mit Apostroph schreibt, hat jede Berechtigung verspielt, ein Urteil zu fällen. ;)

Aber mal ehrlich… man kann mit Tribus einverstanden sein oder nicht… doch er führt kein einziges Argument für seine Thesen an.

Deppenapostroph’s

hab ja auch keine wertung dazugeschrieben. sollte einfach der vollständigkeit halber zur diskussion gestellt werden.

wenn ich ganz ehrlich bin, sind die gegenargumente auch nicht gerade extrem schlagend bzw. hab ich zumindest noch keine sehr treffsicheren gehört. mich persönlich reizt frei.wild in keinerlei hinsicht. ich finde die musik fad und die texte platt. ich finde aber auch, dass der shitstorm, der momentan läuft, übertrieben und bisweilen extrem kontraproduktiv ist. die band hat publicity wie noch nie und sieht sich mittlerweile – zurecht – in der opferrolle.
frei.wild äußern sich meines erachtens nämlich stets innerhalb eines demokratiepolitisch vertretbaren rahmens. dieser ist rechts-konservativ aber nicht rechts-extrem. ferner distanzierten sie sich öffentlich und wiederholt von extremismus. ihnen dahingehend „unaufrichtigkeit“ zu unterstellen ist auch nicht gerade ein „argument“. „ja logisch singen sie: wir hassen faschisten, nationalsozialisten. aber die meinen das nicht so“. mit solchen wertungen hab ich ein problem, was nicht heißt, dass ich frei.wilds weltbild teile. aber wie sagte doch schon voltaire (nicht): ich verabscheue das, was du sagst, aber ich gebe mein leben dafür, dass du es sagen darfst.

Wohl ist die Welt so groß und weit
Und voller Sonnenschein
Das allerschönste Stück davon
Ist doch die Heimat mein

Bozner Bergsteigerlied

Südtirol – Du mein schönes Heimatland
Südtirol – Auf Dich sind wir stolz
Dort wo so mancher Gast verbracht hat schöne Stunden
So viele Menschen haben hier ihr Glück gefunden
So wird es immer sein – Teure Heimat mein

Kastelruther Spatzen

ich kann nur noch einmal sagen: ich kann mit frei.wild überhaupt nichts anfangen – weder musikalisch noch ideologisch. aber was da passiert, wird mir schön langsam unheimlich. mir kommt vor, dass frei.wilds kritiker mitunter jene gesinnung an den tag legen, die sie frei.wild vorwerfen. mir fehlt immer noch der konkrete anlassfall, der dieses ausmaß an kritik und vorwürfen rechtfertigt.

http://www.tageszeitung.it/2013/03/19/spendable-rocker/

mir kommt vor, dass frei.wilds kritiker mitunter jene gesinnung an den tag legen, die sie frei.wild vorwerfen. mir fehlt immer noch der konkrete anlassfall, der dieses ausmaß an kritik und vorwürfen rechtfertigt.

Ähnlich argumentiert ein Autor der Süddeutschen Zeitung in der Ausgabe vom 21.03.2013. Artikel leider online nicht verfügbar.

Wie Recht er hat, der Martenstein! Ich war anfangs auch refelxartig gegene Frei.Wild, ohne aber je einen Song gehört oder einen Text gelesen zu haben. Ich glaube auch, dass es niemals meine Musik wird, da habe ich einfach einen anderen Musikgeschmack. Nachdenklich wurde ich, als sich vor ca. 2 Wochen im Rai Sender Bozen ein Interview mit Reinhold Giovanett, ausgewiesener Kenner der Musikszene Südtirols (gestaltet die Sendung „Freier Fall“) und Jugendarbeiter, klar gegen die Ausladung von Frei.Wild ausgesprochen hat. Sinngemäß meinte er, dass Frei.Wild einfach nur gute Rockmusik macht und sich diesen Erfolg hart erarbeitet hat. Giovanett steht sicherlich nicht im Verdacht rechtsradikal zu sein, vielmehr ist er am Puls der Zeit, was ich als 45-jähriger sicherlich nicht mehr bin. Im Gespräch mit meinen sechzehnjährigen Sohn wurde ich auch eines Besseren belehrt, er ist keinesfalls Rechts, findet aber Frei.Willd einfach gut.
Diese Begebenheiten haben mich zum Nachdenken gebracht, ich bin mittlerweile zum Schluss gekommen, dass die heutige Jugend, wie schon immer, von den Erwachsenene differenzieren muss. Meine Jugendzeit war von linken Gedanken geprägt, jetzt gibt es die natürliche Gegenbewegung und ich finde es richtig und gut so, solange nicht Hass und Gewalt gegen andere gepredigt wird. Wir Gutmenschen aus den 80er-Jahren tendieren reflexartig alles zu verdammen, dass nicht unserem Weltbild entspricht. Während wir uns für bedrohte Völker einsetzen, verweigern wir uns einer Identitätsfindung und führen einen verkrampften Diskurs. Deshalb: Locker bleiben!

Da ich in der Nähe wohne, bin ich am vergangenen Samstag zum Alpenflair-Konzertgelände geradelt. Natürlich mit der Absicht, eventuelle »Bedenklichkeiten« zu dokumentieren. Ich muss jedoch gestehen, dass ich absolut keine rechtsextreme Symbolik gesehen habe (und mein Auge ist, wie ich meine, einigermaßen geschult). Das heißt nicht, dass da nix war, aber jedenfalls, dass ich in gut 20 Minuten nix ausmachen konnte, weder vor den Eingängen, noch bei den Verkaufsständen oder am Campinggelände. Und: Es liefen drei-vier schwarzafrikanische Wanderhändler rum, die weitgehend unbeachtet ihre Ware feilboten und zum Teil sogar loswurden. Hm…

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