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Netz: Regionalisierung ohne uns.

.eus und .galDie Regionalisierung des Internets schreitet rasch voran: Kurz nachdem der Bretagne die Endung .bzh zugesprochen wurde, hat das ICANN als zuständige Organisation jetzt auch die Internetsuffixe .eus (Euskadi/Baskenland) und .gal (Galicien) freigegeben. Es sind also vor allem — aber nicht ausschließlich —jene Regionen, die schon bisher nur schwer in das enge Korsett der Nationalstaaten passten, die den Schritt zu mehr Vielfalt im Netz anführen. Dabei gilt zu unterstreichen, dass das Internet (auch aufgrund seiner »Immaterialität«) die Koexistenz meherer Suffixe auf ein und demselben Territorium gestattet. Anders gesagt: Die Einführung von .eus und .gal bedeutet selbstverständlich nicht das Ende von .es (Spanien) — es handelt sich also um eine Pluralisierung und Bereicherung, an der sich niemand stoßen kann.

Südtirol hat sich nach wie vor nicht um ein eigenes Internetsuffix beworben, das nicht nur den Abbau der nationalstaatlichen Vorherrschaft und den Aufbau einer territorialen Identifikation im Netz unterstützen könnte, sondern mit Sicherheit auch ein wirtschaftlicher Faktor wäre. Damit hinken wir den anderen »Autonomen« unseres Kontinents — mal wieder — hinterher.

Siehe auch:
Außendarstellung Föderal+Regional Tech&Com Wirtschaft+Finanzen | | | | Baskenland-Euskadi Galiza | | Deutsch

8 replies on “Netz: Regionalisierung ohne uns.”

Wundert mich auch, wo die Landesregierung doch scheinbar sonst immer so auf die Marke Südtirol baut…

Was wäre hier eigentlich eine gute Endung für Südtirol? .st gibts leider schon, was wären also die Alternativen? Jemand Vorschläge?

Ich glaube, die Endungen mit zwei Buchstaben sind nach wie vor anerkannten, souveränen Staaten vorbehalten. Denkbar wären .stl, .str oder .sti — wenn aber konkret über eine Bewerbung nachgedacht wird, könnte man eine Umfrage durchführen bzw. sonstwie auf breiter Basis (Internetabstimmung) entscheiden. Die beiden ersteren Endungen könnten übrigens für South Tyrol gelten, wodurch wir uns ein .saa (oder ähnlichen Schwachsinn) ersparen.

str wäre ein guter Vorschlag. Dreisprachig verwendbar Südtirol – Sudtirolo – South Tyrol

Interessant, dass im Land des „ist nicht möglich, ist utopisch, ist eweggestrig“ auch Bereiche verschlafen werden, in denen andere (autonome) Regionen längst wertvolle Pionierarbeit leisten.

… braucht es dieses Süd…? – Als das historische Kernland Tirols, – als EuropaRegion, – die zwar meist nur in Sonntagsreden vorkommt aber immerhin!
Ich weiß, damit ist Nord- und Osttirol, sowie das Trentino mit inbegriffen, gerade deshalb! Und mit > tir < wissen sicher viele mehr, was gemeint ist!
Die bisherigen Vorschläge mit dem s können mich nicht überzeugen! … Ich ducke mich gleich weg, – wegen der zu erwartenden Daumen-nach-unten! Sm!

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