Selbstanzeigen zum 1-O.

»Ich war am 20. September 2017 auch bei den Protesten, für die Jordi Cuixart und Jordi Sànchez zu neun Jahren Haft verurteilt wurden. Und ich habe an der Abstimmung vom 1. Oktober 2017 teilgenommen, für die andere Haftstrafen von bis zu 13 Jahren absitzen müssen.«

Lange Schlangen hatten sich heute vor der sogenannten »Gerichtsstadt« (Ciutat de la Justícia) in Barcelona gebildet, wo sich hunderte Leute mit Geständnissen wie jenem hier oben selbst anzeigen wollten. Wenn die Anführerinnen der Unabhängigkeitsbewegung wegen Aufruhrs verurteilt worden seien, könnten sie unmöglich allein schuldig sein. Vielmehr müssten dann alle mit zur Verantwortung gezogen werden, die an jenen Tagen an den Kundgebungen und an der Abstimmung teilgenommen hatten.

Nach wenigen Stunden beschloss das Gericht — nach Auffassung von Expertinnen widerrechtlich — die Selbstanzeigen auf 25 täglich zu beschränken. Viele Katalaninnen haben aber einmal mehr ihre Solidarität und eine beeindruckende Furchtlosigkeit vor allfälligen Verfolgungsmaßnahmen bewiesen. Je mehr Menschen sich anzeigen, desto schwieriger wird es für die Behörden, einzelne zu bestrafen.

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