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Vermögenssteuern — warum?

von Sigmund Kripp

Vermögenssteuern werden oft als Wirtschaftskiller angesehen. Warum bin ich — als Besitzender — trotzdem dafür?

Folgende Annahmen setze ich voraus:

  1. Das Wirtschaftswachstum ist in vielen Industrieländern zum Stillstand gekommen.
  2. Die Geldmenge in den einzelnen Volkswirtschaften nimmt nicht mehr zu, eher sehen wir Deflation.
  3. Trotzdem konzentriert sich das Vermögen seit Jahren stark zunehmend auf immer weniger Personen. In vielen Industrieländern besitzen 5% der Menschen 40% des Vermögens, die reichsten 15% oft sogar schon 80%.
  4. Das heißt im Umkehrschluss: Menschen ohne jegliches Vermögen nehmen an Anzahl zu (siehe entsprechende Grafiken im Internet unter »Vermögensverteilung in XY«).
  5. Gleichzeitig wird Kapital kaum besteuert, Arbeit hingegen immer noch sehr hoch.

Was sind die Folgen dieser Entwicklung?

  1. Die besitzlosen Menschen verarmen zusehends. In den allermeisten Haushalten ist das Auto oder sogar der Fernseher die wertvollste Kapitalanlage!
  2. Durch die hohe Besteuerung der Arbeit wird diese in Industrieländern zu teuer und wandert in Billiglohnländer ab: Als Folge entsteht in den Hochpreisländern zunehmende Arbeitslosigkeit.
  3. Arbeitslose kommen nicht mehr »über die Runden« und benötigen staatliche Hilfsleistungen. Für diese müssen (neue) Steuern verwendet werden.
  4. Da das Kapital nicht — oder nur kaum — besteuert wird, und es sich gleichzeitig auf immer weniger Steuersubjekte konzentriert, fehlt den Staaten das Geld für die Hilfsleistungen.
  5. Als Folge müssen die Staaten Kredite aufnehmen, verschulden sich also zugunsten der ärmeren Bevölkerungsschichten.
  6. Es kommt zur allgemeinen und europaweiten Überschuldungsproblematik, die gerade in der griechischen Krise gipfelt.
  7. Es tauchen Robin-Hood-Gestalten wie Tsipras auf und das Bankeneuropa schaut unverständig aus der maßgeschneiderten Wäsche!

Was tun?

  1. Wenn wir wohlwollend davon ausgehen, dass die Kapitalakkumulation legal passiert ist, basiert sie also auf den von den Staaten gemachten Gesetzen. Diese Gesetze existieren offenbar schon seit Langem, da sich ja auch das Kapital seit Längerem konzentriert.
  2. Also müssen diese Gesetze langfristig wirksam abgeändert werden:
    1. Arbeitslohn muss steuerlich stark entlastet werden, vor allem im Bereich unter 40.000€
    2. Kapitaleinkünfte müssen höher besteuert werden.
    3. Zinseinkünfte dürfen nicht mehr über die anonyme und sehr niedrige Kapitalertragssteuer (ca. 25%) direkt besteuert werden, sondern müssen in die allgemeine, persönliche Einkommenssteuererklärung wandern, wo sie die gesamte Steuergrundlage mitbestimmen. Der Kleinsparer hätte so die Zinsen brutto für netto, Großanleger dagegen müssten Steuern zahlen.
    4. Es braucht eine Erbschaftssteuer von z.B. 10% ab 1 Mio. €. Damit gehen die klassischen Kleinhäuslervermögen frei, und die wirklich großen Vermögen kommen zum Handkuss, ohne »zerstört« zu werden. Der Vorteil der Erbschaftssteuer liegt darin, dass der Erblasser davon nichts mitbekommt und ein Erbe immer noch einen arbeits- und leistungsfreien Vermögenszuwachs von 90% [der ursprünglichen Erbschaft] hat. Da braucht niemand klagen. Über eine weitere Progression kann man nachdenken.

Greifen die Staaten nicht bald und massiv in ihre Steuergesetze ein, verschlechtert sich die Situation hyperbolisch: Wir steuern auf einen Zustand hin, wo vielleicht 1% der Bevölkerung 99% des privaten Vermögens in einem Staat besitzt.

Das ist aber ein ungesundes Verhältnis und führt unweigerlich zu sozialen Unruhen oder Gewalt, in welcher Form auch immer und wie auch immer motiviert. Denn eines dürfen die Vermögenden nicht vergessen: Die Nichtbesitzenden haben zwar wenig oder nichts Materielles, aber eines haben sie in großem Ausmaß: Nämlich die (Stimmen-)Mehrheit in der Demokratie!

Da in Europa die Kapitalbesteuerung fast überall durch sich »christlich« nennende Parteien verhindert wird, möchte ich mit einem Christuszitat schließen:

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!

Siehe auch 1/

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25 replies on “Vermögenssteuern — warum?”

Obgleich in anderen EU-Ländern ihre geforderte Modelllösung auch viel strenger angewandt wird, verschlechtert sich dort die Situation auch hyperbolisch.

Bei der ital. KeSt wird sich sobald nichts ändern. Wurde erst von 12,5% auf 26% erhöht. Bei der ital. Erbschaftssteuer ist noch einiges drinnen. Ob das dann die Situation hyperbolisch ändert, ist fraglich.

Weiters stellt sich auch die Frage wie Vermögen, bzw. größe Vermögen entstehen?
Durch den Einsatz von Risiko versucht ein Unternehmer einen Gewinn zu erwirtschaften, für sich und seine Nachfahren. Wenn dieses Risiko unproportional viel größer ist, als sein voraussichtlich erwirtschafteter Gewinn wird der U. es entweder lassen, oder sein Projekt irgendwo anders verwirklichen.

Die Geldmenge in den einzelnen Volkswirtschaften nimmt nicht mehr zu, eher sehen wir Deflation.

Da die Schulden ständig steigen, müssen auf der anderen Seite auch die Guthaben ständig steigen -> Geldmenge wächst. Die Deflation beschreibt hier sinkende Preise (obwohl sie, richtig verwendet, nur eine sinkende Geldmenge beschreiben dürfte, da gebe ich ihnen Recht).

Wenn wir wohlwollend davon ausgehen, dass die Kapitalakkumulation legal passiert ist, basiert sie also auf den von den Staaten gemachten Gesetzen.

Hmmm..jein. Die Akkumulation basiert in erster Linie auf dem Zinsgeldsystem. Da hat ein Staat nur beschränkt Einflussnahme. Natürlich kann er Gesetze erlassen, das Kapital wird dann aber abwandern. Wenn schon, dann müssten alle Staaten koordiniert vorgehen…an diesem Punkt kann man aber auch gleich ein neues Geldsystem einführen, welches die bekannten Schwächen nicht hat (vgl. Brakteaten, Chiemgauer,…).

Kapitaleinkünfte müssen höher besteuert werden.

Damit verschlechtert man aber auch die Position von Kleinsparern, deren Zusatzrente auf eben diesen Kapitalerträgen beruht. Besteuert man Zusatzrentenfonds niedriger, kommt es zu Wettbewerbsverzerrung…könnte mir vorstellen, dass man sich da juridisch auf sehr dünnes Eis begibt.
Das wirkliche Großkapital hingegen wandert dorthin ab, wo die Besteuerung niedriger ist.

verschlechtert sich die Situation hyperbolisch:

Ich gehe eher von exponentiell aus. Aber darüber kann man sich streiten…

Nämlich die (Stimmen-)Mehrheit in der Demokratie!

Solange es die Demokratie noch gibt und nicht aufgrund genannter Unruhen (und zum Schutz der “Kaste”) ein Ermächtigungsgesetz erlassen wird.

Weiters stellt sich auch die Frage wie Vermögen, bzw. große Vermögen entstehen?

Der Großteil der heute in der EU und den USA existierenden Großvermögen wurde ererbt. Der aufopferungsvolle Unternehmer, der sein ganzes Hab und Gut riskiert und damit den Reichtum auch verdient, ist ein Mythos, welcher gerne erzählt wird, um diese Großvermögen unantastbar zu halten.

Worauf will ich hinaus? Das Herumdoktern an einem unzulänglichen Geldsystem wird immer ein Flickenteppich bleiben und somit nie eine für die Allgemeinheit zufriedenstellende Lösung darstellen. Es bräuchte einen Reset und weltweit ein verbessertes Geldsystem. Da aber genau jene, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, am meisten vom bestehenden Geldsystem profitieren, und im selben Moment der Großteil der Masse sich lieber mit Fußball, palestra und “L’isola dei Famosi” anstatt mit Politik und Wirtschaft beschäftigt, wird dies zumindest mittelfristig wohl ein frommer Wunsch bleiben.

was sind nicht einbringbare Guthaben eigentlich wert?
Die Geldmengen nehmen sofort ab, wenn die Verluste gebucht werden.

Dazu müssen die Verluste aber auch effektiv als solche verbucht werden, vorher existiert die Forderung noch.

Und was heißt schon nicht einbringbar? Die eigene Arbeitskraft kann immer eingebracht werden (und falls nicht, kann man auf eine Niere und ein paar Liter Blut, evtl. ein Stück Leber oder Netzhaut verzichten). Wäre dann zwar die Wiedereinführung von Sklaverei und Leibeigenschaft über die Hintertür, aber naja…siehe mein vorheriger Kommentar zum Großteil der Masse.

100% Erbschaftssteuer mit 1 Mio Freibetrag wär mir lieber.
Gleichzeitig könnte man die Steuern auf Einkommen senken und schön mit dem Slogan werben: “Leistung – nicht erben – muß sich lohnen”.

Frage: Vermögenssteuer – warum?

Der linksliberaler Sigmund Kripp von der bbd, ist für Vermögenssteuer (natürlich nur unter gewissen Auflagen), obwohl er sich zu den Besitzenden zählt.

Antwort:
Ist es wohl die Sehnsucht der Linksliberalen nach moralischer Überlegenheit, die sie zu solchen Äußerungen zwingt …

Vermögen ist bekanntlich gleich »Rechts«
Da die Guten und Anständigen (=Linksliberal) keinesfalls als böse Rechts gebrandmarkt werden wollen, sind sie für die Vermögenssteuer. Freilich nur unter gewissen Auflagen- sonst nicht.
Auch der Milliardär Hans Peter Haselsteiner, Hauptsponsor der linksliberalen NEOS, ist für die Vermögenssteuer- unter gewissen Auflagen, sonst nicht.
Haselsteiner weiß übrigens ganz genau, dass es in Österreich niemals zu einer Vermögenssteuer kommen wird. Da ist es freilich leicht, sich zu dieser Steuer zu bekennen …

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kampf-gegen-rechts-ein-volk-von-antifaschisten-13429214.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article137756861/Die-ruehrende-Liebe-der-Deutschen-zum-Kommunismus.html

@Fritz. Topfen!

1.) jede Steuer wirkt “nur unter gewissen Bedingungen” oder kennen Sie eine Steuer, die keine Bedingungen zur Grundlage hat?
2.) ich habe keine Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, aber ich versuche, humanistisch zu denken und zu handeln. Zumindest versuchen.
3.) Ja, ich möchte nicht “rechts” stehen.
4.) die Auflage, die ich bei der Erbschaftssteuer setze, ist ein Freibetrag von 1 Mio €, damit es eben auch wirklich nur Vermögende trifft, und nicht den klassischen “Häuslbauer” (was von der ÖVP immer vorgegaukelt wird, damit JA niemand die Erb.St. will!)
5.) Ich habe Vertrauen in die WählerInnen: Die Reichen und Vermögenden haben zwar sicher viel Einfluss auf die Regierungen, aber die Mehrheit bei Wahlen haben sie nicht.
6.) Nachdem das private Vermögen in allen Industrieländern nach “oben” rutscht, in die Hand von ganz Wenigen, bin ich für eine mittelfristige Umkehr dieses Prinzips. (vgl. Dezilenverteilung des Vermögens in A, D, I, etc…)

Sigmund:

6.) Nachdem das private Vermögen in allen Industrieländern nach ”oben” rutscht, in die Hand von ganz Wenigen, bin ich für eine mittelfristige Umkehr dieses Prinzips. (vgl. Dezilenverteilung des Vermögens in A, D, I, etc…)

Lieber Sigmund, Sie sind zweifelfrei ein guter Mensch. Also ein Linker. Jemand, der einfach das System umkehrt. Also ein ganz Schlauer, denn auf diese Idee IDIOTEN-einfache Idee ist nicht einmal Marx gekommen. Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum der Sozialismus nirgendwo funktioniert hat.

Lieber Sigmund,
es sind NUR die bösen Reichen, die Arbeitsplätze schaffen. Und zwar ausschließlich.
Die jetzige bettelarme linke Regierung in Athen will den Armen alle Schulden erlassen. Ist das nicht nobel?
Das erinnert ein wenig an die Nazis, als sie 1938 in Österreich einmarschiert sind, und sofort den hoch verschuldeten Bauern alle Schulden erlassen haben. Freilich mussten diese Bauern vorher Nazis werden, sonst blieben sie auf den Schulden sitzen und wanderten nicht selten umgehend im KZ statt auf einem Schuldenfreien Hof.
So einfach war es damals, ein Nazi zu werden.
Und heute?
Noch NIE war es so einfach, ein guter (links-liberaler) Mensch zu werden.
Noch NIE war es so einfach, ein Antifaschist zu werden.

Die Griechen haben gigantisch Schulden, und dennoch will die Links-Regierung den Armen alle Schulden erlassen. Wie ist das möglich? Wir wissen alle, wie das möglich ist.

Ich habe eher den Verdacht, die Linken wollen die Vermögenssteuer im Kampf gegen »Rechts« einsetzen.
Neben Fußball, tanzen, singen und Golf gegen Rechts, jetzt auch Vermögenssteuern gegen Rechts? Warum nicht?
(Die “Antifa” hat sogar die Waffe »laut ficken gegen Rechts« entdeckt und fleißig eingesetzt)

Lieber Sigmund,
der Uli Hoeneß hat mit seinem FC Bayern in St. Pauli ein Fußballspiel gegen Rechts organsiert und gegen den linken Multikulti- Klub FC St. Pauli auch noch verloren.
Ich glaube nicht, dass Gutmensch Hoeneß auch noch bei der Initiative »Vermögenssteuern gegen Rechts« mitmacht … wirklich nicht, denn DAS nimmt ihm jetzt wirklich niemand mehr ab…

Liebe Linksliberale,
euer System funktioniert nur solange, wie ihr Geld von den bösen Reichen/Rechten zu leihen bekommt. Wollen die ihr Geld zurück, seid ihr alle gleich beleidigt und startet Imitativen wie: »demonstrieren gegen Rechts«, Vermögenssteuern gegen rechts, tanzen/golfen/ficken gegen Rechts … usw ..

Sag mal Fritz, nur mal so eine Frage: Haben wir dann sobald die bösen Reichen das ganze Geld haben im Gegenzug ganz viele Arbeitsplätze? Das wäre nämlich ziemlich schön.

Fritz: noch mehr Topfen!!

1.) es ist in allen entwickelten Ländern Konsens, dass Steuern Ausgleich schaffen, für welche Ungleichheiten auch immer. Sonst könnte niemand ins Spital oder Medizinen nehmen, weil die Pille statt 2,50 € dann 50 € kosten würde.
2.) ich habe in meinem Wirtschaftsleben NOCH NIE gehört dass ein privater Unternehmer ein Unternehmen gründet, um Arbeitsplätze zu schaffen! Normalerweise werden Unternehmen entwickelt, um mit einer Geschäftsidee GEWINN zu machen! Nur öffentliche Institutionen betreiben ABM
3.) Ich bin kein Syriza Wähler und habe bei den Eurowahlen auch nicht die in Italien mit ihr paktierende SEL gewählt. Aber eines darf man Tsipras & Co. nicht vorwerfen: Die Schulden! Die haben die konservativen bzw. Sozialdemokratischen Regierungen davor gemacht. Dass man mit flotten Sprüchen und Hemd-ohne-Kravatte-Typen die Krise löst, habe ich nicht behauptet.
4.) ich weiss nicht, wie man hier ein Bild postet, aber die Dezilenverteilung der privaten Vermögen stellt sich sehr klar dar: die meisten haben nichts, ganz wenige haben (fast) alles. Ist das langfristig gut?
5.) wären Sie von einer Vermögenssteuer > 1 Mio betroffen?
6.) Es ist interessant zu lesen, dass es immer “sehr schwer” ist, Vermögen zu besteuern, weil die Bewertung so vertrackt ist. Aber offensichtlich ist es sehr leicht, Lohn zu besteuern. Und deswegen wird das auch gemacht. Das Ergebnis kann man in Grafiken zur Herkunft der Steuern nachschauen: das Meiste (ca. 65%) kommt aus Lohn- und Umsatzs(=Mwst)steuern!

Was habt ihr bloß alle gegen die bösen Reichen?
Ich freue mich jedesmal, wenn mein vollgefressener Chef mit einer dicken Havanna im Maul in seinem fetten Auto vorfährt, und unseren Sekretärinnen unmoralische und tiefe Blicke zuwirft, und stolz verkündet, dass er wieder einmal a guates Geschäftl abgeschlossen hat.
Ich freue mich.
Alternativ dazu könnte ich mich ärgern, den Chef alles Böse auf der Welt wünschen und ihn überhaupt nach Silieren, nach Kuba, China oder gleich in die Wüste wünschen.
Dann allerdings wäre er schnell pleite und wir – 23 Angestellte – müssten uns woanders umsehen.
Aber auch alle anderen bösen Reichen ergeht es ähnlich wie meinem armen vollgefressenen Chef mit der dicken Havanna Zigarre.
Was dann? Haben wir dann das Paradies auf Erden? Nein eher nicht, dann haben wir Kuba auf Erden.

Habe ich jetzt übertrieben? Möglich. Aber wenn wir die Reichen in Süd-, Nord- Osttirol allzu sehr melken, besteht dann nicht die Gefahr, dass sie sich diese bösen Kapitalisten samt Firmen (Arbeitsplätze) richtung Norden (oder USA) verabschieden?
Ach ja, unsere linken Träumer möchten natürlich nicht nur Tirol, sondern gleich ganz Europa neu missionieren und dem neuen Sozialismus – diesmal aber den richtigen – zuführen. Aller Anfang ist schwer, aber der Anfang wurde jedenfalls schon getan. Zumindest in Griechenland.

Ich glaube, wir haben inzwischen ein recht vernünftiges kapitalistisches System.
Wir müssten nur das erwirtschaftete Geld verantwortungsvoller, zielgerechter und weitsichtiger einsetzten (so als wäre es unser eigenes Geld das wir täglich hart verdienen)
Das heißt z.B. den Banken und Politikern auf die Finger schauen, damit sie nicht noch mal so gigantischen Schaden anrichten können, wie z.B. bei der Hypo Bank in Kärnten.

Alternativ dazu ist natürlich noch eine sozialistische Weltrevolution 2.x zu diskutieren.
Aber um dieses Ziel endlich zu erreichen, brauchte es einen neuen Menschen, denn mit den alten hat es bekanntlich nicht funktioniert. Einen Menschen, den die Linken offensichtlich gerade dabei sind, gendergerecht zu konstruieren. Es soll im neuen sozialistischen Paradies ja niemand benachteiligt werden …

Liebe Tiroler Landsleute!
Statt große Sozialpolitik zu machen, sollten wir Tiroler uns lieber zusammensetzen, und uns ENDLICH einigen, wie das neue und von ALLEN Nationalstaaten unabhängige Tirol südlich des Brenners zu erreichen ist. Dazu sollten natürlich auch die Schützen, die STF und die Freiheitlichen zu Tisch gebeten werden.
Wenn jetzt jemand glaubt, ich rufe zu einer neuerlichen Podiumsdiskussion auf, dann habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt …

Sorry, aber ich habe selten so viel Blödsinn auf so wenig Platz gelesen. Ok, ich habe schon viel grösseren Blödsinn gelesen, aber da war es ein ganzes Buch, und meistens huldigte dieses Buch den neoliberalen Kapitalismus. Aber so kompakt wie hier, chapeau, eine grosse Leistung!

Lieber Steffl,

du bist offensichtlich Bibelfest. Wenn wir die “Reichen” schrupfen oder gar arm machen, und in Folge auch selber in Armut leben, kommen wir dann in den Himmel? Wenn das so einfach wäre …
Es ist immer dasselbe:
Arbeit macht das Leben reich. Aber ohne Arbeitsplätze gibt es keine Arbeit und keinen (bescheidenen) Reichtum.
Frage: Wer schafft nun die notwendigen Arbeitsplätze?
Antwort: Es ist der Drang Geld zu verdienen. Möglichst mehr als die anderen, möglichst mehr als der Nachbar und mehr als man selber braucht.
Und so ein netter Nebeneffekt dabei ist, das man dazu Arbeiter benötigt, die möglichst billig arbeiten, und die man spätestens mit 50 zum Arbeitsamt schickt, weil jüngere (möglicherweise) etwas schneller und billiger arbeiten. Aber so ist en nun mal.
Als Alternative bietet sich der Kommunismus an. Aber auch das ist keine Lösung, wie wir inzwischen alle wissen.
Als weitere Alternativ können wir Arbeiter das Arbeiten einfach verweigern. Was dann?
Dann gehen zwar auch die “Reichen” mit ihren Firmen pleite, aber das hilft uns auch nicht wirklich weiter. Also doch den Schwanz einziehen, und morgen Donnerstag brav um 8 Uhr zur Arbeit erscheinen?
Warum will der links-linke Konstantin Wecker möglichst viele arme Leute aus Afrika zu uns nach Europa holen? (das schreib er zumindest immer wieder auf seine FB-seite)
Richtig, weil er ein guter Linker ist (Gutmensch nennt man sowas) und die ganze Menschheit vor der Armut retten will. Wie das zu finanzieren wäre, verrät er uns nicht ums verrecken. Auch nicht, was die vielen armen Leuten aus Afrika dann bei uns arbeiten sollten … auch das wäre interessant zu wissen. Konstantin schweigt dazu…
Lieber Steffl,
ich schlage vor, wir bleiben beim jetzigen kapitalistischen System, als schlechte, aber immerhin beste aller Möglichkeiten, unser Leben selber gestalten zu können- was ja unterm Kommunismus eher nicht der Fall ist (war)
Steffl, sollen doch die Reichen mit ihren vielen Geld zum Teufel gehen oder zumindest dem lieben Gott einiges zum erklären haben, wir bleiben das was wir sind- und kommen dann hoffentlich alle durchs Nadelöhr …
LG Fritz

@ fritz
findest du nicht, dass zwischen “die reichen arm machen” und alles so belassen wie es ist, ziemlich ein spielraum ist?

fakt ist: arbeit und einkommen sind relativ hoch besteuert. vermögen und körperschaftserträge kaum. wenn du einigermaßen rechnen kannst, verstehst du, dass dadurch die kluft zwischen arm und reich immer weiter auseinanderdriftet.

die forderung, diesen gap steuerlich etwas abzufedern hat relativ wenig mit steinzeitkommunismus zu tun. im gegenteil: leistung sollte belohnt werden – nicht besitz. das ist doch etwas ur-kapitalistisches :-)

Ob man Besitz besteuern sollte ist für mich zum jetzigen Zeitpunkt noch fraglich, Erbschaften gehören über der berühmten privat-häusle-bauer Grenze von 1 Million Euro schon kräftig, progressiv, besteuert. Als Hausnummer z.B Spitzensteuersatz von 49% bei 100 Millionen , die Progressivität bitte in Form einer e-Funktion, die entsprechend präpariert wurde.

Lieber hunter,
ich finde es eine Frechheit, wenn Besitz den man sich erarbeitet hat, besteuert wird. Eine noch größere Unverschämtheit ist aber, dass Arbeit so hoch versteuert wird. Die Steuer aus der Arbeit ist aber die größte Einnahmequelle des Finanzministers.
Statt die überfälligen Reformen endlich über die Bühne zu bringen, macht der derzeitige österr. Finanzminister jedoch genau dasselbe, wie alle Finanzminister vor ihm: er erhöht die Steuern und erfindet neue. Das ist das Einfachste.
Steuerreform, Pensionsreform und Verwaltungsreform müssen wieder warten … wahrscheinlich bis zum St. Nimmerleinstag. Auch das ist das Einfachste…
Lieber hunter,
wenn du Österreicher wärst, könntest du ja die NEOS, das Team Stronach oder die Freiheitlichen wählen, denn die möchten die Steuer auf Arbeit zumindest stark reduzieren.
Solange die Grünen in Opposition sind, sind sie auch für alles was neue Wähler erschließt. Aber sobald sie mitregieren (Tirol/Wien) schaut alles ganz anders aus.

Übrigens: die meisten Grünen in Wien wohnen in den bekannten Bezirken, wo der Lebensstandard und die Bildung am höchsten ist, der Ausländeranteil am niedrigsten, wo die meisten Akademiker wohnen und wo die Bürger die luxuriösesten Wohnungen (meist Altbauwohnungen aus der Gründerzeit) zu ihrem Eigentum zählen.
Früher wählten dort alle Schwarz, heute wo die Alten gestorben sind und die Jungen gut geerbt haben, wird recht fleißig Grün gewählt. Schließlich will man ja dazugehören- zu den Guten und Anständigen, zu den moralisch Überlegenen.
Die Sehnsucht nach der moralischen Überlegenheit kennt aber keine genau definierten Grenzen, denn wie ist es sonst möglich, dass ein NR-Abgeordneter der Grünen (Peter Pilz) in einem Sozialbau der Stad Wien wohnt (Goethe Hof), diese von einem Architekten wie einen Maßanzug planen lässt, aber nur minimale Miete zahlt weil schon seien Mutter darin gewohnt hat?
Pilz hat angeboten, eine höhe Miete freiwillig zu zahlen, wohlwissend, dass die Stadt Wien das nicht annehmen darf. Auf die Idee, die Differenz einem Wohltätigen Zweck zukommen zu lassen, ist er offensichtlich nicht gekommen. Pilz ist halt auch ein Kind seiner Zeit …so wie die Grünen …

Lieber Hans (jetzt Fritz): Bitte ändere nicht jedes Mal deinen Nicknamen. Und: Wie oft hast du dich hier schon mit großer (verbaler) Geste verabschiedet, um dann doch immer wieder aufzutauchen?

Vermögenssteuern sind schon im begrenzten Rahmen sinnvoll.
Es gibt regelmäßig wiederkehrende Steuern wie die GIS oder aber einmalige Vermögenssteuern..
Einmalige Vermögenssteuern sehe ich für sinnvoller an.
Auch hier ist das Problem wie man Geldforderungen des Fiskus vernünftig erscheinen lässt, wenn der Markt des Vermögens eingebrochen ist.
Zum Beispiel: Eine Erbschaftssteuer von 25%, wobei das Vermögen auch einen alten sanierungsbedürftigen Ansitz umfasst.
Der Erbe der das an der Börse handelbare Aktienpaket erhalten hat, hat es einfach. Er verkauft mit ein paar Klicks, was nötig ist und zahlt die Steuer.
Der Erbe der den sanierungsbedürftigen Ansitz oder eine nicht börsen notierte Gesellschaft erhalten hat, muss erst mal eine Schätzung veranlassen, diese muss, wenn sie überhaupt zugelassen wird, vom Fiskus angenommen werden. In Italien wird meist der Katasterwert herangezogen, in anderen Staaten eher der Marktwert.
Nach der Festsetzung hat er zwar einen Betrag, den er zahlen muss aber noch kein Geld.
Er könnte ja den Ansitz verkaufen. Er braucht dazu einen Interessenten, der den geschätzten Preis zahlen will. Wenn ihm das nicht gelingt dann steht die Pleite vor der Tür oder aber die Steuerschätzung ist nicht richtig, weil auf den Erlös im Verhältnis höhere Steuern anfallen.
Nun wieder zurück zum Ausgangspunkt:
Wie will man eine Vermögenssteuer gut darstellen und praktikabel erscheinen lassen?

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