STF-Befragung: 31,2% Stimmbeteiligung.

Ich hatte bereits Gelegenheit, meine Kritik am Vorgehen der Süd-Tiroler Freiheit (STF) zu äußern, welche in der Gemeinde Ahrntal eine selbstverwaltete Befragung über die Selbstbestimmung durchgeführt hat. Insbesondere finde ich es bedenklich, dass — anders als in Katalonien, von wo diese Befragungen importiert wurden — kein breiter zivilgesellschaftlicher Konsens gesucht wurde. Ein derart wichtiges Thema darf weder zu einer parteipolitischen, noch zu einer ethnischen Angelegenheit degradiert werden. Das wäre nicht nur wenig hilfreich, sondern letztendlich ausgesprochen kontraproduktiv.

Jetzt hat die STF die Ergebnisse ihrer Befragung öffentlich gemacht: Bei einer Beteiligung von 31,2% aller Stimmberechtigten* haben sich 95,24% dafür ausgesprochen, ein amtliches und rechtlich bindendes Referendum über die Loslösung Südtirols von Italien abzuhalten.

SVP-Obmann Richard Theiner spricht herablassend von »kläglichem Scheitern« der Initiative. Das sehe ich grundlegend anders und finde, dass diese Aussagen (des höchsten Parteiverteters in der SVP) nicht eine Verhöhnung der STF, sondern der teilnehmenden Bevölkerung sind. Wenn eine einzelne Partei — die nicht einmal die Mehrheitspartei ist — es schafft, für ein nichtamtliches, von anderen Parteien und Medien ins Lächerliche gezogene Referendum fast so viele Menschen zu mobilisieren, wie die offiziellen Landesreferenda 2009, dann ist das für mich ein durchschlagender Erfolg. In der Schweiz, der Heimat der direkten Demokratie, müssen ordentliche und — aufgrund des Fehlens eines Quorums — durchwegs gültige Abstimmungen häufig mit deutlich geringeren Beteiligungen Vorlieb nehmen.

Es darf auch daran erinnert werden, dass die SVP eine ähnlich hohe Beteiligung an den SVP-Vorwahlen als Meilenstein der direkten Demokratie (!) verkauft hat.

Zuletzt noch eine naheliegende rechnerische Überlegung: Um die 29,7% der Ahrntaler (entspricht 95,24% von 31,2%) zu überstimmen, die sich hier schwarz auf weiß (und nicht in einer Telefonumfrage) für die demokratische Ausübung der Selbstbestimmung ausgesprochen haben, müssten an einem etwaigen offiziellen Referendum rund 30 weitere Prozent der Stimmberechtigten teilnehmen und sich geschlossen gegen die Selbstbestimmung aussprechen. Jeder kann selbst für sich beurteilen, für wie wahrscheinlich er das hält.

Es wäre also mindestens eine Beteiligung von rund 60% aller Berechtigten erforderlich, um das Ergebnis der parteipolitisch vereinnahmten Befragung der STF zu kippen. Von einem Scheitern zu sprechen oder davon, dass die Südtiroler sich »eindeutig« die Vollautonomie wünschen, ist daher wohl völlig realitätsfremd.

*) die Briefwahl noch nicht einmal vollständig eingerechnet

Selbstbestimmung Umfrage+Statistik | STF-Befragung | | | | STF SVP |

46 replies on “STF-Befragung: 31,2% Stimmbeteiligung.”

Dieser Beitrag hinkt an verschiedenen Punkten:

1. Würde es zu einem Selbstbestimmungsgreferndum kommen gäbe es sicherlich ein Quorum von 50% oder mehr. Mit der direkten Demokratie in der Schweiz zu vergleichen ist ein Äpfel- und Birnenvergleich.

2. 30% Wahlbeteiligung in einer Hochburg der STF mit einer starken Überrepresentieriung der deutschen Sprachgruppe läßt sich nicht auf ganz Südtirol übertragen.

3. Die STF hat in den letzten Monaten stark für ihre Abstimmung engachiert mit sechs Veranstaltungen, Hausbesuche, Flugblätter, “Briefwahlen”. Diese können als ein starkes Gegengewicht zum Boykott der SVP wirken.

4. Für diese Wahl war man ab 16 wahlberechtigt, was für ein richtiges Referendum nicht gelten würde. Wenn man im Betracht zieht, dass die Klientel der STF vor allem unter 30 ist und man davon ausgehen kann dass sie sich überproporzional an dieser Abstimmung beteiligt hat, kann man davon ausgehen, dass die Ergebnisse damit gegenüber realien Bedingungen “aufgebessert” sind.

Ich finde dieses Referendum ist deswegen gescheitert, weil das Thema sich in eine ethnische und parteipolitische Sackgasse bewegt in der das Potenzial eines positiven Abstimmungsergebnis nicht mehr gegeben ist.

1. Das stimmt. Ich habe aber keinen Zweifel, dass ein solches Quorum erreicht würde; dann würden nämlich auch jene teilnehmen, die jetzt nicht dabei waren, weil sie a) gegen die parteipolitische Vereinnahmung sind; b) keinen Sinn in einer nicht verbindlichen Befragung sehen; c) von der Propaganda der Mehrheitspartei (!) beeinflusst; d) gegen die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts sind. Warum der Vergleich mit der Schweiz ein Äpfel- und Birnenvergleich sein soll, ist mir schleierhaft: Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass demokratisch bindende Referenda (aber auch Wahlen) häufig mit einer geringeren Beteiligung auskommen müssen.

2. Niemand hat das Ergebnis auf ganz Südtirol übertragen. Nicht einmal die STF.

3. Bitte, die STF ist eine außerhalb ihrer Stammwählerschaft großteils mit Argwohn betrachtete Bewegung. Eine konzertierte Aktion unter Einbeziehung der SVP-Oberen höchstselbst und der Medien ist doch dem Engagement dieser Partei um ein Vielfaches überlegen. Der Vergleich mit den Landesreferenda 2009 ist ziemlich aufschlussreich.

4. Dies ist durchaus möglich, ich würde aber sagen, dass sich diese »Aufbesserung« in Grenzen hält.

Ich finde dieses Referendum ist deswegen gescheitert, weil das Thema sich in eine ethnische und parteipolitische Sackgasse bewegt in der das Potenzial eines positiven Abstimmungsergebnis nicht mehr gegeben ist.

Damit hast du Recht, dieser Meinung bin ich auch.

Ich stimme gorgias zu. Solche Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen, auch wenn Sie die eigene Meinung stützen mögen.

Bei der Beteiligung muss man schon einiges beachten. 1.) ist diese Abstimmung nur symbolisch, bewirkt also direkt nichts. Das wird viele veranlasst haben nicht teilzunehmen und somit haben nur die überzeugten Idealisten abgestimmt. So gesehen ist 31% nicht schlecht.
Bei einer wirklichen landesweiten Abstimmung kann man aber von einer grossen Beteiligung ausgehen, sicherlich weit über 50%.
2.) wurde von SVP & Co eine Kampagne gegen diese Aktion gestartet. Wie schon beim Referendum 2009 sieht man was das für eine Wirkung hat.
3.) denke ich mir auch wird es viele abgehalten haben mit zu machen wegen evt. Benachteiligungen die sie fürchten. Teilweise wurde hier ganz schön gehässig dagegen gearbeitet wie mir ein Bekannter aus der Gegend berichtet hat. Bei einer freien und anonymen Abstimmung sähe es ganz anders aus.
4.) stand eben nur die STF dahinter, bei einer wirklichen Abstimmung würden alle Parteien Farbe bekennen müssen und mobilisieren.

Ich war von Anfang an gegen diese Aktion und hätte mir gewünscht die STF hätte den Konsens uns Zusammenarbeit mit anderen gesucht statt so einen Alleingang zu machen. Von den Gegnern wird dieses respektable Ergebnis (siehe Vegleich mit Basis-Abstimmungen der SVP) so oder so als Misserfolg gewertet, da hätte die Beteiligung auch höher liegen können.
Die Frage stellt sich nun auch: was nun? Wollen sie in einer anderen Gemeinde die Aktion wiederholen? Dieser Weg bringt nichts.

Wer behauptet, dass diese Abstimmung als gescheitert anzusehen ist, will meiner Meinung nach die Realität nicht wahrhaben: Nämlich die Tatsache, dass eine überwiegende Mehrheit der Süd-Tiroler sich in diesem Staat nicht wohl fühlt. Der STF einen Alleingang vorzuwerfen, ist angesichts der Totalverweigerung der SVP sich des Themas anzunehmen unfair. Es blieb einfach keine andere Wahl als ohne sie zu handeln.

Solche Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen

Das Wichtige an dieser Abstimmung ist ja gerade, dass es keine »Statistik« ist. Da haben über 30% der Wahlberechtigten gesagt, was sie wirklich wollen.

Der STF einen Alleingang vorzuwerfen, ist angesichts der Totalverweigerung der SVP sich des Themas anzunehmen unfair. Es blieb einfach keine andere Wahl als ohne sie zu handeln.

In Katalonien wurde penibel darauf geachtet, sich von keiner Partei vereinnahmen zu lassen.

mir wäre es auch lieber, wenn solche Abstimmungen parteiunabhängig ablaufen. Aber die Realität ist einfach halt so, dass die SVP voraussichtlich auch in den nächsten 10 Jahren keine solche Aktion setzen werden, obwohl sie von der Propaganda und ihren Parteikartln locker ein tolles Ergebniss präsentieren könnten. Bei ihnen überwiegt derzeit aber derzeit nicht die Vernunft, sondern die Arroganz und die Sanierung der Parteikassen…..

Bei den Europawahlen war die Wahlbeteiligung auch nur ca. 40%.

95% Zustimmung ist ein Erfolg für die Selbstbestimmung.
Die Leute, die nicht hingehen, entscheiden auch nicht.

Habt ihr es noch nicht begriffen?
Durnwalder, Theiner und die ganze SVP denken nur an ihre Macht. Die haben nach 60 Jahren absoluter Macht kein Interesse an demokratischen Bürgerbefragungen. Sie haben kein Interesse an Tirol und auch kein Interesse an einer bürgernahen Südtirol-Politik.
Die größten Feinde der SVP sind nicht die Italiener, sondern die deutsche Opposition. Die Italiener können der SVP nie gefährlich werden. Die kommen nie als auf mehr als 10%. Aber eine deutsche Partei kann in Zukunft über 10% kommen. Deshalb ist die die SVP eine Italiener-Partei und keine Südtiroler Partei.
Deshalb verkauft die SVP Südtirol und jeden Südtiroler, nur damit sie im Sessel bleiben.

In Katalonien wurde penibel darauf geachtet, sich von keiner Partei vereinnahmen zu lassen.

Das stimmt so nicht. Aber es ist doch im Grunde genommen auch relativ egal, wer diese Abstimmung initiierte. Die Menschen bzw. Wähler sind mündig und aufgeklärt genug, um einfach über die Sache selbst zu entscheiden.
Wer den Mehrheitswillen ablehnt, nur weil er von einer bestimmten Partei vertreten und zu einer erfolgreichen Abstimmung gebracht wurde, der will meiner Meinung nach demokratische Prinzipien nur selektiv gelten lassen.

Im Übrigen steht die STF mit ihrer Forderung nach Selbstbestimmung nicht alleine da. Vergesst bitte nicht die anderen Parteien, sogar in der SVP gibt es noch einige, die bei diesem Thema nicht dem Parteidiktat gehorchen.

Solche Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen

Eine Abstimmung ist keine Statistik

Ich schließe mich dem Artikel weitgehend an. Zielführend ist bei diesem Thema ein parteiunabhängiges und sprachgruppenübergreifendes Engagement.
Allerding muss man unserer Mehrheitspartei schon eine gewaltige Konzentration an Arroganz und Realitätsverweigerung attestieren in Zusammenhang mit dem Ahrntaler Referendum von einem Scheitern zu sprechen. Das sagt eine Partei, die bei den letzten in Südtirol durchgeführten Referenden meines Wissens immer den Boykott einer sachorientierten Auseinandersetzung vorgezogen hat. Beispiel Landesreferendum, Beispiel Ried in Bruneck, Beispiel Ahrntal.
Dies sagt eine Partei, die in den letzten Jahren nie auf der Straße mühevoll Unterschriften gesammelt hat, Informationsveranstaltungen organisiert hat und mit den Bürgern (nicht mit einem Teil der eigenen Basis, wobei sich die SVP nie schwertut Partei-Basis bzw. Funktionär mit Bevölkerung zu verwechseln) in einen öffentlichen Dialog zu treten.
Demokratie lebt maßgeblich von dieser mühevollen Kleinarbeit. Die SF hat im Ahrntal diese “politische Drecksarbeit” nicht gescheut. Diejenigen, die es gewohnt sind Entscheidungen in Hinterzimmern zu treffen, sprechen nun von einem Scheitern. Dieses Verhalten ist beschämend und eine zutiefste Verachtung der BürgerInnen, die unsere Demokratie durch eine mühevolle Kleinstarbeit am Leben erhalten und mit Inhalten füllen.

Ich finde dieses Referendum ist deswegen gescheitert, weil das Thema sich in eine ethnische und parteipolitische Sackgasse bewegt in der das Potenzial eines positiven Abstimmungsergebnis nicht mehr gegeben ist.

Das ist Unsinn.
Das war eine Bürgerbefragung der Südtiroler Freiheit in einer Gemeinde Südtirols von 116 Gemeinden. Wenn die SVP nicht mitmacht, weil sie gegen jede Bürgerbeteiligung und gegen jede Selbstbestimmungsdiskussion ist, kann man die Abstimmung nicht als politische Sackgasse abstempeln. Nur weil die SVP nicht mitmachte.
Die Freiheitlichen und die Union, wie auch SVP können sich gerne südtirolweit beteiligen.

Die größten Feinde der SVP sind nicht die Italiener, sondern die deutsche Opposition. Die Italiener können der SVP nie gefährlich werden. Die kommen nie als auf mehr als 10%. Aber eine deutsche Partei kann in Zukunft über 10% kommen. Deshalb ist die die SVP eine Italiener-Partei und keine Südtiroler Partei.
Deshalb verkauft die SVP Südtirol und jeden Südtiroler, nur damit sie im Sessel bleiben.

Deine Schlussfolgerung ist sonderbar. Wenn die SVP nur die »deutsche Opposition« fürchten muss, müsste sie sich mehr auf deren Wähler konzentrieren, als auf die Italiener, die deinen Aussagen zufolge sowieso nie auf »mehr als 10%« kommen.

In Katalonien wurde penibel darauf geachtet, sich von keiner Partei vereinnahmen zu lassen.

Das stimmt so nicht.

Und wie es stimmt. Alle Referenda wurden von parteiunabhängigen Promotorenkomitees initiiert und durchgeführt. Unterstützungserklärungen von Parteien waren willkommen, eine direkte Einmischung wurde hingegen verhindert. Am Tag der Abstimmung waren europäische Politiker als Beobachter dabei.

Wenn die SVP nicht mitmacht, weil sie gegen jede Bürgerbeteiligung und gegen jede Selbstbestimmungsdiskussion ist, kann man die Abstimmung nicht als politische Sackgasse abstempeln.

Es geht nicht darum, dass auch die SVP mitmacht, sondern dass man einen zivilgesellschaftlichen Konsens sucht und die Parteipolitik — egal welcher Partei — außen vor lässt.

Unterstützungserklärungen von Parteien waren willkommen …

Eben! :-)

Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung wird sehr wohl von etablierten Parteien gefördert, und zwar schon lange. Pardon, aber insofern ist Ihr Argument ein wenig haarspalterisch.

Allerding muss man unserer Mehrheitspartei schon eine gewaltige Konzentration an Arroganz und Realitätsverweigerung attestieren in Zusammenhang mit dem Ahrntaler Referendum von einem Scheitern zu sprechen.

Schön gesagt bzw. geschrieben! Die SVP-Politiker erinnern mich immer mehr an Orwells Neusprech: Krieg ist Frieden … Ja ist Nein usw.

Unterstützungserklärungen von Parteien waren willkommen …

Eben! :-)

Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung wird sehr wohl von etablierten Parteien gefördert, und zwar schon lange. Pardon, aber insofern ist Ihr Argument ein wenig haarspalterisch.

Keineswegs. Ob Parteien eine externe Unterstützung aussprechen oder ob sie sich aktiv einmischen bzw. eine Initiative sogar vereinnahmen, das ist ein gewaltiger Unterschied. Ähnliches gilt zum Beispiel auch für die Indignados — welche zwar nichts dagegen haben, wenn etablierte Parteien ihre Ziele unterstützen (im Gegenteil: das ist beabsichtigt), Parteipolitik in ihren Reihen jedoch nicht dulden.

Ich war einmal bei einer diesr Veranstaltungen dabei
die Abstimmung war geheim, fair, gleich, und nach allen Regeln der Demokratie. Auch wahlkabinen wurden aufgestellt.
Es gab internationale beobachter aus Katalonien und anderen Ländern der EU. Was also an der Art und weise wie die Abstimmung stattgefunden hat, zu kritisieren ist, verstehe ich nicht.
Es waren alle Bürger der Gemeinde eingleaden. also wäre es kein Problem gewesen wenn auch einheimische italiener hingegengen wären. (Laut Volkszählung 2001 leben im Ahrntal rund 1,07% italiener, das sind ungefähr 60 Leute. und diese 60 sind im Ahrntal viel integrierter als zb die Italiener in Bozen, was auch zu berücksichtigen ist.) Dazu sei auch folgendes gesagt: Die STF hat immer wieder betont, sie ist offen für Italiener, wenn sie sich mit Südtirol bzw Tirol identifizieren und sich auch für die Selbstbestimmung einsetzen. Ich weiß also icht, wo das Prolem ist. Denn für eine Selbstbestimmung müssen alle Volksgruppen gewonnen werden. Das weiß auch die STF. Leider ist es so dass sich bis jetzt nur sehr sehr wenige Italiener dafür einsetzen!
Wenn ihr einen kennt, soll er sich bei mir per email melden, da ich für meinen Blog Mithilfe italienischerseits brauche. Das gilt auch für Ladiner!

also: es war weder eine scheinabstimmung noch ist sie gescheitert: denn wenn man bedenkt, dass die SVP mit allen mitteln die Bevölkerung fast bedroht hat, um nicht abzustimmen sind 30 % ein großer erfolg!
Das Problem ist die SVP, nicht die STF!
Die SVP hat Angst vor der Selbstbestimmung, da sie Angst hat, ihre absolute Macht zu verlieren. siehe hier: http://freiessuedtirol.wordpress.com/2011/11/16/entlarvt-warum-die-svp-die-selbstbestimmung-verhindert/

SVP eine Italiener-Partei und keine Südtiroler Partei

A walsche Partei de Sittiroul regiert! Oje oje!!! Teis isch jou is schlimmschte, hou!

Wenn ihr einen kennt, soll er sich bei mir per email melden, da ich für meinen Blog Mithilfe italienischerseits brauche

Guarda… io per quel che possa valere la mia particolare esperienza conosco un numero sorprendentemente alto di italiani che non sono per principio sfavorevoli alla Selbstbestimmung. Ci sono solo 2 cose da tener presente prima di potersi aspettare un coinvolgimento vero:
1- ci vogliono garanzie sufficiente che il dopo possa essere per tutti meglio del prima, altrimenti non vale la pena tentare. Non ho ancora sentito nessuno che vorrebbe annettersi all’Austria, perchè è probabile che la minoranza italiana sparirebbe a breve; mentre invece molti sono favorevoli ad uno stato autonomo. La Selbstbestimmung diventa interessante solo in un caso particolare: quello volgarmente detto del “Freistaat” in cui le tre culture siano effettivamente equiparate e spariscano le logiche di difesa/sopraffazione.
2- finchè c’è gente come sopra che mette in relazione la lingua parlata con la politica per cui la SVP è una Italiener-Partei per cui è contraria alla Selbstbestimmung in una logica eminentemente etnica è chiaro che nessuno si esporrà , per non essere additato come traditore…

Ähnliches gilt zum Beispiel auch für die Indignados …

Nun, vielleicht könnte man die STF ja am ehesten mit den “Empörten” vergleichen. Wer soll das hierzulande sonst sein? Ist hier sonst noch jemand überhaupt gegen irgendwas? (Achtung Ironie!)

… perchè è probabile che la minoranza italiana sparirebbe a breve …

Verzeihung, wenn ich mich einmische, aber das sind Schauermärchen … den Italienern ginge es in Österreich mindestens gleich gut wie jenen im Ticino.

Die STF hat immer wieder betont, sie ist offen für Italiener, wenn sie sich mit Südtirol bzw Tirol identifizieren und sich auch für die Selbstbestimmung einsetzen.

Wie ich zum Beispiel hier und hier geschrieben habe, reicht es nicht, »offen für Italiener« zu sein, man muss sie schon offensiv anwerben und um ihr Vertrauen ringen.

Nun, vielleicht könnte man die STF ja am ehesten mit den ”Empörten” vergleichen. Wer soll das hierzulande sonst sein? Ist hier sonst noch jemand überhaupt gegen irgendwas? (Achtung Ironie!)

Gut, solange es ironisch gemeint ist…

Verzeihung, wenn ich mich einmische, aber das sind Schauermärchen … den Italienern ginge es in Österreich mindestens gleich gut wie jenen im Ticino.

Österreich ist nicht eine Willensnation, wo mehrere Sprachen gleichberechtigt koexistieren. Ein Anschluss Südtirols an Österreich würde das bestehende Problem lediglich umkehren — und dafür wirst du sicher keinen Italiener je erwärmen können.

die STF hat bei den gemeinderatswahlen ca. 30% erhalten, d.h. es ist ihr lediglich gelungen, mehr oder minder ihre damaligen WählerInnen zu mobilisieren, aber sie hat es nicht geschafft, trotz riesigem Aufwand (veranstaltungen in jedem dorf, flyer an jeden haushalt, presse und hausbesuche (!)) mehr leute anzusprechen und das mit einer sehr weiten fragestellung.

ich denke, bei allem respekt, man kann nicht von einem “kläglichen scheitern” aber auch nicht von einem erfolg sprechen.

Selbst wenn sich die Abstimmenden genau mit der Wählerschaft decken würden — wovon ich nicht ausgehe — wäre dies ein enormer Erfolg. Die STF hätte es geschafft, all ihre Unterstützer, auch die passivsten, zu mobilisieren und zu einer aktiven Teilnahme zu bewegen. Dies bei 1) einer nicht amtlichen Abstimmung und 2) Registrierung ihres Vor- und Nachnamens (jeder weiß, was das in einem Dorf bedeuten kann).

Ich glaube, georgius, du hast keine Ahnung, wie schwierig es ist, Menschen über die amtlichen Wahlen hinaus zu aktiven politischen Handlungen zu bewegen, gerade in Südtirol.

und dafür wirst du sicher keinen Italiener je erwärmen können.

Dass Österreich , wie du sagst, keine “Willensnation” ist, mag ja sein (Italien jedoch auch nicht). Ob man die Italiener mehrheitlich für irgendwas erwärmen kann, bezweifle ich allerdings … . Wie auch immer: Soll deswegen ein fundamentaler demokratiepolitischer Prozess wie die Selbstbestimmung Tabu bleiben?!
Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass Österreich den Italienern Südtirols großzügige Zugeständnisse machen würde, die letztlich eine Mehrheit zufriedenstellen.

reicht es nicht, »offen für Italiener« zu sein, man muss sie schon offensiv anwerben und um ihr Vertrauen ringen.

Ich weiß es ist immer leicht von außen Forderungen zu stellen – aber an alle SF Akteure. Gründet doch eine parteiinterne Arbeitsgruppe, die sich konstruktiv mit diesem Thema auseinandersetzt, wie ihr für das Thema der Unabhängigkeit italienischsprachige SüdtirolerInnen ansprecht und vielleicht sogar zur aktiven Mitarbeit gewinnen könnt.

Soll deswegen ein fundamentaler demokratiepolitischer Prozess wie die Selbstbestimmung Tabu bleiben?!

Die Selbstbestimmung soll kein Tabu sein. Wichtiger wäre es allerdings darüber nachzudenken was das Ziel der Bahnfahrt ist. Wenn ein Projekt “Freistaat = souveräner, unabhängiger Staat” wesentlich mehr SüdtirolerInnen aller Sprachgruppen anspricht, als eine Rückkehr zu Österreich, was übrigens fast jede Umfrage bestätigt, warum nicht die Energien für das zielführendere Projekt bündeln. Zielführend auch in dem Sinne, dass ein Projekt Freistaat definitiv kein Nationalstaat ist, was wahrscheinlich auf dem steinigen Weg zur Unabhängigkeit das stichhaltigste Argument sein wird, alle Sprachgruppen anzusprechen bzw. auf internationaler Ebene Sympathien und Unterstützung zu gewinnen.

Selbst wenn sich die Abstimmenden genau mit der Wählerschaft decken würden

ich habe geschrieben

mehr oder minder

semantisch eigentlich klar glaub(t)e ich…

kann gut sein, dass das ein “enormer erfolg” wäre, dann frag ich mich was man bei einer landesweiten abstimmung erreichen wollte….(das argument, dass dann andere parteien mitmachen würden ist m.M.n. schwach, da es diese möglichkeit der zusammenarbeit auch in ahrntal gegeben hatte, die stf das aber offensichtlich nicht wollte)

zur Registrierung des Namens: jeder der abgestimmt hat, konnte ja oder nein ankreuzen….das argument kann ich nicht nachvollziehen…

du hast keine Ahnung, wie schwierig es ist, Menschen über die amtlichen Wahlen hinaus zu aktiven politischen Handlungen zu bewegen

stimmt, davon hab ich keine ahnung, ich habe respekt vor jeglicher direkter demokratie-initiative, erlaube mir aber trotz meiner unwissenheit in punkto mobilisierung mein urteil….

Selbst wenn sich die Abstimmenden genau mit der Wählerschaft decken würden — wovon ich nicht ausgehe — wäre dies ein enormer Erfolg. Die STF hätte es geschafft, all ihre Unterstützer, auch die passivsten, zu mobilisieren und zu einer aktiven Teilnahme zu bewegen.

In diesem Zusammenhang ein kleines Beispiel. Vor einer Woche fanden in Bruneck die Fraktionswahlen statt. Der Fraktionssprecher der Fraktion Bruneck ist Herr Walter Harpf, der nicht (mehr) der SVP angehört. Die SVP Ortsgruppe Bruneck war über diese Tatsache wenig amused. Im Vorfeld der Fraktionswahlen wurden deshalb alle SVP Mitglieder angeschrieben und aufgefordert bei den Wahlen teilzunehmen und die SVP Kandidaten zu wählen.
Resultat: Wahlbeteiligung knapp 10%, meistgewählter Kandidat mit relativ großem Abstand: Walter Harpf (also kein SVP ler).
Niemand käme übrigens auf die Idee die Fraktionswahl aufgrund niedriger Wahlbeteiligung nicht gültig zu erklären.
Der SVP ist es weder gelungen die eigenen Mitglieder zu mobilisieren noch die Wahl zu gewinnen. So etwas nennt man gescheitert. Also bitte ein wenig Respekt vor denjenigen, die um Lichtjahre bessere Resultate erzielen, obwohl die Abstimmung im Gegensatz zu einer Fraktionswahl weder bindend, verpflichtend noch sonstwas war, aber im System Südtirol in einem Dorf durchaus eine bestimmte Zivilcourage voraussetzt.

ich habe geschrieben

mehr oder minder

semantisch eigentlich klar glaub(t)e ich…

Ist auch klar. Und ich habe geschrieben

selbst wenn [nicht nur mehr oder minder, sondern wenn] sich die Abstimmenden genau mit der Wählerschaft decken würden […] wäre dies ein enormer Erfolg.

zur Registrierung des Namens: jeder der abgestimmt hat, konnte ja oder nein ankreuzen….das argument kann ich nicht nachvollziehen…

Jeder der teilnimmt, legitimiert die Initiative der STF, selbst wenn er mit »nein« stimmt. Zudem kann man jetzt davon ausgehen, dass jeder Teilnehmer mit 95%iger Wahrscheinlichkeit für die Ausübung der Selbstbestimmung ist.

stimmt, davon hab ich keine ahnung, ich habe respekt vor jeglicher direkter demokratie-initiative, erlaube mir aber trotz meiner unwissenheit in punkto mobilisierung mein urteil…

Das ist dir unbenommen. Wenn du aber von diesem wesentlichen Faktor absiehst, kann dein Urteil nur verzerrt sein.

trotzdem der versuche ist weit und breit kein argument pro

Registrierung ihres Vor- und Nachnamens (jeder weiß, was das in einem Dorf bedeuten kann).

zu sehen, es ist wohl eher die übliche paranoia
aber vielleicht gab es bei den veranstaltungen ja v-männer und -frauen die namen der abstimmenden an die zentrale melden (wer ironie findet, darf sie behalten, sarkasmus auch)

Wenn ein Projekt ”Freistaat = souveräner, unabhängiger Staat” wesentlich mehr SüdtirolerInnen aller Sprachgruppen anspricht, als eine Rückkehr zu Österreich, was übrigens fast jede Umfrage bestätigt, warum nicht die Energien für das zielführendere Projekt bündeln.

Meinetwegen, warum dieses Verlangen aber mit der Initiative der STF nicht vereinbar sein sollte, ist mir schleierhaft.

Weil die STF kein Konzept hat, kein Projekt für das »Danach« — schon gar keines, das allen Südtirolern ein interessantes Angebot sein könnte. Die Loslösung von Italien als Selbstzweck, als Katze im Sack wird niemand kaufen: Ich selbst würde mich weigern, von irgendwelchen Unentschlossenen ganz zu schweigen.

@georgius: hä?

Die STF hat immer wieder betont, sie ist offen für Italiener, wenn sie sich mit Südtirol bzw Tirol identifizieren und sich auch für die Selbstbestimmung einsetzen. Ich weiß also icht, wo das Prolem ist. Denn für eine Selbstbestimmung müssen alle Volksgruppen gewonnen werden. Das weiß auch die STF.

Und macht auch sehr viel dafür z.B:

1. Informationsbroschüren zum Ahrnthaler Referendum auf italienisch. (bei ca 1% Italiener wäre es zumindest eine symbolische Geste die auch außerhalb der Gemeindegrenzen wahrgenommen würde)

2. Sie Drucken ein “diario sud-tirolese” damit sich auch die italienischsprechende Jugend mit Südtirol und dessen Geschichte identifizieren kann.

3. Sie Druckt ausschließlich Aufkleber mit “Tirol isch lei uans” wo das Welschtirol mit eingezeichnet ist und in der gleichen Farbe um zu zeigen dass es sich hier um kein sprachnationalistisches Projekt handelt.

4. Eva Klotz und Sven Knoll, nachdem sie mit Stolz eine italienische Variante des Andreas-Hofer-Lieds ausgegraben haben, singen nach dem sie Hans Heiss dazu aufgefordert hat, diese ohne sich zu zögern vor einem Pubblikum.

Ja die STF hat immer wieder gezeigt, dass für sie die Italiener keine Bürger zweiter Klasse sind und voll in der Bewegung willkommen sind und dass es sich dabei um keine Lippenbekenntnisse und Alibi-Aussagen handelt.

@georgius

Das ist sehr geschickt ein ähnlich-klingenden Nickname zu nehmen. :clap:

ich verweise hier auf meinen blog. und ich stehe der STF sehr nahe. wie ihr meinem blog entnehmen könnt(er ist im aufbau´- also es kommt immer wieder was hinzu) sollen die Minderheiten in Tirol eigene autonomierechte erhalten und beschützt werden. Einige Sachen könnt ihr dem schon etwas entnehmen und ich plane diesen Blog auch auf italienisch und ladinisch zu übersetzen. (wobei ich jemanden brauche der mir das ins ladinische übersetzt) Denn es ist klar: wenn südtirol einmal ein eigener Staat oder zurück bei Österreich ist, müssen die Minderheiten geschützt werden. Man darf nicht die gleichen Fehler begehen, die Italien mit uns begangen hat! Und genau das sagt die STF auch! ich glaube jedenfalls, dass man den italienern ermöglichen soll eine neue identität aufzubauen. nur wie ist die Frage. Meiner Meinung nach wurde den Italienern von den italienischen Parteien eine scheinidentität aufgebaut, welche auf einem brüchigen Fundament sitzt. Jahrzehntelang wurde den italienern geradezu der Faschismus als identitätssiftend eingeflößt. Es wäre an der Zeit, sich zu überlegen,. wie man die Italiener dazu bringt, sich als Tiroler bzw Südtiroler zu sehen und dass sie endlich auf ihren faschistischen Dreck verzichten können, indem sie sich mit unserem Land identifizieren, erst wenn das gelingt, werden die ethnischen Spannungen nachlassen. die Frage ist nur, wie?

Damit in die Diskussion ein paar Vergleichswerte reinkommen: Eine selbstverwaltete Volksbefragung hat es in Südtirol schon mal gegeben und zwar 2005 im Pustertal. Es ging damals (um es auf ein Schlagwort zu reduzieren) um den Ausbau der Pustertaler Straße. Die Wahlbeteiligung lag bei 26%.
Siehe http://www.forum-bruneck.com/?p=2014

Anzumerken ist:
– Von Informationsveranstaltungen habe ich damals nichts groß bekommen. Da kann mich aber auch meine Erinnerung in Stich lassen, weil es doch schon mehr als 6 Jahre her ist.
– Den Haushalten der betroffenen Gemeinden wurde eine Broschüre zugeschickt, wo die verschiedenen Abstimmungsmöglichkeiten in neutraler Weise erklärt wurden.
– Es gab keine Hausbesuche
– Die Stimmabgabe war lediglich am einem einzigen Wahltag in einem Wahllokal möglich

Jeder möge selbst beurteilen, ob angesichts dieser Tatsachen die 30% bei der Volksbefragung der Südtiroler Freiheit einen Erfolg darstellen.

@ fabivs

finchè c’è gente come sopra che mette in relazione la lingua parlata con la politica …

völlige zustimmung!

ich stimme mit pervasion überein. ich denke auch, dass diese inoffiziellen volksbefragungen nicht zielführend sind, solange sie nicht zivilgesellschaftlichen charakter haben.
ebenso halte ich aber auch die 30 prozent beteiligung für geradezu sensationell – aus exakt den selben gründen wie pervasion sie bereits genannt hat. 1/3 der wählerschaft für etwas zu mobilisieren, das einen “outet”, aber wo von vorherein feststeht, dass das ergebnis absolut keine relevanz haben wird, ist wirklich beachtlich.

@niwo & pervasion

Das Wichtige an dieser Abstimmung ist ja gerade, dass es keine »Statistik« ist.

Eine Abstimmung ist keine Statistik

Die Analyse/Interpretation/Auswertung einer Abstimmung ist Statistik.
Oder wie versteht ihr diesen Begriff? Ich glaube ich habe mich recht deutlich ausgedrückt, es sei denn man legt auf Wortklaubereien wert.

Lieber pérvasion,

mag abgedroschen sein, aber wahr: ”ALLEN” recht getan, ist eine Kunst die … ?

Habe ich irgendwo geschrieben, man müsse es allen rechtmachen? Nein. Ich bin aber der Meinung, dass man niemanden a priori ausschließen oder unberücksichtigt lassen darf. Wenn wir die Unabhängigkeit wollen, müssen wir ein Angebot ausarbeiten, mit dem sich potenziell jeder identifizieren kann, und das für möglichst wenige — und schon gar nicht für eine ganze Sprachgruppe — einen Rückschritt oder eine Beschneidung der eigenen Rechte bedeutet. Im Gegenteil: Es muss sich um ein Konzept handeln, welches möglichst vielen Südtirolern aller Sprachgruppen eine deutliche Verbesserung verspricht.

Vielleicht lohnt es, noch einmal wiederzugeben, was ich hier Sven Knoll geantwortet hatte:

Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass es nicht ausreicht, die Italiener bloß aufzunehmen, was in eurem Fall bedeutet, dass ihr sie nicht — wie etwa die SVP — a priori ausschließt. Jedes Projekt für Südtirol muss ein dezidiert gesamtgesellschaftliches sein und alle hier lebenden Menschen einschließen, weil es andernfalls von vornherein zum Scheitern verdammt ist. Da sie verständlicherweise gegenüber einer Lösung, welche die Trennung vom Nationalstaat Italien anpeilt, skeptischer eingestellt sind, sind vor allem die Italiener aktiv und offensiv anzusprechen und mitgestaltend einzubinden.

Dies gilt unabhängig davon, ob das Referendum jetzt im Ahrntal oder in Bozen stattfindet, denn der Vorschlag (die Loslösung von Italien) betrifft ja nicht die einzelne Gemeinde, sondern das gesamte Land. Vielmehr wäre vorab ein breit angelegter gesellschaftlicher Prozess anzustreben, der nicht Tage oder Wochen, sondern Monate und Jahre dauern kann, mittels dessen ein Konsens zu einem wohldefinierten Projekt geschaffen wird. Man wird nicht jeden einzelnen überzeugen können, doch dies muss wenigstens der Anspruch sein. Deshalb sind möglichst viele glaubwürdig einzubinden und aktiv anzusprechen. Einen solchen Prozess kann nicht eine einzelne Partei schultern, vielmehr ist die breitestmögliche Beteiligung von Zivilgesellschaft, Vereinen und Organisationen zu suchen. All das wurde in Katalonien gemacht; es ist sicher schwierig und aufwändig — ein Unabhängigkeitsprozess ist aber eben kein Zuckerschlecken.

So wie ihn die Süd-Tiroler Freiheit vorantreibt, verkommt er zum Selbstzweck. Wir brauchen hingegen ein wohldefiniertes Projekt, dessen Ziele möglichst genau zu bestimmen sind und bei dem die Selbstbestimmung nur ein Mittel zu dessen Erreichung darstellt. Auf eine Reise ins Ungewisse werden sich nur die wenigsten (speziell die Italiener als künftige zahlenmäßige Minderheit) einlassen.

Aus all diesen Gründen kann ich leider nicht anders, als euer Vorpreschen als äußerst negativ und kontraproduktiv zu bewerten. Ich hoffe, ihr seht das noch rechtzeitig ein.

Die Analyse/Interpretation/Auswertung einer Abstimmung ist Statistik.
Oder wie versteht ihr diesen Begriff? Ich glaube ich habe mich recht deutlich ausgedrückt, es sei denn man legt auf Wortklaubereien wert.

Sprichst du also von politischer Interpretation der Abstimmung? Nicht um Wortklauberei geht es, sondern darum sicherzustellen, dass wir dasselbe meinen.

müssen die Minderheiten geschützt werden

Caro Freiessuedtirol,

mi piace che tu ti faccia domande sul futuro della nostra terra; ma pensa in grande… pensa addirittura ad una situazione in cui nessuno debba essere protetto!!!
I meccanismi di difesa/chiusura contro l’assimilazione o la sopraffazione nascono dalla paura… “Freiheit”, come la intendo io, vuol dire anche libertà  da questo.
Io non sono convinto che questo possa avvenire all’interno di uno stato nazionale (se ti leggi il programma di STF, pare che anche loro non ne siano molto convinti), che con le sue dinamiche peculiari inquina i rapporti tra i gruppi locali.
Credo occorra sgomberare il campo politico sudtirolese da riferimenti esterni (Vienna, Roma) ed affermare la pari dignità  (in ogni ambito pubblico) delle 3 culture e la centralità  della persona, non del gruppo di appartenenza (quest’ultima frase sembra retorica, ma non lo è).

caro fabi
se mi potresti scrivere in un email cosa pensi come si potrà¡ cambiare la situazione del Zusammenleben e come si potrebbe dare una nuova Heimat agli italiani qui in sudtirolo, con la quale si possano identificare veramente, costruendo und nuova identita italo-tirolese per gli italiani qui da noi, su nuove fondamenta, e buttando via la vecchia, marcia identità¡ illusoria che si tiene ferma sul fascismo e neofascismo, ne sarei molto contento e ti potrei mandare la mia bozza del testo. perché mi servono idee come raggiungere questo obbiettivo senza provocare ulteriori danni alla convivenza. Io credo che sia importantissimo di dare a tutti i tre gruppi linguistici delle opportunità¡ migliori – sia come stato indipendente – sia anche come parte dell’Austria. E non aver paura dell’Austria. Se ritornassimo li, chiederemmo di certo una certa autonomia e la protezione delle minoranze linguistiche. certe cose le ho gia scritte sotto bezirke sotto minderheiten e sotto sprachen, se vai al tema Südtirol bei Österreich.

la mia email é freiessuedtirol@live.at

costruendo und nuova identita italo-tirolese per gli italiani qui da noi, su nuove fondamenta, e buttando via la vecchia, marcia identità¡ illusoria che si tiene ferma sul fascismo e neofascismo,

Das trifft aber auch auf viele Südtiroler zu, die an der “alten, faulen” Schein – Identität Österreichs, oder noch schlimmer, Deutschlands, hängen, so sehr hängen, dass sie die letzten bald 100 Jahre ignorieren.
Vielleicht sollte man da auch mal was tun!!

Per costruire la nuova identita’ italo-tirolese potremmo riattualizzare qualche vecchio programma eugenetico. O dar luogo a qualche problema d’ingegneria sociale reintroducendo anche il vecchio ma apprezzato sistema delle punizioni corporali.

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