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Wirtschaft und »Sudtirolo«.

Vor geraumer Zeit hatte ich die Schokoladenmanufaktur Rubner in Bruneck angeschrieben, um sie dazu anzuregen, in ihrer Herkunftsbezeichnung anstatt des trennenden »A. Adige« das einschließende »Sudtirolo« zu benutzen. Dieser Hinweis wurde von den Verantwortlichen jedoch mit dem Hinweis abgewiesen, man wolle keine Politik machen. Eine verblüffende Begründung, denn warum sollte »A. Adige« weniger politisch sein als »Sudtirolo« — und: ist eine positive, einschließende »Politik« nicht eine Auszeichnung für ein Unternehmen? Zahlreiche Großkonzerne beispielsweise haben seit langem entdeckt, dass Ethik, Umweltbewusstsein oder sozialpolitisches Engagement ein Mehrwert sind, der durchaus Vorteile bringt.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass die Schokoladenmanufaktur bei neuen Produkten, beispielsweise einer Streichschokolade, neben Deutsch und Italienisch auch die englische Sprache benutzt — und seitdem »A. Adige« vor »Südtirol« auf den Etiketten prangt. Ganz unpolitisch. Und hierbei stehen die Brunecker nur stellvertretend für Dutzende anderer Südtiroler Firmen, die genauso handeln.

Sinn und Zweck dieses Verhaltens erschließen sich mir nicht. Im Südtirol-Marketing wird der Name »Südtirol« durch Werbekampagnen und das Qualitätszeichen seit Jahrzehnten im In- und Ausland etabliert. »A. Adige« ist eine Bezeichnung, die uns nach wie vor von außen aufgezwungen wird. Sie ist entstanden, um jeden Hinweis auf Tirol auszulöschen und erfüllt diesen Zweck im Italienischen nach wie vor. Doch nur öffentliche Institutionen sind dazu verpflichtet, diese Bezeichnung zu benutzen. Wenn Unternehmer also weiterhin daran festhalten, gegen jede Marktlogik den Namen »Sudtirolo« abzulehnen, und lieber mit »A. Adige« im gesamtstaatlichen Einheitsbrei unterzugehen, kann ich nicht anders, als ihnen politische Motivation oder — im besten Falle — Ignoranz zu unterstellen.

Siehe auch:

Engagement Kohäsion+Inklusion Ortsnamen Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Produktetikettierung | | | Südtirol/o | | Deutsch

69 replies on “Wirtschaft und »Sudtirolo«.”

Die Verwendung dieses Namens ist im höchsten Maße politisch, auch wenn ich bezweifle, daß sich die meisten dessen bewusst sind. Aber im Zweifelsfall wollen die Wirtschaftstreibenden nicht anecken – Geld geht vor!

LH Durnwalder meinte ja vor kurzem bezügl. Schilder und Namen, wir sollen uns nicht “prostituieren”. Die SMG redet von “Authentizität”. Beides ist aber nur leeres Geschwafel, weil genau das Gegenteil getan wird. Der LH und seine Partei haben über Jahrzehnte die faschistischen Namen nicht beseitigt, sondern zu ihrer Zementierung beigetragen.

Habt ihr euch nicht gefragt warum auch die italienischen Rechten für DIESE Auronomie sind? Sie haben gemerkt, dass sie dazu beiträgt langsam ihre Ziele zu erreichen. Durch den gemeinsamen Einsatz von SMG, Regierungskommissär und italienischer Linken werden z. B. erstmals seit dem Faschismus alle Ortsnamen Tolomeis wieder voll zur Geltung kommen.

Unsere Wirtschaft prostituiert sich oder leidet an einem ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex. Wenn es einige Moneten einbringt, dann bezieht man sich gerne auf (Süd-)Tiroler Traditionen, wenn die Benutzung eines Südtirol-Bezuges auch mal die Auseinandersetzung und Positionierung zu bestimmten Standpunkten beinhaltet wird klein beigegeben. Bei Unternehmen die kulturell derart unsensibel agieren bestehen berechtigte Zweifel, ob sie in anderen Bereichen (Ethik, Nachhaltigkeit) möglicherweise sogar in der gesamten Wirtschaftsgebarung über eine sonderliche Kompetenz verfügen.
Ein ehemaliger Spiegel Journalist hat mal erklärt, dass wirtschaftliche und kulturelle Stärke eines Landes Hand in Hand gehen. Südtirol scheint kulturell wirklich schwach aufgestellt zu sein, wenn nicht einmal das Selbstbewusstsein vorhanden ist den historischen Landesnamen bzw. Ortsnamen zu verwenden. Vielleicht wäre bei etwas höherem kulturellen Selbstbewusstsein auch die Notwendigkeit der Abgrenzung weniger ausgeprägt.

Na, na!
Der Wirtschaft Prostitution vorzuwerfen ist nicht gerecht.
Das Problem muß durch die Landesregierung gelöst werden.
Von den Politikern also.
Leider wird die heiße Kartoffel von einer Legislatur zur nächsten aufgeschoben. Was wir brauchen ist ein verbindlicher “Prontuario”,
der Fragen zur Verwendung der Ortsnamen, deren Zweinamigkeit usw regelt.
Wenns in Aosta und im Trentino gegangen ist, wieso nicht bei uns?

@AlexK

Das Problem muß durch die Landesregierung gelöst werden.

Es ist richtig, dass die Landesregierung bzw. vielmehr der Landtag in der Materie der Ortsnamensgebung die primäre Kompetenz hat und dieses Thema von Legislatur zu Legislatur verschiebt.

Ganz aus dem Schneider ist die “Wirtschaft” dadurch aber nicht. Unabhängig von einem Gesetz, das die Ortsnamensfrage in Südtirol regelt, kann auch heute natürlich jeder Private den Ortsnamen verwenden, den er will. Viel zu häufig kommt hier Tolomei ganz ohne Zwang zu höchsten Ehren, deshalb mein Prostitutionsvorwurf.

Wenns in Aosta und im Trentino gegangen ist, wieso nicht bei uns?

Da fragst du mal Leute wie Guido Margheri usw…..Urzì und Co haben ja eine recht dezidierte Meinung zu diesem Thema, etliche (vermeintliche) Mitte Links VertreterInnen unterscheiden sich leider nicht allzusehr davon.

@hello
du bist wohl gar nicht bescheiden, oder??
Die deutsch-deutschen Selbstbestimmungsbefürworter mit Gandhi oder Jesus gleichstellen. ist doch sehr gewagt?!?! Gerade jetzt, wo die Kreuze aus den Schulen genommen werden?!?!

schon sehr gewagt, aber ich denke wohl wortwörtlich war das nicht gemeint sondern im übertragenen Sinne.

Übrigens: es ist schon seit einiger Zeit die Sitte geworden, daß unangenehme Zeitgenossen schnell ins rechte Eck gestellt werden, um sie “kalt” zu stellen. Waren es früher richtige Totschläger die benutzt wurden, so sind es heute “Verbale Totschläger”. Da wird der Patriot eben schnell mal zum Nazi erklärt, um ihn zu diskreditieren und für andere zum Aussetzigen zu machen.

Jonny, so war das nicht zu verstehen wie du dies darstellst. Ich will damit sagen dass solche Lichtgestalten der Geschichte, die wirklich wie Gandhi auf die historische Wahrheit wertlegten, heute von vielen Machtpolitikern und Wirtschaftstreibenden eine gewaltige Abfuhr bekommen würden, gerade bei uns hier, wie man an den zahlreichen Beispielen sieht die auch BBD immer wieder aufzeigt (siehe Tourismus, Wirtschaftslobbys usw., die selbst oftmals auf jeglichen Tirolbezug verzichten).

Was hat Gandhi mit der, wie du es nennst, “historischen Wahrheit” zu tun??
Bei Gandhi ging es um “Satyagraha”, das Festhalten an der Wahrheit!

Und jetzt müsste uns nur noch jemand sagen, was “Wahrheit” ist, und wir wären wieder etwas schlauer?!?!?!

Du darfst keinen Zorn zulassen, denn der Zorn verblendet und verrät dich zugleich.

“Was hat Gandhi mit der, wie du es nennst, ”historischen Wahrheit” zu tun?”

Gandhi hat wohl alles damit zu tun, er war es schließlich der unter britischer Kolonialherrschaft in Indien auf die heimischen Traditionen pochte und Indien in die Unabhängigkeit führte (bekannt z.B. die öffentliche Verbrennung von britischen Pässen oder der Hungerstreik für die Unabhängigkeit).
Ich denke Gandhi ist wohl das beste Beispiel dafür, wie man auf seine Rechte pochen kann, ohne zu hassen und den anderen nebenbei zu respektieren (in seinem Fall die Engländer). Ein bekannter Spruch Gandhis ist übrigens, dass es besser sei sich selbst schlechter zu regieren, als von einer fremden Regierung regiert zu werden…

Zwischenruf, ich hoffe du hast verstanden dass dies symbolisch verstanden werden muss und ich sicher nicht vorhabe, das heutige Südtirol mit Indien zu vergleichen. Das dürfte wohl klar sein. Aber ich denke dass Denker wie Gandhi sicher Vorbild sein können, wenn es um Themen wie Unabhängigkeit geht, da es klar sein dürfte, dass genau Selbstbestimmung ein Thema ist, wo alle eingeschlossen werden müssen, ohne die eigenen Wurzeln und Wahrheiten (siehe z.b Ortsnamen, Werbung, Wirtschaft) aufzugeben. Zum Thema: ist Südtirol eine Kolonie? Nein, es war praktisch de facto eine Kolonie als es von Italien annektiert wurde. Es regiert sich heute zwar weitgehend selbst, steht aber immer noch unter einem fremden Staat ohne größere Befugnisse im Bereich Hoheitsgewalt und Gerichtsbarkeit zu haben.

Es regiert sich heute zwar weitgehend selbst, steht aber immer noch unter einem fremden Staat ohne größere Befugnisse im Bereich Hoheitsgewalt und Gerichtsbarkeit zu haben.

Mai sentito parlare di compromessi? Beh, difficile vivere senza scendere a compromessi. Soprattutto quando questi compromessi hanno portato considerevole benessere e pacificato una situazione che, rifiutando i compromessi, avrebbe potuto degenerare (e questo vale anche per il futuro).

Von Untem muß die Erneuerung kommen… immer mehr junge Süd-Tiroler schreiben bei den E-Mail Adressen:

xy
39100 Bozen/Bolzano
Südtirol/Sudtirolo

..das Wort Alto Adige wir immer weniger benützt….

drück dich bitte so aus, dass man versteht, ohne jedes mal erklärungen hinterherschieben zu müssen, was du gemeint hast.

symbolisch also. also bist du ein dichter.

aber sprich nicht permanent von “wahrheiten”, das ist sehr supekt, am meisten von “wahrheit” sprechen meist jene, die am meisten lügen.

“drück dich bitte so aus, dass man versteht, ohne jedes mal erklärungen hinterherschieben zu müssen, was du gemeint hast.”

“symbolisch also. also bist du ein dichter.”

Wer verstehen will, versteht.
Zum Glück seid ihr weiterhin so arrogant und selbstherrlich, bei den nächsten Wahlen werden die Grünen und die SVP wieder viele Stimmen verlieren. Danke dafür, nur schön weiter so!

wer verstehen will versteht?
warum musst du dann jedes mal erklären, wie du es gemeint hast, da man dich missverstanden hat?

@jonny
ist grün wählen und Tiroler sein überhaubt unter einen Hut zu bringen??? Das gleiche gilt eigentlich auch für blau, denn ist man ein guter Tiroler wenn man einen Staat ohne seine Landsleute gründen will…???

Na, lieber ko, ich wäre mal daran interessiert zu hören, wer denn die allerbesten Tiroler sind. Wohl hoffentlich nicht die, die allein schon mit ihrem Auftreten von vornherein die Möglichkeit untergraben, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zur Loslösung Südtirols von Italien zu erlangen… Man muss schon unterscheiden können zwischen Etikette und wahrem Inhalt.

@SoSigIs: Beamte, die sich so lächerlich als Herren aufspielen, dann aber nicht einmal in der Lage sind, die vorgeschriebene Zweisprachigkeit zu garantieren, gehören nicht hierher.

Das ist schon ein bischen komplizierter. Mit dem Auftreten alleine ist noch keinen Wahl gewonnen. Die Macht zur Loslösung von Italien hat zur Zeit nur die SVP und um die dazu zu bewegen dies auch zu tun müssen sie noch einige Wahlen an die patriotisch eingestellten Parteien verlieren. Mit seinem Bekenntnis zu Österreich ist Durnwalder schon mal ein sehr “guter” Tiroler. Jedenfalls gesamtgesellschafltich wirds nie sein.

Nebenbei bemerkt, in einem Staat Südtirol dauerts bestimmt keine 2 Jahre bis zwischen deutschen und italienern ordentlich die Fetzen fliegen.

@ko

Nebenbei bemerkt, in einem Staat Südtirol dauerts bestimmt keine 2 Jahre bis zwischen deutschen und italienern ordentlich die Fetzen fliegen.

Klar, wenn wir mehr Typen mit solchen Meinungen haben ist diese Gefahr tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.

@ko

Jedenfalls gesamtgesellschafltich wirds nie sein.

Du meinst also besser zurück nach Österreich mit UNO Truppen, die in Bozen für eine ruhige Situation sorgen?

Traurig aber wahr. Bestimmte Leute scheinen einfach nicht zu kapieren, dass ohne einen Grundkonsens zwischen allen Sprachgruppen nichts läuft.
Und bestimmte Leute auf deutscher Seite scheinen ebenfalls nicht zu kapieren, dass unqualifizierte Statements und die immer wiederkehrende Blut und Boden Rhetorik uns vom Ziel Unabhängigkeit um Lichtjahre entfernen.

Ja den Grundkonsens sah ich beim Friedensplatz in Bozen, bei den Tafeln des AVS, der Volksabstimmung ohne Beteiligung der Italiener, usw.
Diese Idee vom Freistaat ist wie ein Keil der sich in Gruppe der Patrioten schiebt, aber vielleicht ist das ja auch der Sinn…
Und ja ich meine es ist besser ein Tirol in Österreich zu sein!

Der Grundkonsens kommt nicht von alleine oder gar gegen den kalten Wind der selbsternannten Patrioten. Er muss in mühevoller Kleinarbeit erlangt werden — und davon sind wir umso weiter entfernt, je mehr Leute so denken wie du.

Sicher hast du recht, im Alltag sieht dies jedoch leider nicht so aus. Die einen leben in Italia und wollen von Südtirol nichts wissen und die anderen sehen die Zukunft in der Landeseinheit (inkl. mir). Es bleibt noch die Gruppe derer die einen neuen Staat mittn in Europa bilden wollen und ob das zu erreichen ist wage ich zu bezweifeln!

Nur gut dass du die Rückkehr zu Österreich nicht bezweifelst. Sie wäre das k.o. für das Zusammenleben und würde die Abhängigkeit von Rom gegen die Abhängigkeit von Wien eintauschen. Weißt du eigentlich wie es den Minderheiten in Österreich geht? Ist es das was du den Italienern und Ladinern wünschst? Vermutlich schon.

Ich denke dass wenn einmal ein Referendum abgehalten werden sollte, wird sich sicherlich zeigen wohin die Reise gehen würde bzw. was überhaupt möglich ist.
Wegen den Minderheiten in Österreich. Die Zahl der Minderheiten in Österreich kann man einfach nicht mit Südtirol vergleichen, die Italiener wären z.b eine übergroße Minderheit in Österreich, um ein vielfaches größer als z.b wir deutschen Südtiroler und vor allem die Ladiner in Italien. Trotz aller Kritik, die durchaus sehr angebracht ist, muss man immer wieder bedenken, dass diese Minderheiten in Österreich, allen voran die Kärntner Slowenen, einmal definitiv die Selbstbestimmung bekommen haben, wir jedoch nicht. Die Slowenen haben sich damals in einem Referendum mehrheitlich für Österreich entschieden.

Incontro ravvicinato (con schedatura).

da sagt be brave das gleiche:

die Slowenen haben für Kärnten gestimmt. Ja. Ist das ein Grund, ihnen grundlegende Rechte vorzuenthalten?

Das sind gute Aussichten: wenn wir für Österreich stimmen, verlieren wir das Recht, Minderheitenrechte für die Ladiner einzufordern bzw. die Einhaltung des Zugesagten und verfasssungsmäßig Garantierten einzumahnen.

Schöne Aussichten eben, nichts anderes als “Siamo in Italia” auf österreichisch.

Non vorrei disturbare questa discussione veramente innovativa. Ma quando leggo una cosa così (Ich denke dass wenn einmal ein Referendum abgehalten werden sollte…) devo sempre chiedere:

@ hello

Parliamo di un referendum. Mi spieghi per favore tutti i passaggi che occorrerebbero per giungere a una consultazione popolare che preveda una decisione sullo spostamento dei confini e sull’abolizione dello statuto di autonomia? Voglio che tu mi descriva esattamente l’iter procedurale e le istanze di riferimento. Attendo una risposta dettagliata. Grazie.

@gadilu

Ich bin weiß Gott nicht mit hello einverstanden, aber glaubst du wirklich, dass deine Frage sinnvoll ist? Ein Montagsdemonstrant in der DDR 1989, ein Kosovare oder ein Montenegriner hätten sie vermutlich auch nicht beantworten können. Die Geschichte hat gezeigt dass das auch nicht notwendig war.

leben wir in einer Dikatur, in der du erschossen wirst, wenn Du über die Grenze gehst?
Diese DDR-Vergleiche sind eine Beleidigung für die Opfer jener Diktatur.

?????????????????????????

Habe ich gesagt, dass man hier erschossen wird? Habe ich die Mauer mit der Brennergrenze verglichen? Nein. Ich habe nur darauf hingewiesen dass ein DDR-Bürger noch zwei Wochen vor dem Mauerfall nicht hätte beantworten können, wie man die Mauer zu Fall bringt.

das hast Du nicht gesagt, aber wenn Du den Vergleich ziehst zu den Montagsdemos, ziehst du den Vergleich mit der DDR. Die Situation war nie und nimmer vergleichbar mit unserer Situation heute.
Wenn du dem Gefängnis entkommst, willst Du einmal entkommen, da fragst du nicht, ob du die Nächte unter einem Baum oder unter ein Brücker verbringen wirst: Hauptsache raus.
Das war damals die Geschichte. Heute bei uns ist das völlig anders, weswegen man heute auch die Frage beanworten soll, bevor man das Haus der Autonomie in die Luft jagt.

aratassi almanco.

“die Slowenen haben für Kärnten gestimmt. Ja. Ist das ein Grund, ihnen grundlegende Rechte vorzuenthalten?”

Eben nicht, genau deshalb mein Satz mit der Kritik, die sehr angebracht ist in diesem Punkt. Man kann einfach nicht verstehen, dass man in Kärnten in den Ortschaften mit slowenischem Anteil keine zweisprachigen Ortstafeln aufstellen kann. Nur, die Kärntner Slowenen kann man nicht mit der Situation Südtirols vergleichen. Es sind einfach verschiedene Ausgangspositionen.

@ Alexander

Ich habe nur darauf hingewiesen dass ein DDR-Bürger noch zwei Wochen vor dem Mauerfall nicht hätte beantworten können, wie man die Mauer zu Fall bringt.

Chiaro. Ma caro Alexander, mi spiegheresti allora quale sarebbe il nostro “muro” che starebbe per crollare? Sarò limitato, ma io quel “muro” proprio non lo vedo.

Stesso discorso per il Kosovo e il Montenegro. Sono paragoni del tutto privi di senso rispetto alla nostra situazione.

Questo argomento della non paragonabilità  «a prescindere» mi ha un po’ stancato. Ha ragione Alexander: Indipendentemente dalle situazioni di partenza, certamente differenti dalle nostre, nemmeno kossovari, montenegrini o tedeschi dell’est avrebbero saputo rispondere alle tue domande. Il che non dimostra che sono inutili, ma almeno che non sono necessarie.

Se ci rifletti bene, l’argomento della non paragonabilità  ti ha stancato perché ancora più stancante è quello della paragonabilità  (il primo non è che un riflesso del secondo).

Se inoltre reputi le mie domande “non necessarie” affermi che non è importante immaginarsi come potranno avvenire i cambiamenti o (meglio ancora: come sarebbe possibile provocarli). Ti limiti ad affermare: le cose prima o poi cambiano. Compi insomma un atto di fede. La cosa è interessante, poiché sposta la questione dell’autodeterminazione sul lato del misticismo.

Riformulo l’ultimo passaggio, perché non è riuscito bene:

Se inoltre reputi le mie domande ”non necessarie” in pratica affermi che non è importante immaginarsi come potranno avvenire i cambiamenti (meglio ancora: come sarebbe possibile provocarli). Ti limiti ad affermare: le cose prima o poi cambiano. Compi insomma un atto di fede. La cosa è interessante, poiché sposta la questione dell’autodeterminazione dal lato della politica (e della progettualità ) a quello del misticismo (le cose avvengono non si sa bene perché).

Sbagli, ed ecco perché:

– Non mi ha stancato la non paragonabilità , bensì la non paragonabilità  a prescindere dall’aspetto che si sta considerando; nella fattispecie, mi sembra che il paragone di Alexander funzioni benissimo;

– È ovvio che le questioni vadano poste, ma non è affatto necessario che qualsiasi attore (anche chi discute sporadicamente in un blog) sappia rispondere dettagliatamente alle tue domande; anzi, se hallo riuscisse nell’intento meriterebbe un titolo honoris causa in giurisprudenza. Riassumendo, per dire «se un giorno ci fosse un referendum…» non è necessario sapere elencare esattamente i passi necessari al raggiungimento di quel fine.

Benissimo. Allora, cos’è che vuoi paragonare? Da quali altre situazioni dovremmo trarre ispirazione e indicazioni?

Su Hallo e su ciò che stanca. A me stancano quelli che dicono “se un giorno…” e non sanno neppure di cosa stanno parlando. E sulla necessità . È necessario alludere a fatti (ritenendoli in qualche modo possibili) se non si riesce neppure a circoscriverla vagamente, questa possibilità ?

Allo stesso modo io potrei dire “se un giorno saremo tutti immortali…”. Si va be’. E allora?

Bei allem Respekt, aber Alexander hat wirklich keinen DDR Vergleich gemacht, er hat nur sagen wollen, dass deine Frage Gadilu
“Mi spieghi per favore tutti i passaggi che occorrerebbero per giungere a una consultazione popolare che preveda una decisione sullo spostamento dei confini e sull’abolizione dello statuto di autonomia? Voglio che tu mi descriva esattamente l’iter procedurale e le istanze di riferimento. Attendo una risposta dettagliata. Grazie.”
mehr akademischer Natur ist und Alexander hätte ebenso folgende zwei Vergleiche machen können.

Person A möchte eine Firma gründen, sein Wirtschaftsberater ist skeptisch und schlägt ihm die Ausarbeitung eines detaillierten Geschäftsplanes vor. A soll darin genau herausarbeiten, wie seine Bilanz von der Gründung bis zum 10. Jahr nach Firmengründung aussieht. Man ersetze A mit Bill Gates oder mit Google oder mit sonst irgendeinem Firmengründer. Die waren von einer Idee überzeugt und haben sie umgesetzt.

Greenpeace verlangt den CO2 Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 50%, verglichen mit dem Niveau von 1990, zu senken. (Zahlen sind frei erfunden). Kritiker von Greenpeace könnten hier sagen, legt uns mal bitte detailliert vor, wie das zu erreichen ist dann reden wir weiter. (ansonsten machen wir weiter wie bisher)
Frage in diesem Falle: haben unsere politischen Quacksalber, die sich nächste Woche in Kopenhagen treffen konkretere Pläne, wie wir aus der Klimafalle rauskommen.

Die Frage von Gadilu ist in dem Sinne berechtigt, dass es im Vorfeld einer Selbstbestimmung intensiver gesellschaftlicher Diskussionen bedarf. Wenn die obige Frage, aber als Totschlagargument eingesetzt wird, dann verhindern wir gerade diese konstruktive Diskussion in deren Rahmen sich irgendwann auch immer mehr Experten aus Wirtschaft, Recht, Gesellschaft, Soziologie, Umwelt usw. zu Wort melden werden.

Das ist der konstruktive Ansatz, aber bestimmte BlogteilnehmerInnen sind ja augenscheinlich an diesem konstruktiven Ansatz nicht sehr interessiert.

@gadilu
La cosa è interessante, poiché sposta la questione dell’autodeterminazione dal lato della politica (e della progettualità ) a quello del misticismo (le cose avvengono non si sa bene perché).

Was sagst du denn in diesem Zusammenhang zum neuen Gesetz aus Rom, laut dem das Wasser privatisiert wird. Das Gesetz spricht eine klare Sprache, die meisten Politiker sind trotzdem der Meinung es wird schon nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird.
Frage: wo ist denn hier der detaillierte Plan bezüglich Umsetzung bzw. Nicht Umsetzung. Überlassen wir dies auch der Mystik?

Damit will ich nicht sagen, die Unklarheiten aus Rom in dieser eminent wichtigen Materie wären lustig und zu entschuldigen. Wenn wir bestimmte Maßstäbe bei den Selbstbestimmungs Befürwortern anlegen, dann bitte auch in allen anderen politischen Bereichen.

Und gerade hier beweist der BBD Blog immer wieder, dass enormes Feingefühl auch für die Details vorhanden sind. Eine gute Basis jedenfalls für eine konstruktive Diskussion auch auf breiter gesellschaftlicher Basis.

Das Problem hier sind meiner Meinung nach Leute, die von einem einfachen Vergleich (“Ein Montagsdemonstrant in der DDR 1989… hätten sie vermutlich auch nicht beantworten können.”) einen völlig neuen Vergleich (Italien mit DDR vergleichen) ableiten.

Das geht natürlich nicht, ist eine Unterstellung, die der Verfasser des ersten Vergleichs auch nicht behauptet hat.

So kann man natürlich diskutieren, vom Fleck kommt man dann freilich nicht!

ich wiederhole:

wenn man den Vergleich ziehst zu den Montagsdemos, ziehst man den Vergleich mit der DDR. Das ist so, auch wenn man das in Abrede stellt.
Doch die Situation war nie und nimmer vergleichbar mit unserer Situation heute.
Wenn du dem Gefängnis entkommst, willst Du einmal entkommen, da fragst du nicht, ob du die Nächte unter einem Baum oder unter ein Brücker verbringen wirst: Hauptsache raus.
Das war damals die Geschichte. Heute bei uns ist das völlig anders, weswegen man heute auch die Frage beanworten soll, bevor man das Haus der Autonomie in die Luft jagt.

Als Anfang müssen zwei Fragen beantwortet werden:

1. Was will die Mehrheit der Südtiroler/Sudtirolesi/Ladins(nicht die
Blogger auf dieser Seite)?
A) eine bessere Autonomie
B) die Angliederung an Österreich
C) einen Freistaat
D) den Status quo erhalten

2. Auf was ist die so gefundene Mehrheit bereit zu verzichten, um ihren
Willen umzusetzen?

Deshalb hat Gadilu Recht, und Alexander Unrecht!! Wenn man in einer Diktatur lebt, oder im Gefängnis eingesperrt ist, stellt man sich diese Fragen nicht, denn es kann eigentlich nur besser werden(lieber frei unter einer Brücke schlafen, als eingesperrten in einem Bett)!
Aber bei uns hier ist das doch etwas anders!!!
SAG MIR WAS MICH ERWARTET, UND ICH SAGE DIR WIE ICH MICH ENTSCHEIDE!!
Und nicht: ICH ENTSCHEIDE EINFACH, ES KANN JA NUR BESSER WERDEN!

Lieber jonny, mit Verlaub, aber hier hat niemand geschrieben, man solle nicht darüber nachdenken, was uns erwartet. Ganz im Gegenteil: Das ist es eigentlich, was das Projekt der Brennerbasisdemokratie von den meisten anderen Ansätzen unterscheidet. Aber von jemandem zu verlangen, er solle eine minutiöse Abhandlung darüber schreiben, wie dieses Ziel technisch-juristisch zu erreichen sei, kommt einem Totschlag für jede Diskussion gleich. Der Gesprächsverlauf des heutigen Tages ist dafür geradezu paradigmatisch.

In dieser Hinsicht verteidige ich auch nach wie vor die Aussage von Alexander. Er hat ja nicht geschrieben, dass vor dem Mauerfall niemand wusste, ob es besser oder schlechter sein würde als zuvor — sondern er hat geschrieben, dass vor dem Mauerfall auch niemand so genau wusste, wie dieser herbeizuführen sei. Wenn nicht so viele Menschen daran geglaubt hätten, ohne zu wissen wie, wäre die Mauer möglicherweise nie gefallen. Diese Aussage stimmt auch dann, wenn der eiserne Vorhang nichts, aber auch gar nichts mit der Brennergrenze zu tun hat.

@pérvasion
Aber das “darübernachdenken” erleichtert der Gesellschaft nicht die Entscheidung, es erlaubt uns vielleicht einige Szenarien durchzuspielen, wie es sein sollte, aber noch lange nicht, wie es sein wird. Natürlich kann hier niemand eine ” minutiöse Abhandlung” darüber schreiben, wie man das Ziel errreicht, und leider nicht einmal, wie dieses Ziel ausschauen wird. Wie es ausschauen SOLLTE, das schon, das wissen wir alle, alle etwas anders, aber alle glauben irgendwie zu wissen, was zu tun wäre, und wie es zu sein hätte. Aber was ist die Gesellschaft bereit zu riskieren, um ein Ziel zu erreichen, von dem keiner weiss, wie, was oder wo es ist, auf was ist unsere verwöhnte Gesellschaft bereit zu verzichten, um dieses Ziel zu erreichen??
Man kann eine Vision haben, wie es sein sollte,” i have a dream”, man kann daran glauben, “yes, we can”, aber leider werden all diese Parolen immer wieder von der Wirklichkeit überholt.
Und zum Vergleich zur DDR, natürlich wollten viele Menschen den Fall der Mauer, aber wie viele wollten einfach aus diesem Land raus ohne einen Gedanken an die Zukunft der DDR zu verschwenden, einfach nur in den Westen, nach mir die Sintflut? Wollten diese Menschen wirklich ein Gesamtdeutschland, oder wollten sie nur in die BRD, damit es ihnen vor allem finanziell besser geht? War der Egoismus etwa die treibende Kraft bei dieser Geschichte, und nicht, wie so oft behauptet wird, der Hunger der Gesellschaft nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit?

@Dolomiticus: Einige der Leserkommentare zum von dir geposteten, unfassbaren Interview des Standard sind einfach köstlich. Ein Auszug:

El Chó:

Kärnten wurde nicht eingebunden? Ja, das ist nun mal so bei Verfassungsregelungen.

Er will Ortstafeln, nur wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert sind? Das wird in Kärnten leider nicht eintreten.

Ich sehe den Sinn dieser Regelung genau darin, auch und gerade in Kärnten Minderheitenrechte eben auch gegen den Wunsch einer Mehrheit zu schützen.

joergipoergi:

Ich weiss, es ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen,

aber bei folgender Aussage, kann ich Tauschitz nur vollkommen zustimmen: “Die ÖVP ist die letzte Partei”

Christian Eder:

“Drüberfahren”

In Bezug auf Kärnten finde ich Durchfahren besser. Auch Südafrika ist durch einen Wirtschaftsboykott gezwungen worden, von seiner Apartheidpolitik Abstand zu nehmen. Und keinen Cent für die Hypo- Alpe- Adria- sollen sie doch das Bärental versteigern, wenn sie Geld für den Jörgl- Selbstbedienungsladen brauchen.

Kamikazekartoffel1:

Kann man bitte endlich damit beginnen Burgenländer-Witze in Kärntner-Witze umzuändern?
Wer so darum bemüht ist, Rest-Österreich zu erheitern hat sich diese Ehre eindeutig verdient!

leitfaden:

hat grassers friseur eine filiale in klafu aufgemacht?

Walter Tiefenthaler:

grasser kommt aus celovec (klagenfurt)…

…man kann also von gleichen haarkuenstler ausgehen.

pivos pivos:

kärnten bald pleite

durch den groeszten aller landeshauptlaeute sowie seine unfaehigen mitwirkenden ist kaernten bald (auch offiziell) pleite.
fuer ein paar tausend euro aus wien (= restoesterreich) stellen die auch chinesische taferl auf.

Erika Rothen:

Über Kärnten drüber fahre ich eh nicht so gern.

Viel, viel lieber fahre ich außen herum.
In einem ganz großem Bogen!

Meerwelle:

Endlich sind die Kärntner wieder mit ihrem politischen Lieblingsthema beschäftigt, nämlich mit der Verhinderung zweisprachiger Ortstafeln.

Das ist natürlich bei weitem wichtiger als das drohende finanzielle Fiasko.

Es geht halt nichts über richtig gesetzte Prioritäten.

Ich kann den Mist mit den Ortstafeln einfach nicht mehr hören.

Falls der Bund dem Land Kärnten finanziell unter die Arme greift, dann meiner Meinung nach nur unter der Bedingung, dass bis in das hinterletzte Kaff zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden.

marksu:

“mit uns nicht ausgemacht”

das ist seit über 40 Jahren ausgemacht, nur wirds von den ewiggestrigen nicht umgesetzt.

Hans Ludwig:

Wieso schauen die alle aus wie der Grasser?

Mein Hund […]:

Genau! Wir Deutschkärntner habe unseren sich

des Slowenischen befleißigenden Mitbürgern im Vorfeld der Abstimmung 1920 die Garantie gegeben, dass ihre Rechte als Minderheit gewahrt bleiben, dazu gehörte und gehört natürlich auch das Recht auf den eigenen Ortsnamen (wie er übrigens in der Monarchie ganz selbstverständlich war).

Wird Zeit, dass wir unsere Zusicherung endlich einhalten.

ana hot imma des bummerl:

Ist ja wirklich eine Sauerei

wo sich die Kärtner in den letzten Jahrzehnten dermaßen um einen Konsens in der Slowenenfrage bemüht haben ;-)
Man merkt, dass wieder Fasching ist.

ja aber:

Kärtner Hype Rettung?

Der Bund soll für die Hype Kärnten einspringen, da das Land das Geld nicht aufbringen kann. “Das ist mit uns nicht abgesprochen, uns hat niemand gefragt. Das ist der falsche Weg, wenn man ernsthaft an einem Konsens interessiert ist. Wenn man eine Lösung des Problems will, muss man das auch ernsthaft angehen. Da setzten sich Leute zusammen und versuchen etwas von außen zu lösen, das man innen viel besser kann. Wir waren schon viel weiter.”

Also liebe Kärtner – auf Kosten der Restösterreicher leben aber sich die Rosinen rauspicken. So nicht. Versinkts in eurem Sumpf.

stare @ goats:

Burschi euch fragt sowieso kana mehr. Kinder wie ihr haben a paar Fotzn verdient und sonst gar nix. Das Geld von der Mama aus Wien wollts haben, weil ihr eures versoffen habt und dann no deppert reden.

Liebling der Nation:

Unfassbar….

…Da setzten sich Leute zusammen und versuchen etwas von außen zu lösen, das man innen viel besser kann. Wir waren schon viel weiter.

2 sprachige Ortstafeln, Amtssprache etc. hat sich Österreich 1955 im Staatsvertrag verpflichtet. Nach 54 Jahren wo sie jetzt eine Lösung von innen gesucht haben und keine zustande gekommen ist, werden sie halt mal damit leben müssen, dass sie eine Lösung von aussen aufs Auge gedrückt bekommen…

… Ich bitte einfach alle Beteiligten, sich an die Regeln zu halten.

Ja eh. Es gibt doch vom OGH ein Rechtsurteil. Warum halten wir uns nicht dran.

Kärntens Politiker sind nur mehr zum lachen.

insertnamehere:

“Das ist der falsche Weg, wenn man ernsthaft an einem Konsens interessiert ist.”

Die Republik Österreich ist daran interessiert, bzw. sollte daran interessiert sein, dass ihre Verfassung umgesetzt wird und Punkt.

Ich bin nun kein Verfassungsexperte und weiß deshalb NICHT, ob nicht am Ende der Verfassung vielleicht ein Disclaimer steht, der erklärt, “die vorangehenden Paragraphen haben dann Gültigkeit, wenn eh niemand was dagegen hat”.
Könnt ja sein.

Ich persönlich bin der Merinung, dass kein Konsens notwendig ist. Liebe Kärntner, betrachtet Euch einfach als die Slowenen Restösterreichs. Wir als Mehrheit fehren über Euch Minderheit also einfach drüber und der Kaas is ‘gessen. Schreibts halt ein trauriges Lied drüber!

jose luis schuster:

scheinbar hat die österreichische Bundesverfassung in Kärnten auch keine gültigkeit. So unähnlich ist Kärnten Slowenien also gar nicht.

Laird of Glenmore:

Die Rechtsmeinung von diesem Herrn möchte ich haben:

Da wird die Bundesverfassung (Art. 7) gebrochen und er meint, das sei ein Kärntner Problem.

Unpackbar, was die ÖVP für Personal rekrutiert.

Frank’n’furter:

die haben alle den gleichen friseur, dessen vater barbier des führers war.

Settembrini:

…….wenn sie akzeptiert sind und gemeinsam vereinbart sind…..

Sag einmal. Hat sie der noch alle? Ich möchte sagen, ich zahle keine Steuern mehr, weil ich sie nicht akzeptiere und sie nicht gemeinsam mit mir vereinbart wurden. Basta. Und ich bin ein Tiroler und wir haben schließlich auch Rechte. Entscheidungen des Verfassungsgerichtes gelten auch für Kärnten. Schon als Jusstudent vor Jahrzehnten habe ich mich gewundert, warum nicht das Heer mittels “Bundesexekution” in Kärnten für Ordnung schafft.

Bodo Steinbrech:

“Da setzten sich Leute zusammen und versuchen etwas von außen zu lösen, das man innen viel besser kann. Wir waren schon viel weiter.”

Seit wieviele Jahren höre ich jetzt schon, dass Kärnten das Problem besser lösen könnte?
Warum tun sie es dann nicht?
Wenn sie eh schon viel weiter waren, als die zu erwartenden Vorschläge, dann können sie das ja auch umsetzen.

Entschuldigt das — teilweise — off topic. Teilweise deshalb, weil diese Kommentare wenigstens bestätigen, dass die Kärntner Linie nicht von allen mitgetragen wird.

Entschuldigt mein Einmischen, aber Jonny hat vollkommen Recht. Es ist für ein Weiterkommen in der (Süd-) Tirolfrage erst einmal extrem wichtig zu wissen was die Mehrheit der Abstimmungsberechtigten eigentlich wollen um zu vermeiden in eine falsche Richtung zu arbeiten.
Mit diesem Wissen ist es dann auch leichter Werbung für das Ziel “Los von Italien” zu machen. Natürlich ist es dann auch wichtig daß alle poilitschen Bewegungen diesen Volkswillen dann auch unterstützen denn nur gemeinsam ist das Ziel zu erreichen.

Es ist die Mehrheit die zählt, nicht der Wunsch es jedem Recht zu machen!!

Wenn man Heute politisch Uninteressierte fragt trauen sie sich nicht eine Meinung zu dem Thema zu öffentlich zu haben (es geht uns ja eh ganz gut), zu Hause sieht es dann ganz anders aus und wenn die Leute sich im klaren sind das es nicht verwerflich ist eine Zukunft ohne Italein anzustreben werden sie auch eine öffentliche Meinung haben die wir bei einer Abstimmung brauchen.

@babo
in Südtirol ist es schwierig die wirkliche Meinung der Mehrheit zu erfahren, weil das allzuoft nur die Meinung einer Minderheit ist. “Wie das?” denkst du dir vielleicht? Weil eine Minderheit aus Partei und Medien seit Jahren und Jahrzehnten das Denken der Mehrheit hier steuert. Was die Dolomythen schreibt, das stimmt nun mal eben.
Dieser Einfluß nimmt zwar stetig ab aber ist nach wie vor unleugbar groß!

Übrigens freie Meinungsäusserung: ich erlebe immer wieder wie sich Leute ihre Meinung verkneifen und lieber “nicht so politisch” sind. Man kann ja nicht wissen ob mal bei einem Ansuchen o.ä. Nachteile haben könnte, einen eigene Meinung zu haben (in Dörfern durchaus realistisch).

@jonny: Es geht freilich darum ein Konzept zu erarbeiten, das die Risiken einer Verschlechterung auf ein Minimum reduziert. Ganz ausschließen kann man sie nicht, doch schließlich kann uns auch mit der Autonomie niemand versichern, dass es niemals zu Einbußen kommen wird. Im Gegenteil. Schlussendlich wird sich dann aber ohnehin die Bevölkerung über ihre Risikobereitschaft aussprechen müssen.

[Dies hat aber nichts mit gadilus Aufforderung zu tun, hier eine Abhandlung über die technisch-juristische Erreichbarkeit des Ziels zu verfassen — an die implizite Aufforderung geknüpft, sonst doch bitte den Mund zu halten. Wäre dies mit einem einzigen Leserbeitrag möglich, könnte ich das Blog auch gleich dichtmachen.]

Einige Kommentare bezüglich Kärnten sind in der Tat herrlich. Jetzt hätte man endlich die Chance, nicht nur ein schon lange in der österreichischen Verfassung bestehendes Recht umzusetzen, sondern auch noch ein wenig vom alten Vielvölkercharme der österr. Monarchie aufleben zu lassen, aber nein, es scheitert am gespielten Populismus (wie z.b dieses Hernn Tauschitz – auch slowenischen Ursprungs denk ich). Das sind in Kärnten soweit ich weiß gewachsene slowenische Ortsnamen (falls jemand mehr darüber weiß, bitte einbringen) und keinesfalls erfundene! Und für Südtirol leisten diese Kärntner Sturschädel auch jedesmal einen “Bärendienst”, da dies immer wieder als Argument gegen die Selbstbestimmung herhalten muss. In Burgenland und im restl. Österreich gibt es diese Probleme scheinbar nicht wie in Kärnten.

@anonym
Die “Gehirnwäsche” der südtiroler Medien kenne ich sehr gut, sehe allerdings auch daß sie immer weniger greift oder gar das Gegenteil bewirkt.
Umso wichtiger ist es aufzuzeigen daß ein Verbleib bei diesem Staat der langsame Tod des tirolers in uns bedeutet und das geht nur wenn man den Willen der Mehrheit kennt um einen Weg aus der Ohnmacht aufzuzeigen.

Die Äusserung der Meinung zu diesem Thema kann durchaus problematisch sein, man denke nur an die vielen Mitarbeiter der Firmen die einen Vertrag mit einer XXX Italia haben oder die Beamten der Landes- und Staatsdienste. Ich verstehe die Bedenken dieser Leute sehr gut, da ich auch lange in einem solchen Betrieb gearbeitet habe und weiß wie sehr sie von dem “Presidente” in Mailand, Turin oder sonstwo abhängig sind.

Verschlechterungen kann man natürlich nie ganz ausschließen aber auch ich denke daß uns die Autonomie ganz und gar nicht davor bewaren kann. Einen Plan zur Erreichbarkeit des Ziels Selbstbestimmung kann man bei Gott nicht aufstellen…es gibt jeden Tag Veränderungen der Lage und wie gesagt: bevor man den Willen der Mehrheit nicht kennt sind alles nur Spekulationen zu beliebigen Szenarien auf die man später jedoch zurückgreifen kann.

@hello
Eigentlich müßte das Problem in Kärnten und das Nichtvorhandensein des Problems in anderen österreichischen Bundesländern uns südtiorolern doch zeigen daß man als Bundesland in Österreich zum Großteil selbst entscheidet wo es lang geht.

Es geht nur darum wie man die Information zur Volksmanipulation benutzt…

@ pérvasion

Non ho mai preteso di avere un dettagliato quadro istituzionale post-autonomistico (figuriamoci!). Ho solo chiesto: chi parla di referendum ha almeno una vaga idea di come si fa per indirlo? La costituzione italiana non prevede che in una provincia si chiamino i cittadini a decidere se continuare a far parte dello Stato o meno. E l’Italia non costituisce certo un’eccezione.

@babo

“Eigentlich müßte das Problem in Kärnten und das Nichtvorhandensein des Problems in anderen österreichischen Bundesländern uns südtiorolern doch zeigen daß man als Bundesland in Österreich zum Großteil selbst entscheidet wo es lang geht.”

In Burgenland hält man sich an die Regeln zum Schutz der kroatischen Minderheit soweit dies mir bekannt ist, in Kärnten wie man sieht stellt man sich dagegen. In diesem Fall ist Kärnten leider ein schlechtes Beispiel, scheinbar auch im Bereich Verschuldung, aber das ist ein anderes Thema. Österreich kann man im Bereich Föderalismus natürlich nicht mit Italien vergleichen, da spielt Österreich in einer ganz anderen Liga mit seinen Bundesländern.

“uns südtiorolern doch zeigen daß man als Bundesland in Österreich zum Großteil selbst entscheidet wo es lang geht”

Natürlich. Ich denke aber, dass ein Kompromiss (wie auch immer, z.B. Kondominium Österreich-Italien in Form eines de-facto freien Staates innerhalb der EU) aus heutiger Sicht wohl am ehesten machbar ist – aber wie gesagt, es sind halt Spekulationen. Jedenfalls sollte es jedem Südtiroler frei stehen, neben seinem italienischen Pass noch einen österreichischen Pass zu haben, ich denke das wäre ein guter Anfang. Denn wir haben uns ja nie freiwillig dazu entschieden, zu Italien, geschweige denn zur italienischen Nation zu gehören. Gibt nicht Italien seinen Landsleuten in Istrien ital. Pässe?

vom “Nichtvorhandensein des Problems” kann man nur reden, wenn man nicht informiert ist.

http://www.gfbv.it/3dossier/oevz/repoevz.html

in der Steiermark hat sich die Politik geweigert, die Anwesenheit der slowenischen Minderheit anzuerkennen.

Die Burgenlandkroaten genießen zb nicht das Recht auf Verwendung des Kroatischen in der Verwaltung.

Die Minderheitenpolitik in Österreich ist

“Es ist die Mehrheit die zählt, nicht der Wunsch es jedem Recht zu machen!!”

Solche Aussagen sind in einem Land, in dem Minderheiten leben, höchst problematisch. (sicherlich heißt es wieder: “nicht so gemeint”).

Wie auch die Beschönigung der österr. Minderheitenpolitik einen Hinweis gibt, was die Minderheiten sich zu erwarten haben.

Non ho mai preteso di avere un dettagliato quadro istituzionale post-autonomistico (figuriamoci!).

Das habe ich dir gar nicht unterstellt. Ich habe geschrieben:

Aber von jemandem zu verlangen, er solle eine minutiöse Abhandlung darüber schreiben, wie dieses Ziel technisch-juristisch zu erreichen sei, kommt einem Totschlag für jede Diskussion gleich.

bzw.

Dies hat aber nichts mit gadilus Aufforderung zu tun, hier eine Abhandlung über die technisch-juristische Erreichbarkeit des Ziels zu verfassen.

Ich möchte auch hierauf verweisen: Wider den Methodenzwang.

@dolomiticus
doch doch das ist schon so gemeint. Wenn man es jedem Recht machen will erreicht man nichts, bzw man kann es nicht mal so sein lassen wie es ist denn dann macht man es der Mehrheit nicht Recht.
Du zeigst mir jedoch damit die Realität in Südtirol noch einmal, der Wille der Mehrheit wird ignoriert um eine kleine Minderheit nicht zu verärgern. Mit der Minderheit meine ich nicht die Italiener sondern die nationalistische oder postfaschistische Minderheit innerhalb der Italiener.

Du kannst es niemals jedem Recht machen dafür gibt es zuviele individuelle Wünsche nicht nur Minderheiten.

Bei den letzten Wahlen haben die Parteien, die ausdrücklich keine Selbstabstimmung anstreben, den weitaus größten Wählerzuspruch erhalten.

Abgesehen davon sind solche Ankündingungen, wie man mit Minderheiten umzugehen gedenkt, eben kein guten Aussichten.

@Pervasion

Deine Worte in Gottes Ohr, denn wenn es wirklich MIT der Autonomie schlechter wird, dann kommt erst die richtige Zeit für die Extremismen und den Populismus.

@babo

So einfach mit dem Mehrheiten wird es aber nicht werden, denn wenn ich von Mehrheiten spreche, meine ich die Mehrheiten aller hier lebenden Sprachgruppen, und zwar nach Sprachgruppen getrennt!! Und wer für ein DEUTSCHES Tirol eintritt, wird in dieser Mehrheitsfindung grosse Problemem haben!
Deshalb finde ich den Ansatz hier auf BBD sehr gut, es ist nur schade, dass einige sehr wichtige, weil italienischsprachige, Mitstreiter ausgeschieden sind, denn je mehr Meinungen vertreten sind, desto ausführlicher werden Diskussione geführt, desto besser werden die Ergebnisse, wenn es welche gibt!?!?
Du schreibst auch, “der Wille der Mehrheit wird ignoriert”!!! Und woher willst du wissen, was die Mehrheit will??
Und vielleicht wird im momentanen Zustand auch nur nur eine kleine Minderheit verärgert? Nur für dich eben die falsche Minderheit?!?!?
Man kann es nie allen Recht machen, das stimmt, aber man kann mit allen reden, WAS und WIE es sein könnte, und dann einen gemeinsamen Nenner finden. mit dem nicht alle, aber die meisten zufrieden sind, und gleichzeitig versuchen, die Zweifler mit Argumenten zu überzeugen!!

Wie man eine Mehrheit bei allen Sprachgruppen in Südtirol für die Selbstbestimmung erreichen könnte, kann ich euch sagen: über den Geldbeutel!
Wenn der Verbleib bei Italien für immer mehr Menschen einen finanziellen Nachteil mit sich bringt, werden nicht nur viele Deutsche sondern auch Italiener und Ladiner für die Abspaltung stimmen.
Und so wie dieser Staat wirtschaftet könnte dieser Zeitpunkt schnell näher rücken.

Mag sein, wir wollen/müssen aber ein Projekt schaffen, das alle anspricht und alle einschließt. Alles andere wäre nicht nur (bis auf die ökonomischen Aspekte) nicht erstrebenswert, sondern ein vorprogrammiertes Desaster. Wir müssen, wie gesagt, Risiken minimieren und Chancen maximieren.

@pérvasion
da kennst du aber die Masse der Menschen recht schlecht. Die drehen sich wie die Fähnlein im Winde, wenns ums liebe Geld geht.

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