9N: Selbstanzeigen laufen.

Während die Parteien darüber verhandeln, ob und in welcher Form Anfang 2015 — als Ersatz für ein Unabhängigkeitsreferendum — Neuwahlen mit plebiszitärem Charakter abgehalten werden könnten, übernehmen katalanische Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für ihren politischen Wunsch. Die Assemblea Nacional Catalana, einer der zivilgesellschaftlichen Hauptträger der Abstimmung vom 9. November (9N), hat dazu aufgerufen, die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker angesichts der vom spanischen Generalstaatsanwalt erhobenen Klage nicht allein zu lassen:

9N: Autoinculpació.
»Wenn du am 9N abgestimmt hast, sollte selbstverständlich sein, dass du dich zur Unterstüzung der angeklagten Politiker selbst anzeigst: 1. Druck die im Internet verfügbare Selbstanzeige und füll sie aus*; 2. Nimm an einem der Selbstanzeigetermine vor den Gerichtsaußenstellen oder vor dem katalanischen Oberlandesgericht (TSJC) teil; 3. Stell dich an und übergib die Selbstanzeige; 4. Teile es unter #autoinculpacions9N den sozialen Netzen mit. Schon hast du dich selbst angezeigt. *) weitere Auskünfte unter autoinculpacions9n.assemblea.cat«

Während der letzten Tage haben sich vor dem katalanischen Oberlandesgericht lange Schlangen gebildet, als couragierte Bürgerinnen und Bürger vorstellig wurden, um sich selbst anzuzeigen:

9N: Selbstanzeigen.
Bild: assemblea.cat

Laut Angaben der Veranstalterinnen sollen sich allein beim Oberlandesgericht bereits über 600 Personen selbst der Teilnahme an der Abstimmung bezichtigt haben. In der Selbstanzeige beteuern sie außerdem, dass sie sich dem Verbot des Verfassungsgerichts völlig freiwillig und ohne jeglichen (politischen oder rechtlichen) Druck widersetzt haben, um ihre Meinung über den politisch-institutionellen Status des Landes kundzutun.

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